Inhaltsverzeichnis
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Inhaltsverzeichnis.......................................................................................................... II
Einleitung IV
1 Was ist Bewegungs- und Leibtherapie? 1
1.1 Quellen oder Wurzeln der Tanz- und Bewegungstherapie. 2
1.2 Wodurch verändert Tanz- und Bewegungstherapie? 2
1.3 Der integrative Aspekt der Tanz- und Bewegungstherapie. 4
2 Psychoanalytisch orientierte Tanz- und Bewegungstherapie 6
2.1 Interpretation durch den Therapeuten. 6
2.2 Die Spaltung von Psyche und Soma 7
2.3 Bausteine des theoretischen SIEGEL-Modells 8
2.3.1 Psychoanalyse 8
2.3.2 Bewegungstherapie. 9
2.3.3 ICH. 9
2.3.4 Körper-ICH. 10
2.3.5 Körper-Bild 10
2.3.6 Körper-Grenze 10
2.3.7 Körper-Raum 10
2.3.8 ES und Instinkt 11
2.3.9 Objektbeziehungen 11
2.3.10 Übertragung. 11
2.4 Psychoanalytische Tanztherapie. 12
2.5 Die Rolle des Therapeuten 12
II
3 Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterfahrung 13
3.1 Zwei Arbeitsmodalitäten besonders für den nichtklinischen Bereich. 13
3.1.1 Die Übungszentriert-funktionale Modalität 13
3.1.2 Der erlebniszentriert-agogische Ansatz. 14
3.2 Persönlichkeitsentwicklung gefördert durch Kreativität 14
3.3 Methoden und Medien zur Förderung der Kreativität. 15
3.3.1 Improvisation 15
3.3.2 Aktive Imagination 16
Abbildungsverzeichnis. V
Literaturverzeichnis V
III
Einleitung
Mit dieser Arbeit habe ich versucht, die Grundzüge der Tanz- und Bewegungstherapie /pädagogik theoretisch darzustellen. Ich halte diese Methode für sehr effektiv in der therapeutischen Arbeit, da sie auf einem ganzheitlichen Ansatz basiert, der von den natürlichen, in jedem Menschen schlummernden Selbstheilungspotentialen ausgeht. TRUDI SCHOOP formuliert dies in ihrem Referat, gehalten während des 7. „Forums für Musik und Bewegung“ 1977, meiner Meinung nach sehr eindrucksvoll: nämlich „... daß gerade der tanzende Mensch wohl eines der glücklichsten, ausbalanciertesten Wesen auf dieser Erde sein kann. Er kann im Einklang mit dem Rhythmus des Geschehens sein, er kann die Veränderung lieben und jeden Ausdruck vom harmonischsten bis zum konfliktvollsten. Er ist es, der sich seinen eigenen Raum schaffen kann, in welchem er sich bewegt. Diese begeisterte Bejahung des Lebens ist seine Stärke, seine Geborgenheit. Rhythmus und Melodie, Energie und Raumempfinden begleiten ihn innerhalb seiner Lebensdauer hier auf unserer Erde.“ *
Jeder Mensch hat Rhythmus erlebt, als Säugling z.B. den Herzschlag der Mutter, später Sonnenauf- und Untergang, Jahreszeitenwechsel, Musik und jeder Mensch hat seinen eigenen, inneren Rhythmus. Ich glaube, wenn jeder Mensch seinen ureigensten Rhythmen folgen würde, würde er durch das Leben tanzen und die sich ihm stellenden Aufgaben des Lebensalltags leichter bewältigen. Leider lassen wir uns viel zu oft von Zeitdruck und Leistungsanforderungen der heutigen Zeit einengen. Dann hasten wir durch unser Leben anstatt es zu tanzen. Die Tanz- und Bewegungstherapie bietet die Möglichkeit, wieder zum eigenen Rhythmus zu finden und zumindest zeitweise wieder unser Leben zu tanzen statt schwer an unseren Gefühlen, Ängsten und Sorgen zu tragen. Ihr Ziel ist, die „Bejahung des
L e b e n s “ , u m d a r a u s w i e d e r K r a f t u n d S t ä r k e s c h ö p f e n z u k ö n n e n u n d s i e h i l f t d e m Menschen, sich seinen „eigenen Raum zu schaffen“. Wie sie das macht und auf welchen Grundlagen die Tanz- und Bewegungstherapie basiert, habe ich in den folgenden Kapiteln zusammengetragen.
Noch ein Punkt in eigener Sache: Erstens, wenn ich in dieser Arbeit die männliche Beschreibungsform gewählt habe, so schließt sie selbstverständlich die weibliche mit ein.
*
Schoop, Trudi: Zur Tanztherapie. In: Tanztherapie Theorie und Praxis. Ein Handbuch. Hrsg. von Willke, Elke; Hölter, Gerd; Petzold, Hilarion. Paderborn, Junfermann Verlag 1992, 2. Aufl.
Grundzüge der Tanz- und Bewegungstherapie / -pädagogik
--------------------------------------------------------------------------------------------------------- 1 Was ist Bewegungs- und Leibtherapie?
