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Gliederung:
1. Einleitung 3
2. Das Konzept der Salutogenese. 4
2.1. Was versteht man eigentlich unter Salutogenese? 4
2.2. Antonovskys Vorstellungen. 4
2.3. Kritik an der Gesundheitsforschung und -versorgung. 5
3. Das Kohärenzgefühl. 6
3.1. Definition: Kohärenzgefühl. 6
3.2. Die drei Komponenten des Kohärenzgefühls. 7
3.3. Die Entwicklung und Veränderbarkeit des Kohärenzgefühls. 8
4. Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum. 9
4.1. Warum ein Kontinuum? 9
4.2. Von Stressoren und Spannungszustand. 10
4.3. Die generalisierten Widerstandsressourcen. 11
5. Die Zusammenfassung der Gruppenarbeit. 12
6. Literaturangaben 16
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1. Einleitung
Wir alle haben schon einmal erlebt, dass unsere Eltern, Geschwister oder Freunde an einer Grippe erkrankt sind während wir verschont blieben. So manche Wissenschaftler haben sich daher die Frage gestellt, warum einige Menschen, während andere krank werden, gesund bleiben. Und wie kommt es, dass manche sich sehr schnell und gut von einer Krankheit erholen oder den extremsten Belastungen ausgesetzt sind, aber trotzdem nicht krank werden?
Auch der amerikanisch-israelische Medizinsoziologe, Aaron Antonovsky, beschäftigte sich mit diesen zentralen Fragen. Dabei äußerte er in seinen beiden Hauptwerken „Health, stress and coping: New perspectives on mental and physical wellbeing“ (1979) und „Unraveling the mystery of health. How people manage stress and stay well” (1987) nicht nur Kritik am bestehenden biomedizinischen Krankheits- und Präventonsmodell, sondern stellte diesem auch seine Gedanken in Form des Salutogenese-Modells gegenüber.
Die salutogenetische Perspektive Antonovskys wendet sich von der pathogenetischkurativen Betrachtungsweise, die vorrangig die Krankheitsursachen und die Risikofak-toren betrachtet, ab, und versucht zu ergründen, warum und wie manche Menschen es fertig bringen, trotz verschiedenster krankheitsverursachender Einflüsse gesund zu bleiben.
In dem von ihm entwickelten Konzept der Salutogenese geht es daher primär um die Bedingungen von Gesundheit und um Faktoren, die auf den Menschen gesundheitsfördernd und -erhaltend wirken. Das oberste Ziel der salutogenetischen Perspektive ist es, jedem einzelnen Menschen das nötige Wissen und Werkzeug zu geben, um selbst einen erheblichen Einfluss auf den eigenen Gesundheitszustand ausüben zu können. Im Folgenden möchte ich zunächst einen Einblick in Antonovskys Konzept der Salutogenese einschließlich seiner Überlegungen zum Kohärenzgefühl und dem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum geben. Im Anschluss daran werde ich die Ergebnisse unserer während der Seminarsitzung durchgeführten Gruppenarbeit vorstellen.
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2. Das Konzept der Salutogenese
2.1. Was versteht man eigentlich unter Salutogenese?
Mit dem Begriff Salutogenese brachte Aaron Antonovsky im Jahre 1979 all sein Unbehagen gegenüber der „Medizin als Reparaturbetrieb“ 1 und gegenüber der pathogenetischen Gesundheitsforschung zum Ausdruck. Salutogenese ist eine Wortzusammensetzung aus den Wörtern „salus“ (lateinisch für Gesundheit, Wohlsein, Heil) und „genese“ (griechisch für Werden, Entstehen) und bedeutet somit soviel wie „Gesundheitsentstehung“ oder „Wohlseinsentwicklung“.
