Abkürzungsverzeichnis
HGB -Handelsgesetzbuch IFRS -International Financial Reporting Standards vgl. -vergleiche int. -international bzw. -beziehungsweise z.B. -zum Beispiel BGB -Bürgerliches Gesetzbuch ADHGB -Allgemeines Deutsches Handelsgesetzbuch IASC -International Accounting Standards Committee IAS -International Accounting Standards IOSCO -International Organization of Securities Commissions SEC -Securities and Exchange Commission IASB -International Accounting Standard Board GoB -Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung GuV -Gewinn- und Verlustrechnung
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1. Einleitung
In der Wirtschaft ist zunehmend eine internationale Verflechtung festzustellen. So werden Waren, Dienstleistungen und Kapital grenzüberschreitend gehandelt. Im Zuge dieser Globalisierung wachsen die Güter- und Finanzmärkte stark zusammen. Diese Veränderung führt dazu, dass ein einheitliches Rechnungslegungssystem verlangt wird, damit z.B. Kapitalanleger weltweit nach den günstigsten Anlagealternativen suchen können. 1
Im Rahmen dieser Arbeit, werden die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Rechnungslegungssystem des HGB und des IFRS deutlich gemacht. Um sich mit der wesentlichen Materie auseinander setzen zu können, werden erstmals die Begriffe der beiden Systeme erläutert. Durch die Vertiefung der Rechnungslegungsziele und
Rechnungslegungsinstrumente, wird deutlich gemacht, dass die jeweiligen Systeme unterschiedliche Einzeljahresabschlüsse bzw. Konzernjahresabschlüsse vermitteln wollen. Es ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich, alle Unterscheidungen der Bilanzierung und Bewertung zu erläutern. Es wird deshalb der Fokus auf die Rückstellungen gerichtet.
2. Historie
2.1. HGB
Das Handelsgesetzbuch (HGB) trat am 1. Januar 1900 zusammen mit dem BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) in Kraft. Die erste Kodifikation des deutschen Handelsrechts, war das Allgemeine Deutsche Handelsgesetzbuch (ADHGB) von 1861, woraus sich das HGB entwickelte. 2
Das HGB besteht aus fünf Büchern. Das erste Buch enthält Regelungen über den Handelsstand, der sich mit Themen wie z.B. Kaufleute, Handelsregister, Prokura und Handlungsvollmachten beschäftigt. Das zweite Buch stellt die Rechte der Handelsgesellschaften dar: der Offenen Handelsgesellschaft, Kommanditgesellschaft und der stillen Gesellschaft. Die Handelsbücher und die Pflicht des Kaufmanns diese Bücher zu führen, werden vom dritten Buch erfasst, es enthält beispielsweise genaue Vorschriften für die Kaufleute. Das vierte Buch umfasst die Handelsgeschäfte bzw. kaufmännische Betätigung. Der Regelungsgegenstand des Fünften Buches betrifft den Seehandel. 3
1 vgl. Wöhe, Einführung in die Allg. BWL, Seite 955-956
2 vgl. Eggloff, Bilanzierung nach HGB, US-GAAP und IAS im Vergleich, Seite 15
3 vgl. Scheffler, Lexikon der Rechnungslegung, Seite 187
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2.2. IFRS
Durch die Globalisierung bzw. Internationalisierung kam es zur Öffnung der internationalen Kapitalmärkte. Durch diesen Schritt wurde eine internationale Rechnungslegung verlangt. So wurde am 29. Juni 1973 in London, von Rechnungslegungsgremien aus insgesamt neun Staaten, die International Accounting Standards Committee (IASC) gegründet. Die IASC ist ein internationaler privatrechtlicher Standardsetter und setzt sich aus Angehörigen (z.B. Wirtschaftsprüfer) verschiedener Berufsverbände, aus zahlreichen Ländern zusammen. Die IASC hat zu verschiedenen Einzelthemen der Rechnungslegung Standards (IAS -International Accounting Standards) entwickelt. Zunächst wurde die IASC von der Öffentlichkeit wenig zur Kenntnis genommen. Dies änderte sich jedoch als die International Organization of Securities Commissions (IOSCO), Weltdachverband der nationalen Börsenaufsicht, die IASC akzeptierte. Damit wuchsen auch die Kontakte und die Abstimmungen der IASC mit der US-amerikanischen Börsenaufsicht (SEC - Securities and Exchange Commission) und der EU-Kommission. Der größte Erfolg der IASC lag aber in der internationalen Akzeptanz im Jahre 2000. So müssen börsennotierte Unternehmen, mit Sitz in der Europäischen Union, seit 2005 ihre Konzernjahresabschlüsse nach IAS erstellen und veröffentlichen. Aus dem Board des IASC, ist 2001 die International Accounting Standard Board (IASB) hervorgegangen. Der IASB obliegt die alleinige Verantwortung der Lenkung und Entwicklung der Standards, die von IAS in IFRS (International Financial Reporting Standards) umbenannt worden sind. 4
3. Definition
3.1. HGB
Das Handelsgesetzbuch (HGB) enthält die wesentlichen Punkte des Handelsrechts für Deutschland. Es wird auch als das „Sonderprivatrecht der Kaufleute“ bezeichnet, da es die Rechtsverhältnisse der Kaufleute regelt. Wichtig für den Jahresabschluss ist die gesetzliche Grundlage des Dritten Buches (Bilanzrichtliniengesetz) des HGB. Auf Grund dessen wurde die GoB (Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung) entwickelt. Sie bildet ein Regelwerk, das die gesamte Rechnungslegung umfasst. 5
4 vgl. Tanski, Int. Rechnungslegungsstandards, Seite 6-8
5 vgl. Eggloff, Bilanzierung nach HGB, US-GAAP und IAS im Vergleich, Seite 15
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Arbeit zitieren:
Daria Kozakiewicz, 2008, Wesentliche Unterschiede zwischen HGB und IFRS, München, GRIN Verlag GmbH
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