I
Inhaltsverzeichnis Seite
Abbildungsverzeichnis. IV
Tabellenverzeichnis. V
Abk ürzungsverzeichnis. VI
1 Einleitung. 1
1.1 Problemstellung. 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit. 1
1.3 Aufbau der Arbeit. 2
2 Begriffliche und thematische Grundlagen. 3
2.1 Dienstleistung. 3
2.2 Veranstaltung. 5
2.3 Marke. 7
2.4 Markenveranstaltung. 9
2.5 Marketing. 10
2.5.1 Veranstaltungsmarketing. 10
2.5.2 Online-Marketing. 11
2.6 Web-Event. 11
3 Entwicklungen auf dem Veranstaltungsmarkt. 14
3.1 Aspekte des Veranstaltungsmarktes. 14
3.2 Notwendigkeit zur Effizienzsteigerung bei der Führung von
17
Markenveranstaltungen
II
Inhaltsverzeichnis Seite
4 Web-Events. 19
4.1 Kommunikationspolitik für Markenveranstaltungen. 19
4.1.1 Ziele veranstaltungsspezifischer
Kommunikationspolitik. 19
4.1.2 Besonderheiten der Markenkommunikation. 20
4.1.3 Phasen der Veranstaltungskommunikation. 23
4.1.4 Kommunikationsinstrumente für
Markenveranstaltungen. 28
4.1.5 Bedeutung des Internets für
die Markenkommunikation. 33
4.2 Repräsentative Studie zur Veranschaulichung
35
der Relevanz der Web-Events.
4.3 Rahmenbedingungen für Web-Events. 39
4.3.1 Akzeptanz durch die Zielgruppe. 39
4.3.2 Gestaltung der Homepage. 40
4.3.3 Softwareausstattung der Veranstalter und Nutzer 43
4.3.4 Erreichung entsprechender Bekanntheit. 45
4.4 Klassifizierung von Web-Events. 46
4.4.1 Veranstaltungsphasenabhängige Einteilung. 47
4.4.2 Marketingfunktionsabhängige Einteilung. 53
4.4.3 Web-Event Kombinationen. 58
4.5 Effizienzmessung als Prämisse der Erfolgssteigerung durch
Web -Events. 60
4.5.1 Effizienzkriterien der Werbung 60
III
Inhaltsverzeichnis Seite
4.5.2 Werbeeffizienzkontrolle im Internet. 63
4.5.3 Vorteile und Probleme der Erfolgsmessung
im Internet. 68
5 Beurteilung der Web-Events zur Effizienzsteigerung bei
der Führung von Markenveranstaltungen. 71
6 Schlussbetrachtung. 75
Literaturverzeichnis VII
IV
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Konstitutive Merkmale von Dienstleistungen. 5
Abb. 2 Konstitutive Merkmale von Veranstaltungen. 7
Abb. 3 Konstitutive Merkmale von Web-Events. 12
Abb. 4 Aspekte des Veranstaltungsmarktes. 15
Phasen der Kommunikationspolitik bei
Abb. 5
Veranstaltungen.
24
47
Abb. 6 Einteilung der Web-Events.
63
Abb. 7 Werbeeffizienzkontrolle im Internet.
