ABSTRACT
In der vorliegenden Arbeit werden der Status und die Rolle der Frau in der DDR erklärt und
kommentiert. Die Arbeit versucht, mittels Beleuchtung der Frauenrolle einerseits aus
literarischen und wissenschaftlichen Quellen, andererseits aus eigenen Umfragen ein
umfassendes und neutrales Bild der Ost-Frauen zu verschaffen, das auch diejenige Seite der
Frauenrolle betrachtet, die nicht in Frauenbewegungen oder -gruppen zum Ausdruck
gekommen ist. Sie hinterfragt damit die Hypothese, Frauenbewegungen der DDR seien ein
repräsentatives Bild des gesamten weiblichen Teils der DDR-Bevölkerung gewesen.
iii
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
bes. besonders BRD Bundesrepublik Deutschland DDR Deutsche Demokratische Republik DFD Demokratischer Frauenbund Deutschlands e-e eine e-r einer ESG Evangelische Studentengemeinde FDGB Freier Deutscher Gewerkschaftsbund FDJ Freie Deutsche Jugend HAL Homosexuelle Arbeitskreise und Lesbengruppen IM Inoffizielle Mitarbeiter LiK Lesben in der Kirche MfS Ministerium für Staatssicherheit od. oder PDS Partei des demokratischen Sozialismus SED Sozialistische Einheitspartei Deutschlands Sofi Sozialistische Fraueninitiative u. und UFV Unabhängiger Frauenverband VP Volkspolizei z. B. zum Beispiel ZOV Zentraler Operativer Vorgang
iv
INHALTSVERZEICHNIS
Abstract iii
Abk ürzungsverzeichnis iv
1. Einleitung 1
1.1 Forschungsgeschichte des Themas 1
1.2 Ziel der Arbeit 1
1.3 Aufbau der Arbeit 2
2. Frauenpolitik der SED 3
2.1 Ideologischer Hintergrund 3
2.2 Frau und Arbeit 5
2.3 Frau und Familie 7
2.4 Lesbische Frauen 9
3. Frauenbewegungen 11
3.1 Frauenbewegungen innerhalb der SED 11
3.2 Frauenbewegungen in der Kirche 12
3.3 Lesbische Frauengruppen 13
3.4 Das Ministerium für Staatssicherheit 14
4. Augenzeuginnen und Geschichtsforschung 15
4.1 Frauenbewegungen als Spiegel der Gesellschaft 15
4.2 Kontemplation: Emanzipation als auferlegtes Streben 16
Fazit 18
Literaturverzeichnis 19
Anlagen A
A. Fragebogen für Ost-Frauen A
v
1. EINLEITUNG
1.1 FORSCHUNGSGESCHICHTE DES THEMAS
Die Frauenpolitik der neu gegründeten DDR wurde nicht nur aus idealistischen Gründen gestaltet. Einerseits war sie eine Umsetzung der Frauenemanzipationstheorie von Marx und Engels, andererseits war es einfach nötig, auch Frauen in den Arbeitsprozess einzubeziehen. Der neue deutsche Staat, nun unter sowjetischer Obhut und Kontrolle, war nach dem Zweiten Weltkrieg so geschädigt, dass alle Hände für den Wiederaufbau gebraucht werden sollten. Die erste Verfassung der DDR schuf eine erste Version des Gleichberechtigungsrechts. Damit begann für die Frauen eine außergewöhnliche Entwicklung oder Emanzipation, die nicht von der Frau selbst ausging, sondern vom Staat initiiert und gesteuert wurde. Wissenschaftliche Forschung rund um das Thema Frau und DDR fand in der DDR selbst erst in den achtziger Jahren statt. Diese Periode, die sich kennzeichnete durch erste deutliche Kritik am sozialistischen System der DDR, lieferte mehrere Forschungsberichte, nicht nur aus der Universität, sondern auch aus den Frauengruppen selbst. In den neunziger Jahren wurden die meisten Arbeiten verfasst und veröffentlicht. Diese Arbeiten versuchten, entweder eine Übersicht über die Fakten zur Rolle der Frauen in der DDR zu geben oder Frauen selbst zu Wort kommen zu lassen. Nach der Jahrtausendwende hat die Aufmerksamkeit für die Rolle der Frauen in der DDR nachgelassen.
1.2 ZIEL DER ARBEIT
In dieser Arbeit wird ein Überblick über den Status der Frau in der DDR gegeben und es wird dessen Entwicklung bis zur Öffnung der Mauer verfolgt. Sie wird nicht nur die Fakten schildern, die etwas aussagen über die Situation der Frau, sondern auch berichten über veröffentlichte Zeuginnengeschichten und persönliche Gespräche mit Frauen, die die DDR-Zeit miterlebt haben. Damit wird bezweckt, die Lücke zwischen offizieller Geschichtsschreibung und erlebtem Alltag zu schließen. Außerdem will die Arbeit somit darauf hinweisen, dass mit Geschichtsschreibung nur ein Ausschnitt von Geschichte erfasst wird. Es besteht die Gefahr, dass Aspekte, die nicht mitgeteilt oder schwierig zu beweisen sind, bei der Geschichtsschreibung verloren gehen. Aus diesen Gründen wird in dieser Arbeit auf eine reine Faktendarstellung verzichtet.
1.3 AUFBAU DER ARBEIT
Um die politische und gesellschaftliche Lage der Frau in der DDR schildern zu können, werden zuerst die dafür notwendigen Begriffe und der historische Kontext erklärt. Danach werden die verschiedenen Lebensphasen und gesellschaftlichen Rollen der Frau im Rahmen der SED-Politik beschrieben. Außerdem wird separat eingegangen auf die Blickwinkel des Ministeriums für Staatssicherheit, dem vor allem die politisch aktiven und lesbischen Frauen, wie im Allgemeinen gruppenbildende Minoritäten der Gesellschaft, suspekt waren. Im folgenden und dritten Abschnitt wird auf die politische Lage der Frau im Besonderen eingegangen. Es wird die heutige Forschungsauffassung über Frauengruppen der DDR angesprochen, die schon lange kontrovers geführt wird. Einerseits wird nämlich behauptet, es habe Frauengruppen nie gegeben. Andererseits gab es unzweideutig eine Gruppenbildung von Frauen in der DDR. Die Lösung dieses Widerspruchs liegt in einer eindeutigen und unkontroversen Definition des Begriffs der Gruppe in diesem Kontext, die in dieser Arbeit gegeben wird.
Im vierten und letzten Kapitel dieser Arbeit werden auch die persönlichen Meinungen von Frauen der DDR-Zeit in Betracht gezogen. Es wurden Gespräche mit Augenzeuginnen geführt, die in vorliegender Arbeit verarbeitet worden sind. Daraus folgt, dass in diesem Kapitel nicht nur Fakten dargestellt werden, sondern auch Meinungen, vor allem jener Frauen, die sich nicht in Frauengruppen beteiligt haben und deren Meinungen nicht offenbar wurden. Auch lesbische Frauen, die kein Risiko eingehen mochten oder sich den Aufwand, der aus einer gesellschaftlichen Beteiligung, zum Beispiel in Kirchengruppen, entstand, sparen wollten, kommen hier zu Wort.
Schlussendlich werden im letzten Kapitel die Vor- und Nachteile einer Emanzipation, wie sie in der DDR stattfand, abgewogen.
Arbeit zitieren:
2008, Frauenpolitik und Frauenbewegungen, München, GRIN Verlag GmbH
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