2.2. Antonovskys Vorstellungen
Die Vorstellungen Antonovskys in Bezug auf die Entstehung von Gesundheit sind vor allem von systemtheoretischen Überlegungen beeinflusst. 2 Gesundheit ist daher kein normaler, passiver Gleichgewichtszustand, sondern vielmehr ein instabiles und aktives Geschehen, welches sich selbst reguliert. Aus seiner Sicht ist es falsch, davon auszugehen, dass das Gesundsein der von vornherein gegebene Normalzustand ist, der erst durch krankmachende Einflüsse ins Gegenteil umschlägt. Antonovsky führt diesen Gedanken weiter, indem er das Grundprinzip menschlicher Existenz durch Krankheit, Leiden und Ungleichgewicht und nicht durch Gleichgewicht und Gesundheit definiert. Seiner Ansicht nach ist niemand jemals völlig gesund und umgekehrt haben selbst noch schwerkranke Menschen gesunde Züge an sich. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass der Verlust der Gesundheit ein ganz natürlicher und allgegenwärtiger Prozess ist, dem jeder einzelne von uns tagtäglich unterliegt. 3 Es ist allerdings möglich die Gesundheit wieder aufzubauen. Dafür besitzt der Mensch ein System zur Organisation und Ordnung der Gesundheit, welches den Gesundheitszu-stand eines Menschen nach einer Erkrankung wieder herstellt.
1 Wydler, Hans, Petra Kolip, Thomas Abel. Salutogenese und Kohärenzgefühl. Grundlagen, Emperie und
Praxis eines gesundheitswissenschaftlichen Konzepts. München: Juventa Verlag 2000. S. 11.
2 Vgl. Bengel, Jürgen, Regine Strittmatter, Hildegard Willmann. Was erhält den Menschen gesund?
Antonovskys Modell der Salutogenese. Diskussionsstand und Stellenwert. Köln: 1998. S. 14.
3 Vgl. Ebd. S. 15.
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2.3. Kritik an der Gesundheitsforschung und -versorgung
Antonovsky übt an den Grundannahmen der westlichen medizinischen Forschung und Praxis starke Kritik. Sein kritischer Vergleich der salutogenetischen mit der pathogenetischen Sichtweise soll jedoch keineswegs bedeuten, dass man auf die pathogenetisch orientierten Fragestellungen der medizinischen Forschung verzichten kann. Antonovsky sieht seinen Ansatz lediglich als unverzichtbare Ergänzung zur bestehenden Gesund-heitsforschung und -versorgung an. 4
Dennoch möchte er die nichthaltbare Annahme des biomedizinischen Modells, welches „Krankheit als Abweichung von der Norm Gesundheit betrachtet“ 5 , herausstellen. Diese Sicht ist laut Antonovsky auf Grund ihrer einseitigen Anlegung nicht als die absolute Definition von Krankheit anzusehen. Darüber hinaus betont er in seinem Buch „Health, stress and coping: New perspectives on mental and physical wellbeing“, dass laut epidemiologischen Daten mindestens ein Drittel der Bevölkerung einer jeden modernen Industriegesellschaft an irgendeiner Erkrankung leidet und somit Gesundheit auf gar keinen Fall die erfüllte Norm sein kann.
Des Weiteren empfindet Antonovsky die zweigeteilte Einstufung von Menschen in kranke und gesunde als zu ungenau und unrealistisch. Nach seinen Überlegungen ist es vielmehr ein Kontinuum, in dem sich jeder einzelne von uns zwischen dem Krank- und Gesundsein bewegt. Dieses Gesundheits-Krankheits-Kontinuum erlaubt es Patienten auch, als mehr oder weniger krank eingestuft werden zu können. Das von der modernen Medizin geprägte Modell des Krankheitsverständnisses versucht vor allem die durch krank machende Einflüsse entstandenen Defekte zu erkennen und dann gezielt zu beheben bzw. den Menschen gesund zu machen. Das Bekämpfen der krankmachenden Bedingungen (z.B. Bakterien, Viren etc.) steht für Antonovsky allerdings nicht im Vordergrund.
Sein Interesse richtet sich nicht vorrangig auf die jeweiligen Krankheitssymptome, „sondern auf die Tatsache, dass ein Organismus seine Ordnung nicht mehr aufrechterhalten kann“ 6 und einen Zusammenbruch erleidet. Antonovsky fordert in diesem Zuge
4 Bengel/Strittmatter/Willmann. Was erhält den Menschen gesund? S. 15.
5 Ebd. S. 15.
6 Bengel/Strittmatter/Willmann. Was erhält den Menschen gesund? S. 16.
Arbeit zitieren:
Ulrike Miske, 2004, Antonovskys Modell der Salutogenese , München, GRIN Verlag GmbH
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