Inhaltsverzeichnis
Inhalt
1. Einleitung 1
2. Was ist Geld / Währung 2
2.1 Funktionen des Geldes 2
2.1.1 Tauschmittelfunktion 2
2.1.2 Wertaufbewahrungsfunktion 3
2.1.3 Recheneinheitsfunktion 3
2.2 Erscheinungsformen des Geldes 3
2.2.1 Warengeld 3
2.2.2 Bargeld 3
2.2.2 Giralgeld 4
2.3 Charakter des Geldes 4
2.3.1 Metallistische Geldtheorie 4
2.3.2 Nominalistische Geldtheorie 4
2.4 Währung 4
2.4.1 Gebundene Edelmetallwährungen 5
2.4.2 Manipulierte Währungen 6
3. Was sind Finanzmärkte 6
3.1 Kapitalmarkt 6
3.2 Geldmarkt 7
3.3 Devisenmarkt 7
4. Was ist Globalisierung 9
4.1 Geschichte der Globalisierung 9
4.2 Beschleuniger der Globalisierung 10
4.3 Indikatoren der Globalisierung 11
5. Globalisierung des Geldes 13
5.1 Ursache und Ausmaß 13
5.2 Nationaler Wettbewerb aufgrund der Globalisierung des Gelds 14
5.3 Wirtschaftskrisen als Folge der Globalisierung des Geldes 14
6. Was wollen/sollen Komplementärwährungen? 15
6.1 Ziele von Komplementärwährungen 16
6.1.1 Primäre Ziele 16
6.1.2 Sekundäre Ziele 16
6.2 Typen von Komplementärwährungen 16
II
Inhaltsverzeichnis
7. Historische Vorbilder 17
7.1 Brakteaten im Mittelalter 17
7.2 Das Freigeldexperiment von Wörgl 18
8. Aktuelle Projekte 19
8.1 Der Regiogeld e.V. 20
8.2 Der Chiemgauer 20
8.3 ACV-Compartienda in Zentralmexiko 22
8.4 Local Exchange Trading System (LETS) 23
9. Umlaufsicherung als Gegenmittel zur Ineffizienz des heutigen Geldsystems 24
9.1 Auswirkungen des derzeitigen Geldsystems auf die Nachfrage 24
9.2 Geldreform durch Umlaufsicherung 25
9.3 Auswirkungen einer Umlaufsicherung auf die Investitionsbreite 26
9.4 Notwendige Bodenreform 27
10. Beurteilung der Idee 27
Literatur und Internetquellen 29
III
1. Einleitung
Die Globalisierung erfasst zunehmend alle Bereiche unseres täglichen Lebens. Sie hat zweifelsohne positive, aber auch einige negative Effekte. Betroffen sind hiervon vor allem periphere Regionen und deren Ökonomien. Speziell in diesen Regionen geraten Klein- und Mittelständische Unternehmen zunehmend in wirtschaftliche Schieflagen. Ein Geldstrom zu Kapitalzentren ist zu beobachten und fügt den Wirtschaftskreisläufen einen nachhaltigen Schaden zu. Hieraus resultierend folgen eine hohe Arbeitslosigkeit und eine allgemeine Schwächung des jeweiligen Wirtschaftsraumes. Aber nicht nur ökonomische, sondern auch soziale, kulturelle und ökologische Missstände entwickeln sich aus diesen Tendenzen. In dieser Seminararbeit soll nun erörtert werden, ob ein komplementäres Währungssystem als Ergänzung zum bestehenden Währungssystem eine Antwort bieten kann um diese negativen Konsequenzen der Globalisierung auf regionaler Ebene entgegenzuwirken. Hierfür soll zuerst betrachtet werden, was Geld und Währung an sich ist, und die Märkte definiert werden auf denen sie gehandelt werden. Im Weiteren folgt ein kurzer Einblick in die Globalisierung und deren Auswirkungen, unter spezieller Betrachtung der zunehmenden Internationalisierung des Geldes, da gerade diese Tendenz die negativen Folgen heraufbeschwört. Im Folgenden soll dann konkret auf Komplementärwährungen eingegangen werden. Hierzu werden zum einen die Ziele betrachtet und zum anderen historische Beispiele und aktuelle Projekte vorgestellt. Besonderes Augenmerk wird auf ein spezielles Merkmal von Komplementärwährungen gelegt: die Umlaufsicherung. Sie ist zentraler Bestandteil vieler bestehender Komplementärwährungsinitiativen, da durch sie Effekte erzielt werden, die die angeblichen Missstände des heutigen Finanzsystems ausgleichen sollen. Zu guter Letzt folgt eine abschließende Beurteilung und Einschätzung zur tatsächlichen Fähigkeit von Komplementärwährungen als eine Antwort auf die Globalisierung.
