Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Bilderverzeichnis. III
Tabellenverzeichnis IV
Abk ürzungsverzeichnis V
1 Einleitung. 8
1.1 Problemstellung und Zielsetzung. 8
1.2 Aufbau der Untersuchung 9
1.3 Vorstellung der Kanzlei 10
2 Begriff des MBO und dessen Einordnung in ein System der
Unternehmensnachfolge und -verkäufe. 11
2.1 Begriff des MBO und dessen Abgrenzungen. 11
2.2 Einordnung des MBO 13
3 Rechtliche Grundlagen des MBO. 16
3.1 Asset Deal 16
3.2 Share Deal. 17
3.3 Entscheidungskriterien für die Wahl Asset Deal vs. Share Deal. 18
3.3.1 Steuerliche Behandlung des Asset Deals. 18
3.3.2 Steuerliche Behandlung des Share Deals 21
3.4 Entscheidungskriterien für die Wahl der Obergesellschaft 24
3.4.1 Rechtsformwahl beim Asset Deal 25
3.4.2 Rechtsformwahl beim Share Deal 25
4 Wirtschaftliche Grundlagen des MBO 27
4.1 Unternehmensbewertung 28
4.1.1 Ertragswertverfahren nach IDW. 31
4.1.2 Discounted Cashflow-Verfahren nach IDW. 32
4.1.3 Risikoermittlung für den Kapitalisierungszinssatz 33
4.2 Kaufpreisfindung. 38
4.3 Finanzierung 41
4.3.1 Bankverbindlichkeiten 44
4.3.2 Nachrangige Verbindlichkeiten 45
4.3.3 Das Eigenkapital. 45
5 Aktivitäten zur Durchführung. 46
I
Inhaltsverzeichnis
6 Praxisfall 47
6.1 Vorstellung der zu verkaufenden Unternehmensgruppe von Herrn V. 47
6.2 Auftragserteilung und Zeitplan für eine MBO-Beratung sowie deren
Durchf ührung 48
6.2.1 Erstellung eines steuerlichen Gesamtkonzeptes 49
6.2.2 Ermittlung der Unternehmenswerte von T1, T2 und E1. 50
6.2.3 Ermittlung einer Kaufpreisobergrenze und Überlegungen zur
Kaufpreisfindung. 62
6.2.4 Ausarbeitung von Finanzierungsunterlagen. 63
6.2.5 Realisierung der MBO-Finanzierung. 65
6.2.6 Realisierung des Abschlusses der Kaufverträge 65
7 Zusammenfassung. 68
Literaturverzeichnis 71
Fachb ücher. 71
Zeitschriftenartikel 72
Internetquellen 73
Sonstige Literatur. 73
Anhang (Übersicht über Inhalte von Anhang 1 bis 10) 74
Anhang 1. 75
Anhang 2. 76
Anhang 3. 77
Anhang 4. 78
Anhang 5. 79
Anhang 6. 80
Anhang 7. 81
Anhang 8. 82
Anhang 9. 83
Anhang 10. 84
II
Bilderverzeichnis
Bild 1: Unternehmensnachfolge und -verkäufe (eigene Darstellung in Anlehnung an: Hering Olbrich: Unternehmensnachfolge, S.42, 52, 55, 59, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München, 2003 und Dr. P. Wollny: Unternehmens- und Praxisübertragungen, S. 179, 180, Verlag neue
Wirtschafts-Briefe Herne/Berlin, 6. Auflage, 2005.). ..................................... 11 Bild 2: Beispiel für Unternehmensübertragung beim Asset Deal (eigene
Darstellung).................................................................................................. 19 Bild 3: Anteilserwerb (Share Deal) durch NewCo (eigene Darstellung in Anlehnung an: Willis E. Eayrs: Bewertung und Finanzierung eines Management Buy-Outs: Ein Fallbeispiel, Bewertungspraktiker als Beilage von Finanz Betrieb, S. 8, Verlagsgruppe Handelsblatt, Nr. 2/2007.). ........... 41 Bild 4: Organigramm der Unternehmensgruppe vor dem MBO (eigene Darstellung, sinngemäß übernommen von unternehmensinternen
Unterlagen). ................................................................................................. 47 Bild 5: Organigramm der zu erwerbenden Kapitalgesellschaften mit der von Herren K., W., S. neu gegründeten NewCo nach dem MBO (eigene Darstellung, sinngemäß übernommen von unternehmensinternen
Unterlagen). ................................................................................................. 50
III
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Umsatzplanung von E1 (Quelle: Übernahme
unternehmensinterner Unterlagen) .............................................................. 53 Tabelle 2: Umsatzplanung und Kapazität von E1 (Quelle: Übernahme
unternehmensinterner Unterlagen) .............................................................. 54 Tabelle 3: Mitarbeiteranzahl von E1 (Quelle: Übernahme
unternehmensinterner Unterlagen) .............................................................. 55 Tabelle 4: Personalaufwand von E1 (Quelle: Übernahme
