Inhaltsverzeichnis
I Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 01
2 Der Roman
2.1 Definition 01
2.2 Neuheiten des Romans 02
2.3 Entwicklung um 1800 03
2.4 Der Bildungsroman und seine Besonderheiten 04
2.5 Illustrationen im Roman als Zeichen von Intermedialität,
Ästhetik und eigener Erzählung 05
2.6 Kritik am Roman des späten 18. Jahrhunderts 06
3 Der Roman wird zum Massenmedium
3.1 Die Autoren 07
3.2 Die Leser 08
3.3 Der Buchhandel 10
3.4 Alphabetisierung der Gesellschaft 12
4 Fazit 12
5 Bibliographie 14
II
______________________________________________________________________
1 Einleitung
[Es] gibt […] keine Form [außer dem Roman], die so dazu gemacht wäre, den Geist
des Autors vollständig auszudrücken […] Nur Sie kann gleich dem Epos ein Spiegel der
ganzen umgebenden Welt, ein Bild des Zeitalters werden. - Friedrich Schlegel
In der folgenden Arbeit werden die Entstehung und die Entwicklung des Romans zu Beginn des 19. Jahrhunderts behandelt. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Wirkung des Romans die Gesellschaft gelegt. Themen die dabei angeschnitten werden sind u.a. auch die Entwicklung des Romans zum Massenmedium und die Intermedialität dieser neuen literarischen Gattung.
Im europäischen Vergleich war Deutschland im Zeichen der Aufklärung am Anfang des 18. Jahrhunderts weit zurück. Erst am Ende des Jahrhunderts fand auch hier der Anschluss an die Nachbarstaaten statt, wodurch soziale und vor allem kulturelle Veränderungen hervorgerufen wurden. Diese Entwicklung wurde in vielen Büchern und Zeitschriften begleitet und diskutiert - unter anderem auch in Romanen. 01
2 Der Roman
2.1 Definition
Erstmalig wurde der Roman in der 1774 erschienen Abhandlung „Versuch über den Roman“ von Friedrich von Blanckenburg als eigenständige und ästhetisch wertvolle Gattung beschrieben. 02 Im Gegensatz zur Novelle oder zur Kurzgeschichte ist der Roman die Langform der schriftlichen Erzählung. Wie der Name „Roman“ für sich selbst erläutert, entstammt er den romanischen Volkssprachen und deren Gebiete (England, Frankreich, Spanien und Deutschland) und fand seine Hauptentwicklung zur Zeit um 1800.
_______________
01 vgl. Paul Raabe - Der Buchhändler im achtzehnten Jahrhundert in Deutschland in Buch und Buchhandel in Europa im achtzehnten Jahrhundert; S. 271
02 http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/poetik/schlegelprog.htm; gesehen am 19.11.2007 um 10:49
1
______________________________________________________________________ Zur Mitte des 18. Jahrhunderts waren Romane zumeist noch fiktiver Natur, wohingegen sie sich gegen Ende des Jahrhunderts eher realer Fakten und autobiographischer Elemente bedienten. „Der Prosa-Roman setzt eine Welt voraus, die nicht mehr von Idealen, sondern von Nützlichkeiten bestimmt ist“. 03 So thematisierten die Grundinhalte der Romane um 1800 besonders die Gebiete, die in der antiken Literatur nie angesprochen wurden, wie zum Beispiel das Abenteuer, das Volkstümliche, die Liebe, das Wunderbare, die Nacht und die Dunkelheit, das Fremde u.a.. 04 Für die inhaltlichen Motive des deutschen Romans war es von großer Bedeutung, dass sich zwei grundverschiedene literarische Strömungen parallel entwickelten - die Romantik in Jena und die Klassik in Weimar. Im Bezug auf die Romantik lässt sich verallgemeinert sagen, dass die typischen Motive des Romans Reisen, Vergänglichkeit, Einsamkeit und Schwermut sind. Wohingegen für den klassischen Roman die Auseinandersetzung einer Person mit seiner Umwelt zentriert und das Bildungsideal der Humanität maßgebend ist (siehe 3.1 Der deutsche Bildungsroman).
