Inhaltsverzeichnis
Kapitel I Einleitung 1
Kapitel II Methoden und Vorstellung der Systematiken 2
II 1 Methodische Grundfragen 2
II 2 Einführung in die Systematiken 3
Kapitel III - Anwendung von Riggenbachs Systematik 4
III 0 Systematik 1 : Riggenbach - Lead Sheet und Maske 4
III 1 Riggenbach - Formstruktur 4
III 2 Riggenbach - Melodiestruktur 5
III 3 Riggenbach - Harmoniestruktur 7
III 4 Riggenbach - Rhytmusstruktur 8
III 5 Riggenbach - Klangstruktur 9
III 6 Riggenbach - Dynamikstruktur 10
III 7 Riggenbach - Textstruktur 11
III 8 Riggenbach - Symbolstruktur 11
Kapitel IV - Anwendung von Pfleiderers Systematik 11
IV 1 Pfleiderer - Textur Gesamtklangbild 11
IV 2 Pfleiderer Klangfarbe Artikulation 12
IV 3 Pfleiderer - Rhytmische Gestaltungsmittel 13
IV 4 Pfleiderer - Melodische Gestaltungsmittel 13
IV 5 Pfleiderer - Harmonische Gestaltungsmittel 14
IV 6 Pfleiderer - Form 14
IV 7 Pfleiderer - Semantische Fenster 15
Kapitel V - Weitergehende Analyse 16
V 1 Spannungserzeugung und -verläufe des Stücks 16
V 2 Der Flow 17
V 3 Die Realwelt 18
V 4 Die Traumwelt 18
V 5 Ein Reisender zwischen den Welten 19
V 6 Hana 19
Kapitel VI - Abschließender Vergleich beider Systematiken 20
VI 1 Vergleich Formstruktur (III 1) Dynamikstruktur(III 6) mit Textur
Gesamtklangbild (IV 1) 20
VI 2 Vergleich Klangstruktur (III 5) mit Klangfarbe Artikulation (IV 2) 21
VI 3 Vergleich Rhytmusstruktur (III 4) mit Rhythm Gest mittel (IV 3) 22
VI 4 Vergleich Melodiestruktur (III 2) mit Melod Gest mittel (IV 4) 23
VI 5 Vergleich Harmoniestruktur (III 3) mit Harmon Gest mittel (IV 5) 24
VI 6 Vergleich Formstruktur (III 1) mit Form (IV 6) 24
VI 7 Vergleich Textstruktur (III 7) Symbolstruktur (III 8) mit
Semant Fenster(IV 7) 25
VI 8 Zusammenfassung des Vergleichs 25
Anhang NA NA
Quellenverzeichnis NA
Anhang A Lead Sheet
Anhang B Notation der Rhytmuselemente
2 NA
I. kaPITEL
Aus der Beschäftigung mit der grossen Vielfalt verschiedener Musikstile und –genres der populären Musik ist ein zwar weniger umfangreicher, aber dafür ebenso vielfältiger Strauß von Methoden und Versuchen entstanden, populäre Musik zu analysieren. Die Hürden, die sich dabei auftun, und die manchmal auch einfach umgerannt werden 1 , drehen sich immer wieder um die Frage des Instrumentariums der Analyse, der Methodik, des „Wie“ und des „Wie nicht“.
Immer häufiger geht es darum, den Weg nicht nur vorzuzeichnen und durch methodische Erläuterungen zu ebnen oder Richtungen zu weisen, sondern ihn mittels der Ausführung der dahinter stehenden Theorien konkret zu beschreiten, kurzum : Musik mit Modellen zu Analysieren. Dabei erfährt der populärmusikalische Horizont mit Anwendung der Modelle als Test auf Funktionsfähigkeit eine Erweiterung. Die vorliegende Arbeit stellt dabei keine Ausnahme dar : Mithilfe zweier Systematiken zur Erfassung musikalischer Parameter wird das Musikstück „Hana“ von Thomas Fehlmann [14] einer Analyse unterzogen. Im Ergebnis soll ein direkter Vergleich der Systematiken die Eignung als analytisches Werkzeug an diesem speziellen Fall elektronischer Musik aufzeigen.
Eine methodische Einführung und eine überblickende Vorstellung der benutzten Systematiken folgt in Kapitel II, deren Anwendung in Kapitel III und IV. Bevor dann im Kapitel VI abschließend die Ergebnisse miteinander verglichen werden, setzt Kapitel V die ergänzende musikalische Analyse aufgrund beider Systematiken fort.
