INHALTSVERZEICHNIS
Kap. Nr. Kapitel Seite
I. „Und am Anfang war das (Vor)wort“ 1
1. Die Entstehung der Rhetorik 2
2. Begriffsdefinition 3
3. Planung eines Vortrages 4
3.1 Warum soll ich einen Vortrag halten ? 4
3.1.1 Der Anlass 4
3.1.2 Die Zielgruppe 5
3.1.3 Ziel des Vortrages 5
3.2 Die Inhalte 6
3.2.1 Was weiß ich über das Referatsthema ? 7
3.2.2 Die Bibliothek / Inhaltsrecherche 7
3.2.2.1 Stellen Sie sich bei der Recherche das Publikum vor 8
3.3 Die Stoffauswahl mit Karteikarten 8
4. Eine Rede schreiben 9
4.1 Die Einleitung 10
4.2 Der Hauptteil 12
4.2.1 Das Vokabular 12
4.2.2 Bedenke das Ende 13
4.2.3 Beweisführung / Argumentation 13
4.3 Der Fünfsatz 14
4.4 Der Schlussteil 15
5 Sonstige Faktoren 16
5.1 Das Manuskript 16
5.2 Das Mind - Mapping 17
5.3 Die Stimme 18
5.4 Mimik, Gestik und Zeit 18
5.5 Kommunikationsmittel 18
6 Zum Schluss 19
3
I. „Und am Anfang war das (Vor)wort“ 1
„Die Redekunst bedarf der angestrengten Arbeit, eines unablässigen Eifers, verschiedener Übungen, vielfacher Erfahrung, der höchsten Klugheit, eines geistesgegenwärtigen Urteils.“ 2
„Wer sich beruflich oder gesellschaftlich engagiert, wer in Gremien, Vereinen oder Verbänden Aufgaben und Verantwortung übernimmt, wird früher oder später in die Lage kommen, Reden halten zu müssen. Auch im Privaten gibt es zahlreiche Anlässe, bei denen es üblich ist, je nachdem ein paar feierliche, nachdenkliche oder heitere Worte zu sprechen. Nun ist vielen, die gelegentlich oder häufig Reden halten müssen, die Kunst der Rede , der Rhetorik, nicht mit in die Wiege gelegt worden. Und geschulte Redner fallen auch nicht einfach vom Himmel. Wie man eine Rede vorbereitet, was man bei der Ausarbeitung beachten muss (...)“ 3 , dies und weitere Faktoren sollen in dieser Hausarbeit im Fachbereich Kultur- und Medienpädagogik authentisch dargestellt werden. Dazu sollen theoretische und praktische Beispiele aus Literatur und Praxis in Kooperation gleichermaßen dargestellt werden. Weiterhin sollen in dieser Hausarbeit fortlaufend Meinungen und Anregungen gegeben werden, wie ein Vortrag, Referat o.ä. vor Gruppen oder Gesellschaften dem Anlass, dem Publikum, der räumlichen Umgebung, und: „ (...) anderen Faktoren wie z.B.
gruppendynamischer Status, Zeitpunkt Ihrer Rede, ect.“ 4 entsprechen. Dies alles wird in den Hauptkontext dieser Arbeit, die den Titel
>> Aspekte zur Vorbereitung einer Rede << trägt, erläutert werden.
D.h., dass alle wesentlichen Faktoren, die z.T. schon zu Beginn der Hausarbeit o.g. worden sind, sowie weitere Punkte in Bezug auf Ihre Vorbereitung genannt und auf einen kommunikativ theoretisch- und praktischen Nenner gebracht werden. Dies ermöglicht dass das gesprochene Wort mit den zwei o.g. Faktoren in einen Dreiklang gesetzt werden kann.
Denn: „Kommunikation ist ein vielschichtiger Prozess. Sie ist gekennzeichnet von den individuellen unterschiedlichen Interpretationen, Erwartungen und Erfahrungen der
Gesprächspartner. Deshalb ist das, was der Sprecher meint, nicht immer das, was der Hörer versteht. D.h., Missverständnisse, sind vorprogrammiert.“ 5
1 Die heilige Schrift, Evangelium nach Johannes I,1
2 Prof. Dr. Maximilian Weller, Buch der Redekunst, S. 15
3 Duden, Reden gut und richtig halten, S. 5, 2. Auflage, Dudenverlag 2000
4 Barry Jay Kaplan, öffentliches Sprechen, 1. übersetzte Auflage, Bern, Göttingen, Toronto, 2000, S. 4
5 Auszug aus: http://www.rhetorik-home.de
1
Um solche z.T. schwerwiegende Missverständnisse zu unterbinden, bedarf es einer guten und intensiven Vorbereitung, um einen solchen Fehlgriff zu vermeiden.
1. Die Entstehung der Rhetorik
Heute wie damals gilt der Spruch nach Aristoteles: „Die Rede ist die Kunst, Glauben zu erwecken.“ 6 Wer es vermag, durch eine gute Rhetorik (s. Kap. 2) dem Adressatenkreis seine Meinung glaubhaft kundzutun und darzulegen, hat die Macht, den Adressatenkreis zu begeistern, zu beeinflussen oder sogar zu manipulieren. Das seit dem 5. Jh. v. Chr. in Athen geltende Recht, dass männliche Staatsbürger durch Losverfahren zu bestimmten Themen in Athen für ihr Volk eine Meinung vor deren Volksversammlung frei abgeben durften, ist zum einen die uns ältesten bekannte Wiege der Demokratie und zum anderen einer der älteste Grundsteine der Rhetorik in Öffentlichkeit und Gesellschaft. Jedoch ist auch zu bedenken, dass wenn sich Demagogen im Übermaß in einer z.B. kirchlichen oder politischen Vereinigungen befinden, der o.g. Föderalismus gehindert bzw. geschadet werden kann, um des eigenen Willens wegen.
