Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. EUSEBIUS UND SEINE KIRCHENGESCHICHTE 3
3. URSPRÜNGE DES CHRISTENTUMS 4
3.1. Religionswandel im Imperium 4
3.2. Jesus, seine Schüler und die Weltmission 5
4. AUSGANGSSITUATION, ANTIOCHEIA EIN SCHMELZTIEGEL DER
KULTUREN 6
4.1. “ Ein Konflikt entsteht “ 7
4.2. Eine Religion bekommt ihren Namen 9
4.3. Der Aufbau der neuen Kirche 10
4.4. Die frühen Konflikte mit Jerusalem 11
5. DER BEITRAG ANTIOCHEIAS AN DER ENTWICKLUNG DER CHRISTLICHEN
KIRCHE BIS 313 13
5.1. Antiocheias Beitrag im apostolischen Zeitalter 13
5.2. Das frühe zweite Jahrhundert in Antiocheia 13
5.3. Das lange zweite Jahrhundert für Antiocheia und die Christen 15
5.3.1. Ignatius von Antiocheia 15
5.3.2. Theophilus von Antiocheia 17
5.3.3. Weitere Ereignisse in Antiocheia im zweiten Jahrhundert 18
5.3.4. Paul von Samosata 19
6. DIE THEOLOGENSCHULE VON ANTIOCHEIA 20
7. DIE GROßEN VERFOLGUNGEN DER CHRISTEN BIS ZUM “MAILÄNDER
TOLERANZEDIKT “ 21
8. RESÜMEE 22
9. LITERATURVERZEICHNIS 23
2
1. Einleitung
Die Ursprünge des Christentums werden meist mit der heiligen Stadt Jerusalem in Verbindung gebracht. Wenn man sich aber näher mit den unmittelbaren Gegebenheiten der Entstehung dieser Weltreligion auseinandersetzt, so wird man feststellen beziehungsweise zu der Erkenntnis kommen müssen, dass die Rollen um die Religionskonstituierung an mehrere Protagonisten vergeben wurden. So ist es äußerst interessant zu erfahren, dass die Stadt Antiocheia, am Orontes gelegen, einen entscheidenden Anteil für die Entstehung des Christentum beigetragen hat. Der Anteil der Stadt an der Geschichte des Christentum ist so immens, dass sich diese Arbeit einmal genauer mit dem damaligen Protagonisten der Entstehungsgeschichte des Christentums auseinander setzen möchte. Dabei soll auf die Ursprünge des Christentum eingegangen werden, auf die Stadt Antiocheia am Orontes selbst und auf die weitere Entwicklung der Kirche bis zur staatlichen Anerkennung des Christentum im Jahre 313 durch Kaiser Constantin im “Mailänder Toleranzedikt“ 1 . Eine wichtige Quelle für unsere heutigen Erkenntnisse bildet dabei die Kirchengeschichte des Eusebius. Nicht zuletzt war die Entstehung des Christentums auch verbunden mit ganz anderen Hintergründen. Konzipierte sich die Religion nicht auch als machtpolitisches Kalkül der Römischen Kaiser? Welche Rolle spielt dann Antiocheia in diesem Zusammenhang? Und was musste die junge Religion für Aufgaben bestehen, ehe sie offiziell anerkannt werden würde? Gemeint sind hier vor allem die Christenverfolgungen beginnend mit dem Disput zwischen Juden und Judenchristen oder auch Jerusalem und Antiocheia und den dann folgenden Pogromen durch Römische Kaiser. Und sogar innerhalb der christlichen Gemeinde entwickelten sich schnell Diskrepanzen über unterschiedlichste Probleme, die die Religion und deren Ausführung betrafen. Zu erwähnen sei im Zusammenhang mit Antiocheia der Arianische Streit und die Theologenschule in Antiocheia. Insgesamt möchte diese Arbeit also einen Überblick über die ersten drei Jahrhunderte des Christentums erstellen, wobei der Hauptfokus auf die Rolle Antiocheias in dieser Entwicklung zielen soll.