Im Anhang befinden sich Notationen der Melodie- und Rhytmuselemente. Quellenangaben im Text stehen in eckigen Klammern, die erste Ziffer bezeichnet die Quelle, die zweite die Seitennummer. Das Quellenverzeichnis am Ende ist nach Nummern sortiert.
1 Vgl. [7]
II. kaPITEL
Methoden und Vorstellung der Systematiken
II.1. Methodische Grundfragen
Ebenso wie Modelle der traditionellen Musikwissenschaft nicht unbesehen übernommen werden können, so verlangt eine korrekte Analyse auch innerhalb der populären Musik eine Ausrichtung anhand des Materials selbst. Musikanalytische Werkzeuge und Konzepte, die sich in einer Richtung der populären Musik bewähren, können in der Übertragung zu Fehldeutungen führen. Entschlüsselungen der Klangbedeutungen und -entsprechungen kann die Analyse somit nur leisten, wenn ihr Instrumentarium soweit verfeinert ist, daß es die Bezugssysteme aufzudecken vermag, die hinter dem Klang stecken, die den Klang in Beziehung zu verschiedensten Wirksystemen setzen kann.
Zu diesen Mitteln eines selbstentworfenem Instrumentariums zählt als Grundlage eine Systematik der Gestaltungsmittel der Musik, die das klangliche Gerüst an seinen bedeutungskonstituierenden Punkten für die Analyse begreifbar macht. Zwei solche Systematiken werde ich in dieser Arbeit vergleichend nebeneinander stellen und auf ihrer Grundlage die Analyse durchführen. Der oben benannten Gefahr, falsche Schlüsse aus dem Material zu ziehen, die eine Übertragung „fremder“ Modelle mit sich bringt, möchte ich einerseits mit dem Konzept dieser Arbeit begegnen, in dem ich die zwei Modelle dahingehend vergleiche, welche musikalischen Strukturen und Ereignisse in welcher funktionsweisenden Form aufgedeckt werden. Andererseits habe ich bei der Wahl der Systematiken auf Eigenschaften Wert gelegt, die eine Balance zwischen Detailpräzisität und Offenheit gegenüber populären Musikformen mit sich bringen.
, noch durch eine Beliebigkeit Bedeutungen herauslesen zu wollen, wo keine existieren.
.
z.B. Riggenbachs Anwendung der Systematik bei [8, S.361]
II.2. Einführung in die Systematiken
Es handelt sich hierbei um 1. Martin Pfleiderers „Versuch einer Systematik“ der Gestaltungs- mittel populärer Musik [2], eine bescheidene, aber den Wirrungen der Popularmusik durchaus entgegenkommende Betitelung, und 2. eine methodische Systematik von Paul Riggenbach[8], die in eine umfangreiche soziologisch-empirische Untersuchung über die Funktionen von Musik eingebettet ist.
. Unterschiede zwischen den Systematiken zeigen sich in der Nutzung und Konzentration auf verschiedene Begriffe, die möglicherweise zu anderen Interpretationsgewichtungen führen. Es gibt unterschiedliche Hierarchien und Aufteilungen der Untersuchungsabschnitte und auch eine unterschiedliche Gewichtung bestimmter Strukturteile.
.
. Er findet die 8 Strukturen Melodie, Harmonie, Rhythmus, Dynamik, Klang, Form, Text und Symbole.
Martin Pfleiderer befaßt sich in seinem Aufsatz ausschließlich mit der Vorstellung einer musikanalytischen Systematik. Es sind folgende Hauptkategorien genannt :
Meine Analyse bezieht sich auf die Rezeptionsperspektive. Der Einbezug weiterer Perspektiven würde den wahrscheinlich schon überdehnten Rahmen endgültig sprengen.
[8,S.374]
[8,S.362]
Vgl. [8, S.343f]
Rhytmische, Melodische und Harmonische Gestaltungsmittel, Textur/Gesamtklangbild, Klangfarbe/Artikulation, Form und Semantische Fenster. In ihrer Einzelbeschreibung werden viele Unterkategorien genannt und Ansätze zur Klangbestimmung aufgezeigt.