66
Abb 8 Ergebnisorientierte Messung
Abkürzungsverzeichnis Abb. Abbildung
AG Aktiengesellschaft
bzw. beziehungsweise
CAD Computer Aided Design
.com comercial
CTR Click Through Rate
.de Deutschland
d.h. das heißt
DSL Digital Subscriber Line
etc. et ’cetera
engl. englisch
f. folgende
ff. fort folgende
FAQ Frequently Asked Questions
GIF Graphics Interchange Format
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Hrsg. Herausgeber
IRC Internet Relay Chat
IT Informationstechnologie
Abkürzungsverzeichnis Kap. Kapitel
LKW Lastkraftwagen
M-JPEG Motion Picture Expert Group
Mio. Milionen
PC Personal Computer
PDA Personal Digital Assistant
PDF Portable Document Format
PIMS product impact of market strategies
S. Seite
Sp. Spalte
TV Television
URL Uniform Ressource Locator
usw. und so weiter
Vgl. Vergleiche
VRML Virtual Reality Modelling Language
www World wide web
z.B. zum Beispiel
ZDF Zweites Deutsches Fernsehn
3D dreidimensional
Einleitung 1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Veranstaltungsunternehmen befinden sich in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld in dem das Leistungsangebot geprägt ist von hoher Austauschbarkeit zum einen und einer starken Informationsüberlastung zum anderen. Darüber hinaus fordern sich ständig wandelnde gesellschaftliche Rahmenbedingungen den Veranstaltern ein immer höheres Maß an Flexibilität und Kreativität ab. Mit dem Ziel im Gedächtnis des Konsumenten ein dauerhaftes aber auch dynamisches Markenschema zu verankern, stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, sich neue Marketinginstrumente für den Veranstaltungsmarkt zu nutze zu machen. Dabei werden auch bereits bekannte Werbemedien wiederentdeckt, wie z.B. das Internet. Trotz der Krise der vergangenen drei Jahre wird Onlinewerbeträgern für 2004 sogar ein Wachstumspotential von 11% zugesprochen (Engeser 2003, S. 50 ff.). Eines dieser innovativen Marketinginstrumente, welches sich auch gleichzeitig das Potential des Internets zu nutze macht, ist das Web-Event. Unterstellt man, dass es Ziel der Veranstaltungsunternehmen ist, im Wettbewerb wahrgenommen zu werden und sich durch ihre Marke für den Konsumenten spürbar von den Mitbewerbern abzugrenzen, dann stellt sich die Frage, inwiefern Web-Events dazu geeignet sind, für die Veranstalter die Effizienz bei der Führung von Veranstaltungsmarken langfristig zu steigern. Die Effizienzsteigerung bezieht sich dabei auf eine wirkungsvollere Ausgestaltung der eingesetzten Leistungserstellungsverfahren bei gegebener Ressourcenausstattung und Technologie (Gabler 1988, Sp. 1349).
1.2 Zielsetzung der Arbeit
Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Bedeutung des Web-Events für die moderne Werbewirtschaft herauszustellen und die besondere Stellung dieses Marketinginstrumentes im Rahmen des Veranstaltungsmarketings in Bezug auf Markenveranstaltungen zu klären. Eine Analyse der Kommunikationspolitik, der Klassifizierungsmöglichkeiten, der Rahmenbedingungen und der Effizienzmessung dieses Instrumentes soll deren Erfolgssteigerungspotential für die Veranstaltungsunternehmen verdeutlichen. Das Web-Event wird analog zu interakti- ven Web-Tools verstanden, wonach es dazu dient, durch zweiseitige Kommuni-
Einleitung 2
kation Inhalte zu Markenschemata zu vermitteln und so im Gedächtnis des Konsumenten zu verankern.
1.3 Aufbau der Arbeit
Im Rahmen dieser Arbeit soll das Web-Event als ein Element der Kommunikationspolitik näher betrachtet werden. Dazu sollen zuvor die verwendeten Begriffe abgegrenzt werden (Kap. 2). Besondere Aufmerksamkeit gilt der Definition des Begriffes Web-Event (Kap. 2.6). Im nächsten Kapitel (Kap. 3) lässt sich aus verschiedenen Veränderungen auf dem Veranstaltungsmarkt die Begründung einer unternehmerischen Neuorientierung im Bereich Marketing herleiten. Im Anschluss daran zeigen die Grundlagen der Kommunikationspolitik (Kap. 4.1), welche Voraussetzungen die Markenkommunikation von Veranstaltungen und die Kommunikation auf der Plattform des Internets erfüllen müssen, um mit ihren Veranstaltungsdienstleistungen erfolgreich zu sein. Daraus ergibt sich der Anspruch an mehr Kreativität, Interaktivität, Emotionalität und ein Umdenken in Richtung einer vernetzen Marke. Die Relevanz von Web-Events soll anhand einer repräsentativen Studie dargestellt werden (Kap. 4.2). Diese Studie begründet jedoch nicht nur den effizienten Einsatz von Web-Events sondern wirft auch Fragen zur Klassifizierung (Kap. 4.3), zu Rahmenbedingungen (Kap. 4.4) und zu einer möglichen Erfolgsmessung (Kap. 4.5) auf. Abschließend wird die Bedeutung eines Web-Event Einsatzes für die Effizienzsteigerung bei der Führung von Markenveranstaltungen beurteilt (Kap. 5). Darauf folgt ein allgemeines Resümee auf Grundlage der vorangegangenen Ausführungen (Kap. 6).
