Inhaltsübersicht
INHALTSVERZEICHNIS I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
1. EINFÜHRUNG. 7
2. THEORETISCHER TEIL 9
3. DARSTELLUNG DER KONZEPTE. 32
4. BEWERTUNG UND ANALYSE 78
5. EMPFEHLUNGEN, TRENDS UND PRÄFERENZEN FÜR DIE PRAXIS. 85
ANHANGVERZEICHNIS 87
LITERATURVERZEICHNIS 100
Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
1. EINFÜHRUNG. 7
1.1. Einleitung 7
1.2. Problemstellung und Aufbau der Arbeit. 8
2. THEORETISCHER TEIL 9
2.1. Konzeption der Logistik. 9
2.1.1. Begriff und Aufgabenbereich Logistik 9
2.1.2. Ziele der Logistik 10
2.1.2.1 Logistikleistung/Servicegrad 11
2.1.2.2 Logistikkosten. 13
2.1.3. Logistikkette. 14
2.1.3.1 Beschaffungslogistik. 15
2.1.3.2 Produktionslogistik. 15
2.1.3.3 Distributionslogistik. 16
2.1.3.4 Entsorgungslogistik 17
2.1.4. Kreislaufwirtschaft 19
2.2. Lager. 21
2 2 1 Funktionen der Lagerhaltung 21
2.3. Montage 23
2.3.1 Einteilung der Montageaufgaben. 24
2.3.2 Vormontage und Endmontage. 25
2.4. Informationsfluss 25
2.4.1. Informationssysteme 26
2.4.2. Informationsflussmittel. 26
2.5. Materialfluss 27
2.5.1. Materialflusssteuerungskonzepte 28
2.3.1.1. Produktionsplanung und -steuerung nach dem Push-Prinzip 28
2.3.1.2. Produktionssteuerung nach dem Pull-Prinzip 30
3. DARSTELLUNG DER KONZEPTE. 32
3.1. Das Kanban-Verfahren 32
3.1.1. Definition und Philosophie von Kanban 33
3.1.2. Ziele. 33
3.1.3. Kanban - Voraussetzungen 34
3.1.4. Elemente der Kanban-Steuerung 36
3.1.3.1 Selbststeuernde Regelkreise. 37
3.1.3.2 Die Kanban-Karte 38
2.3.1.3. Die Anzahl der Kanban-Karten 39
3.1.3.3 Die verschiedenen Arten von Kanban-Karten 40
3.1.5. E-Kanban 43
3.2. Die produktionssynchrone Beschaffung. 47
3.2.1. Just-in-Time Konzept. 47
3.2.2. Ziele. 49
3.2.3. Voraussetzungen für Just-in-Time. 52
3.2.4. Grundkonzepte der Just-in-Time Strategie. 53
3.2.4.1. Exkurs 54
3.2.4.2. Direktabruf 57
II
3.2.4.3. Lieferantenansiedlung in Werksnähe des Abnehmers 58
3.2.4.4. Gemeinsame Bestandsteuerung 60
3.2.5. Bausteine der produktionssynchronen Beschaffung. 62
3.2.5.1. Teileauswahl. 62
3.2.5.2. Lieferantenauswahl 65
3.2.5.3. Informationsflussgestaltung 67
3.2.5.4. Materialflussgestaltung. 69
3.2.5.5. Vertragliche Regelungen 72
3.2.6. Just-in-Sequence. 73
3.3. Steuerung mit JiT und Kanban. 75
4. BEWERTUNG UND ANALYSE 78
4.1. Vor und Nachteile. 78
4.1.1. Kanban 78
4.1.1.1. Vorteile 78
4.1.1.2. Nachteile 79
4.1.2. Produktionssynchrone Beschaffung 80
4.1.2.1. Vorteile 80
4.1.2.2. Nachteile 81
4.2. Wirtschaftlichkeitsbetrachtung 82
4.3. Nutzwertanalyse. 84
5. EMPFEHLUNGEN, TRENDS UND PRÄFERENZEN FÜR DIE PRAXIS. 85
ANHANGVERZEICHNIS 87
LITERATURVERZEICHNIS. 100
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 2-1: Logistik-Konzeption.
Abbildung 2-2: Elemente der Logistikleistung.
