Vorwort
Der Stellenwert und die Funktion der Beschäftigung mit der Regionalsprache Niederdeutsch im Feld schulischer Bildung ist nicht klar beschrieben. In der Praxis wird Niederdeutsch derzeit zumeist in Arbeitsgemeinschaften angeboten, die außerhalb des verbindlichen Unterrichts stattfinden; in Einzelfällen gibt es auch Bemühungen, Niederdeutsch als allgemeines Unterrichtsprinzip zu etablieren, was Auswirkungen etwa auf den Sport-, Musik, Kunst-, Heimat- und Sachkunde-Unterricht haben kann. Daneben nutzen einige Schulen die Möglichkeit, die Nahsprache im Rahmen des Deutschunterrichts, und dabei vor allem im Bereich „Reflexion über Sprache“, zum Betrachtungsgegenstand zu machen.
Grundsätzlich ist Vieles möglich - ein Blick auf die Praxis zeigt allerdings, dass nur Weniges umgesetzt wird. Diese Lage mit unterschiedlichen Verortungen und ohne Etablierung eines Faches Niederdeutsch hat dazu geführt, dass in den letzten 25 Jahren kaum über didaktische Zuordnungen und noch weniger über
methodische Umsetzungen nachgedacht wurde. Wo in oder über Plattdeutsch unterrichtet wurde, da wurde dies in der Regel von den Verantwortlichen positiv begleitet, wobei der Anspruch der Sprachpflege und Kulturbewahrung nicht selten alle Defizite im methodisch-didaktischen Feld überlagerte. So ist es wenig verwunderlich, dass sich die bisher praktizierten und publizierten Konzepte recht traditionell ausnehmen. Eine 2008 erschienene Übersicht über die aktuell am Markt verfügbaren
niederdeutschen Lehrwerke kam zu dem Schluss, dass es sich bei den meisten um „Eingreifprogramme“ handelt. Diese sind geeignet, die eine oder andere Zusatz- oder Vertretungsstunde zu bewältigen, während sie kaum eine fundierte Begegnung mit der Regionalsprache sichern,
II
ganz zu schweigen von Angeboten eines systematischen Spracherwerbs.
Vor diesem Hintergrund ist es dringend erforderlich, dass aktuelle Methoden und Konzepte des Deutsch- und des fremdsprachlichen Unterrichts daraufhin abgeklopft
werden, ob sie Anknüpfungspunkte für eine Beschäftigung mit dem Niederdeutschen bieten. Mit seinem Unterrichtsversuch leistet Stefan Janssen einen
wertvollen Beitrag auf zwei Ebenen: Zum einen trägt er zu einer Verankerung niederdeutscher Anteile im Deutsch-Regelunterricht bei; zum anderen bietet er der Praxis abgewonnene Vorarbeiten zu einer noch zu entwickelnden Methodik des Niederdeutsch-Unterrichts.
Bremen, 11. Juli 2008
Dr. Reinhard Goltz
Geschäftsführer des Instituts für Niederdeutsche Sprache in Bremen
III
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung (Thema, Problemstellung, Fragestellung) -3-
2. Historische und aktuelle Situation des
Niederdeutschen. -5-
Definition Plattdeutsch/Niederdeutsch -5-
Die Geschichte des Niederdeutschen -6-
Die Sprachensituation in Oldenburg -8-
Ber ücksichtigung des Niederdeutschen im
Unterricht in Oldenburger Schulen -9-
Die Niederdeutschkenntnisse in der Klasse 2 -11-
3. Didaktisch-Methodische Aspekte des handlungs- und
produktionsorientierten Deutschunterrichts unter
Einbeziehung des Niederdeutschen in der Klasse 2a. -13-
Handlungs - und Produktionsorientierung -13-
Storytelling in der Grundschule -15-
Die Ziele des Deutschunterrichts mit Integration des
Niederdeutschen in der 2. Klasse -18-
4. Rechtliche Grundlagen für die Legitimation des
Niederdeutschen in der Schule. -19-
5. Beschreibung und Dokumentation des Unterrichts-
versuches............................................ -21-
Verlauf der gesamten Unterrichtseinheit -21-
Ausf ührliche Beschreibung der zweiten Stunde aus der
Einheit -24-
Bemerkungen zur Lerngruppe -24-
Überlegungen zur Sache -25-
Didaktische Überlegungen -27-
Kompetenzen -29-
Methodische Überlegungen -30-
Geplanter Unterrichtsverlauf -33-
1
Reflexion .............................................. -34-