1
2. Was ist Geld / Währung
2.1 Funktionen des Geldes
Geld wird im Wesentlichen durch drei grundlegende Funktionen definiert. Damit ein Medium den Wirtschaftssubjekten als Geld dienen kann, muss es als Tauschmittel, Recheneinheit, und Wertaufbewahrungsmittel fungieren.
2.1.1 Tauschmittelfunktion
Ein entscheidendes Merkmal von Geld ist seine Eigenschaft als Tauschmittel, das von den Wirtschaftssubjekten als solches akzeptiert wird. Eine Ökonomie völlig ohne Geldmittel wäre gezwungen Tauschhandel zu betreiben. Der Austausch von Waren in einer reinen Tauschwirtschaft birgt einige Probleme für die Tauschenden. =XP HLQHQ EHVWHKW GDV 3UREOHP GHU ÄGRSSHOWHQ .RLQ]LGHQ] YRQ $QJHERW XQG 1DFKIUDJH³ 2 . Bei jedem Tausch muss derjenige Tauschpartner, der ein Gut von einem anderen erwerben möchte, genau das Gut besitzen, gegen das der andere sein eigenes Gut bereit wäre einzutauschen. Dieses Problem vergrößert sich überproportional wenn man anstatt von einer einfachen bilateralen, von einer multilateralen Tauschbeziehung ausgeht. Zusätzlich dauert es in der Regel lange bis ein entsprechender Tauschpartner gefunden ist. Durch den Einsatz von Geld wird die Transaktion in einen Kauf und einen Verkauf zerlegt, so dass die Tauschenden nicht mehr auf korrespondierende Tauschwünsche angewiesen sind. Somit wird das Problem der doppelten Koinzidenz gelöst und die Dauer einer Transaktion deutlich verkürzt. 'HPHQWVSUHFKHQG HUOHLFKWHUW *HOG LQ VHLQHU )XQNWLRQ DOV 7DXVFKPLWWHO DOVR ÄGHQ Austausch von Gütern zwischen dezentralisierten Wirtschaftseinheiten und ermöglicht damit Arbeitsteilung und Spezialisierung der Produktion, was zu einer Erhöhung der *WHUSURGXNWLRQIKUW³ 3 .
1 HICKS, J. (1979), S.1.
2 OBST, G./HINTNER, O. (2000), S.39.
3 OBST, G./HINTNER, O. (2000), S.38.
2
2.1.2 Wertaufbewahrungsfunktion
Geld in seiner Funktion als Wertaufbewahrungsmittel, stellt einen Vermögenswert dar, der zu jeder Zeit in eine andere beliebige Ware oder Dienstleistung eingetauscht werden kann. So kann Geld gehortet werden und zu einem späteren Zeitpunkt eingetauscht werden. Jedoch eignet sich nur stabiles Geld als Wertaufbewahrungsmittel, d.h. es darf keinen großen Wertschwankungen unterliegen. Eine sehr große Auf- oder Abwertung, bzw. eine hohe, permanente Volatilität einer Währung hätte zur Folge, dass Wirtschaftssubjekte dieser Währung kein Vertrauen mehr entgegenbringen und beispielsweise auf ausländische Währungen umsteigen, die stabiler erscheinen. Als Folge würde das instabile Geld seinen Funktionen nicht mehr nachkommen können.
2.1.3 Recheneinheitsfunktion
Die Funktion als Recheneinheit bewirkt, dass eine Bewertung von einzelnen Gütern durch einen gemeinsamen Wertmaßstab vorgenommen werden kann. Somit können Güter wertmäßig vergleichbar gemacht werden. Allerdings spielte auch hier die Stabilität des Geldes eine entscheidende Rolle, da ansonsten, wie oben dargestellt, das Vertrauen in die Währung verloren geht.
2.2 Erscheinungsformen des Geldes
2.2.1 Warengeld
Tauschmittel, welche durch ihren substanziellen Wert als Geld dienen werden als Warengeld bezeichnet. Zunächst kann das jeder Tauschgegenstand sein, wie z.B. Salz, Kühe, Mehl oder Holz. Eine weitere Stufe des Warengeldes sind Edelmetallmünzen, die ihren Wert durch die Art und den Gehalt des in ihnen enthaltenen Edelmetalls erhalten.
2.2.2 Bargeld
Unter Bargeld versteht man die umlaufenden Banknoten und Münzen. Sie sind gesetzliches Zahlungsmittel und i.d.R. besteht für sie ein Annahmezwang 4 , d.h. ÄMHGHU *OlXELJHU HLQHU Geldforderung muss sie in unbegrenztem Umfang als Erfüllung seiner Forderung DQQHKPHQ³ 5 . Bargeld wird von den Zentralbanken des jeweiligen Staates oder Währungsgebietes in Umlauf gesetzt.