Abbildung 2-3: Logistikkette.
Abbildung 2-4: Produktionslogistik.
Abbildung 2-5: Entsorgungslogistik.
Abbildung 2-6: Kreislaufwirtschaft.
Abbildung 2-7: Montage als Teilsystem des Produktionssystems.
Abbildung 2-8: Tätigkeitsgruppen beim Montieren.
Abbildung 2-9: Herkömmliches Bring-Prinzip versus Hol-Prinzip (Kanban)
Abbildung 2-10: Vom Push-Prinzip zum Pull-Prinzip
Abbildung 3-1: Selbststeuernde Kanban-Kreisläufe.
Abbildung 3-2: Muster Kanban-Karte.
Abbildung 3-3: Elektronische Kanban-Tafel.
Abbildung 3-4: Elektronisches Kanban in Überblick.
Abbildung 3-5: Ziel einer JiT-Anlieferung
Abbildung 3-6: Rationalisierungspotenziale in den Logistikkosten.
Abbildung 3-7: Konzepte der produktionssynchronen Belieferung.
Abbildung 3-8: Gebietspediteurkonzept
Abbildung 3-9: Direktabruf
IV
Abbildung 3-10: Informations- und Materialfluss zwischen Daimler Benz und
Keiper-Recaro. 59
Abbildung 3-11: Verfügbarkeit relevanten Informationen vor und nach der
Einführung des Speditionsmodells. 61
Abbildung 3-12: Bestellvorgang Just-in-Time 69
Abbildung 3-13: Übersicht von Informations- und Materialflussströme bei DC
Werk in Wörth 72
Abbildung 3-14: Just-in-Sequence Ablauf bei Adam Opel AG 75
Abbildung 3-15: Steuerung mit JiT und Kanban. 77
V
Abkürzungsverzeichnis
ASL Automatisches Staplerleitsystem
ATB Auftragsteilebedarfsrechnung
CAD Computer Aided Design
EDI Electronic Data Interchange
FB Frachtbrief
GLT Großladungsträger
i. O. In Ordnung
JiS Just in Sequence
JiT Just-in-Time
KLT Kleinladungsträger
LAB Lieferabruf
LS Lieferschein
LT Ladungsträger
MBK Materialbegleitkarte
MLT Mittlerer Ladungsträger
MW Materialwirtschaft
OEM Original Equipment Manufacturer
PAB Produktionssynchroner Abruf
QP Qualitätsprüfung
QS Qualitätssicherung
QS-B Qualitätssicherung Band
u.a.m. und andere mehr
WE Wareneingang
z. B. zum Beispiel
VI
1. Einführung
1.1. Einleitung
Die derzeitige Unternehmenssituation wird mehr und mehr von den sich verändernden gesetzlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen des Weltmarktes geprägt. Das Wachstum der reifen Industrien stagniert, und der Wettbewerb erfährt eine immer stärkere Globalisierung. Dazu kommen fehlende Aufträge, weiter steigende Kosten und Steuerbelastungen. Die Produktlebenszyklen verkürzen sich, der Kostendruck steigt, Bestände sind unerwünscht. Die Märkte werden zunehmend international. Die Markttransparenz und der Wettbewerbsdruck steigen.
Die verschärften Wettbewerbsbedingungen zwingen die Unternehmen zum Handeln. Um konkurrenzfähig zu bleiben, ist eine auf die Markterfordernisse ausgerichtete Unternehmensstrategie unerlässlich. Dabei ist nicht nur die Formulierung und Umsetzung von Teilzielen notwendig, vielmehr muss die gesamte Logistikkette berücksichtigt werden, um deutliche Verbesserungen zu erzielen.
Als Reaktion auf die dramatischen Veränderungen der letzten Jahre wurden in der Fachliteratur und den Tageszeitungen eine Vielzahl von Managementmethoden und Führungstechniken vorgestellt und diskutiert. Jeder Trend geht mit einer Reihe von Schlagworten, wie z. B. „Lean Management", „Simultaneous Engineering", „Kanban", „Just in Time“, „Business Process Reengineering" usw. einher, um nur einige zu nennen. Gemeinsam haben alle Methoden, dass mit den verschiedenen Konzepten der dringend notwendige Wettbewerbsvorsprung realisiert und Kosteneinsparungspotentiale ausgeschöpft werden sollen.
