Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis. II
1. Einleitung. 1
2. Kurze theoretische Einführung. 2
3. Mikroökonomische Wachstumsanalyse. 3
4. Makroökonomische Wachstumsanalyse. 6
4.1 Problemfelder der empirischen Analyse. 8
4.1.1 Umgekehrte Kausalität. 8
4.1.2 Datenprobleme. 9
4.2 Ergebnisse empirischer Forschung. 9
4.2.1 Barro. 10
4.2.2 Pritchett. 12
5. Schlussbemerkungen. 14
Literaturverzeichnis. III
Versicherung............................................................................................... V
I
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzung Begriff GDP Gross Domestic Product PKE Pro-Kopf-Einkommen B&L Barro und Lee MRW Mankiw, Romer und Weil F&E Forschung und Entwicklung HK Humankapital OECD Organisation for Economic Co-operation and Development
II
1. Einleitung
Mehr als 1300 Milliarden US-Dollar werden jährlich in der gesamten OECD für Bildungszwecke ausgegeben 1 . Die intuitiv vermutete Beziehung von höherer Bildung und zunehmendem wirtschaftlichen Wachstum ist in der empirischen Forschung erstaunlicherweise nicht unumstritten. Viele empirisch festgestellte vermeintliche positive Relationen erwiesen sich bei näherer Betrachtung als nicht robust. Andere Studien schreiben dem Wachstum des Humankapitalstocks sogar negative Auswirkung auf das Volkseinkommen zu. Es wird somit deutlich, dass - zur Vermeidung voreiliger Schlüsse - eine ausführlichere Betrachtung verschiedener Methoden nötig ist.
Das Ziel dieser Arbeit ist deshalb, den gegenwärtigen Stand der Wissenschaft darzulegen, um somit schließlich zu einem klareren Gesamtbild beizutragen. Dabei wird der Hauptfokus auf den makroanalytischen Ansätzen liegen. Hier versucht man den Nutzen von Bildung auf aggregierter Ebene zu erfassen, um somit auch die Effekte abzubilden, die bei der Mikroanalyse vernachlässigt werden. Um jedoch zu einem umfangreicheren Verständnis des Themas zu gelangen, ist es sinnvoll, auch kurz die Forschungsergebnisse auf Mikroebene zu erwähnen.
Wissenschaftler beschäftigen sich in diesem Teilgebiet mit der allein durch Bildung verursachten Steigerung der Produktivität eines Individuums. Der Zusammenhang zwischen erhöhter Produktivität der Arbeitskräfte und zunehmendem wirtschaftlichen Wachstum ist evident. Darüber hinaus greifen einige makroanalytische Studien auf die Annahmen und Erkenntnisse der Mikroliteratur zurück. Ein Verständnis beider empirischer Vorgehensweisen kann aber vor allem dabei helfen, deren jeweiligen Stärken und Schwächen auszumachen und Problemfelder zu identifizieren, wo der eine oder andere Ansatz erfolgsversprechendere Resultate zu liefern verspricht. Da das Hauptaugenmerk dieser Arbeit auf der Darlegung empirisch beobachtbarer Zusammenhänge zwischen Humankapital (HK) und Wachstum liegen soll, kann in Kapitel 2 nur kurz auf theoretische Hintergründe eingegangen werden. Kapitel 3 erläutert die Mikroanalyse. In Kapitel 4 werden die Schwierigkeiten der Makroforschung dargelegt
1 Vgl. Temple, Jonathan, Growth Effects of Education and Social Capital, 2000, S. 4
1
und anschließend folgen exemplarisch die Beschreibungen drei jüngerer Studien. Kapitel 5 dient einer kritischen Würdigung der beschriebenen Zusammenhänge.
2. Kurze theoretische Einführung
Als erstes möchte ich kurz die Idee der Uzawa-Lucas-Modelle erläutern. Hier wird die Höhe des wirtschaftlichen Outputs als eine Funktion der HK-Stocks gesehen. Langfristiges volkswirtschaftliches Wachstum ist nur möglich, wenn dementsprechend auch das HK einer Gesellschaft stetig zunehmen kann. Ist dies nicht über eine Steigerung der durchschnittlichen Zeit, die die Individuen einer Gesellschaft im Bildungssystem verbringen, möglich, so kann eine Outputsteigerung dennoch erreicht werden. Nimmt nämlich die Qualität der angebotenen Lehren im Laufe der Zeit zu, so steigt bei gleichbleibender durchschnittlicher Gesamtausbildungsdauer dennoch der HK-Stock. Die durch Bildung vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten werden so von Periode zu Periode immer überlegener und führen zu einer verbesserten Produktivität der Arbeitskräfte 2 .
Dieses Konzept deckt sich nur teilweise mit den Messungen von HK in einer Vielzahl der von mir betrachteten Studien. Viele empirische Untersuchungen 3 messen den Anstieg des Bildungsniveaus einer Gesellschaft, mangels verfügbarer Daten, anhand der durchschnittlichen Anzahl der Jahre der Arbeitskräfte im Bildungssystem, die durch Einschreibe- und Volkszählungsdaten berechnet werden. Es wird so versucht, ein Zusammenhang zwischen steigenden durchschnittlichen Jahren und steigender Outputmenge nachzuweisen. Dieses Vorgehen ist im Zusammenhang zum Usawa-Lucas-Modell kritisch zu sehen, da so die Qualitätssteigerung der Bildungsangebote vernachlässigt wird. Andererseits ist es für die Forscher problematisch, geeignete Daten zu finden, um zu international vergleichbaren Indikatoren für die Qualität der angebotenen Lehren zu kommen.
Eine zweite Gruppe von Ansätzen zur Klärung der Beziehung zwischen Bildung und Wachstum sind die endogenen Wachstumsmodelle, die sich auf die Untersuchung der Auswirkungen von Forschung und Entwicklung (F&E) stützen. Hier wird das HK als
2 Vgl. Temple, Jonathan, a.a.O., S. 6
3 Z.B. Barro und Lee (1996), Barro (2001), de la Fuente und Donénech (2000)
2
Arbeit zitieren:
Christoph Pütz, 2003, Humankapital und Wachstum: Empirie, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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