Staatliches Studienseminar für das Lehramt
an Grund- und Hauptschulen
Kaiserslautern
Verlaufsplanung zur unbenoteten Lehrprobe
Stundenthema:
Die Bestandteile der Kartoffelpflanze und
das Wachstum der Kartoffel
Schule:
GS
Klasse:
3b
Schülerzahl: 20
Fach: Sachunterricht
Datum:
05.09.2008
Zeit:
10.15
-
11.05
Uhr
Vorgelegt
durch:
Sabrina
Kläs
Püttlingen, den 01.09.2008
Inhaltsverzeichnis
1.
Sachanalyse
1.1 Die Herkunft der Kartoffel 1
1.2 Die Kartoffelpflanze 1
1.3 Die Ernährung 2
2. Didaktische Analyse
2.1 Begründung der Lernaufgabe 3
2.2 Bedeutsamkeit des Unterrichtsinhalts für die Schülerinnen und Schüler 3
2.3 Didaktische Reduktion 4
2.4 Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit 4
2.5 Schwierigkeitsanalyse 5
3. Voraussetzungen für den Unterricht
3.1 Voraussetzungen bei den Schülerinnen und Schülern 6
3.2 Äußere Voraussetzungen 7
4. Kompetenzen 9
5. Methodische Überlegungen
5.1 Einstiegsmöglichkeiten 10
5.2 Artikulation 10
5.3 Sozial- und Aktionsformen 11
5.4 Medien und Arbeitsmittel 11
5.5 Unterrichtsprinzipien 12
6. Geplanter Unterrichtsverlauf (Verlaufplanung) 13
7. Literaturverzeichnis 15
Anhang
1
1. Sachanalyse
1.1 Herkunft der Kartoffel
Kartoffeln wurden bereits in vorchristlicher Zeit von den Inkas als Kulturpflanze in den
Anden angebaut. Erst im 16. Jahrhundert brachten spanische Eroberer einige
Kartoffelpflanzen nach Europa, wo sie von der reichen Bevölkerung als Zierpflanze in
Gärten angepflanzt wurden. Erst im 17. Jahrhundert setzte der Landsherr den Anbau
der Kartoffel als Nahrungspflanze durch. (Willmeroth & Rösgen, 1998, S. 4)
Lange galt die Kartoffel bei der Bevölkerung als Essen für arme Leute und auch die
Bauern waren nur schwer für den Anbau der neuen Pflanze zu begeistern. Zudem
kam, dass das Volk anfangs irrtümlich die grünen, giftigen Beeren verzehrt hatte und
nun Vorurteile gegenüber der Kartoffel hatte. Letztendlich gelang es dem
preußischen König Friedrich II. durch eine List, die Bevölkerung davon zu
überzeugen, dass die Kartoffel ein wertvolles Nahrungsmittel ist. Indem er seine
Kartoffelfelder von Soldaten bewachen ließ, wurde die Kartoffel für die Bauern so
interessant, dass sie dem König Kartoffelpflanzen stahlen, um diese selbst anbauen
zu können. Der Alte Fritz aß öffentlich zum Beweis der Genießbarkeit eine Kartoffel,
erließ Verordnungen zum Anbau der Kartoffel und ließ die Bauern im Anbau der
Pflanze unterweisen. (Dinges, 2000, S. 2; Bertsch & Lehner, 2006, S. 5)
1.2 Die Kartoffelpflanze
Die Kartoffel ist ein Nachtschattengewächs, dessen Staude bis zu 1,30 m hoch
werden kann. Während sie im Ursprungsland eine mehrjährige Pflanze ist, vergeht
sie in Europa im Herbst und ist somit einjährig. Die Pflanze besteht aus weißen bis
violetten Blüten, eiförmigen Blättern, grünen, giftigen Beeren, einem Stängel,
Sprossen, Wurzeln, der Mutter- und den Tochterknollen. Durch die aus Korkzellen
bestehende Schale werden die Kartoffeln vor Austrocknung und Fäulnis geschützt.
Die Vermehrung kann durch Selbstbestäubung oder durch die vegetative
Vermehrung durch die Sprossknollen, wobei aus den Augen neue Kartoffelpflanzen
gebildet werden, geschehen.
(Willmeroth & Rösgen, 1998, S. 4; Dinges, 2000, S. 2)
Die Saatkartoffeln bzw. Mutterknollen werden, je nach Sorte, zwischen März und Mai
in die Erde gelegt. Aus den Augen der Kartoffel keimen kleine Triebe, die nach unten
und oben wachsen. Durch die Wurzeln entzieht die Pflanze dem Boden Feuchtigkeit
und Nährstoffe. Überirdisch wächst die Staude mit Blüten und Beeren.
