Abb.1
Hieraus entwickelte Platon den Kosmos als ein vollkommenes Lebewesen. Die körperliche Gestalt des Kosmos muss eine Kugel sein, „da diese die schönste, einfachste, vollkommendste und umfassendste Gestalt hat“.
J. E. Lovelock sieht die Erde als eine riesige, sich selbst regulierende Biosphäre, als einen kugelförmigen, lebenden Körper, dessen autopoietisches Prinzip sich bis in die Zellen, als kleinste lebende Strukturen sämtlicher lebender Organismen, fortsetzt. Diese Gaia-Hypothese (Γαια = griech.: Erde) definiert sich unter naturwissenschaftlichen Aspekten, als ein offenes, Entropie produzierendes System, welches sich reaktiv und selbstorganisierend an seine Umgebung anpassen kann, indem es durch Entropie-Export seine Entropie dynamisch unterhalb seiner maximalen Entropie zu halten vermag.
Dem entspricht E. Schrödingers Definition des Leben über die Entropie, wonach Negentropie-Import Entropie-Export ist.
Unter Entropie (εντροπία = griech.: Umwandlung) versteht man eine extensive Zustandsgröße eines Systems, ähnlich dem Volumen, der elektrischen Ladung oder der Stoffmenge. Eine extensive Zustandsgröße ändert sich mit der Größe des betrachteten Systems und ist somit das Gegenteil der intensiven Zustandsgröße, die sich bei unterschiedlicher Größe nicht ändert. Negentropie ist die Kurzbezeichnung für negative Entropie, ist also das Gegenteil von Entropie. Allgemein ist die Negentropie definiert als Entropie mit einem negativen Vorzeichen. Sie kann interpretiert werden als ein Maß für die Abweichung einer Zufallsvariablen von der Gleichverteilung. Da die Entropie einer gleichverteilten Zufallsfolge maximal ist, folgt, dass die Negentropie dieser Folge minimal wird. Entropie gilt als Maß für die Unordnung oder Zufälligkeit eines Systems, Negentropie als Abwesenheit von Entropie und als freie Energie.
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Ein System (σύστημα = griech.: Zusammengestelltes, Verbundenes) bezeichnet ein Gebilde, dessen wesentliche Teile so aufeinander bezogen sind, dass sie ein Ganzes darstellen, wobei die Systemteile Teilsystemen entsprechen können. Hierbei sind für lebende Systeme enge mutuelle Beziehungsstrukturen zwischen den Teilsystemen, vor allem über gegenseitige Wechselwirkungen, charakteristisch. Hinzu kommen Aspekte der Chaosphysik, entsprechend der Erkenntnis, dass jedes System bei zunehmender Komplexität in Chaos übergehen kann. Generell ist in diesem Zusammenhang der Begriff Chaos irreführend, tatsächlich geht es um hochkomplexe, primär dynamische Strukturen nichtlinearer Systeme und ihren Rückkoppelungseffekte, sowie Mehr-Körper- Wechselwirkungen.
Ein weiterer Aspekt der Chaosphysik besteht in Selbstähnlichkeit und Fraktalen. Mit Selbstähnlichkeit bezeichnet man hier die Ähnlichkeit der Struktur des Ganzen mit der Struktur seiner Teile oder die Ähnlichkeit der Teile mit dem Ganzen. Demzufolge besteht ein Fraktal, wenn sich ein Objekt aus mehreren verkleinerten Kopien seiner selbst zusammensetzt. Gemäß der Chaosforschung ist das ganze Universum ein Fraktal, somit auch der menschliche Organismus und sonstige lebenden Systeme. Ein zusätzlicher Bestandteil der Komplexität von Systemen zeigt sich in als Schwingungen sich darstellenden Pulsationen, sowohl bei anorganischen Elementarteilchen, als auch lebenden Zellen. Hierbei entsprechen Atome permanent elektromagnetische Wellen empfangenden und sendenden oszillierenden Pumpen, bei Einzellern sind dies pulsierende Vakuolen, bei höherentwickelten Lebewesen Herz- und Atemrhythmen. W. G. Sutherland hat am Schädel Pulsationen festgestellt, deren Rhythmus sich als cranio-sacrale Pulsationen von 10-12 Schwingungen/Minute im ganzen Körper ausdehnt und unabhängig von der Atmung und Herzfrequenz ist.
