Inhaltsverzeichnis
Seite
1 Einleitung 4
2 Die geschlechtsbewusste Pädagogik im Elementarbereich 6
2.1 Die Relevanz der geschlechtsbewussten Pädagogik während
der Sozialisation im Kindesalter 6
2.2 Theorie- und Forschungsansätze zu Gender im Kindergarten 7
3 Projekte und Forschungen in Kindergärten 10
3.1 Empirische Untersuchungen 10
3.2 Geschlechtsbewusste Koedukation im Elementarbereich 11
3.3 Inhalte des Projektes A 12
3.3.1 Das Spielverhalten von Mädchen und Jungen 12
3.3.2 Maßnahmen für eine geschlechtsbewusste Pädagogik 13
3.3.3 Die Beziehungen zwischen Mädchen und Jungen 13
3.3.4 Das Verhalten der Erzieherinnen 14
3.3.5 Die Elternarbeit 14
3.3.6 Zusammenfassung 14
3.4 Projekt B 15
4 Die Handlungsansätze 15
4.1 Die Möglichkeiten der Pädagogik 16
4.2 Die Grenzen der Pädagogik 16
4.3 Das gewünschte und angemessene Verhalten der
P ädagogen und Pädagoginnen 17
2
5 Die Zusammenfassung der Elemente und Intervenierungsmöglichkeiten in der geschlechtsbewussten Pädagogik 18 5.1 Die Selbstreflexion und Teamarbeit 18 5.2 Die Beobachtungen und möglichen Veränderungen im Alltag 19 5.3 Die Beteiligung der Kinder 20 5.4 Die Bewältigungsstrategien der Kinder 20 5.5 Die Elternarbeit, Gemeinwesenorientierung und Öffentlichkeitsarbeit 21
6 Fazit 22
7 Literaturliste 24
8 Anhang 24 • Hand-out
3
1 Einleitung
Das Thema dieser Arbeit „Gender im Elementarbereich“ stellt für uns eine besondere Heraus-forderung dar. Die Herausforderung ist die Bearbeitung des Themas, da Gender generell ein neues Themengebiet für uns ist. Aber der eigentliche Schwierigkeitsgrad ist das Aufzeigen und Verdeutlichen genderbezogener Grundlagen und den damit verbundenen Möglichkeiten der Maßnahmen, da sie sehr situativ eingesetzt werden und aus einer äußeren Betrachtung oftmals gegensätzlich erscheinen.
Das Thema weckt unser Interesse, da eine von uns zwar gelernte Erzieherin ist, aber in ihrer schulischen und praktischen Ausbildung der Gendereinbezug in die pädagogische Arbeit kaum berücksichtigt wurde.
Ein zweiter Interessenspunkt resultiert aus der nebenberuflichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis achtzehn Jahren. Über die Auseinandersetzung mit dem Thema entsteht für uns eine Möglichkeit zur Überprüfung unserer pädagogischen Arbeit, da aufgrund der Recherche dieses Themas eine Reflexion der eigenen Ansichten über Gender und der pädagogischen Haltung unweigerlich erfolgt.
In Bezug auf Gender sind wir beide kritisch, da, wie bereits erwähnt, oftmals scheinbar Gegensätzliches eingesetzt wird und somit für uns Fragen entstehen.
Diese sind:
a) Besteht wirklich solch enorme Relevanz für den Gendereinsatz? b) Kann Gender auf eine Weise eingesetzt werden, so dass Pädagogen und Pädagoginnen eine nachvollziehbare Umsetzung gestalten können?
Um diese Fragen zu klären, werden wir eine Literaturrecherche durchführen. Dafür wurden uns verschiedene Bücher und literarische Texte empfohlen, wie „Starke Mädchen, starke Jungs - Leitfaden für eine geschlechtsbewusste Pädagogik“ (Petra Focks) und „Handbuch Gender und Erziehungswissenschaft“ (Edith Glaser u. a.).
Zusätzlich haben wir diverse weitere Literatur betrachtet und uns für eine begrenzte Auswahl entschieden. Hierzu gehören „Brave Mädchen, böse Buben! - Erziehung zur Geschlechtsidentität in Kindergarten und Grundschule“ (Christian Büttner / Marianne Dittmann) und „Erziehung der Geschlechter - Entwicklungen, Konzepte und Genderkompetenz in Sozialpädagogischen Feldern (Margitta Kuhnert-Zier).
4
Um selbst für dieses Thema möglichst offen zu sein, haben wir bei der Literaturauswahl darauf geachtet, dass die Bücher beide Geschlechter gleichermaßen vorstellen bzw. einbeziehen. Bei Literatur mit speziellem Bezug auf ein Geschlecht haben wir die mögliche Gefahr gesehen, dass sich unsere Betrachtung dann ebenfalls stärker auf ein Geschlecht fokussiert. Die Abfolge dieser Arbeit ist die unserer entstandenen Fragen sehr ähnlich. Als erstes werden die Relevanz von Gender im Elementarbereich verdeutlicht, sowie die The-orie- und Forschungsansätze erläutert und anhand vereinzelter Beispiele erklärt. Um die Ansätze und Relevanz zu belegen, werden Forschungen und deren Ergebnisse in diese Arbeit mit einbezogen.
