Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort 3
2 Biografie. 5
3 Werk 6
4 Sex Pictures 10
4.1 Bildanalyse 12
4.2 Interpretation 14
4.3 Kritische Positionen 16
5 Fazit und Ausblick 18
6 Literaturverzeichnis. 19
2
1 Vorwort
Als ich mich auf das Thema der Sex Pictures einließ, wusste ich noch nicht, was mich erwarten würde. Ich hatte die Fotografien vor etlichen Jahren nur einmal kurz bei einer Bekannten gesehen, erinnerte mich aber prompt an sie, als es darum ging, Werke einer zeitgenössischen amerikanischen Künstlerin für meine Hausarbeit zu finden. Warum hatte ich mich an diese Fotos erinnert? War es tatsächlich diese „seltsame Anziehungskraft“ von der Ausstellungsleiter Felix Zdenek in seinem Aufsatz „Der latenten Schrecken der Bilder von Cindy Sherman“ spricht? „Diese intensive Mischung aus Gefühlen, die zwischen Faszination und Unbehagen, Lust und Schrecken angesiedelt sind?“ 1 Die Sex Pictures hatten mich tatsächlich gleichzeitig angezogen und abgestoßen. Schon damals fragte ich mich, was der Sinn (oder Unsinn?) dieser Fotos sei.
Als ich mit der Recherche begann, war ich zunächst überwältigt. Dass sich so viele Menschen so intensiv mit dem Werk Cindy Shermans beschäftigt hatten, hätte ich nicht gedacht. Beim genaueren Hinsehen bemerkte ich jedoch schnell, dass sich die Deutungsliteratur zum größten Teil auf ihre Werkgruppe der „Untitled Film Stills“ beschränkt. Zu den Sex Pictures existiert erstaunlich wenig Material. Ich habe das als Herausforderung betrachtet und mich im Rahmen dieser Arbeit mit der „vergessenen“ Werkgruppe der Sex Pictures beschäftigt.
Ich habe zunächst versucht herauszufinden, wer Cindy Sherman überhaupt ist und was sie alles gemacht hat, bevor ich mich dann intensiv mit den Sex Pictures auseinandergesetzt habe. Da es so wenig Material zum Thema gibt, musste ich mich mit einer Bildanalyse langsam an meine eigene Interpretation des Werkes herantasten. Von der Künstlerin war diesbezüglich auch nicht viel zu erwarten: „Was ich will, weiß ich vorher meistens selbst nicht so genau. Das entwickelt sich erst während der Arbeit im Studio.“ 2
Die Recherche für die „kritischen Positionen“ hat sich als ebenso schwierig erwiesen , denn seitdem Cindy Sherman „in den achtziger Jahren zur wohl wichtigsten Persönlichkeit der neueren Kunstszene“ 3 erhoben wurde, scheint sie einen künstlerischen Status erreicht zu haben, in dem die Lobeshymnen die kritischen Stimmen bei weitem übertönen.
1 M. Schwander: Cindy Sherman, Photoarbeiten 1975-1995, 1993, S. 9
2 W. Dickhoff: Cindy Sherman im Gespräch mit Wilfried Dickhoff ,1995, S.22
3 M. Schwander: Cindy Sherman, Photoarbeiten 1975-1995, 1993, S. 1
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Mit dieser Hausarbeit habe ich Neuland betreten. Bestand die Aufgabe in der Vergangenheit immer darin, das, was andere Leute bereits herausgefunden haben zusammenzutragen und wiederzugeben, so musste ich diesmal selbst herausfinden, was es mit den Sex Pictures auf sich haben könnte. Da ich leider keine Kunsthistorikerin mit dem entsprechenden Hintergrund bin, kann diese Arbeit sicherlich nicht den Anspruch einer vollständigen wissenschaftlichen Untersuchung der Sex Pictures erfüllen, aber sie ist eine erste Annäherung an das Thema. Aber vielleicht kann sie den ein oder anderen Menschen dazu anregen, die Sex Pictures einmal näher und vor allem kritischer zu betrachten, als es die Öffentlichkeit tut.