Doch das selbstverwaltende Volk in Athen bekam Gefallen an seiner politischen Neuordnung. Damit stieg zum einen auch der Wunsch, in diesem neuartigen Losverfahren für einen bestimmten Fachbereich ernannt zu werden. Zum anderen wuchs damit faktisch auch das Interesse: „(...) jenes Wissen über die Redekunst zu fördern und für den alltäglichen Gebrauch zu manifestieren.“ 7 Ein großer Lehrender in dieser Zunft war damals Protagoras 8 (* um 480, † um 410 v. Chr.) . Platon, (* 427, † 347 / 348 v. Chr.) ein griechischer Philosoph und Schüler Protagoras berichtete in seiner philosophischen Streitschrift 9 darüber, (…) dass um 432 v. Chr. Hippokrates (* um 460, † um 370 v. Chr.) zu nachtschlafender Zeit seinen Lehrer Sokrates (* um 470, † 399 v. Chr.) mitzuteilen, dass Protagoras in Athen sei. „(...) Sokrates der den jungen Hippokrates u.a. in dem nach ihm benannten Fragemethode (sokratische Methode zur Entlarvung von Un- und Scheinwissen) lehrte, fragte diesen, was er bei Platon wolle?“ 10 Diese Begebenheit beschreibt sehr visuell und real die Wissbegierigkeit nicht nur des jungen Hippokrates sondern vieler Menschen z.Z. der Machtstellung Athens über die Rede- und Gesprächsführung und deren Rhetoriklehrenden zu erfahren. Noch heute über 2400 Jahre später ist die Gesprächsführung ein wesentlich Faktor bei Ansprachen, Reden, Podiumsdiskussionen
6 Prof. Dr. Maximilian Weller, Buch der Redekunst, 2. Auflage, 1984
7 Die Welt der Geschichte, 1. Band, 3. überarbeitete Auflage, 1992
8 Geburtsdaten aus: Duden Lexikon von A - Z, 4. Auflage 1995
9 Duden, Reden gut und richtig halten, S. 15 ff., 2. Auflage, Dudenverlag 2000
10 Die Welt der Geschichte, 1. Band, 3. überarbeitete Auflage, 1992
2
u.ä. in unserer Gesellschaft. Wer sich in Politik, Medien oder Gesellschaft gewählt artikulieren kann, ist oft eine angesehene Persönlichkeit im öffentlichen Leben (s. Kap. 3.1).
2. Begriffsdefinition
Oftmals entsteht das Problem, dass man spätestens bei der Erläuterung einer Begrifflichkeit auf zahlreiche Quellen und Querverzeichnisse stößt. Das geschriebene Wort aus seiner ursprünglichen (Mutter)sprache entrissen, kann bei
Retourübersetzung plötzlich eine ganz andere Bedeutung oder Aussage bekommen. So erstaunt es nicht, dass viele Wörter oder Sätze bei einer solchen Übersetzungsflut eine ganz neue Relevanz in Bezug auf ihre Kernaussage erhalten. Anders ist dies beim Wort Rhetorik. Egal in welchen Medien man nach diesem Schlagwort Ausschau hält (z.B. Internet, Literatur, Duden, Lexika), findet man immer die drei gleichen Komponenten:
„1. die Lehre: Vermittlung von Wissen
(z.B. die Lehre der Lehre; Didaktik)
2. Gestaltung: Verbesserung und/oder Weiter/- Entwicklung (z.B. von Grünanlagen, Speisen oder Sprache)
Somit wird die Rhetorik aus dem griechischen als die: „(...) Lehre von der kunstmäßigen Gestaltung von Reden (...)“ 12 übersetzt.
D.h., dass es möglich ist, seine Artikulation in Wort und Schrift so auszuprägen, um zu Anlässen und/oder zu den unterschiedlichsten Gegebenheiten einsetzen zu können. „(…) Hier sei im Vorfeld auf die drei Ziele einer Rede hingewiesen. Vor Beginn der Planung einer Rede sollte man sich schon im voraus vergewissern, ob es sich um eine Meinungsrede, ein Referat/Sachvortrag, oder um einen bestimmten Anlass handelt. Dies setzt nämlich ein Ziel voraus, z.B. einen Appell, eine Thesendarstellung oder eine Gratulation. 13
„Um das geschriebene Wort für seinen Adressatenkreis auszulegen, und trotzdem flüssig, frei und ohne sonstige Fehler vorzutragen, dabei hilft oftmals die Vorbereitung.“ 14
11 Bertelsmann Universallexikon CD - Rom, 2000
12 Duden, Die neue deutsche Rechtschreibung, 1. Band, 21. Überarbeitung
13 Prof. Dr. Maximilian Weller ,Buch der Redekunst, S. 34, 2. Auflage, 1984
14 Heinz Lemmermann, Lehrbuch der Rhetorik, S. 13, 6. Auflage, 1998
3
Quote paper:
Matthias Ennenbach, 2002, Aspekte zur Vorbereitung einer Rede, Munich, GRIN Publishing GmbH
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