Einleitung I. Einführung 1 1.1. Der Begriff „Fernhandel“ 1 1.2. Bronzezeit 2 Theorie des Fernhandels II. 4 2.1. Sahlins’ Handelssysteme 5 2.2. Die vier „Säulen“ des Handelns 10
Fernhandel III. 14 3.1. Die Phönizier 14
Schlussbetrachtung IV. 4.1. Ergebnisse 17 4.2. „…und was Historiker daraus lernen können.“ 18
Literaturverzeichnis V. 5.1. Literatur 20 5.2. Abbildungsverzeichnis 21
Christine Um
Der bronzezeitliche Fernhandel am Beispiel der Phönizier.
I. Einführung
Was die vormoderne Zeit betrifft, muss man leider lange und so gut wie vergebens nach einer brauchbaren Definition des Begriffs „Fernhandel“ recherchieren. Zwar ist die Forschungslage zum Thema Fernhandel dank der Mediävistik recht vorzeigbar, doch leider ist die Quellenlage zum Altertum eher dürftig. Man findet viele spezifische Auseinandersetzungen des vormodernen Fernhandels, jedoch mangelt es an populär-wissenschaftlichen Gesamtdarstellungen über dieses Materie. Daher sollen die in dieser Arbeit vorgelegten Definitionsversuche auch als solche, nämlich im wörtlichen Sinne „Versuche“ angesehen werden. Anhand einer ausgewählten Theorie zum Thema Fernhandel soll ein konkretes Beispiel behandelt werden: der interkontinentale Handel der Phöniker. Zum Schluss soll der Versuch unternommen werden, anhand der dargelegten Theorie und dem Beispiel einen Abriss über das gesamte Thema herzustellen. In diesem Zusammenhang soll auch versucht werden, die Frage des Seminartitels, nämlich „was Historiker daraus lernen können“ zu beantworten.
1.1. Der Begriff „Fernhandel“
Leider stellte sich die Recherche nach einer Definition des Begriffs „Fernhandels“ schwieriger (und vor allem auch als weniger zufrieden stellend) als erwartet war. Das Altertum betreffend scheint es keine handfeste Begriffsbestimmung zu geben, wenn es auch eine ganze Reihe von Altertumshistorikern gibt, die sich mit dem Fernhandel auseinandersetzen. Obwohl Fernhandel bereits im Altertum eine mindestens genauso wichtige Rolle gespielt hat wie später, findet man erste konkrete Auslegungen nur in der Mediävistik.
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Christine Um
Der bronzezeitliche Fernhandel am Beispiel der Phönizier.
Zwar nennt das Lexikon der Antike unter dem Titel „Handel“ charakteristische Merkmale des Fernhandels, macht hingegen aber keine genauen Differenzierungen. 1
Es liegt ganz offensichtlich auf der Hand, dass dem ökonomischen Aspekt des Handels der Vormoderne von Altertumsforschern wenig Bedeutung beigemessen wird. Dabei spielte Handel, ganz besonders eben der Fernhandel, bereits in früher Zeit eine äußerst wichtige Rolle. Neben dem ökonomischen Aspekt auch in sozialer, kultureller und sogar politischer Hinsicht. Fernhandel war bedeutsam für die gesamte Gesellschaft. Im Gegensatz zu dem Mangel an Definitionen des Fernhandels gibt es eine Reihe von dezidierten Theoriemodellen der Funktionsweisen des Fernhandels. Diese sollen in II. näher beleuchtet werden.