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2 Biografie
„Es gibt Hunderte von Fotos, auf denen Cindy Sherman zu sehen ist, aber kaum jemand weiß, wie Cindy Sherman als Cindy Sherman aussieht.“ 4
Cindy Sherman wurde am 19. Januar 1954 in Glen Ridge, New Jersey geboren und wuchs als jüngstes von sechs Kindern in Huntington Beach auf Long Island auf. 5 „Ich war ein Kind, das immer fernsah und dabei etwas anderes machte.“ 6 In einem Interview mit dem Kunstkritiker Wilfried Dickhoff erzählte sie, dass sie sich schon immer gerne verkleidete und in andere Rollen schlüpfte. Anstatt - wie bei kleinen Mädchen oft üblich- die Rolle der Mutter zu spielen, „war sie auf jeden Fall mehr interessiert an den hässlichen, bösen und angsteinflößenden Figuren aus den Märchen, die sie liebte.“ 7 Diese persönliche Vorliebe begleitete sie in den Jahren 1972-1976 , in denen sie am State University College in Buffalo, New York Kunst studierte. Nach ihrem Abschluss des „Bachelor of Arts“ zog sie 1977 nach New York City. Sie lebt dort bis heute mit ihrem Mann, dem französischen Videokünstler Michel Auder, und ihrem Papagei Frieda in einem Loft in Soho. Dort entstanden -in ihrem mit allen nur erdenklichen Requisiten, Kostümen und Masken ausgestatteten Studio- 1975 ihre fotografischen Werkzyklen.
Die Arbeiten Cindy Shermans waren in vielen Ausstellungen in den USA, in fast allen großen Städten Westeuropas (z.B. 1982 auf der Biennale in Venedig) und in Deutschland (z.B. 1982 auf der documenta 7 in Kassel, 1995 in den Hamburger Deichtorhallen, 1997 in der Kunsthalle Baden-Baden) zu sehen. 8
4 http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/46/25a.htm
5 Vgl. C. Sherman: Cindy Sherman, 1987, S.12
6 W. Dickhoff: Cindy Sherman im Gespräch mit Wilfried Dickhoff ,1995, S.9
7 W. Dickhoff: Cindy Sherman im Gespräch mit Wilfried Dickhoff ,1995, S.22
8 Vgl. http://www.sfgb-b.ch/d/4/tgprojekt/70erJahre_26_8/html/1_kuenstler/ku_sherman_allg.html
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3 Werk
Cindy Sherman hat sich in ihren Werkzyklen zwischen 1975 und 1995 ausschließlich mit der inszenierten Fotografie beschäftigt. Sie setzt sich jedoch innerhalb dieses Mediums mit einer Vielzahl anderer Medien auseinander wie z.B. Theater, Fernsehen, Kino, Zeitschriften oder Märchen. Ihr Spiel mit Rollen, Masken und Verkleidungen spielt sie allein, denn sie ist die meiste Zeit Fotografin, Regisseurin und Hauptdarstellerin in einer Person. Obwohl Cindy Sherman sich meistens selbst fotografiert, sind ihre Fotos keine Selbstbildnisse. „Ich sehe mich bloß als Modell, und das ist für mich eine andere Person.“ (...) „Ich versuche immer, in den Bildern soweit wie möglich von mir selbst wegzugehen“. 9
Ihre meist großformatigen Werke sind allesamt unbetitelt, durchnummeriert und lassen sich in Serien einteilen. Die Bezeichnungen der Serien (Film Stills, Centerfolds, Fashion, Fairy Tales, Disasters, History Portraits, Sex Pictures) stammen nicht von der Künstlerin. „Der einzigen Serie, der sie einen Titel gegeben habe, sind die Untitled Film Stills.“ 10
Um einen Eindruck von dem umfangreichen Werk der Künstlerin zu bekommen und um die Sex Pictures später besser darin einordnen zu können, habe ich an dieser Stelle einen kurzen chronologischen Abriss ihrer Arbeiten zusammengestellt. Ich beschränke mich bei der Darstellung der Werke auf die Entstehungsjahre 1977-1995, da die Literatur nur diese dokumentiert hat.
9 W. Dickhoff: Cindy Sherman im Gespräch mit Wilfried Dickhoff ,1995, S.9
10 W. Dickhoff: Cindy Sherman im Gespräch mit Wilfried Dickhoff ,1995, S.9
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Arbeit zitieren:
Diplom-Kommunikationswirtin Julia Schroeter, 2003, Cindy Sherman - Die Sex Pictures, München, GRIN Verlag GmbH
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