Institut für Sportwissenschaft
Universität Rostock
WS 2002 / 2003
Probleme und Vorteile sozialer Interaktion im Segeln
Martin Setzkorn
2
Einleitung ... 3
1. Besonderheiten der Interaktion im Segeln ... 3
1.1 Grundlagen ... 3
1.2 Dauer der Interaktionsphasen... 4
1.3 Platz während der Interaktionsphasen... 4
1.4 Unbewusste und bewusste Interaktion beim Segeln ... 4
1.5 Verbale Interaktion beim Segeln... 5
2. Emotionen Auswirkungen der Interaktion ... 6
2.1 Ursachen der Emotion... 6
2.2 Emotionserkennung... 6
2.3 Positive und negative Emotionen und ihr Einfluss auf die Leistung ... 7
3. Beispiele und ihre Auswirkung auf Leistung und soziale Entwicklung ... 8
3.1 Leistung im Segelsport... 8
3.2 Soziale Entwicklung... 8
3.3 Einordnungsprinzip ... 9
3.4 Verantwortungsbereitschaft ... 9
3.5 Situationsanalysen... 10
4. Beispiel... 11
5. Zusammenfassung... 12
Literaturverzeichnis... 12
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Einleitung
Die Wahl dieses Themas fiel mir sehr leicht, da bereits eine Vielzahl von Erfahrungen zu
diesem Thema vorhanden sind, sowohl als Sportler als auch als Übungsleiter.
Die Analyse und Interpretation von Problemen und Vorteilen sozialer Interaktion im Sport
kann man mit Sicherheit nicht auf den nachfolgenden Seiten komplett abhandeln. Aber
zumindest kann man einige Einblicke in gezielte Themen ermöglichen. Im Vordergrund
dieser Arbeit soll vor allem der emotionale Bereich, und seine eventuellen Auswirkungen auf
die Leistung der Sportler stehen.
An verschiedenen, real abgelaufenen Beispielen, soll das dargelegt und hinterfragt werden.
Natürlich wird vorher noch auf die beim Segeln stark veränderten Bedingungen eingegangen
um ein möglichst klares Bild über die Situation der Segler zu erstellen.
1. Besonderheiten der Interaktion im Segeln
1.1 Grundlagen
Es gibt verschiedene Punkte im Segelbereich die sich erheblich abheben, im Vergleich zu
anderen Sportarten. Es sind Faktoren wie Raum, Zeit aber auch Umwelteinflüsse die ständig
wechselnd auf die Teilnehmer einwirken.
In dieser Arbeit spielen diese Faktoren eine erhebliche Rolle, da sich die Arbeit auf ein
Zweimannboot bezieht, den sogenannten ,,420er". Dieser Bootstyp ist sehr stark verbreitet.
Erkennbar ist dies an den vielen Regatten, die im Laufe der Saison mit diesem Bootstyp
stattfinden. Sie weisen immer wieder eine sehr hohe Teilnehmerzahl auf. Das Alter der
Sportler liegt in dieser Bootsklasse zwischen 15 und 19 Jahren. Es kann sowohl von
weiblichen, als auch von männlichen Crews gesegelt werden. Natürlich sind auch gemischte
Mannschaften möglich.
Der Name der Bootsklasse ,,420er" gibt nichts anderes wieder, als die Länge des Schiffes in
cm - also Länge = 420 cm. Die Crew besteht aus zwei Personen. Die eine Person steuert das
Schiff, deshalb ,Steuermann'. Sie bedient auch das Großsegel.
Die zweite Person nennt sich ,Vorschoter', verantwortlich für das Vorsegel, den Spinnaker
sowie für den Gewichtsausgleich.
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1.2 Dauer der Interaktionsphasen
Beim Training befindet man sich zwischen 2 und 4 Stunden zusammen auf dem Boot.
Regatten können 4 bis 8 Stunden dauern. Hierzu kommt noch die Vorbereitungsphase mit
Anfahrt, Zeltaufbau und Aufriggen des Bootes. Im Anschluss an eine Regatta nehmen
Auswertung, Abriggen und Heimfahrt noch einmal mehrere Stunden in Anspruch.
Beim Training gibt es Kontakt zum Trainer, aber bei einer Regatta ist dieser untersagt. So
sind die Crewmitglieder völlig auf sich gestellt.
1.3 Platz während der Interaktionsphasen
Der Platz beschränkt sich auf 420 cm Länge und 154 cm Breite. Es gibt also keine
Privatsphäre und man kann nach einem Streit nicht einfach davon gehen. Man muss während
einer Regatta für 4 bis 8 Stunden miteinander auf engstem Raum auskommen.
Zusätzlich wird die Bewegung durch die Labilität des Bootes durch unzählige Schoten und
Blöcke sowie Klemmen eingeschränkt. Der Trockenanzug oder Neoporenanzug, die
Schwimmweste und die Trapezhose begrenzen den Sportler in seinen Aktionen.
1.4 Unbewusste und bewusste Interaktion beim Segeln
Auf dem Boot laufen verschiedene Prozesse ab. Einige davon sind bewusst, andere unbewusst
ablaufend. So wird ein Manöver, das durch ein Signal, sei es sprachlicher oder körperlicher
Natur eingeleitet wurde, sehr bewusst von beiden ausgeführt. Auf der anderen Seite muss man
auf jede Bewegung des anderen reagieren. Legt zum Beispiel der Steuermann sein Gewicht
mehr auf die linke Seite des Schiffes muss der Vorschoter reagieren und seinen
Körperschwerpunkt mehr nach rechts bewegen. Sollte diese Reaktion nicht erfolgen wird die
Crew schnell dafür bestraft. Das Boot kann langsamer werden und im schlimmsten Falle
kentern. So ist eine körperliche Trotzreaktion an Bord nur schwer möglich. Einfach die Arme
verschränken und nichts tun würde sofort bestraft werden.
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