Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkungen 3
1.1 Vorgehensweisen 4
2. Theoretische Vorüberlegungen. 5
3. Technik Oberes Zuspiel. 7
3.1 Korrekturübungen Oberes Zuspiel 9
4. Kondition 13
4.1 Übungsvorschläge 14
5. Psyche. 16
5.1 Vorüberlegungen. 16
5.2 Spezialisierung 16
5.3 Psychische Leistungsfaktoren 17
5.4 Auswahlkriterium „Taktik" 20
6. Taktik. 21
7. Praxisteil 23
7.1 Methodische Vorüberlegungen 23
7.2 Übungsformen. 23
Literatur. 36
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1. Vorbemerkungen
Spielentscheidende Bedeutung im Volleyball wird der Position des Zuspielers zugemessen. Egal, auf welchem Leistungsniveau ist er als Schaltstelle und Spielgestalter beim Spielaufbau aus der Ballannahme/Abwehr für (fast) jeden Spielzug verantwortlich. Leistungsbestimmende Faktoren sind für den Zuspieler nach EICHINGER/ GASSE/NIEMCZYK/ZIEGLER (1989, S. 9) − „die Technik, − die Taktik, − die Kondition und − die Psyche."
Jedem dieser Teilkomponenten ist im langfristigen Trainingsaufbau gleichermaßen Beachtung zu schenken. An Beispielen soll dies noch deutlicher werden:
− ein Zuspieler muß bei jeder Passvariante über den gleichen neutralen Treffpunkt des Balls vorn über der Stirn verfügen, ansonsten verrät er z.B. beim Kopfpass durch einen weiter nach hinten verlagerten Treffpunkt die Zuspielrichtung (s. Technik),
− ein Zuspieler sollte stressfest und willensstark sein, wird er allerdings beim Spielstand von 13:13 zum „Hasenfuß“, so sind durchaus Fehler bei der Talentsuche in Bezug auf innere psychische Faktoren nachzuweisen (s. Psyche).
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Frage nach der Ausbildung eines Zuspielers nicht mit Übungssammlungen beginnt, sondern Fragen aufwirft, die die o.g. Teilkomponenten betreffen:
− welche technischen Anforderungen sind aus dem Spiel an meinen Zuspieler abzuleiten bzw. was muss er daraus resultierend leisten können?
− in welches angemessene taktische Zuspielkonzept binde ich ihn in Bezug auf meine Mannschaft ein?
− welche konditionellen und koordinativen Fähigkeiten sind besonders auszubilden? − welche Entscheidungshilfen habe ich, einen talentierten Jugendlichen als Zuspieler zu spezialisieren?
− wie erkenne ich ein Zuspieltalent und welche Testverfahren gibt es?
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Dieser Fragenkatalog ließe sich beliebig erweitern und präzisieren. Er zeigt aber auch, dass ein spezielles Ausbildungskonzept für Zuspieler - beginnend vom Kinder- und Jugendtraining bis zum Höchstleistungsalter - zukünftig notwendig sein wird, um Zuspieltalente an das Niveau heranzuführen.
Allein auch diese Arbeit kann in dieser Richtung nur Akzente aufgrund des selbst gesteckten Rahmens setzen.
1.1 Vorgehensweisen
Bei der Konzeption von Trainingsplänen und -methoden orientiert sich Ballgebundenes Training immer mehr an der Spielstruktur des Volleyballspiels. Mit anderen Worten heißt das:
Die Gestaltung des Trainings- und Wettkampfes orientiert sich an den Strukturen des Spiels und deren Erfordernissen und nicht umgekehrt.
Auf die Frage hin, was ein guter Annahmespieler können müsse: "Den Ball mit den Augen fixieren!". Betrachtet man beispielsweise den Flatteraufschlag weit hinter der Grundlinie mit all seinen Bewegungen nach rechts und links und der unangenehmen Eigenschaft, plötzlich zu fallen, dann muss man dem aus der Analyse der Spielstruktur zustimmen. Die Frage lautet nun, wie man solch eine Eigenschaft eines Spielers feststellen kann? So wurde bei den Amerikanern ein Spieler auf ein Trampolin gestellt, der nun seinerseits nicht nur ständig springen, sondern Zahlen auf Bällen erkennen und rufen musste, die vor ihm mit wechselnden Zahlen aus einem Sichtschutz geworfen wurden.
Fazit: Die Analyse der Spielstruktur lässt uns möglicherweise Details erkennen, die für den Zuspieler leistungsbestimmend sind.