Kapitel 1 Einführung
1.2. Problemstellung und Aufbau der Arbeit
Ziel der Diplomarbeit ist, das Kanban und JiT - Konzept (Just in Time) als Produktions- und Logistikstrategie vorzustellen. Material- und Informationsflüsse werden dabei näher beleuchtet, Vor- und Nachteile der Konzepte aufgezeigt und eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sowie Nutzwertanalyse durchgeführt. Als Untersuchungsobjekt wurde u. a. die Automobilbranche gewählt, da diese einen Kristallisationspunkt für die Konzepte in der Bundesrepublik Deutschland darstellte. Hohe Produktionszahlen bei höchsten Qualitätsansprüchen und hoher Variantenvielfalt haben hier früher die Einführung der Logistik- Konzepte er-fordert, als dies in anderen Branchen der Fall war. 1 In dem folgenden Kapitel 2 handelt es sich um die Konzeption der Logistik. Es wird unter anderem auch auf die zu behandelnden Montage- und Lagerbereiche eingegangen. Weiterhin werden die Grundlagen des Material- und Informationsflusses charakterisiert.
Das 3. Kapitel bildet den ersten Schwerpunkt dieser Arbeit und stellt das Kanban- sowie Just in time Konzept differenziert dar. Den Abschluss dieses Kapitels bildet ein Überblick über den Zusammenhang den beiden Steuerungskonzepten.
Kapitel 4 behandelt den zweiten Schwerpunkt der Diplomarbeit. Zu Beginn werden die Vor- und Nachteile der Konzepte erläutert, die bei einer Optimierung unerlässlich sind. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die Wirtschaftlichkeits-und die Nutzwertanalyse vorgestellt und bewertet. Eine zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Wirkungen der Konzepte sowie deren Entwicklung in der Automobilindustrie folgt schließlich in Kapitel 6.
1 vgl. Jünemann, R.: Materialfluss und Logistik: systemtechnische Grundlagen mit Praxisbei-
spielen, Springer-Verlag, Berlin 1989, S.90
8
2. Theoretischer Teil
2.1. Konzeption der Logistik
Anhand der Logistik-Konzeption sollen zunächst verschiedene Betrachtungs-und Gestaltungsebenen dargestellt werden.
2.1.1. Begriff und Aufgabenbereich Logistik
Der Begriff Logistik stammt aus dem Militärischen und bedeutet die Lehre von der Planung, der Bereitstellung und dem Einsatz, der für militärische Zwecke er-forderlichen Mittel. Nachdem sich in den neunziger Jahren zunehmend herauskristallisiert hat, welche Potentiale in den logistischen Prozessen stecken, hat sich die Betriebswirtschaft mehr und mehr mit dem Logistikbegriff beschäftigt. 3
2 Quelle: TU Dresden, Lehrstuhl für BWL, insbesondere Logistik, Prof. Dr. Rainer Lasch
3 vgl. http://www.tis-gdv.de/tis/tagungen/svt/svt01/heiserich
Kapitel 2 Theoretischer Teil
Unter Logistik versteht man im weitesten Sinne die marktorientierte, integrierte Planung, Gestaltung, Abwicklung und Kontrolle des gesamten Material- und des dazugehörigen Informationsflusses zwischen einem Unternehmen und seinen Lieferanten sowie zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden. 4 Die Logistik ist somit eine ganzheitliche auf den Markt ausgerichtete Querschnittsfunktion. Sie umfasst damit die materielle Versorgung der Produktion, die integrierte Bedarfsplanung und die Warenverteilung einschließlich der damit verbundenen Planungs-, Steuerungs-, Informations- und Kontrollsysteme. 5 „Logistik hat also dafür Sorge zu tragen, dass eine Senke, also ein Empfangspunkt, gemäß seines Bedarfs mit der richtigen Ware, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, zum richtigen Zeitpunkt sowie zu den minimalen Kosten ver-sorgt wird.“ 6 Dies beinhaltet demnach eine Raum- und Zeitüberbrückung zwischen der Güterbereitstellung durch den Endabnehmer. Somit ist das Ziel jeder logistischen Aktivität, den Logistikerfolg zu optimieren. 7
2.1.2. Ziele der Logistik
Das allgemeine ökonomische Ziel der Effizienz bedeutet für die Logistik, dass die Kosten der logistischen Prozesse für die jeweilige Leistung minimal und ihre Leistung bei dem jeweiligen Kosten umgekehrt maximal sein sollen. 8 Die Logistik ist die Planung, Steuerung, Durchführung und Kontrolle effizienter und wirtschaftlicher Materialbewegungen für Rohmaterial, Halbfertigerzeugnisse und Fertigerzeugnisse mit den dazugehörigen Informationen vom Ort der Erstellung bis zum Verbrauch mit dem Ziel, die Kundenwünsche zu erfüllen.
