Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Was sind Werte und Normen 4
3 Rahmenbedingungen für das Fach Werte und Normen 4
3.1 Gesetzliche Grundlagen 5
3.2 Zur Situation des Werte und Normenunterrichts 6
3.3 Zur Situation der Schülerinnen und Schüler 7
4 Konzeption des Unterrichtsfaches Werte und Normen 8
4.1 Bezugswissenschaften 8
4.1.1 Philosophie 8
4.1.2 Religionswissenschaft 9
4.1.3 Gesellschaftswissenschaften 9
4.2 Aufgaben 10
4.3 Ziele 11
4.4 Leitprobleme 12
4.5 Themenbereiche 13
4.6 Prinzipien der Unterrichtsgestaltung 14
5 Schlusswort 15
6 Literaturverzeichnis 17
2
1 Einleitung
Bildung und Erziehung in der Schule dienen einer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung. Die jungen Menschen sollen dazu befähigt werden, ihre eigene Lebenswelt zu gestalten und ihre Rechte und Pflichten in der Gesellschaft und Staat in freier Verantwortung wahrzunehmen. Dieser Auftrag der Schule ist festgelegt im Grundgesetz. Um diesen Bildungsauftrag zu erfüllen, muss die Schule über die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten hinaus auch die Auseinandersetzung mit den Grundfragen der menschlichen Existenz und des sittlichen Verhaltens ermöglichen und so eine Gesamtorientierung vermitteln. Der Religionsunterricht hat nach Auffassung der Kirche eine umfassende Aufgabe für die Verwirklichung des erzieherischen Auftrages der Schule, die in dieser Weise von keinem anderen Schulfach wahrgenommen werden könne. Indem er die Fragen und Probleme der Menschen und der Welt in Offenheit für das Zeugnis der Schrift und den Glauben der Kirche zu klären sucht, leiste er einen entscheidenden Beitrag dazu, dass die Schüler ihr eigenes Leben und ihr Aufgabe in der Gemeinschaft der Menschen verstehen und anzunehmen lernen. 1 Für alle die aber, die den Kirchen nicht angehören oder sich vom Religionsunterricht abgemeldet haben, erscheint es richtig und notwenig, ihnen einen Unterricht zu geben der der Erziehung der Schüler zu verantwortungs- und wertbewussten Verhalten dient. „Angesichts eines möglichen Auseinander-fallens in gegenseitig sich abschottende Religionsgemeinschaften bedarf es eines allgemeinen und insoweit einheitlichen und verpflichtenden Nachdenkens über Werte, was die gleichberechtigte Vielfalt der Kulturen und Religionen überhaupt erst ermöglicht.“ 2 Deswegen ist die rationale Begründung von Werten notwendig. Von Schülern muslimischen Glaubens z.B. kann nicht erwartet werden, dass sie akzeptieren, dass die Grundlagen der Ethik innerhalb des christlichen Religionsunterrichts vermittelt werden. Ziel meiner Arbeit ist es aufzuzeigen, dass das Unterrichtsfach Werte und Normen mehr als nur ein „Ersatzfach“ ist, indem ich die aktuelle Situation an der Schule erkläre und auf die Konzeption des Faches genauer eingehe.
1 „Der Religionsunterricht in der Schule“. Ein Beschluss der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der
Bundesrepublik Deutschland, 1974
2 http://www.uni-oldenburg.de/philosophie/5605.html, 22.09.2007
3
2 Was sind Werte und Normen?
Normen sind Wegweiser, Regeln, Gebote, Verbote, Gesetze, Absprachen, Vorschriften, die dem Menschen für das Zusammenleben mit anderen eine Orientierung geben und festlegen, was er machen soll und was nicht. Sie sind für das friedliche Zusammenleben in einer sozialen Gemeinschaft unverzichtbar. Sie sichern das Zusammenleben. Ethische Gebote und Verbote, Pflichten und Vorschriften gab es und gibt es in allen Religionen und Kulturen der Erde. Sie richten das Verhalten der Menschen aus und schreiben Verhaltensweisen vor. Sie machen das Verhalten der Individuen auch für andere vorherseh- und berechenbar. Konfliktverursachende Faktoren lassen sich durch die Festlegung von Vereinbarungen beseitigen. Klare Absprachen und Regeln geben dem Menschen Sicherheit und helfen ihm, sich im Leben zurechtzufinden.