Begriffliche und thematische Grundlagen 3
2 Begriffliche und thematische Grundlagen
Eine Herausstellung konstitutiver Merkmale 2 soll im folgenden Definitionen für die Begriffe der Dienstleistung und der Veranstaltung finden. Dabei wird die Definition der Dienstleistung der Abgrenzung der Veranstaltung vorangestellt, da die Dienstleistung den theoretischen Bezugsrahmen für die Veranstaltung bildet. Im Anschluss daran wird über den Begriff der Marke die Markenveranstaltung abgegrenzt. Im weiteren werden die in dieser Arbeit verwendeten Marketingtypen beschrieben. Abschließend wird das Web-Event als ein Online-Marketing-Instrument von dem Event als Offline-Marketing-Instrument unterschieden.
2.1 Dienstleistung
Basseler teilt die Wirtschaftsbereiche in einen primären Sektor (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei), einen sekundären Sektor (warenproduzierendes Gewerbe) und einen tertiären Sektor (Handel und Verkehr- und Dienstleistungsunternehmen) ein. Dabei gewinnt der tertiäre Sektor bzw. der Bereich der Dienstleistungsunternehmen hinsichtlich seines Beitrages zum deutschen Brut-toinlandsprodukt immer weiter an Bedeutung (Basseler 1998, S. 272). Der Dienstleistungsbegriff lässt sich über konstitutive Merkmale in die potenzial-orientierten, ergebnisorientierten und die prozessualen Definitionen einteilen sowie in eine Mischung aus mehren Ansätzen (Meffert 2002, S. 28). Unter der potenzialorientierten Sichtweise kann die eigentliche Leistung des Dienstleistungsanbieters verstanden werden. Im Vordergrund stehen die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft des Dienstleisters (Henkens 1992, S. 12). Dabei besteht das Potenzial des Dienstleisters aus seiner geistigen und psychischen Fähigkeit und aus der Sachkompetenz. Die Sachkompetenz beschreibt die materiellen und immateriellen Produktionsfaktoren. Das Absatzobjekt der Dienstleistung ist im Gegensatz zu den Konsumgütern kein fertiges Produkt, sondern ein Leistungsversprechen, welches nicht auf Vorrat produziert werden kann. Insofern können Dienstleistungen auch als individuelle und standortge-bundene Güter oder Leistungen betrachtet werden.
2 Bei konstitutiven Merkmalen handelt es sich um festgesetzte Eigenschaften des zu definie-
renden Begriffes oder einer Sache (z.B. Wahrig-Burfeind 1991, S. 396).
Begriffliche und thematische Grundlagen 4
Aus dem Aspekt, dass es sich bei Dienstleistungen um ein Leistungsversprechen handelt, ergibt sich auch die besondere Stellung des Marketing von Dienstleistungen. Marketing 3 selbst ist ein Bestandteil der Leistungserstellung und somit in der Produktion der Dienstleistung enthalten (Bruhn/Strauss 2000, S. 25). Das könnte sich z.B. darin wiederspiegeln, dass die Mitarbeiter ein einheitliches Outfit tragen, um damit zum Aufbau eines Corporate Images 4 beizutragen.
Die prozessuale Perspektive beschreibt die Dienstleistung als einen unvollständigen Prozess mit einem engen, in der Regel synchronen Kontakt zwischen Leistungsgeber und Leistungsnehmer (Meffert/Bruhn 1995, S. 24). Im Vorder-grund steht dabei die Anwesenheit beider Marktpartner bei der Leistungserstellung. Diese Simultaneität von Leistungserstellung und Leistungsnutzung bezeichnet Meffert als uno-actu-Prinzip (Meffert 1998, S. 1073). Kotler und Bliemel betonen jedoch, dass es auch Dienstleistungen gibt, welche die Anwesenheit des Leitungsempfängers nicht erfordern, z.B. bei der Reinigung von Kleidungsstücken (Kotler/Bliemel 1992, S. 663).