Pulsationen bestimmen darüber hinaus auch die makrokosmischen, universell vernetzten Systeme unserer Biosphäre, die erdinneren Magmamassen befinden sich ständiger Bewegung, was Schwingungen in der Erdkruste verursacht. Solche, sich auf unseren Lebensbereich nur bedingt auswirkende, Vibrationen sind Anlass für ein ständiges, für menschliche Ohren im allgemeinen unhörbares Brummen.
Kymatik – Schwingungen bestimmen unser Leben
Die Kymatik (κυμα = griech.: Welle) beschäftigt sich mit der Erforschung von Schwingungsvorgängen in festen, elastischen und fließenden Materien, sowie deren Darstellung. Hierbei erfasst sie jedoch nicht nur die Schwingungsphänomene als solche, sondern auch deren Effekte, Struktur und Dynamik.
Physikalisch bezeichnet eine Schwingung den Verlauf einer Zustandsänderung, indem ein System auf Grund einer Störung aus dem Gleichgewicht gebracht und durch eine gegenläufige Kraft wieder in
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Richtung seines Ausgangszustandes gezwungen wird. Somit basiert das Schwingen eines Systems grundsätzlich auf der Dissipation zwischen zwei Energieformen.
Die Kymatik fußt daher auf dem Konzept der Bedeutung periodischer und somit rhythmischer Einflüsse auf Lebensabläufe, kontinuierliche Prozesse sind dagegen unbiologisch. Dieses äußert sich in fortwährenden Schwingungen und Pulsationen, sowohl in den physiologischen Phänomenen wie Atmung, Herzschlag oder nervalen Impulsen als auch in den natürlichen Abläufen wie jahreszeitliche Wechsel.
Effekte von Schwingungen lassen sich optisch und akustisch darstellen, E. F. F. Chladni hatte bereits 1787 im Experiment Kausalitäten zwischen akustischen Schwingungen und optischen Mustern festgestellt, indem er mit feinem Sand bestreute Glasplatten mit einem Geigenbogen zum Schwingen brachte. Hierbei zeigte jede Tonschwingung ein bestimmtes sichtbares Klangbild, was auf eine strukturierte Ordnung hinweist. Bei diesen Chladnischen Klangfiguren erzeugen tiefe Frequenzen klare, einfache Bilder, mit der Höhe der Frequenzen verkomplizieren sich dagegen die Strukturen. Grundsätzlich definieren sich Töne als Wellen mit bestimmten Frequenzen, die in einem Hörbereich von 16 – 20000 Hz liegen. Akustische Signale gelten als die komplexesten Informationsüberträger. Das Verstehen gesprochener Worte geschieht über die Integration des Höreindrucks mehrerer Wellen innerhalb eines gewissen Zeitfaktors zu einem Ganzen, dessen Wiedererkennungseffekt durch Resonanzkoppelungen geprägt wird.
Klänge bilden einerseits räumliche Muster, so wie man sie auch auf Wasseroberflächen beobachten kann, andererseits erzeugen sie auch raum-zeitliche Muster, die den räumlichen vergleichbar sind. Eine Welle ist somit ein Raum-Zeit-Gebilde. H. Jenny konnte durch Versuche anhand von Klangbildern nachweisen, dass bei harmonischen Klängen periodische Wellenmuster entstehen, während sie bei Disharmonien gestört sind.
Vermutlich gibt es im Organismus Übertragungsmechanismen, die Beeinflussungen eines bestehenden Grundschwingungsverhaltens, eventuell über Resonanzkoppelung, ermöglichen. Darüber hinaus muss es Mechanismen geben, die uns harmonikale Ausgewogenheiten akustisch empfinden lassen und diese an übergeordnete Hirnstrukturen weiterleiten. Möglicherweise sind wir auf diesen Wegen in der Lage, wiederkehrende Wellenmuster zu erkennen, sie in ihrer Harmonie zu differenzieren und psychovegetativ zu beantworten. Dies führt dazu, dass ein absolutes Gehör zum Bestimmen der tatsächlichen Frequenz eines Tones außerordentlich selten ist, während die Verstimmung eines Musikinstrumentes sich für nahezu jedermann leicht erkennen lässt. Unter der Stimmung (Temperatur) versteht man in der Musik die Abstimmung der Töne des Tonsystems aufeinander. Bei der Betrachtung von Wellenmustern zeigt bereits eine Verstimmung von 3.01 : 5 eine sichtbare Verzerrung, dies entspricht einer Verstimmung eines Musikinstrumentes von 138 Hz auf 138,46 Hz. Bei einer Verstimmung von 3.1 : 5 ist das Muster bereits vollständig gestört, dies entspricht einer Verstimmung beim Grundton C des Oktavstreifens des abendländischen Tonsystems von 138 Hz auf
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142,6 Hz. Verstimmungen von 1-2 Hz lassen sich sowohl anhand der Wellenmuster optisch nachweisen als auch akustisch deutlich empfinden.