Zunächst möchte ich an dieser Stelle versuchen, die Definitionen und Beschreibungen zu sammeln, die ich während meiner Recherchen zu diesem Thema gefunden habe. In diesem Zusammenhang bin ich auf die Begriffe Tanz-, Bewegungs- und Leibtherapie gleichermaßen gestoßen. BAER / FRICK-BAER
1
verwenden die Begrifflichkeiten Tanz- und Bewegungstherapie in ihrem Buch Leibbewegungen weitgehend kongruent. Dem Argument, Tanz wäre
mit Musik verbunden und Bewegung nicht, setzen sie ihre langjährige therapeutische Erfahrung entgegen, in der sie erlebt haben, dass „zahlreiche Tänze einschließlich tänzerischer Dialoge ... ohne Musik stattfanden und doch von allen Beteiligten als Tanz empfunden wurden.“( BAER / FRICK-BAER, 2001) 2 Auch die These, dass Bewegungen nicht so ausdrucksstark seien wie Tanz, widerlegen sie, indem sie auf die mögliche „Dichte und Intensität [von] Bedeutungsgesten“ hinweisen. Deshalb werde auch ich die Begriffe Tanz
BAER / FRICK-BAER beschreiben Tanz- und Bewegungstherapie folgendermaßen: „Tanz- und Bewegungstherapie versteht den Menschen als erlebendes Wesen und nimmt die KlientInnen mit all ihren leiblichen Aspekten ernst, mit ihren Stimmungen und Gefühlen, ihren Erregungen und Spannungen, ihrem Körpererleben und ihren Selbstbildern, ihrem Denken und ihren sozialen Beziehungen. Tanz- und Bewegungstherapie ist unserem Verständnis nach Leibtherapie, das heißt, wir unterstützen KlientInnen darin, ihre Fähigkeiten, sich zu erleben und anderen Menschen erlebend zu begegnen, wiederzugewinnen und damit mehr Wahlmöglichkeiten in ihrem Leben zu eröffnen. Auf dem Boden dieses Verständnisses von Mensch und Therapie bietet die Tanz- und Bewegungstherapie ... eine Fülle von Möglichkeiten, heilende Veränderungsprozesse einzuleiten, zu unterstützen und zu fördern“ (BAER / FRICK-BAER,
1 Baer, Udo; Frick-Baer, Gabriele: Leibbewegungen. Methoden und Modelle der Tanz- und Bewegungstherapie. Neukirchen-Vluyn, Affenkönig Verlag 2001, S. 11
2 a.a.O. S. 11
3 a.a.O. S. 9
1
Grundzüge der Tanz- und Bewegungstherapie / -pädagogik
--------------------------------------------------------------------------------------------------------- 1.1 Quellen oder Wurzeln der Tanz- und Bewegungstherapie
Die Tanz- und Bewegungstherapie hat nach BAER / FRICK-BAER viele Quellen: Zum einen das Tanzen selbst, wobei es nicht vorrangig um „Schrittfolgen oder Raumwinkel“ geht als viel mehr um das Erleben während des Tanzes. Zum anderen aus der Säuglingsforschung, die „Erfahrungen und Modelle [liefert], die die Entwicklung des Säuglings und Kleinkindes als Erlebnisprozess beschreiben, woraus sich grundlegende Überlegungen zu Menschenbild und Therapieverständnis ableiten lassen.“ Laut BAER / FRICK-BAER ist Therapie Erleben und sie verändert Erleben. Eine weitere Quelle ist die Humanistische Psychologie, auf die ich im Kapitel 2 näher eingehen werde.
1.2 Wodurch verändert Tanz- und Bewegungstherapie?
Menschen, die in eine Therapie gehen, wollen etwas verändern. Jedoch sind die Veränderungswünsche nicht immer konkret. Z.T. sind sie diffus, dann bemerken die KlinentInnen zunächst nur, dass etwas nicht stimmt oder dass sie unglücklich sind. Manchmal geht es auch zuerst einmal darum, „den Status quo“ zu erhalten, z.B. die Ehe. Doch auch an dieser Stelle ist Veränderung nötig, um „die Bedrohung des Status quo“ zu beseitigen (BAER / FRICK-BAER, 2001). 4
Da sich Menschen nicht nur in therapeutischen Prozessen verändern sondern auch in ihren sonstigen Lebensabläufen, erweitern BAER / FRICK-BAER ihre Frage wie Tanz- und Bewegungstherapie verändert um die Frage: „Wodurch verändern sich Menschen?“ Sie zählen folgende Veränderungsfaktoren auf:
¾ die grundlegende Haltung, die gegenüber einem Menschen eingenommen wird
¾ die leibliche Integration bzw. Desintegration
¾ die Resonanz
¾ die Tridentität, also die Interaktion im Nähren, Spiegeln und Gegenüber zwischen Personen und Lebenswelt
¾ die Bedeutungen bzw. Bedeutungsveränderungen
¾ die Bewältigungsstrategien von Krisen
Der Therapeut hat dann die Aufgabe zusammen mit dem Klienten einzelne Veränderungs-faktoren zu analysieren, um zu verstehen, wodurch sich der Mensch verändert und wie er
4 a.a.O. S. 68
2
Arbeit zitieren:
Diplom Sozialpädagogin Vanessa Krings-Sarhan, 2003, Grundzüge der Tanz- und Bewegungstherapie/-pädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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