Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort 3
2 Biografie 5
3 Sein Werk 7
3.1 Aktfotografie 10
3.2 Modefotografie 13
3.3 Portraitfotografie 15
4 Kritische Positionen 17
5 Fazit und Ausblick 21
6 Literaturverzeichnis 22
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1 Vorwort
Helmut Newton wird als einer der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts gefeiert, der es als Mode -und Aktfotograf, aber auch als Gesellschaftsportraitist zu Weltruhm gebracht hat. Seine Fotos beschäftigen sich bevorzugt mit den Themen: Mode, Reichtum und Erotik und mit 10.000 DM Tagesgage gilt er heute als der teuerste Werbefotograf der Welt. Die Medien überhäufen ihn mit Lobeshymnen und schmeicheln dem „Meister der kühl-erotischen Fotografie“ mit Zitaten wie: „Seine Mode- und Aktfotografien sind Bravourstücke voll von Sinnlichkeit, Lust und Dekadenz.“. 1 Die einseitige Glorifizierung des „Genie“ Newtons und die kritiklose Rezeption seiner Werke haben mich stutzig gemacht und mich dazu bewogen, einmal genauer hinter die Kulissen des „Meisters“ zu blicken. Die Recherche für die „kritischen Positionen“ hat sich erwartungsgemäß als schwierig herausgestellt, denn seitdem das Werk des einstigen „Modegurus“ durch die Öffentlichkeit zu „Kunst“ erklärt wurde, scheint Newton einen Status erreicht zu haben, der ihn gegen jegliche Kritik immunisiert zu haben scheint. Wurden in den in den sechziger und siebziger Jahren noch vereinzelte Protestrufe seitens der feministischen Bewegung laut, herrscht heutzutage nur noch andächtiges Schweigen. Ein Schweigen, dass Newton selbst sehr entgegen zukommen scheint, denn der Fotograf erstickt jeglichen Versuch einer tieferen Auseinandersetzung mit seiner Person und seinem Werk stets im Keim. Mehr als ein schmales Rinnsal stets gleichbleibender und gleichformulierter Auskünfte ist von ihm nicht zu haben. Es gebe keine Botschaft. Hinter seinen Bildern sei nichts! Und mit seiner immer wieder zitierten Behauptung, er sei ja schließlich kein Künstler, scheint er jegliche kritische Annäherung unterbinden zu können. Mit dieser Hausarbeit möchte ich einen ersten Schritt in diese Grauzone wagen. Ich möchte sie denjenigen widmen, die genau wie ich ohne Hintergrundinformationen in eine seiner Ausstellungen gegangen ist und sich aus diffusen Gründen nicht dem Tenor allgemeiner Begeisterung anschließen konnten. Da ich keine Kunsthistorikerin mit dem entsprechenden Hintergrund bin, kann diese Arbeit sicherlich nicht den
1 http://www.zdf.msnbc.de/news/ 26.10.2000
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Anspruch einer wissenschaftlich fundierten Analyse des Werkes Newtons erfüllen, aber sie ist eine erste Annäherung und kann vielleicht den ein oder anderen dazu anregen, die nächste Ausstellung Newtons mit einem wissenderen Blick zu betrachten und die mediale Glorifizierung des „Künstlers“ noch einmal für sich selbst zu hinterfragen.
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2 Biografie
Helmut Newton wurde 1920 als Sohn eines jüdischen Knopffabrikanten in Berlin geboren und begann schon in frühester Kindheit, sich für Fotografie zu interessieren. Er träumte davon, einmal als „rasender Reporter“ durch die Welt zu ziehen. Mit zwölf bekam Newton seine erste Kamera geschenkt und jobbte bereits als 14-Jähriger hinter dem Rücken der Eltern in einem Fotostudio. Seine Eltern schickten ihn auf die amerikanische Schule in Berlin, aber er konnte sich für den Lehrbetrieb nur wenig begeistern und verließ im Alter von 16 Jahren die Schule. Er ging für zwei Jahre bei der Berliner Mode- und Werbefotografin Yva in die Lehre, die später im Konzentrationslager Auschwitz von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Im Jahr 1938 musste die jüdische Familie Newton aus Nazi-Deutschland fliehen. Die Eltern und der 10 Jahre ältere Bruder emigrierten nach Südamerika und der 18-jährige Helmut ging nach Singapur, wo er sich zunächst als Pressefotograf versuchte. Damit hatte er aber keinen großen Erfolg, da seine Bilder nicht den fotojournalistischen Vorstellungen der großen Tageszeitungen entsprachen. Die darauf folgenden 17 Jahre verbrachte er in Australien. Er schlug sich dort zunächst als Saisonarbeiter durch und diente fünf Jahre in der australischen Armee. In den darauffolgenden Jahren diente die Fotografie Newton als Broterwerb, wobei sich seine Arbeiten in dieser Zeit auf das Ablichten von Hochzeiten, Kindstaufen, Babyleibchen und Strickwaren beschränkten. Im Jahr 1947 lernte er seine zukünftige Frau June kennen und heiratete sie ein Jahr später. June Newton ist gelernte Schauspielerin und brachte es später unter dem Pseudonym Alice Springs ebenfalls zu einer beachtlichen Fotografenkarriere.1956 folgte Helmut Newton einem Angebot der „Vogue“ nach London. Da ihm aber das gesellschaftliche Klima Großbritanniens nicht behagte, brach er den Vertrag wieder und arbeitete fortan als freier Fotograf. Erst mit über 40 begann seine Karriere als Modefotograf in Paris. Newton löste in den 60er Jahren mit seinen Mode-und Werbefotos eine Art sexuelle Revolution aus. Seine Fotografien wurden fortan in allen großen Modezeitschriften wie z.B. Vogue, Harpers Queen, Nova, Elle oder Marie-Claire veröffentlicht. Seine Fotoserien für die
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französische „Vogue" brachen Tabus, irritierten und wurden als Meisterwerke einer neuen radikalen Ästhetik gefeiert. Neben dem wachsenden Ruhm brachte ihm sein „Erfolgsrezept“, Sex in die Mode zu tragen, auch den Ruf des Sexisten und Pornografen ein. Im Sommer 1973 erlitt Helmut Newton bei Modeaufnahmen in New York einen schweren Herzinfarkt und beschloss, künftig mehr Fotos für sich selbst zu machen und den Schwerpunkt seiner Arbeit weg von der Auftragsfotografie hin auf die Verwirklichung seiner eigenen Ideen und Phantasien zu verlegen. Ab 1974 realisierte Newton daraufhin eine Portraitserie der Stars aus der Welt des Films, der Künste und der Mode. Er fotografierte Prominente wie Catherine Deneuve, Andy Warhol oder Karl Lagerfeld. 1975 hatte der „Meister der kühl-erotischen Fotografie“ seine erste Ausstellung in der Nikon-Galerie Paris und ein Jahr später erhält er vom „Art Directors Club Tokyo" einen Preis für die beste Fotografie des Jahres. Sein erstes Nacktfoto schoss Helmut Newton erst in den Achtziger Jahren. Die Foto-Welt erlebte seitdem einen wahren Newton-Boom. Der Fotograf wurde mit Hommagen und Preisen überhäuft und 1992 erhielt er sogar das Bundesverdienstkreuz.
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Diplom-Kommunikationswirtin Julia Schroeter, 2001, Helmut Newton, Munich, GRIN Publishing GmbH
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