Bei der ergebnisorientierten Sicht von Dienstleistungen wird das Produkt des Prozesses betont. Das Produkt des Prozesses ist z.B. die erfolgreiche Reparatur des Computers, die gelungene Opernaufführung oder der erlebnisreiche Messebesuch. Bei der ergebnisorientierten Definition wird demnach von dem subjektiven Empfinden des Leistungsempfängers ausgegangen. Der Schwerpunkt wird auf den Nutzen der Leistung gelegt und darauf, welche Wirkung der Leistungsempfänger durch die Leistungserstellung erhält (Henkens 1992, S. 13). Durch die Fokussierung auf den Nutzen und die Wirkung wird die Immaterialität von Dienstleistungen hervorgehoben.
Beschreibungen aufgrund einer dieser drei Definitionsrichtungen führen zu keiner eindeutigen Abgrenzung des Begriffes und der Art der Dienstleistung. Werden die konstitutiven Merkmale der einzelnen Definitionen hingegen kombiniert wird dieser Anspruch erfüllt. Die nachfolgende Grafik stellt die expliziten Merkmale der Dienstleistung im Überblick dar. Ein Beispiel dafür liefert die Definition von Meffert und Bruhn, die durch die Verknüpfung mehrerer konstitutiver Merk-
3 ZurAbgrenzung des Marketing-Begriffes siehe. Kap. 2.5.
4 Damit wird das Ist-Image eines Unternehmens bezeichnet (Scharf/ Schubert 1997, S. 268).
Begriffliche und thematische Grundlagen 5
male die Dienstleistung als selbständige, marktfähige Leistung definieren, welche in ihren Merkmalsausprägungen sowohl potenzialorientiert als auch prozess- und ergebnisorientiert zu verstehen ist (Meffert/Bruhn 1995, S. 27).
Abb. 1: Konstitutive Merkmale von Dienstleistungen
(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Bruhn/Strauss 2000, S. 23) Diese Arbeit folgt dem Anspruch der mehrdimensionalen Definition von Dienstleistungen. Die Dienstleistung soll als eine immaterielle Leistung verstanden werden. Durch den synchronen Kontakt zwischen Leistungsgeber und Leistungsnutzer entsteht nicht ein fertiges Produkt, sondern ein Leistungsversprechen, dass nicht auf Lager produziert werden kann. Eine weitere Eingrenzung für diese Arbeit ergibt sich aus der folgenden Definition der Veranstaltung.
2.2 Veranstaltung
Eine besondere Form der Dienstleistung ist die Veranstaltung. Die Veranstaltung ist eine soziale Situation und hat unterschiedliche Erscheinungsformen. Von der privaten Geburtstagsfeier über Freizeitparks, Tagungen, Theatervorstellungen, Demonstrationen bis hin zur Messe wird immer von einer Ver- anstaltung gesprochen.
Begriffliche und thematische Grundlagen 6
Entsprechend der Vielzahl der Arten von Veranstaltungen gibt es in der Literatur verschiedene Definitionen. Eine grobe Einteilung lässt sich dadurch vornehmen, dass Veranstaltungen unter dem Aspekt eines arbeitsorientierten und eines freizeitorientierten Bereiches eingeteilt werden. Als arbeitsorientiert bezeichnet man dabei alle investiven Veranstaltungen mit geschäftlichem Nutzen (Wochnowski 1996, S. 14). Dieser geschäftliche Nutzen kann auf Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Partner des Unternehmens ausgerichtet sein. Beispiele für arbeitsorientierte Veranstaltungen sind Fachmessen, Tagungen, Konferenzen oder auch ein „Tag der offenen Tür“.
Freizeitorientierte Veranstaltungen haben dagegen einen konsumtiven Charakter. Die Teilnehmer sehen das Veranstaltungsangebot als einen geplanten Zeitvertreib. Sie gestalten damit ihre Freizeit, unterstützen ihre Entspannung oder nutzen es zur Ablenkung von ihrem Arbeitsalltag. Zu den freizeit-orientierten Veranstaltungen gehören Kultur- und Sportveranstaltungen, Festivals, Volksfeste und Publikumsmessen.
