Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 „Armut“ - Eine Randgruppe der frühen Neuzeit? 4
3 Martin Luther und sein Standpunkt zur Armut 5
3.1 „Selig sind die Armen“ 5
3.2 Gott ist „eyn richter fur die armen und durfftigen“ 6
3.3 Mit Erziehung gegen Armut. 8
3.4 Der Gemeine Kasten 9
4 Ergebnis und Ausblick 11
5 Literaturverzeichnis. 12
6 Selbstständigkeitserklärung 13
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welchen Standpunkt Martin Luther gegenüber der Armut und gegenüber denen, die von ihr betroffen waren, einnahm. Untersucht werden sollen vier Bereiche. Erstens Luthers Definition der Armut und die Frage, wie er die Auswirkungen des aufkommenden Frühkapitalismus auf die Armen der Gesellschaft sah. Zweitens, welche eigenen Forderungen er an das bestehende Wirtschaftssystem stellte um diesen Problemen zu begegnen, und wie er in Erziehung und Bildung ein Mittel zur Bekämpfung der Armut sah. Schließlich geht es um seine Idee der kommunalen Armenfürsorge in Gestalt des „Gemeinen Kastens“.
In der Forschung ist die Bedeutung der Reformation für die Erneuerung der Armenfürsorge umstritten. So wurde der Reformation von katholischer Seite abgesprochen, wesentliche Verdienste für die Erneuerung des gemeinschaftlichen Armenwesens geleistet zu haben. Auf protestantischer Seite wurde betont, dass es gerade Luther war, der einen Durchbruch auf diesem Gebiet geleistet habe. So hätte er mit seiner Neubewertung von Armut, guten Werken, Arbeit und Nächstenliebe den Weg für eine moderne Armenfürsorge bereitet und selbst gegen die Widerstände der katholischen Kirche mit dem Konzept der „Geordneten Armenpflege“ auf deren Gebiete positiv ausgestrahlt. 1 In der neueren Forschung wird der „vorantreibende Einfluß … der Reformation in Bezug auf die Armenfürsorge deutlich relativiert.“ Auch wird von Seiten der katholischen Kritik, wie bereits in der Vergangenheit, betont, dass die Reformation eher negative Auswirkungen auf das Armenwesen hatte, sogar „im Grunde viel eher repressive Maßnahmen gefördert“ habe, während Rationalisierung und Kommunalisierung - den Reformatoren zugesprochen - bereits im 13./14. Jahrhundert begonnen hätten. 2
1 Gall, Lothar (Hrsg.): Hippel, Wolfgang v.: Armut, Unterschichten, Randgruppen in der frühen Neuzeit.
Enzyklopädie deutscher Geschichte; Band 34. München 1995, S. 105.
2 Ebenda., S. 106.
3
2 „Armut“ - Eine Randgruppe der frühen Neuzeit?
„Armut“ ist, nach Wolfgang von Hippel, „eine relative, in den jeweiligen politischen und ökonomischen, sozialen und mentalen Kontext eingebettete Größe.“ 3 Der Mangel an unterhaltssicherndem Einkommen und Eigentum und die davon betroffenen Handlungsspielräume sowie die damit einhergehenden Einschränkungen, würden die generell kennzeichnenden wirtschaftlichen Aspekte darstellen. Drei Gruppen würde man dabei unterscheiden können. So einmal die Betroffenen, die über einem Existenzminimum liegen würden, was bei jenen den ‚Normalfall’ darstelle, auch wenn sie dabei nach den Maßstäben der jeweiligen Zeit und Gesellschaft als „arm“ gelten würden. Dies wäre in weiterem Sinne als sekundäre Armut zu bezeichnen. 4 Die nächste Gruppe würde diejenige sein, die Hilfe auf Zeit oder auf Dauer benötigen, um zu überleben - diese unterstützungsbedürftige und unterstützte Armut würde die primäre Armut darstellen. Diese Gruppe wiederum stehe im Vordergrund jeglicher so genannter Armenpolitik. Die letzte Gruppe würde sich dadurch definieren, dass sie über die wirtschaftlich bestimmten Aspekte hinaus auch sozial ab- und ausgegrenzt würden und auch möglicherweise selbst zu solcher Ab- und Ausgrenzung beitrüge. Dabei seien die Übergänge, so Hippel, insbesondere zwischen sekundärer und primärer Armut fließend. 5 William Harrison, ein aus des England des 16. Jahrhundert stammender Autor, gliederte die Armen in drei Kategorien mit jeweils drei Stufen. So gibt es einmal die Armen die aus so genannter Hilflosigkeit erwachsen: a) das vaterlose Kind, b) die Alten, Blinden und Lahmen und c) die unheilbaren Kranken. 6 Dann diejenigen welche ohne eigenes Verschulden in diese Lage versetzt wurden: a) der kriegsversehrte Soldat, b) der dienstunfähige Haushaltsvorstand und c) jemand der durch schwere Krankheit gezeichnet ist. Beide Kategorien hätten auf Mitgefühl und Unterstützung zählen können, wobei diejenigen die a) ihr Vermögen verschleudert hätten, b) jene die nicht sesshaft werden wollten und c) Gauner und Huren dies kaum zu jener Zeit erwarten hätten dürfen. 7
3 Hippel, S. 3.
4 Ebenda.
5 Ebenda.
6 Jütte, Robert: Arme, Bettler, Beutelschneider. Eine Sozialgeschichte der Armut in der frühen Neuzeit. Weimar
2000, S. 15.
7 Ebenda.
4
Arbeit zitieren:
Johannes Pfohl, 2007, Martin Luther und sein Standpunkt zur Armut und den Armen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Goethes 'Die Leiden des jungen Werther' - Beispiel für einen B...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Die Ekklesia - Verfahrensweisen der Athenischen Volksversammlung
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 14 Seiten
Johannes Pfohl's Text Martin Luther und sein Standpunkt zur Armut und den Armen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Johannes Pfohl hat den Text Martin Luther und sein Standpunkt zur Armut und den Armen veröffentlicht
Johannes Pfohl hat einen neuen Text hochgeladen
The Papers of Martin Luther King, JR.: Volume I: Called to Serve, Janu...
Clayborne Carson, Martin Luther, Jr. King, Martin Luther King Jr
The Papers of Martin Luther King, JR.: Volume III: Birth of a New Age,...
Clayborne Carson, Martin Luther, Jr. King, Martin Luther King Jr
The Papers of Martin Luther King, JR.: Volume IV: Symbol of the Moveme...
Martin Luther, Jr. King, Clayborne Carson, Martin Luther King Jr
The Papers of Martin Luther King, JR.: Volume II: Rediscovering Precio...
Clayborne Carson, Martin Luther, Jr. King, Martin Luther King Jr
An Act of State: The Execution of Martin Luther King
The Execution of Martin Luther...
William F. Pepper
0 Kommentare