Generell stehen Klangstrukturen in Kausaldependenz vom Verhältnis der Wellenlängen zueinander, nicht jedoch von ihrer absoluten Frequenz. Dies gilt auch für Schwingungsabläufe in begrenzten Strukturen, wie im Organismus, wo in den unterschiedlichsten Geweben periodische Elemente auftreten. Makroskopische Normen der Kymatik lassen sich daher in den Mikrobereich übertragen, da begrenzte Strukturen solange gegenüber Größenänderungen invariant sind, wie das Verhältnis zwischen Wellenlänge und Abmessung der Umgrenzung in allen Parametern erhalten bleibt. Somit lassen sich die von H. Jenny am Wassertropfen beschriebenen Schwingungsphänomene (Abb.2) auch auf zelluläre Interaktionen übertragen, denn „auch die intrazellulären Verhältnisse, die Zellteilung, die Gensysteme sind solcher oszillierender Prägung unterworfen.“
Abb.2
Ein Wassertropfen ist, wie die Zelle, ein plastisches Gebilde, wobei die Oberfläche des Tropfens durch ihre Oberflächenspannung über eine Eigendynamik verfügt, indem sie einen Teil der Schwingungsenergie absorbiert und ihrerseits selber in Schwingung gerät. Die Zellmembran verfügt über ein spezifisches Eigenschwingungsspektrum, das Interferenzen und Resonanzphänomene mit ankommenden Oszillationen eingehen kann. Ermöglicht werden diese Vorgänge erst durch das elektromagnetische Feld des wässrigen extra- und intrazellulären Milieus. Bei der Berechnung dieser Schwingungsstrukturen ergeben sich chromosomale Muster, wie sie während einer Zellteilung auftreten.
In der Zelle bestehen Abmessungen im Mikrometerbereich, die angepassten Wellenlängen liegen hierbei unter 1 µm , also im Bereich elektromagnetischer Strahlung. G. Lakhvosky hatte bereits in den 20er Jahren des 20.Jahrhunderts Oszillation und Radiation lebender Zellen untersucht, F. A. Popp konnte nicht nur die von A .G. Gurwitsch schon Anfang der 20er Jahre des 20.Jahrhunderts nachgewiesene Photonenstrahlungen in lebenden Organismen, und, darüber hinaus, die Photonenstrahlung als Licht höheren Ordnungsgrades bestätigen, sondern außerdem interzelluläre Kommunikation über kohärente Biophotonen-Wellen experimentell belegen. Demnach
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kommunizieren die Zellen in Lichtgeschwindigkeit auf dem Weg ihrer Kohärenz, wobei die DNS als Sender und Empfänger fungiert. Unter Kohärenz versteht man das Gleichschwingen zweier Wellen bezüglich Frequenz und Phase, nach F.A.Popp behalten kohärente Wellen ihre gleichmäßige Schwingung ins Unendliche, während nicht-kohärente Wellen nach einer Nanosekunde zusammenbrechen.
Nach M. Bischof übertragen Biophotonen Energie und Informationen und machen Leben somit überhaupt erst möglich. Jegliche elektromagnetische Strahlung ist in Photonen quantisiert, unabhängig ihrer jeweiligen Frequenz, bei unendlicher natürlicher Lebensdauer.
Generell haben gemäß dem Welle-Teilchen-Dualismus Wellen, wie z.B. elektromagnetische oder mechanische Wellen, auch Teilchencharakter bzw. Teilchen, wie z.B. Elektronen, auch Wellencharakter. Es bestehen also stets beide Charakteristika gleichzeitig.
Über die Kymatik besteht die Möglichkeit räumlicher Darstellungen von Schwingungs- und Resonanzvorgängen selbst im mikroskopischen Bereich.