Ausf ührliche Beschreibung der neunten Stunde aus der
Einheit -36-
Überlegungen zur Sache -36-
Didaktische Überlegungen -38-
Kompetenzen -39-
Methodische Überlegungen -41-
Geplanter Unterrichtsverlauf -43-
Reflexion -44-
6. Zusammenfassungen. -46-
6.1 Reflexion der Einheit. -46-
6.2 Konsequenzen für meine zukünftige Unterrichts-
arbeit -50-
7. Schlusswort. -51-
8. Literaturverzeichnis. -53-
8.1 Sekundärliteratur. -53-
8.2 Internetquellen -57-
8.3 Gespräche -57-
2
1. Einleitung
Ist heute von interkulturellem Lernen in der Schule die Rede, dann sind damit zumeist Aspekte des bilingualen Spracherwerbs, der Kenntnisnahme kultureller Vielfalt im Rahmen von
Globalisierung und interkulturelle Kompetenz gemeint. „Dass kulturelles Lernen sich auch auf das regionale Kulturerbe eines Landes beziehen kann und Regionalsprachen zu diesem differenzierten kulturellen Erbe in Deutschland gehören, wird dabei häufig vergessen.“ 1 Die Folge ist, dass das Bewusstsein für die Qualität des Regionalen mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt wird - dies gilt insbesondere auch für die Einbeziehung der Regionalsprache Plattdeutsch in den Unterricht.
Obwohl Niederdeutsch seit 1993 in Niedersachsen schulrechtlich verankert ist, spielt Platt im Lehrplan der meisten (Grund-) Schulen keine Rolle. Es herrscht in diesem Bereich ein krasser Gegensatz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. 2
Thema und Fragestellung:
Gerade weil sich die Situation der niederdeutschen Sprache in der schulischen Erziehung nicht positiv darstellt, möchte ich in dieser Examensarbeit eine Möglichkeit aufzeigen, wie mit Kindern einer zweiten Klasse, die allesamt über keine aktiven Plattdeutsch-Kenntnisse verfügen, ein handlungs-und
produktionsorientierter Deutschunterricht mit Integration des Niederdeutschen aussehen kann. Es handelt sich hierbei um einen Unterrichtsversuch über einen Zeitraum von drei Wochen. Im Rahmen von elf Unterrichtsstunden wollte ich der Frage nachgehen, inwieweit es überhaupt praktisch umsetzbar ist, einen Unterricht, der auf plattdeutschen Geschichten basiert, methodisch und didaktisch so aufzubereiten, dass den acht- bis neunjährigen Kindern eine sinnvolle Begegnung mit der
niederdeutschen Sprache ermöglicht wird. Ausgangspunkt für den
1 Meyer-Jürshoff 2003, S. 4
2 vgl. Janssen, 2006, S. 1, 2
3
handlungs- und produktionsorientierten Deutschunterricht mit der Klasse 2 waren jeweils drei Geschichten. Diese wurden von mir ausschließlich auf Plattdeutsch vorgetragen. Danach hatten die Schüler verschiedene Gelegenheiten zur rezeptiven und produktiven Auseinandersetzung mit der zuvor gehörten Geschichte.
Ich möchte an dieser Stelle hervorheben, dass es sich bei diesem Unterrichtsversuch an dieser Oldenburger Grundschule um keinen systematischen Sprachunterricht handelt.
Im Folgenden möchte ich kurz schildern, was den Leser dieser Examensarbeit in den nächsten Kapiteln erwartet. Im zweiten Kapitel werde ich zunächst einige grundsätzliche Aspekte zur niederdeutschen Sprache sowie ihrer historischen und aktuellen Situation - insbesondere in Oldenburg sowie in der Klasse 2darlegen. Im dritten Kapitel werden didaktisch-methodische Aspekte des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts mit Integration des Niederdeutschen thematisiert, ehe ich in Kapitel 4 die rechtlichen Grundlagen beschreibe, auf die sich die Einbeziehung des Niederdeutschen in der Schule stützt. Im fünften Kapitel dokumentiere ich den Unterrichtsversuch anhand zweier exemplarischer Stunden dieser Einheit. Es folgt eine Reflexion der Einheit sowie sich daraus ergebende
Konsequenzen für meine zukünftige Lehrertätigkeit (Kapitel 6). Ein Schlusswort, in dem ich insbesondere noch einmal den Bogen zur Einleitung spannen werde, bildet das Fazit meines Unterrichtsversuches.
