Inhaltsangabe
1. Einführung 3
2. Begriffsbestimmungen Begabung Behinderung 4
2.1. Begabung 4
2.2 Behinderung 5
3. Begabung bei Behinderung 7
3.1. Probleme der Begabungsidentifizierung 8
3.2. Begabungsidentifizierung 9
4. Forderungen an die Bildungspolitik 11
5. Fazit 12
6. Literatur 13
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1. Einführung
Immer noch werden in der Gesellschaft behinderte Personen als nicht sonderlich begabt angesehen. Sie haben noch immer einen besonderen Platz in der Gesellschaft, doch diesen meist nicht aufgrund von Fähigkeiten sondern aufgrund ihrer Defizite, die es zu kompensieren gilt. Kaum wird ein Behinderter an seinen intellektuellen Fähigkeiten gemessen, vielmehr wird auf ihn Rücksicht genommen, sowohl in gesellschaftlicher Hinsicht als auch in Hinsicht auf die Bildungschancen.
In diese Problematik reihen sich die Bemühungen ein, Behinderte mit nicht- behinderten Personen sozial gleichzustellen, doch verfehlen Beschlüsse mit diesem Inhalt oftmals das Ziel, welches sie verfolgen. So ist eine Förderung eines behinderten Menschen oftmals eine Degradierung seiner Person, da Erlasse, wie das Behindertengleichstellungsgesetz (BGSTG), die gehandicapten Personen meist wieder in die Sparte der Abnormalität drängen. Hier ist auch zu erwähnen, dass in den Versuchen der Gleichberechtigung deutlich wird, dass hauptsächlich die Erleichterung des Alltaglebens im Vordergrund steht, nicht aber die individuelle Förderung eines Behinderten.
Dementsprechend ist die wissenschaftliche Grundlage im Bezug auf Texte, was diese individuelle Förderung angeht, in nur sehr unzureichendem Maße gegeben. So lässt sich selbst auf dem vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur verwalteten Bildungsserver (www.bildung-mv.de) kaum etwas zur Bildungsförderung körperlich- benachteiligter Personen finden.
Neben diesen gesamtgesellschaftlichen Problemen darf man jedoch den Einfluss der Behinderten selbst auf ihre Behandlung nicht außer Acht lassen.
Titus Bailer, Sonderschullehrer und Doktorrand, beschreibt diesen Aspekt so: behinderte Personen können aufgrund einer nicht entdeckten Begabung ein falsches Selbstbild und Selbstkonzept entwickeln, wodurch auch ihnen selbst eine Fehleinschätzung inne liegt. Dieses mangelhafte Selbstkonzept führt er jedoch auf den langen Einfluss der Gesellschaft zurück, womit er die Definition von Sander bestärkt.
Nach diesen einleitenden Worten wird es im Folgenden zuerst um die Begriffsbestimmungen von Begabung und Behinderung gehen, wobei das Augenmerk verstärkt auf die Behinderung gerichtet sein wird. Im Anschluss werden beide Begriffe dann zum Objekt dieser Arbeit zusammengeführt - der Begabung bei Behinderung. In diesem Komplex werden zudem sowohl das Thema der Problematik der Identifizierung angesprochen als auch Empfehlungen
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zur Diagnostik gegeben. Abschließend werden dann Forderungen erläutert, die sich aus den aktuellen bildungspolitischen Problemen ergeben, sowie ein Fazit zum Thema gezogen.
2. Begriffsbestimmungen Begabung / Behinderung
Die Begriffe Begabung und Behinderung grenzen sich in der allgemeinen Meinung inhaltlich voneinander ab. So versteht die Gesellschaft unter Begabung die geistige oder/und körperliche Mehrbefähigung und unter Behinderung die Benachteiligung von Menschen auf bestimmten Gebieten aufgrund von Defiziten. Die Verbindung von beiden Extremen ist also nicht auf den ersten Blick zu erschließen.
Wie kann man schon trotz hoher Defizite gleichsam eine hohe Begabung entwickeln? Diese inhaltliche Abgrenzung aber auch die Verbindung beider Begriffe soll hier von Bedeutung sein. Mit den bekannten Persönlichkeiten Louis Braille und Helen Keller seien nur zwei Personen genannt, die die Suche nach Begabungen bei Behinderten begründeten. So sind diese beiden exemplarisch für die Verbindung von den Polen anzusehen.
2.1. Begabung
Zur Begabung gibt es in der Literatur bekannte Definitionen und auch Abhandlungen über
verschiedene Begabungsformen. 1 Da sich diese Arbeit jedoch hauptsächlich mit der
Begabung bei Behinderung beschäftigt, wird der Begriff der Begabung nur grob skizziert. Bei Hany und Nickel (1992) werden die Positionen der Begabungsforschung sowie deren Probleme diskutiert. Die erneute Auseinandersetzung mit dem Begabungsbegriff und die gegenläufige Meinung zur alten Theorie lösten einen neuen Schwung in der Definition aus. So kritisierten sie die eingeschränkte pädagogischen Möglichkeiten, die ausgeschlossenen leistungsmodifizierenden Faktoren, die vorbestimmte Entwicklungskontinuität und mehrere andere einschränkende Unzulänglichkeiten (Hany/Nickel, 1992, S.2).
In der Forschung wurden zudem im Laufe der Jahre immer wieder neue Schemata entwickelt, die die Diagnostik und die Spezifik von Begabung beinhalten sollten. So gibt es das interaktionale Modell der Hochbegabung (Triadisches Interdependenzmodell) nach Mönks, die „educational productivity“ nach Walberg, der sehr früh entwickelte interaktionale Begabungsansatz von Stern und viele andere Konzepte, die bei Hany und Nickel (1992)
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weitere Beachtung finden. Da in dieser Arbeit jedoch der Schwerpunkt bei der Begabung bei Behinderung liegt, soll dies als kleines Geleitwort zur allgemeinen Begabung genügen und sich im Folgenden vermehrt um die Behinderung gekümmert werden.
2.2 Behinderung
Was ist Behinderung? In der Gesellschaft wird, wie bereits erwähnt, jemand als behindert angesehen, der durch körperliche oder geistige Defizite benachteiligt ist. In der Wissenschaft gibt es allerdings mehrere Definitionen des Begriffes Behinderung, die sich im Laufe der Zeit immer mehr ausdifferenzieren ließen. So wurde aufgrund eines Paradigmenwechsels in der Definition der Behinderung eine Abkehr vom alten Bild des Defizits ermöglicht. In der Definition der World Health Organisation (WHO) wird seit Anfang der 90er Jahre nunmehr das Bild von den Fähigkeiten behinderter Personen in den Mittelpunkt gerückt.
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Philipp Bänsch, 2008, Begabung bei Menschen mit Behinderung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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