Inhaltsverzeichnis:
1. Einführung 3
2. Otto von Freising 4
3. Friedrich I. Barbarossa 5
4. Die Gesta Friderici 6
4.1 Entstehung und Intention 6
4.2 Die Problematik beim Umgang mit der Gesta Friderici 8
4.3. Unstimmigkeiten bei der Königserhebung Barbarossas 9
5. Fazit 12
Literaturverzeichnis 14
2
1. Einführung
Diese Hausarbeit untersucht die Darstellung von Kaiser Friedrich I. - genannt ‚Barbarossa’ - in Otto von Freisings und Rahewins Gesta Friderici. Im Folgenden wird anhand der Königserhebung Friedrichs gezeigt werden, dass die Gesta Friderici für den Historiker nicht ausnahmslos als zuverlässige Quelle über Friedrich I. gelten kann. Ziel ist jedoch keineswegs, die Gesta hinsichtlich aller möglichen Ungereimtheiten oder Abweichungen anderer zeitgenössischen Autoren zu untersuchen, dies würde den Rahmen dieser Arbeit schlicht sprengen.
Als Hauptquelle dient die Gesta Friderici, herangezogen werden auch Ottos vorheriges Werk die Chronica sive Historia de duabus civitatibus sowie Giselbert von Mons’ Gisleberti Chronicon Hanoniense. Des Weiteren werden Veröffentlichungen aus dem Bereich der Sekundärliteratur herangezogen. Eine zentrale Bedeutung nehmen hierbei die Werke von Stefanie Dick 1 , Roman Deutinger 2 und Franz-Josef Schmale 3 ein.
Die heutige Forschung hat zwar auf die prostaufische Tendenz in Ottos und Rahewins Werk verwiesen, jedoch wurde die Erkenntnis, die aus dieser Tendenz gewonnen wurde, bislang nicht ausgiebig untersucht. Ältere Forschungen, 4 beispielsweise von Robert Holtzmann , kommen mithin zu dem Schluss, die Gesta
sei eine rein prostaufische Hofgeschichtsschreibung. Diese Ansichten sind aber durch neuere Forschungen, beispielsweise von Roman Deutinger, nicht mehr haltbar beziehungsweise gänzlich widerlegt worden. Weitergehende neue Forschungen, die die Tendenziösität der Gesta Friderici genauer untersuchen, wären wünschenswert.
1 Stefanie DICK: Die Königserhebung Friedrich Barbarossas im Spiegel der Quellen - Kritische
Anmerkungen zu den „Gesta Friderici” Ottos von Freising (Zeitschrift der Savigny-Stiftung für
Rechtsgeschichte, Band 121, Germanistische Abteilung, hg. von Rolf KNÜTEL u.a.,
Wien/Köln/Weimar 2004).
2 Roman DEUTINGER: Rahewin von Freising - Ein Gelehrter des 12. Jahrhunderts, Hannover 199.
3 Franz-Josef SCHMALE (Hrsg.): Die Taten Friedrichs oder richtiger Chronica (Ausgewählte Quellen
zur deutschen Geschichte des Mittelalters, Band 17, hg. von Rudolf Buchner, Darmstadt 1965).
4 Robert HOLTZMANN: Das Carmen de Frederico I. imperatore aus Bergamo und die Anfänge einer
staufischen Hofhistoriographie (Neues Archiv der Gesellschaft für Ältere Deutsche
Geschichtskunde, Band 44, Berlin 1922), S. 252-313.
3
2. Otto von Freising
Otto von Freising wurde vermutlich 1112 Neuburg bei Wien (Klosterneuburg) geboren. Sein Vater war Markgraf Leopold III. von Österreich und seine Mutter die Salierin Agnes, eine Tochter Heinrichs IV. und Witwe des Herzogs Friedrich von Schwaben. Agnes hatte bereits mehrere Kinder, darunter den späteren König Konrad III., der folglich Ottos Halbbruder war. Um 1126 wurde Otto Probst des Stifts Klosterneuburg und nur wenig später ging er zum Studium entweder nach Paris oder Chartres. Mit fünfzehn Jahren trat er im Jahre 1132 in das Zisterzienser-Kloster Morimond ein wo er schon 1138 trotz seines Alters von nur 21 Jahren, zum Abt gewählt wurde. Noch im gleichen Jahr wurde er Bischof von Freising wo er die Rechte seiner Kirche gegen Übergriffe der wittelsbacher Vögte verteidigte und das Domkapitel sowie die Domschule reformierte 5 .