4 vgl. Schulte, C.: Logistik, Wege zur Optimierung des Material- und Informationsflusses, Verlag
Franz Vahlen, 3. Auflage, München 1999, S. 1
5 vgl. Pfohl, H.-C.: Logistiksysteme, Betriebswirtschaftliche Grundlagen, Springer Verlag, Hei-
delberg 1996, S 2-3
6 Bichler K., Schröter N.: Praxisorientierte Logistik, Kohlhammer Verlag, 3. Auflage, Stuttgart
1995, S. 18
7 vgl. Schulte, C.: Logistik, Vahlen Verlag, München 1995, S. 6
8 vgl. Arnold D., Isermann H., Kuhn A., Tempelmeier H.: Handbuch Logistik, Springer Verlag,
Berlin 2002, S. 1-8
10
Kapitel 2 Theoretischer Teil
Die Logistik ist somit eine ganzheitliche Querschnittsfunktion mit Marktausrichtung. Sie umfasst damit die Versorgung der Produktion mit Materialien, die integrierte Bedarfsplanung und die Warenverteilung einschließlich der damit ver-bundenen Planungs-, Steuerungs-, Informations- und Kontrollsysteme. 9
2.1.2.1 Logistikleistung/Servicegrad
Elemente der Logistikleistung sind im Wesentlichen die Lieferzeit, die Lieferzuverlässigkeit, Lieferflexibilität, Lieferqualität und Informationsfähigkeit.
Abbildung 2-2: Elemente der Logistikleistung.
9 vgl. Becker, J., Rosemann, M.: Logistik und CIM. Die effiziente Material- und Informations-
flussgestaltung im Industrieunternehmen, Springer Verlag, Berlin 1993, S. 8
11
Kapitel 2 Theoretischer Teil
In der Literatur wird die Lieferzeit als die Zeit zwischen der Erteilung des Auftrages (Bestelleingang) bis zum Zeitpunkt der Verfügbarkeit der Ware bei dem Kunden (Auslieferung oder Abnahme) verstanden. Sie wird durch die Durchlaufzeit der zur Kundenabwicklung notwendigen Prozesse und somit durch die Bevorratungsstrategie (Festlegung der auftragsorientierten und auch der anonymen Prozesse) bestimmt. 10
Mit der Lieferzuverlässigkeit wird die Wahrscheinlichkeit erfasst, mit der die Lieferzeit eingehalten wird. Zu den Einflussfaktoren der Lieferzuverlässigkeit gehören die Zuverlässigkeit des Arbeitsablaufs und die Lieferbereitschaft. Die Zuverlässigkeit des Arbeitsablaufs beginnt mit der Annahme des Auftrages im Unternehmen des Lieferanten und endet mit der Bereitstellung der Sendung zum Versand und der Übergabe an den beauftragten Transporteur. Insbesondere bei einer mehrstufigen Produktion ist das Risiko der Verlängerung von Durchlaufzeiten in der Fertigung besonders groß. Dadurch sinkt die Aussicht, dass die vereinbarte Lieferzeit eingehalten wird. Die Lieferbereitschaft wird daran gemessen, ob der Bedarf unmittelbar aus vorhandenen Beständen befriedigt werden kann. 11
Die Lieferflexibilität bezeichnet die Fähigkeit des Auslieferungssystems, auf besondere Kundenwünsche einzugehen. Darunter fallen erstens die Modalitäten der Auftragserteilung wie zum Beispiel die Abnahmemengen, Zeitpunkt und Art der Auftragsübermittlung sowie die Lieferungsmodalitäten wie Art der Verpackung, Transportvarianten, Lieferung auf Abruf.
