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INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 3
2. Max Weber 4
2.1 Sinn und Deuten 4
2.2 Verschiedene Formen des Verstehens 5
2.3 Verhalten - Handeln - Soziales Handeln 7
3. Alfred Schütz 9
3.1 Sinnbegriff und Verstehen 9
3.2 Verhalten und Handeln S.11
3.3 Soziales Handeln S.13
4. Schlussbemerkung S.16
Literaturverzeichnis S 18
3
1. EINLEITUNG
Der 1864 in Erfurt geborene Max Weber gilt als einer der bedeutendsten deutschen Soziologen und als der Begründer der Verstehenden Soziologie, auch wenn, wie Johannes Weiß in seinem Werk über Weber behauptet, „die Wirkungsgeschichte des Webersche Werkes niemals den Charakter der Schulbildung“ 1 hatte. Dennoch sind seine Definitionen zur Verstehenden Soziologie, die er zunächst in seinen „Gesammelten Aufsätzen zur
Wissenschaftslehre“ 2 postulierte und später in seinem Werk „Wirtschaft und Gesellschaft“ 3 konkretisierte, grundlegender Art und auch heute noch diskutiert.
Insbesondere dem 1899 in Wien geborenen Alfred Schütz dienten sie zur Entwicklung einer eigenen Theorie. Er verfasste sein Werk <
1 Weiß, Johannes: Max Webers Grundlegung der Soziologie. München, 1992
2 Weber, Max: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre. Tübingen, 1973
3 Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft - Grundriss der verstehenden Soziologie, 1. Halbband; Tübingen 1976. (nachfolgend zitiert als Weber WG)
4 Schütz, Alfred: Der sinnhafte Aufbau der sozialen Welt. Eine Einführung in die Verstehende Soziologie, Frankfurt a.M. 1974, S. 9 (nachfolgend zitiert als Schütz)
5 Srubar, Ilja über Alfred Schütz in: Papcke,S und Oesterdiekhoff, G.W.(Hrsg.): Schlüsselwerke der Soziologie. Wiesbaden, 2001
4
2. MAX WEBER
2.1. Sinn und Deuten
Soziologie (…) soll heißen: eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will. „Handeln“ soll dabei ein menschliches Verhalten (einerlei ob äußeres oder inneres Tun, Unterlassen oder Dulden) heißen, wenn und insofern als der oder die Handelnden mit ihm einen subjektiven Sinn verbinden. „Soziales“ Handeln aber soll ein solches handeln heißen, welches seinem von dem oder den Handelnden gemeinten Sinn nach auf das Verhalten anderer bezogen wird und daran in seinem Ablauf orientiert ist. 6
Dieser erste Paragraph in Max Webers Definition soziologischer Grundbegriffe beinhaltet eine Reihe von Begriffen, die, um die Aussage Webers endgültig zu verstehen, erst genau definiert werden müssen. Weber tut dies ausführlich in seinen Anmerkungen zu den einzelnen Paragraphen seines Werkes. Der Begriff des Sinns darf hier nicht, wie Weber ausdrücklich betont, als ein philosophisch geprägter bzw. ein „metaphysisch ergründeter ‚wahrer’ Sinn“ 7 verstanden werden. Maßgeblich ist vielmehr der Sinn, den ein Handelnder selber in seinem Tun sieht, bzw. den er für sein Handeln als ursächlich ansieht. Genau in diesem Punkt liegt für Weber der Unterschied des Sinnbegriffs in der Soziologie im Gegensatz zur Logik oder Ethik, in denen es stets um die Erforschung eines einzig alleingültigen Sinns geht. 8 Um den Sinn einer Handlung nachvollziehen zu können, muss ein Beobachter sie adäquat deuten. Da einem Beobachter jedoch immer nur die eigenen gedanklichen Hintergründe zur Verfügung stehen, ist ein absolutes Deuten schwierig. „Alle Deutung strebt, wie alle Wissenschaft überhaupt, nach ‚Evidenz’.“ 9 Für Weber existieren zwei Ebenen, auf denen diese Evidenz stattfinden kann. Zum einen führt er die rationale Ebene an. Hierbei spielen vor allem Dinge eine Rolle, die „unmittelbar und eindeutig intellektuell sinnhaft erfassbar“ 10 sind. Zu diesem Komplex zählen z.B. mathematische Aussagen, wie ‚2 + 2 = 4’, oder andere Ausführungen aus dem
6 Weber WG, S. 1
7 Weber WG, S. 1
8 vgl. Weber WG, S. 2
9 Weber WG, S. 2
10 Weber WG, S. 2
5
logischen Bereich, die für den Beobachter klar als richtig beurteilt werden können. Eine solche Deutung besitzt für Weber „das Höchstmaß an Evidenz“ 11 .
Etwas schwieriger wird es bei der zweiten Ebene, die jene Handlungen umfasst, die wir zwar nicht logisch, aber durchaus auf emotionaler Ebene nachvollziehen können. So kann ein Wutausbruch zwar nicht logisch gedeutet, sehr wohl aber emotional nachvollzogen werden, wenn man sich in die Emotionen des Handelnden hineinversetzt. Ähnlich verhält es sich mit Irrtümern, die man als solche erkennt und somit auch auf die richtige Art deuten kann. Weber bemerkt jedoch, dass insbesondere die Evidenz des Deutens von Handlungen im Affekt, wie z.B. aus Verärgerung oder Neid, eine gewisse Nachvollziehbarkeit beim Beobachter voraussetzen. Je mehr er sie nachvollziehen kann, desto größer wird die Evidenz ausfallen. 12 Hierbei gibt es auch stets Dinge, die nicht voll evident zu verstehen sind. Hierunter fallen z.B. religiöse Akte, die von einem nicht-religiösen Menschen lediglich intellektuell verstanden, aber nicht evident gedeutet werden können. Weber bezeichnet die Methode der verstehenden Soziologie als „rationalistisch“ 13 . Demzufolge muss für die Soziologie ein „Idealtypus“ 14 gebildet werden, der von allen Affekten, emotionalen Beeinflussungen und Irrtümern bereinigt ist und somit ein streng zweckrationales Handeln widerspiegelt, das in der Realität sicher selten bis nie zu finden ist. 15
2.2 Verschiedene Formen des Verstehens
Gemäß seiner Ausführungen über den Sinn und das Deuten postuliert Weber zwei wesentliche Formen des Verstehens: das aktuelle sowie das erklärende Verstehen. 16
11 Weber WG, S. 2
12 vgl. Weber WG, S. 2
13 Weber WG, S. 3
14 Weber WG, S. 3
15 vgl. Weber WG, S 2 f.
16 vgl. Weber WG, S. 3 f
Arbeit zitieren:
M.A. Michael Müllers, 2004, Verstehen und soziales Handeln, München, GRIN Verlag GmbH
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