2. Eusebius und seine Kirchengeschichte 2
Wenn man sich mit den Ursprüngen der Entstehung des Christentums auseinander setzen möchte, trifft man unweigerlich auf Eusebius. Eusebius von Caesarea lebte von 260 bis 340 unserer Zeit. 3
1 Eusebius IX, 9, 12
2 Carriker, Andrew: The library of Eusebius; und Kraft, Heinrich von (Hrsg.): Eusebius Kirchengeschichte;
3
Er war ein angesehener Gelehrter und galt als einflussreicher Kirchenpolitiker. Sein Hauptvermächtnis ist die erste Kirchengeschichte der Welt überhaupt. Sie ist die wichtigste Quelle der ersten drei Jahrhunderte der Geschichte der christlichen Kirche. Kein anderer Gelehrter vor Eusebius befand sich näher an den Ursprüngen und schrieb deren Geschichte nieder. Seine Kirchengeschichte bemüht sich um historische Zuverlässigkeit und Neutralität. So versucht Eusebius seine Quellen wörtlich zu belegen und macht genaue Angaben der verschiedenen Ereignisse. Deshalb stellt die Kirchengeschichte des Eusebius nicht nur die Erste ihrer Art überhaupt dar, sondern sein Werk ist gleichzeitig wichtigste Quelle der ersten Jahrhunderte der Weltreligion.
3. Ursprünge des Christentums
3.1. Religionswandel im Imperium
Der wichtigste Punkt, der die Entstehung einer christlichen Religion und ihrer religiösen Propaganda ermöglichte, resultierte vor allem aus den sittlichen, kulturellen und religiösen Gesamtzuständen der Kaiserzeit im Römischen Imperium. 4 Zudem förderte auch ein religiöser Wandel die Schwächung des Polytheismus im Reich. Dieser Wandel zeichnete sich auch im Übergang der Republik zur Monarchie ab. Der aufkommende Kaiserkult 5 , die Vereinigung aller Macht und Kultur und Religion auf eine Person kamen dem Christentum zugute. Denn die Assoziation mit einem göttlichen Wesen konnte dem Kaiser nur förderlich sein. Aber nur eine monotheistische Religion hätte die Möglichkeit eine solche Assoziation aufzubauen. Es ist natürlich offensichtlich, dass sich aus den benannten Protagonisten zunächst eine Gruppe von Antipoden herausbilden musste. Die christliche Religion sollte auf den antiken Polytheismus treffen. Die Sittlichkeit auf Laster und Laxheit, Konfession auf Mythologie. Der Polytheismus galt als alte Legalität und diente zur politischen Machtstrategie und war letztlich doch unüberschaubar. Die neue Religion, das Christentum, hingegen war etwas absolut Neues und gewissermaßen auch Revolutionäres. Diese Religion beschränkte sich auf einen Gott und war dadurch wesentlich überschaubarer. Sie predigte Liebe und Erlösung und wirkte nicht so dekadent wie der Polytheismus. Der allgemeine Religionswandel und das Christentum selbst
3 Laquer, R.: Eusebius als Historiker seiner Zeit;
4 Harnack, Adolf von: Ausbreitung des Christentums;
5 Die Verehrung des Kaisers als eine unnahbare Person, die Verehrung des Kaisers als göttliches Wesen;
4
wurden aber auch durch orientalische Religionen beeinflusst. So kann man Parallelen im Konzept, also Aufbau, und in der Umsetzung feststellen. Zum Beispiel die Trennung von Seele und Leib oder Gott und Welt. 6 Diese Gesamtentwicklung zeichnet sich allerdings schon vor der eigentlichen Entstehung des Christentums ab. In diesem Zusammenhang sei beispielsweise der Kult um den “ Januskopf “ und seinen Prediger Posidonius zu nennen. Dieser predigte einerseits einen natürlichen Idealismus, andererseits verbindet er diesen Idealismus mit alogischen, mythischen Elementen. 7 Ingesamt förderten aber die schon erwähnten Gesamtumstände im Imperium die Grundlage für die Entstehung einer monotheistischen Religion, wie dem Christentum oder der moslemischen Religion. Und es waren auch die Gesamtzustände im Reich, die die religiöse Propaganda vorantreiben sollte.