Einleitende Worte zu Beginn eines jeden Kapitels sollen dem Leser die Schwerpunkte meiner nachstehenden Ausführungen darlegen.
Wenn auf den folgenden Seiten von Schülern und Lehrern die Rede ist, stehen die Begriffe aus Gründen der
Übersichtlichkeit sowohl für männliche als auch für weibliche Akteure des Unterrichts. Entsprechendes gilt auch für weitere Personengruppen, die in dieser Examensarbeit genannt werden.
4
2. Historische und aktuelle Situation des
Niederdeutschen
Zunächst möchte ich als Fundament für diese Arbeit einige einleitende Informationen geben, die grundsätzliche Aspekte der Sprache Niederdeutsch betreffen. Zu Beginn definiere ich die Begriffe Niederdeutsch und Plattdeutsch. Danach werde ich die Geschichte der niederdeutschen Sprache darstellen, ehe ich auf die Berücksichtung des Niederdeutschen im Unterricht in Oldenburger Schulen im Allgemeinen eingehe sowie abschließend die Niederdeutschkenntnisse der Schüler der Klasse 2 im Speziellen schildere.
2.1 Definition Plattdeutsch/Niederdeutsch
Ich verwende in meiner Arbeit den Begriff „Niederdeutsch“ synonym für „Plattdeutsch“ und umgekehrt. Denn es sind zwei Bezeichnungen für dieselbe Sprache. Während in der (sprachwissenschaftlichen) Literatur häufig der Begriff
Niederdeutsch verwendet wird, ist Plattdeutsch (oder auch abgekürzt einfach nur Platt genannt) die populäre, umgangssprachliche Benennung der norddeutschen Mundart
(=Dialekt). In Norddeutschland verbindet sich damit eine feste Vorstellung von einer Sprache, die sich vom Hochdeutschen unterscheidet. Dieses Gefühl der „Eigensprachlichkeit“ drückt sich in vielfacher Weise aus, was so in anderen deutschen Mundartlandschaften nicht der Fall ist. 3 Die Bedeutung des Begriffs Plattdeutsch ist nicht einfach mit der „Sprache des platten Landes“ gleichzusetzen. Vielmehr ist Plattdeutsch die Sprache, in der man etwas „deutlich, verständlich und frei heraus“ sagt. 4 NIEBAUM beschreibt, dass das Wort Plattdeutsch seinen Ursprung im Französischen hat. Es handelt sich um ein Lehnwort (frz. plat = platt, niedrig, gemein), das über das Mittelniederländische (holländ. plat, alledaagsch =
3 vgl. Stellmacher 1995, S. 28
4 vgl. Möller 1991, S. 21
5
alltäglich, niedrig) nach Norddeutschland gelangte und eine „volkstümlich-einfache“ Sprache des täglichen Lebens bezeichnete. 5
Ob das Niederdeutsche letztlich eine Sprache oder ein Dialekt ist, lässt sich nicht abschließend beurteilen. Denn es gibt kein einfaches Kriterium, nach dem festgelegt werden könnte, welche Sprachformen selbstständige Sprachen und welche
Dialekte sind. 6 Das Problem der Abgrenzung wird im Metzler Lexikon Sprache sogar als „Dilemma“ 7 beschrieben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es in der Literatur verschiedene Sichtweisen gibt, die sowohl darauf schließen lassen könnten, dass Niederdeutsch auf der einen Seite eine Sprache ist, auf der anderen Seite aber genauso ein Dialekt sein könnte. Genauer möchte ich auf diese verschiedenen Kriterien im Rahmen dieser Arbeit aber nicht eingehen, weil sie den Rahmen dieser Ausarbeitung sprengen.
2.2 Die Geschichte des Niederdeutschen
Das Niederdeutsche hat heute seinen Charakter als
Muttersprache oder Erstsprache verloren. Es tritt (wenn überhaupt) als Zweitsprache neben dem Hochdeutschen auf. Doch das war nicht immer so. Im Mittelalter galt Niederdeutsch als eine der wichtigsten Sprachen in Europa. Anhand dreier Perioden werde ich die sehr wechselreiche Geschichte der heutigen Regionalsprache darstellen: Es handelt sich um die voneinander unabhängigen Sprachstufen des Altniederdeutschen, des Mittelniederdeutschen und des Neuniederdeutschen. 8 Niederdeutsch gehört zu den germanischen Sprachen. 9 Die älteste Form des Niederdeutschen ist das so genannte Altsächsische. Es wird auch als Altniederdeutsch bezeichnet. In den Jahren zwischen 800 und 1100 n. Chr war diese Sprache
5 vgl. Niebaum 1986, S. 6; vgl. Sanders 1982, S. 26
6 vgl. Glück 2005, S. 612
7 ebd.