Da sich aus den Forschungsergebnissen die Handlungsansätze dieser Pädagogik entwickelten, werden im darauf folgendem Kapitel die Handlungsformen kurz in ihrer Grundstruktur gezeigt, aber auch u. a. das resultierende, angemessene Verhalten von Pädagoginnen und Pädagogen.
Durch die Einführung und Verdeutlichung der Genderpädagogik im Elementarbereich bleibt die Frage offen, wie eine Umsetzung dieser Pädagogik sinnvoll erfolgen kann. Darauf wird im letzten Kapitel eingegangen, in dem ebenfalls anhand vereinzelter Beispiele Maßnahmen für einen Einsatz geschlechtsbewusster Pädagogik aufgeführt sind.
5
2 Die geschlechtsbewusste Pädagogik im Elementarbereich
Um diese Pädagogik zu verdeutlichen und an sie heran zu führen, sollen in den folgenden Seiten erst die Relevanz der geschlechtsbewussten Pädagogik im Elementarbereich und dann die Theorie- und Forschungsansätzen beschrieben werden.
2.1 Die Relevanz der geschlechtsbewussten Pädagogik während der Sozialisation im Kindesalter
Eine geschlechtsbewusste Pädagogik im Kindergarten ist notwendig, da bereits in dieser Phase der Sozialisation pädagogische Impulse für den geschlechtlichen Identitätserwerb der Mädchen und Jungen gegeben werden können. Der Prozess der Sozialisation, also die Aneignung und Auseinandersetzung mit der Umwelt, erfolgt zwar ein Leben lang, aber sie ist in diesem Altersabschnitt besonders intensiv. Das bedeutet eine Möglichkeit der Weichenstellung für die Geschlechterrollen und -identitäten je nach den Fähigkeiten und Interessen der Kinder. 1 Innerhalb der Sozialisation werden unbewusst nur die typisch geschlechtlichen Bereiche angemessen gefördert. Das führt zwar zur Fähigkeiten- und Stärkenentwicklung, aber meist resultiert es ebenso zu einer Überlegenheit in diesen Bereichen gegenüber dem anderen Geschlecht. Die anderen Förderbereiche werden oft nicht erkannt oder das Potential des Kindes nicht wahrgenommen. So wird bei Jungen beispielsweise eine Förderung der sozialen Kompetenzen einschließlich der sozialen Verantwortungsübernahme häufig vernachlässigt. Ebenso trifft es auf das Erlernen des Umgangs mit Trauer, Schmerz und Ängsten zu. Das Umfeld der Jungen signalisiert ihnen, dass sie nicht weinen oder ängstlich sein dürfen. Bei Mädchen wird dagegen der angemessene Umgang mit Aggression, Wut und dem Durchsetzen eigener Interessen vermindert oder gar nicht gefördert. Dadurch richtet sich die Wut der Mädchen oft gegen sich selbst, wodurch sie sich bzw. ihre Person entwerten und einschränken oder sich Schaden zufügen. Ebenso sollen sie nicht toben oder laut sein. Obendrein ist während der Identitätsfindung die geringe Anerkennung des sexuellen Körperbildes für Mädchen erschwerend. Sie setzen sich zwar mit ihrem Körper auseinander, doch Körpererfahrungen werden nicht verbalisiert, wie es bei den Jungen geschieht. 2
Für die Jungen gibt es ebenfalls Vorteile innerhalb der oben genannten Förderung geschlechterstereotypischer Bereiche. Sie haben stärker als Mädchen Möglichkeiten für aktive und au-