2
Die Frühkartoffeln werden bereits im Juli, die Spät- oder Winterkartoffeln erst im
Oktober geerntet. Die heutige, maschinelle Ernte erfolgt mit Hilfe eines
Kartoffelroders, der die Knollen aus der Erde holt und gleichzeitig haftende Erde
entfernt, und einer Sortiermaschine, die die Kartoffeln der Größe nach ordnet und in
Säcke füllt. (Willmeroth & Rösgen, 1998, S. 4f.; Bertsch & Lehner, 2006, S. 6)
1.3 Die Ernährung
Die Kartoffelknolle enthält zwischen 75% und 80% Wasser und 20% feste
Bestandteile. Zu den festen Bestandteilen gehört der hohe Stärkeanteil von ca. 80-88%, der sehr sättigend wirkt. Des Weiteren enthält sie in geringeren Anteilen
Faserstoffe, Zucker, Eiweiß und Aminosäuren. Die Kartoffelknolle ist fast fettfrei und
enthält die Vitamine C, B1, B2 und Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Mangan,
Phosphor, Kalzium, Eisen, Natrium, Chlor, Kupfer und Schwefel. Auch die Schale ist
genießbar und gesund, da sie Ballaststoffe sowie Eisen, Zink, Kalzium, Phosphor
und die Vitamine B1, B2 und B6 enthält.
Die Kartoffel trägt somit zu einer gesunden Ernährung bei - so deckt zum Beispiel
eine mittelgroße Kartoffelknolle schon 45% des Tagesbedarfs an Vitamin C und 21%
des Kaliumbedarfs. Der Verzehr von Kartoffeln wirkt sich zudem positiv auf die
Verdauung, die Entwässerung, auf Stoffwechselvorgänge, auf die Muskulatur und die
Nerven aus.
In den Geschäften sind ca. 165 verschiedene Kartoffelsorten zu finden, die sich
hinsichtlich der Erntezeit, des Kochtyps und der Lagerfähigkeit unterscheiden.
Die Lebensmittelauswahl an Kartoffelprodukten steigt ständig an. So kann man
zwischen frischen Kartoffeln, Trockenerzeugnissen aus rohen oder gekochten
Kartoffeln, tiefgefrorenen Erzeugnissen als Halbfertigwaren und verzehrfertigen
Kartoffelerzeugnissen wählen.
(Willmeroth & Rösgen, 1998, S. 4.; Bertsch & Lehner, 2006, S. 5f.; Dinges, 2000, S. 3, BZgA, 1995, S. 76f.)
3
2. Didaktische Analyse
2.1 Begründung der Lernaufgabe
Der Teilrahmenplan Sachunterricht des Rahmenplans Grundschule sieht in der
,,Perspektive Natur" vor, dass die Kinder ausgewählte Naturphänomene, hier die
Kartoffel, sachorientiert wahrnehmen, beobachten, benennen und beschreiben. In
diesem Zusammenhang sollen sie Gesetzmäßigkeiten erforschen, Experimente
planen, durchführen und auswerten und Wachstum, Entwicklung und Fortpflanzung
entdecken.
In der ,,Perspektive Zeit" könnte man das Erkennen und Vergleichen der
menschlichen Lebensbedingungen bezüglich der wirtschaftlichen und
gesellschaftlichen Veränderungen wie beispielsweise die Ernte, maschinelle Hilfe,
Kartoffelprodukte, ... angliedern.
2.2 Bedeutsamkeit des Unterrichtsinhalts für die Schülerinnen und Schüler
Das Jahr 2008 ist im Oktober 2007 von der UNO zum internationalen Jahr der
Kartoffel ausgerufen worden, um somit auf die Bedeutung des wichtigen
Grundnahrungsmittels aufmerksam zu machen. Dies ist ein guter Anlass, den
Kindern die Wichtigkeit der Kartoffel näher zu bringen, die ihre direkte
Lebenswirklichkeit betrifft.
In dieser Unterrichtseinheit wird den Schülern die Geschichte, das Aussehen, der
Anbau, die Ernte näher gebracht und sie führen zahlreiche Experimente durch. Auf
diese Weise lernen sie die Vielfältigkeit der Kartoffel kennen, die auch zum
Kartoffeldruck, zur Kleisterherstellung, ... verwendet werden kann. Außerdem
werden sie während der Einheit für eine gesunde Ernährung, von der sie ihr Leben
lang zehren, sensibilisiert. Die Einstellung der Schüler gegenüber der eigenen
Ernährung soll positiv beeinflusst werden. Ihnen soll bewusst werden, dass die
Ernährung wichtig für das Wohlbefinden und für die Gesundheit ist.
Die Kinder sollen sich mit diesen Themen auseinandersetzen, zum Nachdenken
angeregt werden, ihre Vorerfahrungen einbringen und ihr Wissen erweitern.
4
2.3 Didaktische Reduktion
In dieser Unterrichtsstunde sollen die Kinder, motiviert durch ihre Forscheraufgaben,
die Bestandteile der Kartoffelpflanze herausfinden, beobachten und beschreiben
bzw. den Verlauf des Wachstums einer Kartoffelpflanze herausfinden und erklären.
Der Schwerpunkt wird somit auf das Aussehen und das Wachstum und auf die
Präsentation dieser Arbeitsergebnisse gelegt. [...]
Quote paper:
Sabrina Kläs, 2008, Die Bestandteile der Kartoffelpflanze und das Wachstum der Kartoffel, Munich, GRIN Publishing GmbH
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