10 vgl. Schulte, C.: Logistik, Wege zur Optimierung des Material- und Informationsflusses, Ver-
lag Franz Vahlen, 3. Auflage, München 1999, S. 5 ff.
11 vgl. Bode W.: Praxishandbuch-Serie Logistik, S. 21 ff.
12
Kapitel 2 Theoretischer Teil
Die Lieferqualität beschreibt zum einen die Übereinstimmung gelieferten Güter mit dem Auftrag bezüglich der Menge und der Qualität, zum anderen deren Zu-stand bezüglich der Verschmutzung, Beschädigungen u. ä. 12 Mit der Informationsfähigkeit wird die Fähigkeit gemeint, Kundenanfragen vor und nach der Auftragserteilung schnell und genau beantworten zu können. Informationswünsche können sich zum Beispiel auf Liefermöglichkeiten, den Stand des Auftrages o-
der Beschwerden bei mangelnder Auslieferung beziehen. 13
2.1.2.2 Logistikkosten
Die Logistikkosten können grob in vier Kostenblöcke eingeteilt werden: 1. System- und Steuerungskosten. 2. Bestandkosten. 3. Lagerkosten und 4. Transportkosten.
Die Systemkosten umfassen die Kosten der Gestaltung, der Planung sowie der Kontrolle des Materialflusses. Die Steuerungskosten befassen sich mit der Produktionsprogrammplanung, Disposition, Fertigungssteuerung etc. Die Bestandskosten entstehen durch die Vorratshaltung der Bestände und beinhalten unter anderem die Kapitalkosten zur Finanzierung der Bestände, Versicherungen, Abwertungen und Verluste.
Die Lagerkosten sind im Wesentlichen Kapitalbindungskosten, sie hängen von der Bestandshöhe und der Lagerdauer ab. Sie entstehen durch die Vorratshaltung der Güter und beinhalten unter anderem die Kapitalkosten zur Finanzierung der Bestände, Versicherungen, Abwertungen und Verluste.
12 vgl. Arnold D., Isermann H., Kuhn A., Tempelmeier H.: Handbuch Logistik, Springer Verlag,
Berlin 2002, S. 1-8
13 vgl. Schulte, C.: Logistik, Wege zur Optimierung des Material- und Informationsflusses, Ver-
lag Franz Vahlen, 3. Auflage, München 1999, S. 8
13
Kapitel 2 Theoretischer Teil
Zu den Transportkosten gehören Kosten des internen und externen Werksverkehrs. Außerdem ist ein Anteil der Transportkosten in den Einkaufskosten versteckt (Kosten die der Lieferant für den von ihm durchgeführten Transport zum Abnehmer einkalkuliert hat).
Eine verursachungsgerechte Schlüsselung der Logistikkosten auf relevante „Kostentreiber“ ist mit Hilfe der Prozesskostenrechnung möglich. 14
2.1.3. Logistikkette
Die Logistikkette ist das logistische System und wird in der Regel in vier Bereiche untergliedert: Beschaffungslogistik, Produktionslogistik, Distributionslogistik und Entsorgungslogistik.
Abbildung 2-3: Logistikkette.