III. kaPITEL
Anwendung von Riggenbachs Systematik
III.0 Systematik 1 : Riggenbach – Lead Sheet und Maske :
, wegen ihrer Präsenz im Stück, und ihrer Funktion als melodiebildendes Instrument. Der Lead Sheet befindet sich im Anhang A.
dient mithilfe des Lead Sheets im weiteren Verlauf als Grundlage zur Erfassung musikalischer Merkmale.
Titel : Hana
Der Teil D nimmt als Schlussteil eine Sonderstellung ein.
Neben dem Dubsynth 13 als formteilunabhängiges Instrument gibt es zwei weitere (Flöte und
Pad), die das Formschema immer wieder unterlaufen.
Pad und Flöte haben einleitende bzw. herausführende (Takt 41 bis 60,Takt 73 und 101) oder
spannungssteigernde (Takt 33,41) Funktion und werden deshalb nicht als abschnittstrennend
angesehen.
Formteil Länge in Tkt. Untergliederung Bemerkung
Bemerkung :
Ich vermeide die Begriffe Refrain / Strophe, da kein Text besteht, der diese Zuordnung
untermauern könnte. Dazu kommt, daß der Song-Ansatz als kompositorisches Prinzip in
dieser Stilrichtung wenig gebräuchlich ist.
Zur zusätzlichen Veranschaulichung liegt im Anhang B eine grafische Formteilübersicht vor,
die nicht zu den bei Riggenbach zu erfassenden Parametern zählt.
Zusammenfassung : A BAC BAC BA D
Die Melodie verläuft im A-Teil durch Bildung eines Kleinsekundintervalls chromatisch, im B-Teil diatonisch. Im C-Teil werden durch die Sequenzierung bzw. Modulation kurzzeitig weitere Tonarten angenommen.
Intervalle : Oktavwechselungen, kleine und große Sekunden. Größtes Intervall : Oktave
Teil B : aufwärts : 4 abwärts : 3 Summe : 7 Tonumfang : Oktave. Tiefster Ton : Cis, höchster Ton : cis
Themen, Motive : Die Melodie ist streng periodisch gegliedert und geht, da der Bass die präsenteste Haupstimme darstellt, mit der Formstruktur einher. Teil A ist 2-taktig periodisch. Der Bass beginnt mit einer langen Note auf dem Cis, geht mit einer kleinen Sekunde zum D, wo 16tel-Noten und eine Triole das Tempo erhöhen, um danach wieder auf dem Cis mit einer langen Note und Pausierung zu landen. Teil B ist 2-taktig periodisch und spielt einen oktavierenden Wechselbass (außer Takt 9-12). In der Melodie findet durch abwechselnd lange und aufeinanderfolgende kurze Noten ein stetiger Wechsel von Bewegung und Ruhe statt. Ruhepole sind dabei immer die Taktanfänge.
Die Periode des Basses in Teil B (Variation 1) beginnt tonal im 1. Takt auf dem tiefen Cis, im 2. Takt auf dem hohen cis usw. bzw. in Variation 2 (nur Takt 9-12) dann vom hohen cis
herunterlaufend.
Teil C besteht aus einem 4 mal gespielten eintaktigem Motiv mit absteigendem Tonverlauf 14 als Übergang zwischen Teil B und Teil A.
Die Motive der Teile A und B sind jeweils 2taktig und in dieser Form auch schon periodisch loopfähig. Zwei Motive bilden ein Satzglied, denn die einmalige einleitende Variation (Bass Teil B Var. 2) in Takt 9-12 deutet eine solche Einteilung an.
Intonation : Keine Besonderheiten
Riffs: Zwar ist die Figur des Dubsynth eher rhytmisch als melodisch einzuordnen, er bildet aber mit dem sich aus seinem Delay ergebenden rhytmischen Muster einen Konstrast zum Bass(z.B. in Takt 18), was für Riggenbach ein „Aufnahmekriterium“ in diese Kategorie darstellt
15
. Der Dubsynth umspielt die Ruhenoten bzw. -pausen des Bass. Auch wird dieser Klang häufig wiederholt (zw. Takt 17 und 42), andererseits wiederum nur mit leicht
14 Siehe auch III.3. (Harmoniestruktur)
15 Vgl. [8,S.382]
Quote paper:
Sebastian Roos, 2005, Analyse elektronischer Musik - 'Hana' von Thomas Fehlmann, Munich, GRIN Publishing GmbH
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