Eine mögliche Definition des Veranstaltungsbegriffes macht Wochnowski, indem er Veranstaltungen als personendominante, zeitraumbezogene Dienstleistungsangebote mit meistens mehreren Nachfragern beschreibt (Wochnowski 1996, S. 17). Diese Definition beinhaltet die konstitutiven Eigenschaften des Veranstaltungsbegriffes im Allgemeinen und ist die Grundlage für die folgende Abbildung.
Abb. 2: Konstitutive Merkmale von Veranstaltungen
(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Wochnowski 1996, S. 17) Für diese Arbeit soll die Veranstaltung als ein zeitlich begrenztes, personendominantes und auf mehrere Personen ausgerichtetes Dienstleistungsangebot verstanden werden. Es wird keine Unterscheidung zwischen arbeitsorientierten und freizeitorientierten Veranstaltungen vorgenommen. Ein besonderes Augenmerk wird auf Markenveranstaltungen gelegt. Dazu soll im folgenden der Begriff „Marke“ definiert werden.
2.3 Marke
Markenmanagement, Markenbewusstsein und Markenbewertung sind Begriffe, die aus unserer heutigen Zeit nicht mehr weg zudenken sind. Die Diskussions-Spanne zu diesem Thema reicht von schwindenden Markenbewusstsein 5 bis hin zur Markenbewertung als strategischem Erfolgsfaktor 6 . Dabei sind sich die Experten uneinig über die Wirksamkeit der Marke.
5 Artikel von Absatzwirtschaft, www.absatzwirtschaft.de (2003).
6 Artikel von Competence Site, www.compentence-site.de (2003).
Begriffliche und thematische Grundlagen 8
Begriffsbestimmungen von „Marke“ beinhalten vielfältige Schwerpunkte. Das begründet sich in den vielschichtigen Interessen der Markenpraktiker und den unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven und Forschungsrichtungen. Um den Begriff „Marke“ im Hinblick auf die Markenveranstaltung zu definieren, lassen sich drei wesentliche Ansatzpunkte unterscheiden (Baumgarth 2001, S. 4).
Geht man bei der Marke von bestimmten Merkmalen aus, spricht man von dem merkmalsbezogenen Markenbegriff. Dieser repräsentiert das klassische Verständnis von „Marke“. Dabei ist die Marke ein physisches Kennzeichen für die Herkunft des Produktes und gibt dem Verbraucher Auskunft über den Leistungserbringer, die Anerkennung im Markt und ein Garantieversprechen für eine konstante oder besondere Qualität bei gleichbleibender Menge und Aufmachung der ubiquitär erhältlichen Ware. Nach diesem Ansatz ist eine Marke nach Kotler und Bliemler „(...) ein Name, Begriff, Zeichen, Symbol, eine Gestaltform oder eine Kombination aus diesen Bestandteilen zum Zweck der Kennzeichnung der Produkte oder Dienstleitungen eines Anbieters oder einer Anbietergruppe und zu ihrer Differenzierung gegenüber Konkurrenzangeboten (...)“ (Kotler/Bliemler 1992, S. 641).
Diese weitgefasste Definition mit einem zeitlich relativ stabilen und prägnanten Merkmalskatalog als Grundlage ist aufgrund der Immaterialität von Dienstleistungen nicht direkt anwendbar auf die Veranstaltungsmarke, obwohl jede Veranstaltung zur Abgrenzung im Wettbewerb einen Namen hat. Eine neue und auf Veranstaltungen anwendbare Sichtweise des Markenbegriffes liefert der wirkungsbezogene Ansatz. Dabei handelt es sich um das heute dominante Verständnis zu dem Begriff Marke, das den Konsumenten in den Mittelpunkt der Betrachtung stellt (Esch/Wicke 2001, S.10). Die Leistung als ein positives, relevantes und unverwechselbares Image wird vom Konsumenten als Marke wahrgenommen. Mit der Marke verbundene Vorstellungsbilder oder markenspezifische Schemata werden vom Konsumenten abgespeichert. Diese Markenschemata bestimmen, wie Informationen zur Marke aufgenommen und verankert werden. Beeinflusst wird die Bildung der Schemata durch äußere Stimuli. Die Marke gilt beim wirkungsbezogenen Markenbegriff als „information chunk“ 7 und
7 Die wortwörtliche Übersetzung ist „Informationsklumpen“.
Begriffliche und thematische Grundlagen 9
beinhaltet alle mit der Marke verknüpften Assoziationen und emotionale Erlebnisse (Esch/Wicke 2001, S. 11).