4 Im Euro-Raum unterliegen auf Euro lautende Banknoten in unbegrenztem, und Münzen in beschränktem Umfang diesem Annahmezwang. Vgl. REISCHLE, J. (2007), S.20.
5 REISCHLE, J. (2007), S. 20.
3
2.2.2 Giralgeld
Ä*LUDOJHOG VLQG *HOEHWUlJH die auf Giro- oder Kontokorrentkonten zur Verfügung VWHKHQ³ 6 .Im Gegensatz zum Bargeld ist Giralgeld kein gesetzliches Zahlungsmittel, aber wird in der Praxis allgemein als solches akzeptiert. Es kann jederzeit gegen Bargeld eingetauscht werden.
2.3 Charakter des Geldes
Zwei fundamentale Theorien beschäftigen sich mit dem Wesen des Geldes, nämlich die metallistische und nominalistische Geldtheorie.
2.3.1 Metallistische Geldtheorie
Die metallistische Geldtheorie begründet den Wert des Geldes in seinem tatsächlichen substanziellen Sachwert, der durch den Edelmetallgehalt bestimmt wird. Diese Theorie war solange nachvollziehbar, solange die Münzen als Warengeld tatsächlich mit Gold, Silber oder anderen Edelmetallen versehen waren. Als das Papiergeld aufkam war die metallistische Geldtheorie noch insofern vertretbar, als die Banknoten aufgrund der Golddeckung jederzeit in Edelmetallmünzen eingetauscht werden konnten. Durch die Abschaffung der vollständigen Golddeckung wurde deutlich, dass der Wert des Geldes sich nicht ausschließlich durch seinen materiellen Wert ergibt, sondern auch andere Medien als Geldmittel fungieren können.
2.3.2 Nominalistische Geldtheorie
Im Gegensatz zur metallistischen Geldtheorie bemisst die nominalistische Geldtheorie den Wert des Geldes nach der allgemeinen Akzeptanz durch die Wirtschaftssubjekte. Der Wert ergibt sich hierbei nicht zwingendermaßen aus dem substanziellen Sachwert, und kann sogar beträchtlich von diesem abweichen. Die Akzeptanz eines solchen Zahlungsmittels liegt nach neueren Ansichten in den Funktionen als Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel begründet.
2.4 Währung
Eine Währung ist das geregelte Ä*HOGZHVHQHLQHV:lKUXQJVJHELHWHVGDVPHLVWHQVDXVHLQHP Staatsgebiet, manchmal auch aus einem Territorium zusammengeschlossener Staaten einer
6 GRILL, W./PERCZYNSKI, H. (2003), S.104.
4
:lKUXQJVXQLRQ EHVWHKHQ NDQQ³ 7 Im Laufe der Geschichte machten Währungen eine vielseitige Entwicklung durch, die vor allem unter dem Aspekt der Golddeckung betrachtet werden.
2.4.1 Gebundene Edelmetallwährungen
Bei gebundenen Edelmetallwährungen war der ursprüngliche Gedanke, dass sich der Zahlungswert der Münzen durch den Warenwert der in den Münzen enthaltenen Edelmetalle bestimmte. Silber und vor allem Gold waren die zwei prägnantesten Edelmetalle mit denen dLH0Q]HQ YHUVHKHQZDUHQ'LHVH $UWYRQ :lKUXQJZLUG Ä*ROGXPODXIVZlKUXQJ³JHQDQQW Mit der Zeit verbreiteten sich auch Scheidemünzen, Banknoten und Geldsurrogate, so dass die umlaufende Geldmenge nicht vollständig durch Gold gedeckt war. Dies stellte kein Problem dar, da nicht damit zu rechnen war, dass alle Geldmittel, die nicht aus Gold bestanden, zur selben Zeit in Goldmünzen getauscht würden. Über die Ausprägung der *ROGGHFNXQJ HQWVWDQGHQ GLH ]ZHL XQWHUVFKLHGOLFKHQ 7KHRULHQ GHV Ä&XUUHQF\-3ULQ]LSV³ XQG GHVÄ%DQNLQJ3ULQ]LSV³
1DFK GHP Ä&XUUHQF\-3ULQ]LS³ VROOWHQ DOOH XPODXIHQGHQ *HOGPLWWHO GXUFK *ROG gedeckt sein, um die Nachfrage künstlich zu verknappen, da man von einer unbegrenzten Nachfrage nach Geld durch die Wirtschaft ausging. Somit würde ein Zufluss oder Abfluss von Gold eine proportionale Veränderung der Geldmenge mit sich bringen. Lediglich eine durch Staatspapier in Umlauf gebrachte Geldmenge sollte von der Golddeckungspflicht befreit sein.