14 vgl. Schulte, C.: Logistik, Wege zur Optimierung des Material- und Informationsflusses, Ver-
lag Franz Vahlen, 3. Auflage, München 1999, S. 8
14
Kapitel 2 Theoretischer Teil
Die Beschaffungslogistik stellt heute eine Managementfunktion dar. Das wesentliche Ziel der Beschaffungslogistik ist, das benötigte Material, die Handelswaren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in der benötigten Menge, in der richtigen Qualität, zum erforderlichen Termin sowie zu einem bestmöglichen Preis/Leistungsverhältnis bereitzustellen. 15 Die Aufgaben der Beschaffungslogistik sind weit gefächert. Sie reichen von der Warenannahme und -prüfung, Lagerhaltung und -verwaltung, Lagerdisposition bis zu der Planung, Steuerung und Kontrolle des Material- und Informationsflusses. Das Gewicht dieser logistischen Aufgaben ist in den einzelnen Beschaffungssituationen sehr unterschiedlich ausgeprägt. In Abhängigkeit von der Art der Güter, der Struktur der Beschaffungsmärkte sowie den Verhaltensweisen der Entscheidungsträger hat die Logistik entweder eine dominierende oder eine unterstützende Funktion. Neben diesen Aufgaben trägt die Beschaffungslogistik auch noch dazu bei, dass das unternehmerische Hauptziel, die Rentabilitätsmaximierung, mit wichtigen Unterzielen erreicht wird. Zum Beispiel führt sie zu einer Verhinderung bzw. Beseitigung einer hohen Kapitalbindung oder lässt erkennen, ob eine Eigen-oder Fremdfertigung für das Unternehmen günstiger ist. Daneben schafft die Beschaffungslogistik Voraussetzungen die Produktinnovation und Marktbearbeitung besser zu forcieren. 16
2.1.3.2 Produktionslogistik
Unter Produktionslogistik versteht man die Gesamtheit der logistischen Aufgaben und Maßnahmen bei der Vorbereitung und Durchführung der Produktion. „Die Hauptaufgabe der Produktionslogistik ist es, den Prozess zur Herstellung von Gütern bis zur Einstellung in das Fertigwarenlager zu planen und zu begleiten.“ 17
15 vgl. Bichler K., Schröter N.: Praxisorientierte Logistik, Kohlhammer Verlag, 3. Auflage, Stutt-
gart 1995, S. 71
16 vgl. www.cgi.uni-kassel.de/~dbupress/ download_inhalt.pdf.cgi3-933146-49-6
17 Kluck D.: Materialwirtschaft und Logistik, Lehrbuch mit Bespielen und Kontrollfragen, Schäf-
fer-Poeschel Verlag, 2. Auflage, Stuttgart 2002, S. 142
15
Kapitel 2 Theoretischer Teil
Abbildung 2-4: Produktionslogistik. 18
Das heißt sie beschäftigt sich mit den innerbetrieblichen Transport-, Umschlag-und Lageraufgaben, und zwar sowohl mit der lang- und mittelfristigen Planung als auch mit deren kurzfristig-operativer Steuerung. 19
2.1.3.3 Distributionslogistik
Die Distributionslogistik umfasst die Gestaltung, Steuerung und Kontrolle aller Prozesse, die notwendig sind, um Güter (Fertigprodukte und Handelswaren) von Industrie- oder Handelsunternehmen zu dessen Kunden zu überführen. Sie stellt somit ein Bindeglied zwischen der Produktion und der nachgelagerten Wirtschaftsstufe dem nachfragenden Kunden dar und ist auf die externe Markt-versorgung gerichtet. Diese direkte Verbindung zum Absatzmarkt macht deutlich, warum für die Distributionslogistik oft der Begriff (absatzseitige) Marketing-Logistik verwendet wird. Die effiziente Bereitstellung von Waren für den Kunden unter Einhaltung vorgegebener Gütekriterien ist die Grundaufgabe der Distributionslogistik. Sie übernimmt dabei eine Ausgleichsfunktion bezüglich der Dimensionen Raum, Zeit, Menge und Sortiment zwischen den Wirtschaftsstufen Produktion und Absatzmarkt. Als grundsätzliche physische Distributionsprozesse können angesehen werden:
x Transport (zur Lagernachbelieferung und zur Kundenbelieferung) x Lagerung, Umschlag und Kommissionierung sowie x verschiedene administrative Aufgaben im Rahmen der Auftrags- und Bestellabwicklung. 20
18 Quelle: TU Dresden, Lehrstuhl für BWL, insbesondere Logistik, Prof. Dr. Rainer Lasch
19 vgl. Becker J., Rosemann M.: Logistik und CIM, Die effiziente Material- und Informations-
flussgestaltung im Industrieunternehmen, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, Lon-
don, Paris, Tokyo, Hong Kong, Barcelona, Budapest, 1993, S. 91
16
Kapitel 2 Theoretischer Teil
Die Entsorgungslogistik ist eines der jüngeren Teilgebiete der Logistik. Unter Entsorgungslogistik versteht man die Tätigkeiten, die zur Verwertung von Abfallprodukten, dem Ausschuss, überalterten Fertigwarenbeständen und recycelbaren Materialien notwendig sind. Dazu gehören unter anderem die getrennte Lagerung, Sammlung, Disposition und bei verwertbaren Materialien die Rück-
führung in den Produktionsprozess. 21
Die Aufgaben der Entsorgungslogistik bestehen in der Erfassung der Abfallströme, der Optimierung und Reduzierung von Abfallmengen sowie der Ausweitung der inner- und überbetrieblichen Organisationsstrukturen. Als Teilprozesse des gesamten Entsorgungsprozesses fallen logistische Prozesse, Aufbereitungs- und Entsorgungsprozesse an.