Ein Veranstaltungsbesucher bekommt über die Marke Zusatzinformationen unter anderem über die Qualität sowie Informationen zur Wiedererkennung. Gleichzeitig werden emotionale Anker gesetzt, über die Wertvorstellungen der Veranstalter und der Dienstleistungserbringer vermittelt und abgegrenzt werden. Diesem Ansatz entsprechend ist laut Meffert unter „Marke (...) ein in der Psyche des Konsumenten verankertes, unverwechselbares Vorstellungsbild von einem Produkt oder einer Dienstleistung (...)“ zu verstehen. „Die zugrundeliegende markierte Leistung wird dabei einem möglichst großen Absatzraum über einen längeren Zeitraum in gleichartigem Auftritt und in gleichbleibender oder verbesserter Qualität angeboten.“ (Meffert 1998, S. 785). Diese Definition bildet die Grundlage für die Definition von Markenveranstaltung im nächsten Abschnitt. 2.4 Markenveranstaltungen
Manche Veranstaltungen werden von den Veranstaltern zu Marketingzwecken mit dem Begriff „Markenveranstaltung“ betitelt. Meist handelt es sich jedoch bei diesen Veranstaltungen um kleinere Ereignisse, die nicht jedem bekannt sind oder die nur regional durchgeführt werden 8 . Regionale Begrenzung und eingeschränkte Bekanntheit sind dagegen keine Merkmale von Marken. Im Gegenteil, zumal Marken sich gerade durch überregionale Verbreitung und hohe Bekanntheit auszeichnen.
Da die gängige Literatur keine Definition bereit hält, wird im folgenden anhand der im vorherigen Abschnitt dargestellten Definitionen eine Begriffsbestimmung abgeleitet. Demnach ist die Markenveranstaltung ein Ereignis, dass beim Konsumenten positiv verankert ist und das in einem bestimmten Turnus in gleichartiger Qualität stattfindet. Es werden aufgrund der ökonomischer Gegebenheiten des Veranstaltungsmarketings besonders die Markenveranstaltungen behandelt. Da das Veranstaltungsmarketing und speziell die Web-Events einen au-ßerordentlichen Kostenfaktor darstellen, sollen private oder regional begrenzte Veranstaltungen, wie z.B. Geburtstagsfeiern oder die alljährliche Kirmes auf
8 Siehe Beispiel Comedverlag, www.comedverlag.de (2003).
Begriffliche und thematische Grundlagen 10
dem Land ausgeschlossen werden. Im Folgenden wird der Begriff des Marketings abgegrenzt.
2.5 Marketing
Das Marketing ist heute Bestandteil jeder marktorientierten Unternehmensführung. Dabei kommt dem Marketing eine Doppelfunktion zu. Auf der einen Seite soll es den Zweck der Vermarktung von Produkten erfüllen, auf der anderen Seite geht es darum, ein Unternehmensimage aufzubauen, um dem Wandel vom Verkäufermarkt zum Käufermarkt gerecht zu werden. In diesem Sinn rücken neben die klassischen Marketinginstrumente, wie Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik immer häufiger moderne Marketinginstrumente, wie z.B. Kundenbindungssysteme oder Online-Werbeformen in den Vordergrund (Becker 1998, S. 2). Im folgenden werden die Begriffe Veranstaltungsmarketing und Online-Marketing erläutert.
