Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Interventionen und deren Wirkungsweise 3
2.1. Interventionen der EZB 3
2.2. Sterilisierte gegenüber nicht-sterilisierte Interventionen 4
2.2.1. Der Portfolio-Balance-Channel 5
2.2.2. Der Signalling-Channel 6
2.2.3. Der Noise-Trader-Channel 8
3. Eine Analyse der EZB-Interventionsserie vom 14.09.2000 11
3.1. Kurzfristige Effekte der Interventionen 11
3.2. Mittelfristige Effekte auf das Wechselkursniveau 14
3.3. Intervenierte die EZB systematisch? 16
3.4. Wechselkursvolatilität 17
4. Ergebnis 17
5. Literaturverzeichnis 19
1
1. Einleitung
Anfang der siebziger Jahre brach das bis dahin gültige System fester Wechselkurse (Bretton-Woods) in sich zusammen. Der Grund hierfür bildeten die in den sechziger Jahren massiv abweichenden Inflationsraten der Mitgliedsstaaten, welche die Wettbewerbsstärke der Haupt-handelsnationen veränderte. Während der Zeit fixer Wechselkurse wurden Interventionen nur passiv durchgeführt. Das heißt, falls z.B. die Nachfrage des privaten Sektors nach ausländischer Währung größer als das von der Zentralbank zur Verfügung stehende Angebot war, musste die Zentralbank die fehlenden Devisen kaufen. Diese „Interventionen“ waren das einzige geldpolitische Instrument. Heute bilden sich die Kurse der wichtigsten Währungen durch die Mechanismen des Marktes. Dieser Wechsel zu
flexiblen Wechselkursen sollte die Notwendigkeit der Zentralbanken grosse Fremdwährungsbestände zu halten, reduziert haben. Trotzdem liegen die weltweiten Zentralbankreserven auf Rekordniveau
-
vgl. Abbildung1 -
.
Diese Reserven
können die Währungshüter, um durch Interventionen auf die flexiblen Wechselkurse einzuwirken, nutzen. Devisenmarktinterventionen sind aber weitgehend als währungspolitische und nicht mehr geldpolitische Maßnahme zu sehen. Auch nach Artikel IV des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind die Zentralbanken dazu verpflichtet für ein stabiles Wechselkurssystem zu sorgen. Die Vergangenheit zeigte, dass Zentralbanken in aller Regel eine „leaning against the wind“-Strategie, das heißt eine Interventionspolitik, welche den herrschenden Kurstrend brechen soll, verfolgten. Fraglich ist, ob angesichts der Größe des
2
Währungsmarktes, diese Strategie erfolgreich sein kann. Man muss schliesslich bedenken, dass im grössten Kassamarkt ($/) über $200 Mrd. täglich gehandelt werden - Lyons (2002), S.3. Nachfolgend will ich, an Hand der am 14. September 2000 gestarteten Interventionsserie der EZB untersuchen, inwieweit deren Eingriffe zur Stützung des /$-Kurses wirkungsvoll waren. Dazu werde ich im nächsten Abschnitt erörtern, wie die Interventionen der EZB ihre Wirkung entfalten können. Im dritten Abschnitt erfolgt eine Betrachtung der Devisenmarktinterventionen der EZB im Herbst 2000. Hier interessieren mich nicht nur deren Einfluß auf den kurz- und mittelfristigen Devisenkurs, sondern auch die Auswirkungen auf die Kassavolatilität. Zudem prüfen wir, inwieweit die gemeinsame europäische Notenbank in der Vergangenheit systematisch am Devisenmarkt intervenierte und ob die Dollarverkäufe der EZB während des Herbst 2000, im Hinblick auf eine -Stützung, effektiv waren. Diese Arbeit schließe ich im vierten Abschnitt durch ein Fazit über die Wirkung von Zentralbankinterventionen ab.
2. Interventionen und deren Wirkungsweise
2.1. Interventionen der EZB
Definition des Begriffs Intervention:
„Unter Interventionen am Devisenmarkt werden Eingriffe der Zentralbanken in der Kursbildung am Devisenmarkt verstanden, indem sie als Anbieter oder Nachfrager von Devisen am Devisenmarkt auftreten, und zwar mit dem Ziel, den Kurs zu beeinflussen. Dabei kann die Ausgestaltung im Detail von Land zu Land verschieden sein.“
Der Euro soll zu einer internationalen Handels- und Reservewährung werden. Dieses Ziel ist nur dann zu erreichen, wenn der Euro nicht übermäßig gegenüber den anderen wichtigen Währungsblocks schwankt. Um Kursfluktuationen entgegenzuwirken nutzt die EZB
3
Devisenmarktinterventionen, die sie in der Regel im Auftrag des ECOFIN-Rats durchführt. Die nationalen Zentralbanken statten die EZB mit Währungsreserven bis zu einer Höhe von 50 Mrd. (Art. 30.1; Art. 3.1) aus. Auf zwei verschiedene Weisen kann die EZB am Markt eingreifen. So kann sie die Intervention selbst ausführen oder diese Aufgabe dezentral auf die nationalen Zentralbanken übertragen - . Um das oberste Ziel der Preisstabilität nicht zu
gefährden, führt die EZB in aller Regel „sterilisierte Interventionen“, also Interventionen die keinen Einfluß auf die Geldbasis haben, durch.
