innerhalb der GKV, diese als Neu-Mitglieder aufzunehmen, kann nur als Verbrennung von
Milliarden Euro innerhalb des Systems bezeichnet werden.
Wenn Versicherte überhaupt etwas davon haben, dann sind es geringe finanzielle
Erstattungen für NordicWalking-Kurse, Teilnahme im Fitnisstudio und der Teilnahme an
„Pilates“-Kursen. Es gibt sicher noch einige weitere Erstattungsmöglichkeiten zu Gunsten der
gesunden Versicherten.
Aus der Mitte unserer Gesellschaft rührt sich dazu keinerlei Protest. Staunende Gesichter und
ungläubiges Kopfschütteln erlebe ich, sobald diese Thematik von mir angesprochen wird.
Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V. hat mir zu
diesem Thema folgende schriftliche Stellungnahme zukommen lassen. Ich zitiere daraus
wortwörtlich:
„ Die Bevölkerung wird absichtlich dumm gehalten, damit mündige Entscheidungen
nicht möglich sind. Zusätzlich werden die Versicherten und Patienten für unmündig erklärt.
Deshalb besteht auch kein nachhaltiges Interesse der Bevölkerung an der Einmischung in den
Sachfragen des Gesundheitswesens.“ Zitat Ende.
Dem Bürger werden Jahr für Jahr höhere Beiträge von den GKV-Krankenkassen abverlangt.
Die Anhebungen haben wenig oder gar nichts mit Bestrebungen der Verbesserungen
medizinischer Leistungen in unserem Land zu tun. Wenn Leistungsausgaben im größeren
Umfang zugenommen haben, dann sind es die für Arzneimittel, weil die Politik und
Funktionäre der Kassen nicht in der Lage sind, der Pharmaindustrie ihre gewieften Verkaufs-und Verordnungstricks Grenzen aufzuzeigen. Bis heute hat die Pharmalobby es geschafftbis ins Bundeskanzleramt hinein - die immer wieder von den Vertragsärzten geforderte
Einführung einer Positivliste für Arzneimittel zu verhindern.
Für alle Mitglieder der über 200 GKV-Krankenkassen wird im Oktober d.J. eine
einschneidende Beitragserhöhung als einheitlicher Beitragssatz für den ab Januar 2009
geltenden Gesundheitsfonds von der Politik festgelegt. Mitglieder bisher preiswerter
Betriebskrankenkassen werden durchaus mit 15% und mehr ihres bisherigen Beitragssatzes
belastet. Die Mitglieder der bundesweiten Krankenkassen, die bisher schon einen sehr viel
höheren Beitrag leisten, werden ebenfalls nicht an einer nennenswerten Erhöhung
vorbeikommen. Was als geradezu skandalös nach Einführung des Gesundheitsfonds
stattfindet, sind die gesetzlich erlaubten Zusatzbeiträge bis zu 10% vom Gesundheitsfonds,
die alle Krankenkassen vom Mitglied ergänzend erheben dürfen. Hier bleibt also weiterhin die
Möglichkeit einzelner Krankenkassen, mit diesen Zusatzbeiträgen ihre machtpolitischen
Spiele fortzusetzen -zu Lasten der Beitragszahler und der kranken Versicherten.
Zurückkommend auf den Gesundheitsfonds, die Finanzmittel also, die den Krankenkassen für
ihre Finanzierungen ihrer Leistungen aus dem Sozialgesetzbuch zur Verfügung gestellt
werden sollen. Die Zuweisungen der Finanzmittel - aus dem Gesundheitsfonds - erfolgen
nach Maßstäben der statistisch nachgewiesenen Versicherten-Krankheiten (Fachbegriff:
Morbiditätsorientierung) von einer zentralen Stelle. Vereinfacht dargestellt: Viele chronisch
Kranke gleich höhere Finanzzuweisungen, weniger chronisch Kranke gleich niedrigere
Zuweisungen.
Da die niedergelassenen Vertragsärzte (Allgemein- und Fachärzte) im Rahmen der Reform ab
2009 eine höhere Honorarvergütung bis zu 2,7 Milliarden Euro erhalten sollen, will ich hier
für den interessierten Leser auf folgende Fakten hinweisen:
Jeder Kassenpatient kann die derzeitige „Zwei-Klassen-Medizin“ spüren. Insbesondere beim
Hausarzt finden schon länger nicht mehr alle diagnostischen Untersuchungen für die
Bestimmung der Vorbereitung einer zu veranlassenden Therapie statt. Es ist kein böser Wille
des Arztes; es ist mehr ein Selbstschutz, damit der Arbeitszeitaufwand nicht unbezahlt erfolgt.
Wen wundert es, dass der Doktor im vorletzten oder letzten Quartal eines Jahres noch einmal
für bis zu 10 Tage seine Praxis zumacht. Die Vermeidung von Leistungen ohne
Honorierungen haben einen einfachen Grund. Das gedeckelte Budget - gemessen an der
Sollvorgabe seiner Kassenärztlichen Vereinigung - war durch Leistungen am Patienten
bereits überzogen bzw. aufgebraucht.
Aus diesen Gründen ist die mittlerweile durch Schlichtungsspruch in den vergangenen Tagen
festgelegte Anhebung der Arzthonorare um ca. 10% ab 1.1.2009 überfällig. Voraussichtlich
erhalten aber keineswegs alle niedergelassenen Ärzte diese genannte Erhöhung. Leider ist es
absehbar, dass die zuständige Kassenärztliche Vereinigung den Punktwert für die Abrechnung
(Honorierung) nach den Machtverhältnissen (Beschlussgremien aller Ärzte) festlegt.
Üblicherweise sind die Allgemeinärzte in der Minderheit und werden im Regelfall
benachteiligt. Es sollte mich nicht wundern, wenn so tatsächlich verfahren würde.
Als Verbesserung der derzeitigen Situation für den Patienten sehe ich lediglich den Wegfall
zusätzlicher Praxisschließungen wegen der bereits ausgeschöpften Deckelung. Der monatliche
Arbeit zitieren:
Günter Steffen, 2008, Vom Machtstreben, Verschleierung und Abzocken in der Gesetzlichen Krankenversicherung, München, GRIN Verlag GmbH
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