Musiktherapie
Musik - ein kulturmorphologisches Axiom
Es entspricht einem archaischen menschlichen Bedürfnis, Geräusche zu empfinden, einzuordnen und selber zu erzeugen. Die Fähigkeit, wahrgenommene Geräusche als Lärm oder als harmonischen Zusammenklang zu bewerten, korrespondiert sowohl mit dem evolutionären Prozess der Entwicklung von Gehör, Gehirn, Logik, Kreativität, gebahnter Emotion, Sozialempfinden und individueller Rezeption, als auch mit Sprache und Kommunikationsvermögen. Daraus resultierende Artikulationen zum Musikverständnis sind Ausdruck kultureller Prägung und zivilisatorischer Entwicklung. Musikalische Bildung haben alle hörenden Menschen, jedoch gibt es keine spezies-spezifische, einheitliche, kulturübergreifende, harmonikale Bewertungsschemata für Musikqualifizierungen. Der Begriff Musik entstammt ursprünglich dem Griechischen (μουσική τέχνη) und bezeichnete damit allgemein die Kunst der Musen. Nach Hesiod gibt es 9 Musen, die 9., Kalliope, ist neben epischer Dichtung zuständig für Philosophie und Wissenschaft. Somit werden sowohl die Kunst als auch die Wissenschaft als gleichberechtigte geistige Kreativitäten erfasst.
Entsprechend hatte Pythagoras von Samos im 6.Jahrhundert v. Chr. Zusammenhänge zwischen Mathematik, Musik und naturwissenschaftlichen Phänomenen erkannt. Er identifizierte eine Harmonie des Weltalls, die sich in Zahlen bzw. Zahlenverhältnissen ausdrückt, in Analogie zur Harmonie in der Musik. Er hatte die Verhältnisse der Frequenzen verschiedener Töne errechnet, um über die Mathematik die Musik zu beschreiben, und hierüber wesentlichen Einfluss auf das abendländische Tonsystem genommen. Dies gilt vor allem für die Barockmusik, die überzeugt war, dass die
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Mathematik die vollkommene Wissenschaft sei, und ihr Kompositionssystem danach ausrichtete. Deren authentische Harmonik hat eindeutige physiologische Auswirkungen, G. Hildebrandt bezeichnet diesen Zusammenhang mit biologischen Rhythmen des menschlichen Organismus als Musikphysiologie.
Der lateinische Ausdruck (ars musica) hingegen, aus dem sich Entlehnungen in weiteren Sprachen ableiten, definiert die verbindlich-stringente Bedeutung der Tonkunst, als künstlerische Erzeugung akustischer Ereignisse, sowie deren Werke.
Generell besteht der Zustand der Musik, wenn Geräusche zur Erzeugung von Musik absichtlich produziert oder vorhandene Geräusche vom Wahrnehmenden als Musik interpretiert werden. Musik versteht sich als gestaltete Zeit, im Gegensatz zur, nach herkömmlicher Auffassung, raumgestaltenden bildenden Kunst. Da Musik nur als Ablauf in der Zeit erlebt werden kann, setzt sie die ihrer Entsprechung obligaten Komponenten aus Geräuschen, Tönen und Klängen in rhythmischer Ordnung ein.
Die nach westlichem Musikverständnis üblichen musikalischen Parameter bestehen somit aus Rhythmus, Melodie, Harmonie und Dynamik, wobei die Melodie einer Abfolge verschiedener Tonhöhen entspricht, die Harmonie deren Gleichzeitigkeit, und die Dynamik der Abfolge deren Lautstärke.
Avantgardistische Künstler sehen jedoch ihre Auffassung von Musik hierdurch eingegrenzt und haben sich daher in der 2. Hälfte des 20.Jahrhunderts über die Grenzen der Tonalität zugunsten der Emanzipation der Dissonanz hinweggesetzt, haben außerdem Kompositionen unter Zufallsbedingungen im Sinne der Aleatorik erstellt, indem anstelle einer Partitur ein vorläufiges Konzept immer wieder eine freie Endgestaltung gewährt, oder einfach nur Stille als Musikstück deklariert.