2.2 Neuheiten des Romans
Das Besondere am Roman waren die neuen narrativen Strukturen, gegenüber dem bisher bestehenden Epos. Die neue, hier zu findende Erzählhaltung führten zu einer besseren Veranschaulichung und Erklärung von Vorgängen innerhalb der Erzählung. Reflektierende und erklärende Passagen wurden somit als fester Bestandteil des Romans begriffen. „Inhaltlich können sie das Verhalten und die Psychologie der Handlungsfiguren betreffen, aber auch grundsätzliche Probleme aus allen Lebensbereichen - vom alltäglichen Leben bis zu den ‚Letzten Fragen’ von Philosophie und Religion.“ 05 Neu für diese Art der Literatur war auch die Austauschbarkeit, Polyphonie und Verknüpfung einzelner Künste, wie beispielsweise Malerei, Naturwissenschaften oder Musik innerhalb eines Werkes. Im Sinne einer hierdurch _______________
03 http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/poetik/schlegelprog.htm; gesehen am 19.11.2007 um 10:49
04 vgl. Prof. Dr. Andreas Käuser (Vorlesung „Literatur und Medienkultur um 1800“ vom 20.11.2007)
05 http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/poetik/romantheorie.htm; gesehen am 19.11.2007 um 11:00
2
______________________________________________________________________ entstehenden alles umfassenden Poesie 06 , wurde die übliche Form des Romans immer wieder durch Lieder verändert oder unterbrochen. Beispiele stellen hier Gesangspassagen, Exkurse oder Erinnerungen innerhalb der erzählten Geschichte dar. 07 Eine weitere Neuerung stellte zu dem das Fragmentarische und Offene dar. Während der Leser antiker Gedichte zwangsläufig einen fertigen Schluss am Ende der Geschichte erlebte, bestand beim Roman die Möglichkeit für ein offenes Ende oder eine Fortsetzung in einem weiteren Band. Nach Schlegel ist der Roman Entwicklungsliteratur und kann potentiell immer weiter geschrieben werden. 08 Also lag die Bedeutung dieser neuen Art der Poetik in der extremen Abkehr von jeglichen Normen der Regelpoetik. 09 Da sich der Dichter von nun an keinen lyrischen Konventionen mehr beugen musste, war es ihm möglich, seine Werke frei und nach eigenem Ermessen zu gestalten. Ein erster Wegbereiter für den deutschen Roman erschien 1774 mit Johann Wolfgang von Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“. Sein Roman handelt von dem Rechtspraktikanten Werther, der sich unsterblich in die bereits verlobte Lotte verliebt. Die Geschichte besteht fast ausschließlich aus Briefen zwischen Werther und seinem guten Freund Wilhelm (daher auch die Bezeichnung: Briefroman). Das Besondere an dieser Geschichte ist eine durchgehende Narration des Ich-Erzählers Werther und der starke Fokus auf den Gefühlen des Protagonisten.
2.3 Entwicklung um 1800
Der Großteil der Buchproduktion von etwa 3000 Titeln des Gesamtmarktes verteilte sich bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts auf das Feld der Wissenschaften und der Theologie. 10 In dieser Zeit erschienen lediglich 20-50 Romane pro Jahr in den produktionsstarken Sprachen Französisch, Englisch und Deutsch. Zum Ende des _______________
06 „Poesie“ ist hier als Begriff der Erschaffung zu verstehen.
07 vgl. http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/poetik/schlegelprog.htm; gesehen am 21.11.2007 um 18:20
08 vgl. Prof. Dr. Andreas Käuser (Vorlesung „Literatur und Medienkultur um 1800“ vom 20.11.2007)
09 vgl. http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/poetik/schlegelprog.htm; gesehen am 21.11.2007 um 17:15
10 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Roman; gesehen am 21.11.2007 um 19:33
3
Arbeit zitieren:
Daniel Grüner, 2007, Der Roman - Seine Entstehung und Entwicklung, sowie die Auswirkungen auf die Gesellschaft um 1800, München, GRIN Verlag GmbH
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