8 Janssen 2006, S. 10, 11
9 vgl. Sanders, 1982, S. 38
6
im Norden Deutschlands und teilweise in den heutigen Niederlanden verbreitet. In dieser Zeit sind auch die meisten Texte entstanden, die heute noch vorliegen. Ein Großteil dieser oft christlichen Texte jener Zeit wurde von einigen wenigen Gebildeten (zumeist Geistlichen) verfasst. Der
„Heliand“ gilt als das bedeutendste Schriftwerk. Es ist ein Buch, in dem das Leben Christi poetisch dargestellt wird. 10 Etwa um 1200 begann der Übergang vom Altsächsischen zum Mittelniederdeutschen. Diese bis zum 16./17. Jahrhundert andauernde Sprachperiode gilt als die Blütezeit des Plattdeutschen. Platt war „Weltsprache“ des hansischen Wirtschaftsraumes (Hansezeit etwa von 1350 bis 1550) rund um Ost- und Nordsee. Unter anderem wurde das Gesetz auf Platt festgehalten. 11 Der Sachsenspiegel (Spegel des Sassen, 1220 -1224) von Eike von Repgow gilt heute als das berühmteste Rechtsbuch jener Zeit. Auch die Fabelfigur Reynke de Vos (1489) ist heute noch bekannt (vgl. ebd., S. 29). 12 Vom 16. Jahrhundert an aber drängte das Hochdeutsche immer stärker von Süden nach Norden, so dass am Ende des 16. Jahrhunderts der Niedergang des Niederdeutschen eingeleitet wurde. Der Verlust der wirtschaftlichen und politischen Macht der Hanse und der Einfluss der Reformation waren die wesentlichen Ursachen für einen Schriftsprachenwechsel. Dies hatte zur Folge, dass ab etwa 1650 der gesamte öffentliche Sprachgebrauch hochdeutsch war. Platt wurde in den folgenden Jahrhunderten immer mehr als die Sprache der „kleinen Leute“ angesehen, die vor allem in der Familie und Nachbarschaft benutzt wurde. Wer sich an der höheren bürgerlichen Schicht Hochdeutsch. 13 orientierte, bevorzugte Der weitgehende
Sprachwechsel setzte sich im 19. und 20. Jahrhundert fort. 14
10 vgl. Möller 1999, S. 11 - 19
11 vgl. Möller 1999, S. 21 - 23
12 vgl. ebd., S. 29
13 vgl. ebd., S. 23
14 vgl. ebd. S. 33
7
Trotzdem blieb Niederdeutsch bis zum zweiten Weltkrieg zumindest die Alltagssprache in Norddeutschland, besonders entlang der Küste, obwohl das Schulsystem in Deutschland auf Hochdeutsch ausgerichtet war. 15 Nach Kriegsende wurde im gesamten Bildungssystem die Standardsprache Hochdeutsch
durchgesetzt. Die Schulpolitik der 60er- und 70er-Jahre sorgte dafür, dass plattdeutsch sprechenden Eltern davon abgeraten wurde, auch mit ihren Kindern die Regionalsprache zu sprechen - mit der Begründung, durch eine plattdeutsche Erziehung würden die Kinder daran gehindert, die Standardsprache Hochdeutsch zu erlernen. 16 Heute stirbt die Sprache vor allem in küstenfernen Gebieten aus.
2.3 Die Sprachensituation in Oldenburg
Es gibt keine aktuellen Zahlen, aus denen hervorgeht, inwieweit die plattdeutsche Sprache speziell in Oldenburg verbreitet ist. Diese gibt es aber für Niedersachsen und sie lassen sich grob auf Oldenburg übertragen. So führte das Institut für Niederdeutsche Sprache in Bremen im September 2007 in insgesamt acht norddeutschen Bundesländern eine repräsentative Umfrage durch. Aus dieser geht hervor, dass 19,3 Prozent der Befragten Plattdeutsch „sehr gut“ verstehen können, 27,5 Prozent „gut“ und 30,7 Prozent „mäßig“. Nur 5,6 Prozent der Befragten gaben an, Niederdeutsch „gar nicht“ verstehen zu können. Deutlich geringer fallen die Zahlen der Plattdeutsch-Sprecher aus. 6,3 Prozent der
Niedersachsen gaben an, „sehr gut“ platt zu sprechen, 7,8 Prozent „gut“, 28,5 Prozent „mäßig“. 33,1 Prozent der Bevölkerung kann „gar nicht“ Plattdeutsch sprechen. 17 Um diese Zahlen speziell für Oldenburg besser interpretieren zu können, führte ich ein Gespräch mit Dr. Reinhard Goltz, dem Geschäftsführer des Instituts für Niederdeutsche Sprache in
15 vgl. Nath 1999, S. 5
16 vgl. ebd. , S. 6
17 vgl. ebd.