3.2. Jesus, seine Schüler und die Weltmission
Die Botschaft des Sohn Gottes, Jesus, sollte überall verbreitet und das Reich seines Vaters gepredigt werden. Die Botschaft beinhaltete im Wesentlichen den Weg der Menschen zu Liebe und Enthaltsamkeit. Zu dieser Aufgabe, der Vermittlung dieser Lehre, rekrutierte Jesus seine engsten Anhänger. Diese engsten Vertrauten werden als Schüler, die Jünger Jesu bezeichnet. Die Geschichte der Missionierung der Menschen durch die Schüler wird wiederum in der Apostelgeschichte beschrieben. Jesus entsandte nun seine Schüler um das schon erwähnte Reich Gottes zu predigen mit strengster Sittlichkeit und Enthaltsamkeit. Der Ausgangspunkt der Missionsreise war Jerusalem. In Jerusalem leiteten die Apostel die jerusalemische Gemeinde. 8 Die Predigt selbst erfolgte zunächst ausschließlich vor jüdischen Mitmenschen. Schnell sollte sich die Missionierung auf sogenannte “ Heiden “ ausbreiten. 9 Es gab aber auch Spannungen zwischen Christen und Juden. 10 Diese Spannungen führten zu einem Konflikt, der die Christen
6 Bihlmeyer, Karl und Tüchle, Hermann: Kirchengeschichte, Bd1;
7 Harnack, Adolf von: Ausbreitung des Christentums;
8 Um 30 n. Chr. Konstituierung der Gemeinde in Jerusalem als die Kirche Christi unter Leitung der Apostel; (Petrus
an der Spitze) Wahl der hellenistischen Siebenmänner;
9 Meint Nicht- jüdische Mitmenschen;
10 Steinigung des Stephanus; Er gilt als der erste Märtyrer; damit Beginn der Verfolgungen in Jerusalem; die
Anhänger der Kirche Christi verstreuen sich über Judäa und Samaria, Zypern und Phönizien; die Gemeindebildung in
den jeweiligen Gebieten wird durch jerusalemische Gemeinde legitimiert;
5
aus Jerusalem verdrängen sollte. Ein großer Schritt in Richtung “Heidenmissionierung“ ergab sich deshalb auch nicht in Jerusalem, sondern in Antiocheia, Zypern und Phönizien. 11
4. Ausgangssituation, Antiocheia ein Schmelztiegel der Kulturen
Zur Zeit der Entstehung des Christentum war die Stadt Antiocheia am Orontes eine der größten Städte des Römischen Imperiums. In Antiocheia trafen die verschiedensten Kulturen aufeinander. Sowohl aus dem Westen des Reiches, als auch aus dem Orient im Osten. In diesem Schmelztiegel der verschiedensten ethnischen und religiösen Gruppen existierten natürlich auch Anhänger der unterschiedlichsten religiösen Bräuche und Kulte. So gab es hellenisierte- arabische Elemente, wie auch orientalische- griechische Elemente 12 , die sich wiederum einer starken römischen Präsenz aussetzen musste. Wie schon erwähnt, handelte es bei Antiocheia um die drittgrößte Stadt des gesamten Imperiums. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass es auch eine große jüdische Gemeinde in der Stadt gab. Diese jüdische Gemeinde unterschied sich allerdings deutlich von der jüdischen Gemeinde in Jerusalem. Dem Status der Stadt entsprechend, gab sich die jüdische Glaubensgemeinschaft in Antiocheia wesentlich weltoffener als in Jerusalem. Antiocheia war halt eine kosmopolitische Megametropole der Antike, in welcher sich auch die Religionen kosmopolitisch präsentierten. Neben der hohen Anzahl der religiösen Gruppierungen, zeichnete sich Antiocheia auch durch ein enormes Handelsaufkommen aus. Die Stadt war ein mächtiges Handelszentrum. Sie verband Ost mit West, den Orient mit dem Okzident. Es gab Verbindungen in das gesamte Imperium und in den Rest der damals bekannten Welt. Dadurch erreichten die Metropole neben den unterschiedlichsten Produkten natürlich auch ein äußerst wichtiges Gut, nämlich Informationen zu allen erdenklichen Bereichen. Diese Informationen übermittelten Reisende, Händler oder Soldaten, die das Transitzentrum passierten oder geschäftlich in Antiocheia tätig waren. Neben den alten Kulten, dem Polytheismus, gelangten über die besagten Informationsträger auch Kunde über neue, monotheistische Kulte nach Antiocheia. Eine dieser Bewegungen war das Judentum. Dieser religiösen Gemeinschaft hatten sich viele Menschen angeschlossen in Antiocheia. Das Problem innerhalb der Gemeinde war allerdings die reine Vermittlung der Religion, da die Anhänger der jüdischen Gemeinde den verschiedensten ethnischen Gruppierungen angehörten. Deshalb predigte man den Juden in
11 Harnack, Adolf von: Ausbreitung des Christentum;
12 Downey, Glanville: A history of Antioch in Syria from Seleucus to the Arab conquest, S. 272- 273;
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Arbeit zitieren:
Tobias Zander, 2004, Antiochias Rolle in der Ausbreitung des Christentums, München, GRIN Verlag GmbH
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vielen danke
am Tuesday, October 25, 2011-