Soziale Werte sind zu verstehen als soziale Objekte, die aufgrund ihrer sachlichen Beschaffenheit für den Fortbestand einer sozialen Gemeinschaft positiv bedeutsam sind. Die Mehrzahl des Wortes Wert, hat im allgemeinen Sprachgebrauch eine spezielle Bedeutung: Man versteht darunter vor allem die Grundsätze, nach denen eine Gesellschaft oder eine Gruppe von Menschen ihr Zusammenleben richtet oder richten will (Ethik). Der Begriff drückt hier auch aus, dass die entsprechenden Vorstellungen und Ideen vom Zusammenleben als richtig, und daher wertvoll angesehen werden. Wir unterscheiden dabei in der Wertverständnisse: Erstens um Werte als unabhängig, absolut gültige Wesenheiten (Wertphilosophie), zweitens um Werte als Handlungsorientierungen (Soziologie und Sozialphilosophie) und drittens um Werte in ihrem Verhältnis zum christlichen Glauben (Theologie).
„Normen sind Regulative menschlichen Deutens, Ordnens und Gestalten, die sich mit einem Verbindlichkeitsanspruch darstellen, der die Chance hat, Anerkennung, Zustimmung und Gehorsam zu finden.“ 3 Jede soziale Norm dient als Schutzhülle für einen oder sogar mehrere Werte. Normativ ist z.B.: Du sollst nicht morden. Das ist eine uralte Norm. Der darin enthaltene Wert ist der Wert des Lebens.
3 Rahmenbedingungen für das Fach Werte und Normen
3 Pohlmann 1982, S.19
4
3.1 Gesetzliche Grundlagen
1970 wurde auf der Grundlage des abgeschlossenen Staatsvertrages zwischen dem Land Niedersachsen und der Freireligiösen Landesgemeinschaft neben dem konfessionellen Religionsunterricht erstmalig ein religionskundlicher Unterricht eingerichtet. An den allgemeinbildenden Schulen Niedersachsens wurde vier Jahre später für Schülerinnen und Schüler, die weder am Religionsunterricht noch am religionskundlichen Unterricht teilnahmen, das Unterrichtsfach Werte und Normen eingeführt.
§ 128 Unterricht Werte und Normen 4
(1) „Wer nicht am Religionsunterricht teilnimmt, ist stattdessen zur Teilnahme am Unterricht Werte und Normen verpflichtet, wenn die Schule diesen Unterricht eingerichtet hat. Für diejenigen, für die Religionsunterricht ihrer Religionsgemeinschaft als ordentliches Lehrfach eingeführt ist, entsteht die Verpflichtung nach Satz 1 erst nach Ablauf eines Schuljahres, in dem Religionsunterricht nicht erteilt worden ist. Die Schule hat den Unterricht Werte und Normen als ordentliches Lehrfach vom 5. Schuljahrgang an einzurichten, wenn mindestens zwölf Schülerinnen oder Schüler zur Teilnahme verpflichtet sind.“
(2) „Im Fach Werte und Normen sind religionskundliche Kenntnisse, das Verständnis für die in der Gesellschaft wirksamen Wertvorstellungen und Normen und der Zugang zu philosophischen, weltanschaulichen und religiösen Fragen zu vermitteln.“
§ 190 Werte und Normen
(1) „Das Fach Werte und Normen (§ 128) ist als Prüfungsfach in der gymnasialen Oberstufe, im Fachgymnasium, im Abendgymnasium und im Kolleg einzurichten, sobald hierfür die erforderlichen Unterrichtsangebote entwickelt sind und geeignete Lehrkräfte zur Verfügung stehen“.
4 Niedersächsisches Schulgesetz (NSchG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 27. September 1993
(Nieders. GVBl. S. 383), zuletzt geändert durch Artikel I des Gesetzes vom 20. 05. 1996 (Nieders. GVBl. S.
232) und 2003.
5
Quote paper:
Martina Langen, 2006, Das Unterrichtsfach Werte und Normen, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Kaiser und Papst im Konflikt. Zur Vorgeschichte des Investiturstreites
History Europe - Other Countries - Middle Ages, Early Modern Age
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Die Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland und die Beziehung d...
Examination Thesis, 151 Pages
Rollenspiele im Englischunterricht
Der Einsatz von Rollenspielen ...
English - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Examination Thesis, 34 Pages
Martina Langen's text Das Unterrichtsfach Werte und Normen is now available as a printed book
Martina Langen has published the text Das Unterrichtsfach Werte und Normen
Martina Langen has uploaded a new text
Abenteuer Mensch sein 2. Ethik/LER, Werte und Normen
Arbeitsheft
Adalbert Wegmann, Cornelia Heimbrock
Abenteuer Mensch sein. Ethik/LER Werte und Normen 5./6. Östliche Bunde...
Roland Wolfgang Henke, Eva-Maria Sewing
Abenteuer Mensch sein Ethik/LER Werte und Normen 5./6. Westliche Bund...
Roland Wolfgang Henke, Eva-Maria Sewing
0 comments