Gliederung
Einleitung 3
Historischer Hintergrund 3
Amerikanisierung zu Beginn des 20 Jahrhunderts: Taylorismus und Fordismus 4
Der amerikanische Einfluss nach dem zweiten Weltkrieg im Vergleich zur Sowjetisierung 5
Schlussvergleich 8
Quellenverzeichnis: 9
2
Einleitung
Der Einfluss Amerikas auf Deutschland, und besonders auf dessen Wirtschaft, bildete sich besonders im 20. Jahrhundert heraus. Bereits vorher entwickelte sich durch die große Migration in die Vereinigten Staaten ein breit gefächertes Bild unter der Deutschen Bevölkerung. Doch erst Anfang des 20. Jahrhunderts fand die eigentliche Amerikanisierung in weiten Teilen des Lebens in Deutschland statt. Der Ausgangspunkt für die Amerikanisierung, die im Fall Deutschland auch immer eine Modernisierung ist, ist die Wirtschaft. Von da aus breitete sie sich auch in fast alle anderen Bereiche des sozialen Lebens aus.
Im Folgenden sollen die Einflüsse der Amerikanisierung, insbesondere amerikanischer Arbeits- und Verfahrensweisen, auf die Wirtschaft in Deutschland einmal vor und nach dem zweiten Weltkrieg analysiert werden. Hierbei werde ich zunächst kurz auf die historischen Vorraussetzungen eingehen. Des Weiteren werde ich den amerikanischen Einfluss auf das deutsche Wirtschaftssystem und speziell die Unternehmen und Großbetriebe vor und nach dem zweiten Weltkrieg analysieren. Für die Analyse der Tragweite nach dem zweiten Weltkrieg werde ich hierfür noch einen Vergleich zum Einfluss der Sowjetisierung auf die deutsche Wirtschaft anwenden.
Historischer Hintergrund
Im Laufe des 19. Jahrhunderts emigrierten etwa 5 Millionen Deutsche in die USA. Deutschland war damit für die europäische Migration das wichtigste Herkunftsgebiet. „ In der Breite der Bevölkerung- so lässt sich vereinfachend zusammenfassen- herrschte überwiegend ein positives Bild vom Einwanderungs-, Freiheits- und Abenteuerland Amerika, während sich in der elitären Publizistik eher die kritischen Stimmen durchsetzten.“ 1 Die Deutsche Wirtschaft und Industrie erfuhren zum Ende des 19. Jahrhunderts einen rasanten Aufschwung. Zwischen 1871 und 1914 versechsfachte sich die industrielle Produktion in Deutschland. Dieser enorme Aufschwung unterlag jedoch mit Beginn des zweiten Weltkriegs einem herben Rückschlag. 2 Damit gewann der Kulturtransfer von Amerika nach Deutschland jedoch zu Beginn des 20. Jahrhunderts an Bedeutung. Die schweren Verluste, hohen Reparationskosten und die Inflation während und nach dem zweiten Weltkrieg, brachten tief greifende Erschütterungen für die deutsche Bevölkerung mit sich und forderten eine schnelle Lösung für die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Hierbei stand vor allem die
1 Raithel, Thomas: "Amerika" als Herausforderung in Deutschland und Frankreich in den 1920er Jahren. In: Themenportal
Europäische Geschichte (2007), [10] URL: http://www.europa.clio-online.de/2007/Article=193 (14.09.08)
2 http://www.dhm.de/lemo/html/kaiserreich/industrie/index.html (15.09.08)
3
Möglichkeit im Vordergrund, von dem enormen wirtschaftlichen Aufschwung Amerikas für die eigene Wirtschaft zu lernen. 3 Der Dawes-Plan ermöglichte Deutschland seine ersten Reparationszahlungen zu leisten und damit, sowie durch die Öffnung des amerikanischen Kapitalmarktes, eine erste Erholungsphase für die deutsche Wirtschaft. Dies führte in Deutschland zu den „goldenen zwanziger Jahren“.
Amerikanisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Taylorismus und
Fordismus
Amerikanisierung wurde zu Beginn des 20. Jahrhundert fast immer mit Rationalisierung und Modernisierung in Verbindung gebracht. Diese vollzogen sich zuerst in der Wirtschaft und weiteten sich später auch auf andere Bereiche aus. Massen- und Großserienproduktionen, wie sie in Amerika üblich waren, dienten als Vorbild und als Vorreiter. Vorraussetzungen hierfür waren „[…] Typisierung, Standardisierung und Normalisierung […]“ 4 Bereits während des ersten Weltkriegs wurden tayloristische Produktionsmethoden- in erster Linie das Massenproduktionsverfahren- für den durch die Materialschlachten extrem hohen Rüstungsbedarf diskutiert und auch teilweise zur Anwendung gebracht. Besondere Notwendigkeit fanden diese jedoch nach Kriegsende. „Angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage, die der Krieg hinterlassen hatte, erschien der Taylorismus nun als die dringend notwendige „Hilfe in unserer Wirtschaftsnot“.“ 5 Taylorismus bezeichnet eine rein wissenschaftliche Herangehensweise an Arbeit, Unternehmen und Management. Deren Grundprinzipien sind die Trennung von Planung und Arbeit, präzises Anleiten, hohe Arbeitsteilung und Geld als Motivationsfaktor. 6 Stieß dieses Prinzip vor dem Krieg noch auf Ablehnung bei den Gewerkschaften und Arbeitern, wurde es nach Kriegsende von allen Seiten weitgehend akzeptiert. Diese Akzeptanz hielt jedoch nicht lange vor. Die Kritiken schieden sich über dieses Thema. Viele kritisierten das es überorganisiert sei, kaum Bezug zur realen Praxis habe weil es nur von Theoretikern entworfen sei und allgemein nur in Großbetreiben anwendbar ist. 7 Dennoch setzte sich die Idee auch in den 20er Jahren durch. Die Rationalisierung im Zuge der Amerikanisierung wurde über den industriellen Bereich hinaus auch in anderen Bereichen des sozialen Lebens,
3 ebenda [12]
4 Klautke, Egbert : Unbegrenzte Möglichkeiten : "Amerikanisierung" in Deutschland und Frankreich (1900 – 1933). Stuttgart, Steiner 2003. S. 183 5 ebenda, S. 187 6 frei nach Wikipedia 7 Klautke, Egbert : Unbegrenzte Möglichkeiten : "Amerikanisierung" in Deutschland und Frankreich (1900 – 1933). Stuttgart, Steiner 2003. S. 189
4
Quote paper:
Tina Weingardt, 2006, Amerikanisierung der deutschen Wirtschaft vor und nach dem zweiten Weltkrieg, Munich, GRIN Publishing GmbH
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