Für das Zuspielertraining bedeutet dies, zunächst danach zu fragen, welche technischen Anforderungen lassen sich aus der Analyse der Spielsituationen, mit denen er möglicherweise konfrontiert wird, ableiten. Danach betrachtet man die erwähnten Komponenten Technik, Kondition, Psyche und Taktik, ehe man sich Übungen und deren Begründungen widmet.
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2. Theoretische Vorüberlegungen
Übergeordnete Zielsetzung:
Der Zuspieler soll das Spiel situationsangemessen gestalten.
Diese Aussage bedingt, dass der Zuspieler in der Lage sein muss, Spielsituationen zu analysieren, um entsprechend daraus zu reagieren.
Reduziert auf das eigentliche Spiel bedarf diese Feststellung der Erläuterung. Die Analyse von kommenden Spielsituationen (technisch-taktisch) vor dem Spiel kann durch Videoaufzeichnungen oder aufgrund von einer vom Trainer oder einer anderen Personen durchgeführten Spielbeobachtung als taktische Vorbereitung erfolgen. Dies betrifft insbesondere auch die Analyse von externen, unbeeinflussbaren Faktoren wie Hallenhöhe, Licht- und Bodenbeschaffenheit sowie die psychische und physische Verfassung des Gegners und der eigenen Mitspieler (z.B. Angriffsleistungen). Die Analyse von Spielsituationen unter Zeitdruck wahrend des Spiels bedeutet das Erfassen aller möglichen internen und externen Einflussgrößen, die des Gegners und der eigenen Mannschaft betreffend. Dies erfolgt je nach Ausbildungsgrad des Zuspielers
− vor Beginn der Spielsituation (z.B. wo steht der kleinste/schlechteste Blockspieler des Gegners oder wechselt er?),
− während der Spielsituation (z.B. Qualität der Ballannahme, Beobachtung des Blocks usw.), − nach der Spielsituation (z.B. Effektivität der eigenen Angreifer, Blockgewohnheiten des Gegners usw.).
Wenn man jedoch den taktischen Aspekt des Einsatzes der Angreifer zunächst noch außer acht lässt, dann drängt sich die Frage auf, mit welchen Spielsituationen aus der Ballannahme und der Abwehr wird ein Zuspieler eigentlich konfrontiert und mit welcher Technik diese zu bewältigen sind.
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Mit den beschriebenen Situationen wird ein Zuspieler je nach Spielklasse prozentual unterschiedlich konfrontiert, wobei wir der Übersicht halber auf die Beschreibung von Situationen verzichtet haben, die weitere individualtaktische Entscheidungen fordern, wie:
− abwehren oder zum Zuspiel ans Netz laufen und
− blocken und zuspielen.
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Weiterhin gehört zu den technischen Anforderungen ebenfalls eine koordinierte Bewegung zum Ball (siehe Punkt 4)
Die aus der Analyse der Spielsituationen resultierenden Techniken (z.B. Zuspiel im Sprung oder Angriff/Legen) dem Zuspieler neben den Korrekturaktionen (einhändiges Zuspiel, Bagger, seitliches Zuspiel usw.) ein individualtaktisches Handlungsrepertoire zur Verfügung stellen, das ihn beispielsweise als Vorderspieler nicht zur "Paßmaschine" degradiert, sondern zur Bedrohung für den Block werden lässt. So sollten Angriff mit kurzem Stemmschritt aus verschiedenen Winkeln sowie Legen des Balls mit rechts und links bereits im Kinder- und Jugendtraining vorbereitet und eingeführt werden. Im folgenden sollte aufgrund des begrenzten Rahmens nicht weiter auf das Training der genannten Korrekturaktionen eingegangen werdem. Vielmehr soll das eigentliche "Handwerkszeug" des Zuspielers, die Technik des Oberen Zuspiels.
3. Technik Oberes Zuspiel
Bei der vorzustellenden Zuspieltechnik ist es zunächst unerheblich, wie exzellente Zuspieler den Ball zum Angreifer
− korrigieren,
− die Paßgeschwindigkeit variieren, − verdeckt mit dem Rücken zum Netz zuspielen,
− zentimetergenau einen Aufsteiger bei Ballannahme an der 3-Meterlinie von dort zelebrieren,
− einen Sprung zum Ball ausführen und vor der Ballberührung die Hände so zurückziehen, dass der Ball mit dem Zuspieler fällt und schließlich "vertimt" zugespielt wird.
Solche individualtaktischen Manöver sind die Erweiterung der Basistechnik, die es zwar überall in Variationen nachzulesen gibt, die aber hier beschränkt auf die Arm- und Fingerhaltung - nochmals kurz begründet dargestellt wird.
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Arbeit zitieren:
Andy Schneider, 2008, Zuspielertraining im Volleyball, München, GRIN Verlag GmbH
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