1 Vgl.Focks, Petra (2002: 55)
2 Vgl. Focks, Petra (2002: 65 f.)
6
tonome Handlungen, da ihre Grenzen nicht gleichermaßen eng gefasst werden. Die Jungen erlernen dadurch einerseits einen leichteren Umgang im öffentlichen Bereich und können andererseits ihre Belange stärker durchsetzen. 3
Das Umfeld tätigt Zuschreibungen je nach dem Wissen über das Geschlecht des Kindes und stellt durch bestätigende oder ablehnende Reaktionen unterschiedliche Erwartungen an das Kind. Auf diese Weise können typisch geltende Verhaltensweisen verstärkt werden, denn bei dem Kind geschieht die persönliche Auseinandersetzung mit den Geschlechterrollen aus der Umwelt und dem Bezug zu sich selbst. Dieser Prozess der Auseinandersetzung erfordert von den Pädagogen und Pädagoginnen eine aufmerksame Begleitung, da sich die Kinder ansonsten an den traditionellen Geschlechterrollen orientieren, die das Ungleichverhältnis der Geschlechter unterstützen und negative Einflüsse für die Entwicklung des Kindes sein könnten. 4
2.2 Theorie- und Forschungsansätze zu Gender im Kindergarten
Die ersten Forschungsansätze zu Gender im Kindergarten wurden erstmals 1977 von Ursula Scheu durchgeführt. Der Gegenstand ihrer Forschung war die geschlechtspezifische Sozialisation. Sie kam zu den Ergebnissen, dass Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen im Kindesalter die Folge einer geschlechtspezifischen Erziehung sind. Dabei werden die Mädchen systematisch benachteiligt und in ihrer Autonomie beschränkt. Für eine theoriegeleitete Gen-derforschung stellt sich die Frage, welche Erwartungen und Zuschreibungen durch die Erziehungsfachkräfte an das Kind gerichtet werden und welche Einflüsse sie auf das geschlechtliche Selbstbild des Kindes haben. 5
Nancy Chodorows beleuchtete den Aspekt des gesellschaftlich erzeugten Sozialcharakters. Um sich zu orientieren ist das Erwachsen werden ein wichtiges Kinderspiel. Die Mädchen und Jungen orientieren sich an Frauen und Männer in ihrer Umgebung und ahmen sie nach. Trotz der gesellschaftlichen Arbeitsteilung sind Frauen die primären Bezugspersonen für den Großteil der Kinder. Somit ist es für die Mädchen leichter reale Frauen als Modelle zu finden, weil das Umfeld von Kindern vom weiblichen Geschlecht dominiert wird. Nancy Chodorows stellt damit die These auf, dass das für männliche und weibliche Kinder unterschiedliche Folgen hat. Die Mädchen erleben ihr weibliches Rollenmodell hautnah und können sich damit identifizieren. Bei den Jungen gestaltet sich die Orientierungsmöglichkeit schwerer, da männliche Pädagogen selten in Betreuungseinrichtungen arbeiten und Väter noch immer den geringeren Anteil in der Erziehungsarbeit haben. Als Folge suchen sich die Jungen ein eigenes psy- 3 Vgl.Focks, Petra (2002: 67)
4 Vgl. Focks, Petra (2002: 62)
5 Vgl. Glaser, Edith u. a. (2004: 363)
7
Arbeit zitieren:
Mia Schmalenberg, Silvia Mörs, 2008, Gender im Elementarbereich, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Internationale Personalmanagement vor dem Hintergrund der Globalis...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 36 Seiten
Grundlagen des Bindungsverhaltens im Kleinkindalter und ihre Auswirkun...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 15 Seiten
Gesundheitsförderung im Kindergarten unter besonderer Berücksichtigung...
Seminararbeit, 27 Seiten
Texttypologie und Übersetzungsstrategie - Eine linguistisch-translator...
Diplomarbeit, 130 Seiten
Praxisbericht zur Erlangung der staatlichen Anerkennung für Diplomsozi...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Sozialisation im Vorschulalter, Konzepte für den Kindergarten. Situati...
Soziologie - Kinder und Jugend
Seminararbeit, 19 Seiten
Soll Bildungsarbeit im Kindergarten auf den Geschlechtsaspekt ausgeric...
Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
Zwischenprüfungsarbeit, 37 Seiten
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Seminararbeit, 18 Seiten
Wesentliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Lernfeldkonz...
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Referat (Ausarbeitung), 6 Seiten
Gewalt und Nichtkommunikation in Büchners WOYZECK
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 20 Seiten
Interaktionsspiele in der Erlebnispädagogik
Ein kurzer Überblick
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Referat (Ausarbeitung), 11 Seiten
Das Phänomen Druckgrafik. Hochdruck-, Tiefdruckverfahren und Monotypie
Seminararbeit, 15 Seiten
Der Ausbau der außerhäuslichen Kinderbetreuung als aktuelle familienp...
Examensarbeit, 80 Seiten
Doing Gender als Ergebnis der geschlechtsspezifischen Sozialisation
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 15 Seiten
Mia Forster's Text Gender im Elementarbereich ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Mia Forster hat den Text Gender im Elementarbereich veröffentlicht
Mia Forster hat einen neuen Text hochgeladen
Basiswissen Soziale Arbeit. Lebensalter und Soziale Arbeit. 6 Bände
Bd.1:Eine Einführung. 2:Kindhe...
Hans Günther Homfeld, Jörgen Schulze-Krüdener, Thomas Swiderek, Michael Galuske, Sven Stiehler, Ute Karl
Soziale Arbeit im Dialog gestalten
Theoretische Grundlagen und me...
Hans Ullrich Krause, Regina Rätz-Heinisch
0 Kommentare