Als Beteiligter am zweiten Kreuzzug kam er im Jahre 1146/47 nach Kleinasien und Jerusalem. Bis zum Jahre 1156 wirkte er vermittelnd im Streit zwischen den 6 . Welfen und den Babenbergern um das Herzogtum Bayern
Otto von Freising gilt als einer der renommiertesten Geschichtsschreiber des Mittelalters. Im Jahre 1147 verfasste er sein erstes Werk, die Chronica sive Historia de duabus civitatibus (kurz: Chronica), eine Darstellung der Weltgeschichte in mehreren Bänden von der Schöpfung bis zum Jüngsten Gericht. In der Chronica formuliert Otto die augustinische civitates-Lehre dahingehend, dass er den „Gottesstaat“ (Sacerdotium) und den „Weltstaat“ (Imperium) historisch auffasst 7 . Von 1157 bis zu seinem Tod 1158 verfasste Otto die ersten beiden Bände seines zweiten Werkes, die Gesta Friderici (kurz: Gesta). Der Berichtszeitraum reichte von der Zeit Heinrichs IV. bis zu den ersten Jahren der Herrschaft Friedrichs I. Barbarossas. in dem er über seinen Neffen Friedrich Barbarossa berichtete. Ottos Schüler Rahewin führte auf Ottos Wunsch die Gesta fort, indem er die beiden letzten Bände schrieb 8 .
5 Vgl. Karl SCHNITH: Otto von Freising (Lexikon des Mittelalters, Band 6, hg. von Robert Auty,
Müchen 1993), S. 1581 ff.
6 Vgl. ebenda.
7 Vgl. ebenda.
8 Vgl. ebenda.
4
3. Friedrich I. Barbarossa
Friedrich I. wurde als Sohn des Staufers Friedrich II. und der Welfin Judith vermutlich Ende des Jahres 1122 geboren. Im Mai 1147, nur einen Monat nachdem sein Vater verstorben und Friedrich Herzog von Schwaben geworden war, beteiligte er sich am zweiten Kreuzzug 9 . Schon 1152, nur drei Wochen nach dem Tod Konrads III., wurde er beinahe einstimmig zum neuen deutschen König gewählt 10 . Noch während seines Aufenthalts in Aachen, wo die Krönung stattfand, übergab Friedrich I. sein bisheriges Herzogtum Schwaben an Herzog Friedrich von Rothenburg. Wahrscheinlich wollte Friedrich I. so seinen noch minderjährigen Neffen dafür entschädigen, dass er nicht auf den Thron seines Vaters gekommen war. Um seine Königsherrschaft aber noch zu stärken, behielt Friedrich I. die vormundschaftliche Verwaltung Schwabens noch in seiner Hand 11 .
Am 18. Juni 1155 wurde Friedrich I. in Rom von Papst Hadrian IV. zum deutschen 12 Kaiser gesalbt
Auf dem Reichstag zu Regensburg im Jahr 1156 beendete Friedrich den Streit zwischen seinem Onkel, Herzog Heinrich von Österreich, und seinem Neffen, Herzog Heinrich von Sachsen um das Herzogtum von Bayern 13 . Als auf dem Reichstag zu Besançon 1157 ein Brief Papst Hadrians IV. verlesen wurde, kam es zu einem Disput zwischen Friedrich I. und Papst Hadrian IV 14 . Vor seinem ersten Italienzug beauftragte König Friedrich I. seinen Onkel, Bischof Otto von Freising, eine Chronik seines Wirken zu schreiben 15 . Im Jahr 1160 wurde Friedrich durch Papst Alexander III. gebannt. Erst 1177 erfolgte der Friedensschluss mit Papst Alexander III. Am 10. Juni 1190 ertrank Friedrich auf dem dritten Kreuzzug im Fluss Saleph 16 .
9 Vgl. Helmut HILLER: Friedrich Barbarossa und seine Zeit - Eine Chronik, München 1977, S. 50.
10 Vgl. ebenda, S. 56.
11 Vgl. ebenda, S. 59.
12 Vgl. ebenda, S. 78-81
13 Vgl. Johann Friedrich BÖHMER; Ferdinand OPPL; Hubert MAYR (Bearb.): Die Regesten des
Kaiserreichs unter Friedrich I. 1152 (1122) - 1190, 1. Lief. 1152 (1122) - 1158, Wien/Köln/Graz
1980, Nr. 417.
14 Ausführlicher: Vgl. Franz-Josef SCHMALE (Hrsg.): Die Taten Friedrichs oder richtiger Chronica
(Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, Band 17, hg. von Rudolf
Buchner, Darmstadt 1965), III, 10 ff.
15 Vgl. HILLER: Friedrich Barbarossa, S. 98.
16 Vgl. ebenda, S. 416.
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Thomas Müller, 2008, Die Darstellung Friedrich Barbarossas in den "Gesta Friderici", München, GRIN Verlag GmbH
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