'DVÄ%DQNLQJ-3ULQ]LS³JLQJKLQJHJHQGDYRQDXVGDVVdie Nachfrage nach Geld nicht XQEHJUHQ]WVHLVRQGHUQGDGXUFKEHJUHQ]WVHLGDVVGLHÄ:LUWVFKDIWQXUVRYLHO*HOGQDFKIUDJW ZLH]XU)LQDQ]LHUXQJGHV:DUHQXPVDW]HVWDWVlFKOLFKEHQ|WLJW³ 8 werde. Darum sollte nur ein prozentualer Teil der Geldmittel durch Gold gedeckt sein, unterdessen der restliche Teil durch Handelswechsel gedeckt werden konnte. Deswegen hätte eine Veränderung der Goldmenge eine überproportionale Veränderung der Geldmenge zur Folge. 1DFKIROJHQG ZXUGH GLH Ä*ROGXPODXIVZlKUXQJ³ GXUFK GLH Ä*ROGEDUUHQZlKUXQJ³ abgelöst. Diese lieferte keine Goldmünzen, sondern garantierte nur noch die Umtauschbarkeit der Zahlungsmittel in Gold durch die Zentralbank. Im Weiteren entwickelten sich noch die Ä*ROGNHUQZlKUXQJ³ ZHOFKH QXU QRFK DXVOlQGLVFKHQ =HQWDOEDQNHQ GLH .RQYHUWLHUEDUNHLW LQ *ROGJDUDQWLHUWHXQGGLHÄ*ROGGHYLVHQZlKUXQJ³%HLGHUÄ*ROGGHYLVHQZlKUXQJ³KLHOWHQGLH
7 SCHAAL, P. (1992), S. 51.
8 SCHAAL, P. (1992), S.54.
5
Zentralbanken ihre Reserven nun nicht mehr ausschließlich in Gold vor, sondern auch in fremden Währungen, die die Einlösbarkeit in Gold gewährleisteten.
2.4.2 Manipulierte Währungen
Manipulierte Währungen entscheiden sich von den gebundenen Währungen maßgeblich dadurch, dass es keine Deckungsvorschriften für die umlaufenden Geldmittel gibt. Die jeweilige Zentralbank kann die Geldmenge also frei steuern. Erst mit diesem Mittel ist es möglich Geldpolitik zu betreiben und wirtschaftspolitische Ziele zu verfolgen. Dementsprechend stellt die Versorgung der Wirtschaft mit einer angemessenen, auf die jeweiligen Ziele ausgerichtete Höhe der Geldmenge, den Kern der Aufgaben der Zentralbanken dar.
3. Was sind Finanzmärkte
Unter dem Oberbegriff des Finanzmarktes wird jeder Markt definiert, an dem Angebot und Nachfrage nach Geld oder geldwerten Titeln zusammenkommen 9 . Die drei wichtigsten Finanzmärkte sind der Kapital-, Geld- und Devisenmarkt.
3.1 Kapitalmarkt
Auf dem Kapitalmarkt werden langfristige Kapitalanlagen gehandelt. Es werden also die Anbieter und Nachfrager von langfristigem Kapital zusammengeführt. Die Langfristigkeit des Kapitals bezieht sich dabei auf Laufzeiten, die i.d.R. länger als ein Jahr ist. Gehandelt werden Wertpapiere und Finanzderivate
Man kann den Kapitalmarkt in zweierlei Weise in unterschiedliche Arten unterteilen. Man kann man ihn nach Primär ± und Sekundärmarkt unterteilen, sowie nach dem Organisationsgrad 10 .
Auf dem sogenannten Primärmarkt findet die originäre Platzierung von
Kapitalmarkttiteln statt. Diese erstmalige Platzierung findet ausschließlich außerbörslich statt. Hingegen werden auf dem Sekundärmarkt Kapitalmarkttitel gehandelt, die im Vorwege schon emittiert wurden. Hierbei treten die Wertpapierbörsen in den Fokus. Wenn man versucht den Kapitalmarkt nach dem Organisationsgrad zu unterteilen, muss man die Wertpapierbörsen als die am höchsten organisierte Marktform nennen. Der
9 Vgl. LENENBACH (2002).
10 Vgl. SINGER, W. (02.12.2007, 18:07), S.37 ff.
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Philipp Jebens, 2008, Komplementärwährungen/Regionalgeld: Eine Antwort auf die Globalisierung?, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Veränderungsprozesse am Arbeitsmarkt und deren Krisen
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