2.5.1 Veranstaltungsmarketing
Oft werden die Begriffe Eventmarketing und Veranstaltungsmarketing gleichbedeutend verwendet. In der Literatur sind unter dem Begriff des Eventmarketing und Veranstaltungsmarketing verschiedene Konzepte zu finden. Das Eventmarketing ist eine Form des erlebnisorientierten Marketings zur Unterstützung der Kommunikation einer Marke oder eines Produktes (Nickel 1998, S. 3). Bei dem Veranstaltungsmarketing dagegen handelt es sich um die Vermarktung, Kommunikation und Distribution von Veranstaltungen. In der direkten Umsetzung beinhaltet das Veranstaltungsmarketing die strategische und operative Planung und Durchführung von kulturellen, sportlichen, touristischen, politischen, wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Veranstaltungen. Dabei sind die Veranstaltungsziele an den Bedürfnissen der Zielgruppe ausgerichtet. In Abgrenzung zu den klassischen Marketinginstrumenten wird zur Unterstützung der Kommunikation von Veranstaltungen in dieser Arbeit der Fokus auf das Online- Marketing gelegt.
Begriffliche und thematische Grundlagen 11
2.5.2 Online-Marketing
Der Begriff Online-Marketing hat aufgrund der schnellen Entwicklung des Internets viele Synonyme erhalten, wie z.B. Internet-Marketing, Digitales Marketing und Web-Marketing. Laut Conrady bezeichnet Online-Marketing „(...) alle auf die aktuellen und potenziellen Absatzmärkte ausgerichteten Aktivitäten eines Unternehmens, bei denen zur Erreichung der Unternehmensziele digitale In-formationen über Telekommunikationsnetzwerke auf Basis des Internet-Protokolls 9 ausgetauscht werden (...)“(Conrady 2002, S. 61). Technische Voraussetzung für Online-Marketing sind das Internet mit Softwareprogrammen zum Senden der Datenpakete 10 . Im Folgenden wird unter Online-Marketing ein auf dem Internet basierendes Marketing verstanden, dass die Vermarktung von Veranstaltungen, den Aufbau eines Markenimages und die Bindung von Kunden zur Aufgabe hat.
Laut einer Prognose der Prognos AG wird der Anteil der Ausgaben für die Internetwerbung von 70 Mio. Euro im Jahr 1999 auf 1.017 Mio. Euro im Jahr 2004 ansteigen. Diese Prognose wird gestützt durch den neuen Trend, dass im Internet Modelle entstehen, die dem Empfänger eine neue Möglichkeit des Umganges mit Werbung geben. Die Internetnutzer können ihre Werbung gezielt aussuchen und sind dem Werbeprogramm nicht ausgesetzt (Zerdick 2001, S. 348, S. 198). Ein Beispiel für ein Internet-basiertes Werbemodell, dass diesen interaktiven Umgang ermöglicht sind die Web-Events, die im Folgenden definiert werden.
2.6 Web-Event
Der Begriff Web-Event wird in vielen Zusammenhängen benutzt. In einigen Fällen wird der Begriff für virtuelle Veranstaltungen im Internet verwendet 11 . Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung im obengenannten Sinne der Definition.
9 Internetprotokoll= Programm oder Datenübertragungssystem, dass Datenpakete zerlegt.
10 Datenpakete enthalten Informationen über den Nutzer, die Sender- und Empfangsstationsad-
resse sowie Datensicherheitsinformationen.
11 Siehe Beispiel Netucate, www.netucate.com (2003), Web-Event= virtuelle Seminarveranstal-
tung.
Arbeit zitieren:
Dipl Katharina Sachse, 2004, Die Bedeutung von Web-Events als Unterstützung von Markenveranstaltungen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Event-Marketing im Rahmen integrierter Kommunikation
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 170 Seiten
Eventmanagement und Corporate Social Responsibility
Eine empirische Untersuchung z...
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Masterarbeit, 85 Seiten
Corporate Social Responsibility
Eine Einführung
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Fachbuch, 56 Seiten
Katharina Sachse's Text Die Bedeutung von Web-Events als Unterstützung von Markenveranstaltungen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Katharina Sachse hat den Text Die Bedeutung von Web-Events als Unterstützung von Markenveranstaltungen veröffentlicht
Katharina Sachse hat einen neuen Text hochgeladen
Web Services, E-Business, and the Semantic Web
CAiSE 2002 International Works...
Christoph Bussler, Richard Hull, Sheila A. McIlraith, Maria E. Orlowska, Barbara Pernici, Jian Yang
Bedeutung individueller Lernförderung als Unterstützung schulischen Le...
Einfluss auf die Selbstwirksam...
Yvonne Rechter
0 Kommentare