Ende des 19. und Anfang des 20.Jahrhunderts erweiterte die moderne klassische Musik ihr Repertoire mit osteuropäischer Volksmusik und asiatischer Musik, In den 80er Jahren des 20.Jahrhunderts wurde der harmonikale Umfang der Herkömmlichen Westlichen Musik um den Begriff der Weltmusik erweitert. Hierbei handelt es sich um ein Crossover aus westlicher Populärmusik und traditionellen, nicht-westlichen Musikformen, das jedoch zunehmend in Kritik geriet, da mit zunehmender Popularisierung auch eigenständige traditionelle Musikgenres unter diesen Begriff subsummiert wurden.
Im arabischen Kulturbereich bezeichnet der Begriff Weltmusik seit ca. 1920 dagegen Klassische Musik im europäischen Sinne, während in der traditionellen arabischen Musik mehr Wert auf Melodie und Rhythmus, als auf Harmonie gelegt wird.
Mit Arabischer Musik wird die Musik der arabisch sprechenden Völker bezeichnet. Die islamischen Länder haben im Mittelalter eine bedeutende Musik generiert, mit engem Austausch mit dem Abendland.
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Im Koran bezieht sich dagegen keine Stelle explizit auf die Musik. Allenfall lassen sich aus der 31. Sure Vers 6, je nach der Strenge der Auslegung, Interpretationen von der Anerkennung aller musikalischen Formen bis strikter Ablehnung ableiten. Die religiöse Musik bezieht sich im Islam auf die Koranrezitationen, den Gebetsruf des Muezzin und die Musik der mystischen Orden, indem der Tanz als Symbol für die Manifestation der grenzenlosen Liebe zu Gott verstanden wird (z.B. Tanz der Derwische).
Der Großteil der arabischen Musik ist homophon, dies entspricht einem Gleichklang, indem in einem mehrstimmigen musikalischen Satz die führende melodische Stimme von anderen, stimmtechnisch untergeordneten Stimmen oder Instrumenten begleitet wird. Die klassische arabische Musik kennt kein Orchester, keine Notenschrift, sodass sie auf die mündliche Überlieferung der Lehrer an die Schüler angewiesen ist. Sie ist Kammermusik unter der Beherrschung durch die Sololeistungen einzelner Künstler. Es gibt innerhalb der verschiedenen arabischen Nationen Unterschiede, die Tonleitern der heutigen arabischen Musik unterscheiden sich völlig von denen der westarabischen Musik. Die traditionelle arabische Musik hatte ihre Blütezeit zwischen dem 7. und 13.Jahrhundert. Als eigentliches Charakteristikum wird die Lehre des Makam angesehen, die Makamat sind Melodienmodelle, die als Grundlage der Improvisation gelten.
In der Musik- und Klangtherapie werden, je nach Bedarf, Elemente der westlichen Musik oder der orientalischen Musik, gegebenenfalls kombiniert mit speziell abgestimmten Bewegungsmustern, eingesetzt.
Homophone Klänge werden generell vor allem in der Klangtherapie angewandt.
Musik macht klug
Experimente mit der gezielten Verabreichung von Musik, deren Konzepte den Gesetzen der Harmonie entsprechen, zeigen an Probanden Einflüsse auf periodische, physiologische Abläufe, zudem lassen sich hierüber geistige Leistungen unter bestimmten Umständen steigern.
Nach M. Moser beruht dies auf dem musikalischen System Mensch. Demnach schlägt das Herz im entspannten Zustand im 4/4-Takt, der Atem macht mit einem Schlag/Minute dazu den Kontrabass. „Zahlreiche Rhythmen in unserem Körper orchestrieren Wachstum und Lebensvorgänge und sorgen für unsere Gesundheit. Alle Organe beim gesunden Menschen spielen zusammen wie ein Symphonieorchester – in der Krankheit ist die Harmonie gestört.“ Es bestehen somit Korrelationen zwischen in der Musik enthaltenen regulatorischen Prozessen und den regulatorischen Prozessen derer, die die Musik hören. Dem liegt die Hypothese zugrunde, wonach durch den Komponisten in die Musik eingebrachte biorhythmische Prozesse über Resonanzkoppelung zu Synchronisationseffekten mit den beim Hörer bestehenden biorhythmische Prozesse führen und dadurch zudem angenehme Gefühle erzeugen.
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Dr.med.dent. Hubertus R. Hommel, 2007, Integrative Verfahren der Regulationsphysiologie und Regulationsmedizin, Munich, GRIN Publishing GmbH
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