20 vgl. www.hochschulstellenmarkt.de/info/a/ab/absatzlogistik.html#Begriff%20Distributionslogis-
tik
21 vgl. Kluck D.: Materialwirtschaft und Logistik, Lehrbuch mit Bespielen und Kontrollfragen,
Schäffer-Poeschel Verlag, 2. Auflage, Stuttgart 2002, S. 130 ff.
17
Kapitel 2 Theoretischer Teil
22 Quelle: Schulte, C: Logistik, Verlag Vahlen, München 1999, S. 416
18
Kapitel 2 Theoretischer Teil
Man unterscheidet in der Entsorgungslogistik zwischen ökonomischen und ökologischen Zielen. Die ökonomischen Ziele beinhalten die Gewährleistung einer attraktiven Entsorgungsdienstleistung im Sinne von benötigter Entsorgungszeit, Termintreue, Flexibilität sowie die Minimierung der gesamten Entsorgungskosten. Die ökologischen Ziele befassen sich mit der Reduzierung des Einsatzes natürlicher Ressourcen auf der einen Seite und mit der zielkongruenten Gestaltung der Emissions- und Immissionswirkungen der Objekte und Prozesse unter der Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen auf der anderen Seite. 23
2.1.4. Kreislaufwirtschaft
In Deutschland wurde das bisherige lineare System der Güterherstellung vom Produzenten zum Kunden durch ein zyklisches System und zwar durch eine Kreislaufwirtschaft ersetzt. Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es, ähnlich wie in der Natur Kreisläufe zu entwickeln, die sich in gewisser Weise „selbst am Leben erhalten“. 24
Die Grundsätze der Kreislaufwirtschaft sind seit dem Inkrafttreten des KrW/AbfG unverändert geblieben: Abfälle sind in erster Linie zu vermeiden, insbesondere durch die Verminderung ihrer Menge und Schädlichkeit. In zweiter Linie sind sie stofflich zu verwerten oder zur Gewinnung von Energie zu nutzen. Erst wenn Abfälle nicht verwertet werden können, müssen sie beseitigt werden, um sie dauerhaft von der Kreislaufwirtschaft auszuschließen. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz sorgt also bereits in der Konzeption und Herstellung von Produkten dafür, dass möglichst schadstofffreie Materialien, die gut zu recyceln sind, Verwendung finden. 25
23 vgl. Schulte, C.: Logistik, Wege zur Optimierung des Material- und Informationsflusses, Ver-
lag Franz Vahlen, 3. Auflage, München 1999, S. 415 ff.
24 vgl. Arnold D., Isermann H., Kuhn A., Tempelmeier H.: Handbuch Logistik, Springer Verlag,
Berlin 2002, S. B 6-2
25 vgl. Kluck D.: Materialwirtschaft und Logistik, Lehrbuch mit Bespielen und Kontrollfragen,
Schäffer-Poeschel Verlag, 2. Auflage, Stuttgart 2002, S. 174 ff.
19
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Waldemar Scheuermann, 2005, Analyse und Optimierung der Materialfluss- und Informationsfluss-Prozesse zwischen Lager- und Montagebereichen in einem Automobilwerk, München, GRIN Verlag GmbH
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Einige nützliche Informationen, jedoch wird nahezu ausschließlich auf das Kanban Verfahren eingegangen, dabei gibt es noch so viel mehr!
Ich hätte dieser Arbeit keine 2.0 als Note gegeben.
MfG
J. Engel
am Tuesday, January 12, 2010-