8
Bremen. Er sprach hinsichtlich der Verbreitung der
niederdeutschen Sprache in Niedersachsen von einem starken Nord-Süd-Gefälle. Während an der Küste und in nördlichen Teilen des Bundeslandes Plattdeutsch noch verhältnismäßig stark verbreitet ist, ist Platt im südlichen Niedersachsen bereits fast ausgestorben. Da Oldenburg nach Einschätzung Goltz’ zum nördlichen Teil zähle, seien die Zahlen der Plattdeutsch-Sprecher und auch Plattdeutsch-Versteher sowohl im Landkreis als auch in der Stadt Oldenburg höher als im niedersächsischen Durchschnitt. 18
2.4 Berücksichtigung des Niederdeutschen im
Unterricht in Oldenburger Schulen
Viele Lehrkräfte tun sich sehr schwer damit, die
niederdeutsche Sprache in ihre Bildungsarbeit einzubinden. In Oldenburg ist es eher die Ausnahme, dass Kindern die Begegnung mit der plattdeutschen Sprache ermöglicht wird. Auch in diesem Kapitel kann ich diese Behauptung leider nicht mit aktuellen Zahlen speziell für Oldenburg belegen. Rita Kropp, die Leiterin des Mesterkrings des Heimatbundes für niederdeutsche Kultur e. V. Oldenburg, sagte mir auf Nachfrage, dass sie davon ausgeht, dass an vergleichsweise wenigen Oldenburger Grundschulen 19 Platt im Rahmen des Deutschunterrichts thematisiert werde (an weiterführenden Schulen so gut wie gar nicht). Wenn überhaupt, dann seien es Honorarkräfte an den Grundschulen, die den Schülern in Form von AG-Angeboten eine Begegnung mit dem Niederdeutschen ermöglichen.
Trotzdem sei laut Rita Kroop in den vergangenen Jahren in Oldenburger Grundschulen ein zunehmendes Interesse für
Plattdeutsch zu registrieren. Insbesondere Lehrer aus dem Stadtgebiet Oldenburgs würden mittlerweile vermehrt mit
18 Gespräch Janssen mit Goltz (20.06.2008)
19 in der Stadt Oldenburg gibt es 28 Grundschulen
9
Arbeit zitieren:
Stefan Janssen, 2008, Warum nicht mal auf Platt? Versuch eines handlungs- und produktionsorientierten Deutschunterrichts mit Integration des Niederdeutschen in einer zweiten Klasse, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
„Sammeln“ als Verfahren für den Kunstunterricht
Referat (Ausarbeitung), 9 Seiten
Über Maurice Sandaks "Wo die wilden Kerle wohnen"
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 22 Seiten
Lesen durch Schreiben im Vergleich zum Fibelunterricht
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 16 Seiten
Arbeitsblätter und Differenzierung am Beispiel der Wortfeldarbeit
Referat (Handout), 13 Seiten
Stefan Janssen's Text Warum nicht mal auf Platt? Versuch eines handlungs- und produktionsorientierten Deutschunterrichts mit Integration des Niederdeutschen in einer zweiten Klasse ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Stefan Janssen hat den Text Warum nicht mal auf Platt? Versuch eines handlungs- und produktionsorientierten Deutschunterrichts mit Integration des Niederdeutschen in einer zweiten Klasse veröffentlicht
Stefan Janssen hat einen neuen Text hochgeladen
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
Theorie und Praxis eines 'ande...
Gerhard Haas
Organic Thin Film Transistor Integration
A Hybrid Approach
Flora Li, Arokia Nathan, Yiliang Wu, Beng S. Ong
Über 200 Fragen und Antworten ...
Heinrich Kahl, Ursula Berlik, Götz Berlik
0 Kommentare