1.2. Bronzezeit
Die hier in dieser Arbeit behandelten Theorien und Beispiele rund um den vormodernen Fernhandel beziehen sich auf die Bronzezeit. Mit dem Begriff Bronzezeit bezeichnet man eine Kulturperiode zwischen Ende des 3. und Anfang des 1. Jahrtausend vor Christus, in der - wie ihr Name bereits ausdrückt - Bronze das wichtigste Rohmaterial für unterschiedliche Gegenstände und Werkzeuge, z.B. Waffen oder auch Schmuck, war. Man spricht oft vom so genannten „Dreiperiodensystem“, in welchem man die Bronzezeit zwischen Stein- und Eisenzeit eingeschoben definiert; auch wenn man die Bronzezeit in räumlicher und zeitlicher Dimension nicht wirklich mit den beiden anderen Perioden vergleichen kann. Man zählt die Bronzezeit der Kulturstufe der darin lebenden Menschen zur Urgeschichte oder Frühgeschichte. Sie ist gekennzeichnet von großen sozialen und wirtschaftlichen Umwälzungen. In der Fachliteratur wird noch eine Differenzierung zwischen zinnarmer und zinnreicher Bronze vorgenommen:
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Der bronzezeitliche Fernhandel am Beispiel der Phönizier.
„Die vorhergehende Periode mit zinnarmer Bronze bildet den Übergang zwischen der Steinzeit und der Bronzezeit. Weil die Grenze zwischen zinnarmer und zinnreicher Bronze fließend ist und nur durch Analyse festgestellt werden kann, wird gewöhnlich die Periode mit zinnarmer Bronze zur Bronzezeit gerechnet.“ 2
Bronzezeitkulturen sind in Europa bekannt - z.B. Mitteleuropa, Nord-Italien, Frankreich, Südskandinavien, Baltikum, Balkangebiete, Polen; in Teilen Nordafrikas, dort vor allem im ägyptischen Niltal und Mauretanien; und in vielen Teilen Asiens: Vorder- und Zentralasien, nördliches Indien, China, südliches Sibirien, Indonesien. Wo genau Bronze zum ersten Mal bewusst hergestellt wurde, ist nicht eindeutig nachzuweisen, man geht aber von Ägypten aus (ca. 3500 v.Chr).
Mit der Verwendung von Bronze gingen mehrere Technologien einher: Bergbau als Abbautechnik und Verhüttungsmethoden zur Metallgewinnung. Durch den Bronzeguss wurden Serienfertigungen möglich und spezialisierte Handwerker konnten komplizierte, mehrteilige Formen herstellen. Dass die Verwendung von Bronze auch zu neuen Waffensystemen führte, lässt sich anhand von Funden von Schwertern, Lanzen, Helmen und Streitwagen erkennen.
Kennzeichnend für die Bronzezeit sind eine gewisse soziale Differenzierung, sichtbar durch die handwerkliche Spezialisierung für Bronzegewinnung undbearbeitung, die soziale Hervorhebung einzelner Persönlichkeiten, belegbar durch die reiche Ausstattung von Fürstengräbern; und eine vorwiegend bäuerliche Wirtschaftsform.
Der Fernhandel entwickelte sich während der Bronzezeit weiter, Schiffbau und Seefahrt mussten betrieben werden, um die Erze von ihren Gewinnungsstätten zum Festland zu transportieren. Kupfer kam in Zypern in großen Mengen vor, Zinn in Britannien. Durch den Import-Zwang entwickelte
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Der bronzezeitliche Fernhandel am Beispiel der Phönizier.
sich ein gut organisierter Fernhandel, in dessen Zuge Bronzebarren und andere Bronzegegenstände sich als wertvolles Handelsgut eigneten. Wenn wir in der Bronzezeit von Fernhandel sprechen, reden wir aber nicht von einer breiten Unternehmerschicht. Der Handel ist in der Regel viel mehr eng an die zentralen Residenzen gebunden, wird von ihnen angeleitet und organisiert.
________________________
Anmerkungen zu I.:
1 Zum Beispiel wird keine Unterscheidung zwischen Fern- und lokalem Handel gemacht. Der „Handel“ im Lexikon der Antike beschränkt sich auf den Fernhandel und wird so erklärt, aber als „Handel“
betitelt.
2 „Bronzezeit“, in: Ebert, Max: Reallexikon der Vorgeschichte, Band 2, Berlin 1925, S. 179 - 183
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Arbeit zitieren:
M.A. Christine So-Young Um, 2005, Der bronzezeitliche Fernhandel am Beispiel der Phönizier, München, GRIN Verlag GmbH
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