2.2. Sterilisierte gegenüber nicht-sterilisierte
Interventionen
!" !# $ %& % definieren jede Form von Intervention die auf die inländische Geldbasis einwirkt, als nichtsterlisierte Intervention. Wenn die EZB Euro, die zuvor nicht im Umlauf waren verkauft, steigt die inländische Geldbasis. Dies kann problematisch sein, da es sich in diesem Fall nicht nur einfach um Währungs-, sondern insbesondere um Geldpolitik handelt und es somit zu Auswirkungen auf die Preisstabilität kommen kann. Überwiegend greift die EZB mit sterilisierten Interventionen am Devisenmarkt ein. Dies sind laut !" !# $ %& Interventionen, die von einem Offenmarktgeschäft (z.B. Wertpapierpensionsgeschäft), welches die ursprüngliche Geldbasis wiederherstellt, begleitet werden. Beispielsweise führt der Verkauf von ausländischen Wertpapieren am offenen Markt zu einer Reduzierung des Nettoauslands-
vermögens ( )
NFA der EZB und zu einem Sinken der inländischen Geldbasis ( )
MB . Diesen Effekt kann die EZB durch einen Kauf von Inlandsvermögen, der das Nettoinlandsvermögen ( )
NDA der EZB
erhöht, neutralisieren. Dadurch bleibt die Geldbasis auf dem ursprünglichen Niveau. = ∆ = ∆ + ∆ 0 MB NDA NFA
4
Arbeit zitieren:
Dominik Jahnke, 2003, Kann die EZB den EUR/USD-Kurs beeinflussen?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Ansatz und Bewertung von Rückstellungen nach dem Bilanzrechtsmodernisi...
Darstellung und Beurteilung
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Diplomarbeit, 79 Seiten
Die Entwicklung des Euro im Verhältnis zum Dollar: Bestimmungsfaktore...
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 24 Seiten
Ansatz und Bewertung von Rückstellungen vor dem Hintergrund des Bilanz...
Kritische Analyse und beispiel...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Seminararbeit, 47 Seiten
Die Bilanzierung latenter Steuern nach HGB unter Berücksichtigung des ...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Bachelorarbeit, 133 Seiten
Institutionelle Charakteristika von Devisenmärkten
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 27 Seiten
Unterschiede in der Bilanzierung von latenten Steuern im Einzelabschlu...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Hausarbeit, 31 Seiten
Oberstes Ziel Preisstabilität - Die Geldpolitik der EZB
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Vordiplomarbeit, 22 Seiten
Zur Unabhängigkeit und Stabilitätsperformance der EZB
Seminararbeit, 51 Seiten
Das Vorsichtsprinzip im internationalen Vergleich am Beispiel von Rück...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Diplomarbeit, 111 Seiten
Wechselkursregimes in Europa und die Theorie Optimaler Währungsräume
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Bachelorarbeit, 40 Seiten
Außenwert als Indikator für die externe Stabilität des Euro
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 26 Seiten
Ermittlung und Bilanzierung drohender Verluste aus schwebenden Geschäf...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Seminararbeit, 19 Seiten
Geldpolitik und Wechselkurspolitik: Die Rolle des Euros im Weltwährung...
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 23 Seiten
Die bilanzielle Abbildung von variablen Anschaffungskosten der Beteili...
(insbes. bei sog. "Earn O...
Seminararbeit, 39 Seiten
Die Übernahme der Ruhrgas AG durch den E.ON Konzern
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 33 Seiten
Dominik Jahnke's Text Kann die EZB den EUR/USD-Kurs beeinflussen? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Dominik Jahnke hat den Text Kann die EZB den EUR/USD-Kurs beeinflussen? veröffentlicht
Dominik Jahnke hat einen neuen Text hochgeladen
Detection, Estimation, and Modulation Theory: Radar Sonar Processing a...
Harry L. Van Trees
Radio Frequency Principles and Applications: The Generation, Propagati...
Albert, Jr. Smith, Whitney Smith
An Introduction to the Theory of Random Signals and Noise
Wilbur B. Davenport, Jr. Wilbur B. Davenport, William L. Root
0 Kommentare