Inhaltsverzeichnis
Prolog 3
1. Das platonische Leib- Seele- Problem 4
2. Der Substanz- Dualismus 5
3. Die platonische Argumentation für die Unsterblichkeit der Seele 7
4. Kritische Reflektion der platonischen Argumentation nach A Beckermann 8
Epilog 10
Literaturverzeichnis 11
2
Prolog
Die „Philosophie of mind“ 1 untersucht Ursachen der Natur und Wirkungen mentaler und geistiger Zustände. Ihr Kern ist das ´Leib- Seele- Problem´. Bis heute unterliegt das Verhältnis des Geistes zu anderen Seinsarten wie Materie und Substanz ver- schiedensten Mutmaßungen. Geht man bspw. von einem radikalen Materialismus oder Behaviorismus aus, so ist der Geist bloßer Schein und die Substanz bzw. Mate- rie das einzig Reale. Eine andere Extremposition geht vom Idealismus aus, der den Geist als wirklich und die Körperlichkeit als bloße, vom Geist abgeleitete Erschei- nungsform betrachtet. 2 Philosophische Dualismen bewegen zwischen beiden Ex- trempositionen. Diese Hausarbeit soll sich mit dem Substanzdualismus und den pla- tonischen Argumenten für die Existenz einer Seele, vor dem Hintergrund des Leib- Seele- Problems, auseinandersetzen. Es ist mir wichtig die platonischen Argumente innerhalb ihres Kontextes darzulegen, also innerhalb eines vergangenen philosophi- schen Systems. Außerdem werde ich damalige wie heutige Gegenposition anbrin- gen. Das problematische Verhältnis von Geist und Materie wird dabei im Vorder- grund stehen. Bei meinen Ausarbeitungen werde ich mich auf die „Analytische Ein- führung in die Philosophie des Geistes“, von Ansgar Beckermann stützen. Es dient, laut Autor, der Einführung in die verschiedenen Disziplinen der Philosophie und be- handelt somit auch deren Kernfragen. Meiner Meinung nach, ein sehr fundiertes und aufschlussreiches philosophisches Werk. Ich habe mich der Frage: „Gibt es eine vom Körper unabhängige Seele?“ und den auf diese Fragestellung eingehenden Kapiteln 3 gewidmet. Auf meine Primärliteratur habe ich natürlich zusätzlich einige Sekundärli- teratur angewendet. An dieser Stelle möchte ich meinen Prolog abschließen und meine folgenden Erläuterungen mit einem Zitat des Euripides 4 einleiten:
„Den Geist muß man schauen. Denn was nützt ein schöner Körper, wenn in ihm nicht eine schöne Seele wohnt?“ 5
1
Dt. Philosophie des Geistes
2
Vgl. Weier, W.: „Das
Phänomen Geist. Auseinandersetzung mit Psychoanalyse, Logistik, Verhaltens- forschung.“,
S. 10 ff
3
Kap. 2:
„Argumente für den Substanz- Dualismus“,
und Kap. 2.1:„Platons
Argumente für die Unsterb- lichkeit der Seele“
4
Euripides (griech.
Εριπίδης)
(* 480 v. Chr. oder 485/484 v. Chr. in Salamis; † 406 v. Chr. in Pella; begraben in Makedonien) ist einer der großen klassischen griechischen Dichter.
5 Vgl. http://zitate.net/zitate/seele/zitate_2.html
3
1. Das platonische Leib- Seele- Problem
Das ´Leib- Seele- Problem´ ist die prioritäre Problematik der „Philosophie of mind“. Wie bereits erwähnt, unterliegt das Geist- Materie- Verhältnis verschiedensten philo- sophischen Interpretationsversuchen. Diese entstehen aus der Frage nach dem mentalen Zustand im Verhältnis zum Physischen. Philosophen sind sich uneins, ob es sich bei Leib und Seele um unterschiedliche Substanzen oder letztendlich ein und dasselbe Prinzip handelt, wobei der Körper als Simulacrum 6 der Seele und umge- kehrt fungieren kann. Ansätze dieser „Body- Mind“- Problematik lassen sich bis in das antike Griechenland der Philosophie zurückverfolgen und werfen auch heute neue Fragen auf. Platon gilt als Begründer des Dualismus und hat diesen explizit über das körperlich- geistige Verhältnis des Menschen begründet. 7 Nach Platon ist die Seele das Prinzip des Lebens selbst und kann somit nicht vergehen, dabei unter- scheidet er zwischen einer Einzelseele und einer alles vereinenden Weltseele 8 , beide sind unsterblich. Die menschliche Wesenheit hat ihren Sitz in der Seele. Das bele- bende Prinzip des Körpers ist die Seele und der Körper wird als ihr Gefängnis be- trachtet. Aus ihrer Unsterblichkeit folgert der Philosoph, eine Prä- 9 und eine Postexis- tenz 10 der Seele und, dass jegliches Wissen bloße Erinnerung (anamnêsis) sein muss. Die seelische Postexistenz ist dem Menschen verliehen um Körper zu durch- wandern. 11 Da sich die Einzelseele von der Weltseele ableitet, ist sie Platon zu folge verwandt mit den Ideen des Wahren, Guten und Schönen. Der Körper dient der blo- ßen Abbildung dieser Ideen. Platon definiert drei Seelenteile, die in angemessener Ordnung und entsprechendem Zusammenwirken, ein harmonisches Verhältnis er- schaffen. Das „Seelenheil“ hängt also weniger vom Verhältnis zu Substanzen als zu sich selbst ab. Die Auflösung dieses harmonischen Zusammenwirkens wäre gleich-
6
Simulacrum; wirkliches od. vorgestelltes Ding, das mit etwas oder jmd. anderem verwandt ist od. ihm ähnlich ist. Lat.
simulacrum
leitet sich über
simulo
(„Bild, Abbild, Spiegelbild, Traumbild, Götzen- bild, Trugbild“) von
simul
(„ähnlich, gleich“) ab.
7
Vgl. Die großen platonischen Dialoge:
„Phaidon“
8
Weltseele: nach Platon; der reinen Vernunft, sich selbst gleichbleibende Substanz der Ideenwelt, körperliche Welt als bloße Abbildung, Ursache aller Erkenntnis
9
„Präexistenz“:
früheres Dasein, Existenz der (menschlichen) Seele schon vor dem irdischen Dasein in einer anderen Form, sei es als Potenz, sei es als reine Seele, sei es in einer andern individuellen Verleiblichung.(Vgl. http://www.textlog.de/4896.html)
10
„Postexistenz“
die; -
4
Quote paper:
Julia Kulewatz, 2008, Das "Leib-Seele-Problem": „Der Substanz-Dualismus" - Platons Argumente für die Unsterblichkeit der Seele“, Munich, GRIN Publishing GmbH
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