unternehmensinterner Unterlagen) .............................................................. 56 Tabelle 5: sonstige betrieblichen Aufwendungen von E1 (Quelle: Übernahme
unternehmensinterner Unterlagen) .............................................................. 57 Tabelle 6: Peer Group für die Branche Spezialwerkzeuge, Region Westeuropa (Quelle: Bloomberg L.P., Übernahme unternehmensinterner
Unterlagen) .................................................................................................. 60 Tabelle 7: Überleitungsrechnung für Anspruch des Herr V. (Quelle: Übernahme unternehmensinterner Unterlagen)........................................... 62 Tabelle 8: Liquiditätsplanung der T1-GmbH, T2-GmbH und T3-GmbH (Quelle: Übernahme unternehmensinterner Unterlagen) ............................. 64
IV
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung Abs. Absatz AG Aktiengesellschaft AktG Aktiengesetz a. M. am Main AO Abgabenordnung (unternehmensspezifischer) Beta-Faktor ß
unverschuldeter Beta-Faktor ßu verschuldeter Beta-Faktor ßv BB Betriebs-Berater (Zeitschrift) BGB Bürgliches Gesetzbuch BMG Bemessungsgrundlage BVK Bundesverband der Kapitalbeteiligungsgesellschaften BWA Betriebswirtschaftliche Auswertung bzgl. bezüglich bzw. beziehungsweise ca. circa CAPM Capital Asset Pricing Modell Co. Companion DB Der Betrieb (Zeitschrift) DCF Discounted Cashflow d. h. das heißt EBIT Earnings Before Interests and Taxes (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) EBITDA Earnings Before Interest, Tax, Depreciation and
EBT Earnings Before Taxes (Ergebnis vor Steuern) EDV Elektronische Datenverarbeitung ESt Einkommensteuer EStG Einkommensteuergesetz
V
etc. et cetera evtl. eventuell FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung FB Finanz Betrieb (Zeitschrift) FB Freibetrag ff. fortfolgende GbR Gesellschaft bürgerlichen Rechts gem. gemäß GewSt Gewerbesteuer GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung ggf. gegebenenfalls GuV Gewinn- und Verlustrechnung HGB Handelsgesetzbuch H & P HEINBERG & PARTNER GbR Hrsg. Herausgeber i. d. R. in der Regel IDW Institut der Wirtschaftsprüfer IDW ES Institut der Wirtschaftsprüfer, Entwurf eines Standards für die Berufsausübung IDW S Institut der Wirtschaftsprüfer, Standard für die Berufsausübung IHK Industrie- und Handelskammer i. H. v. in Höhe von i. R. d. im Rahmen des/der/dieses/dieser i. R. v. im Rahmen von i. S. d. im Sinne des/der i. S. v. im Sinne von i. V. m. In Verbindung mit JÜ Jahresüberschuss KG Kapitalgesellschaft KP Kaufpreis KStG Körperschaftsteuergesetz LBO Leveraged Buy-Out max. maximal
VI
MBI Management Buy-In MBO Management Buy-Out Mio. Millionen NRW Nordrein-Westfalen n. nach Nr. Nummer o.g. oben genannte(n) OHG Offene Handelsgesellschaft o.J. ohne Jahresangabe p. a. per anno (pro Jahr) RA Rechtsanwalt
Korrelationskoeffizient bzw. Rendite allgemein r
risikofreier Zinssatz, risikofreie Rendite rf Rendite der Anlage j rj Rendite des Marktportfolios rm S. Seite(n), Satz s. siehe SolZ Solidaritätszuschlag sog. sogenannte(n) u. a. und andere, unter anderem UmwStG Umwandlungssteuergesetz u.U. unter Umständen vs versus Vgl. Vergleiche v. H. vom Hundert Vol. Volume WiSt Wirtschaftswissenschaftliches Studium (Zeitschrift) WP Wirtschaftsprüfung / Wirtschaftsprüfer z.B. zum Beispiel ZfB Zeitschrift für Betriebswirtschaft zzgl. zuzüglich
VII
1 Einleitung
Die Übernahme eines Unternehmens durch dessen Management (Management Buy-Out, nachfolgend wird MBO genannt) hat, ausgehend von den USA und Großbritannien, auch in Deutschland an Bedeutung gewonnen. 1 Heutzutage werden die mittelständischen Unternehmen bei der Unternehmenstransaktion auf einen MBO bevorzugen.
In dieser vorliegenden Ausarbeitung wird eine Unternehmenstransaktion im Wege eines MBO an einem Praxisfall aus der mittelständischen Metallindustrie dargestellt.
Der Praxisfall wird zur Zeit von der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungssozietät HEINBERG & PARTNER (H&P) betreut, die im Gliederungspunkt 1.3 näher vorgestellt wird.
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Diese Ausarbeitung bezieht sich auf einen Praxisfall in der mittelständischen Metallindustrie. Der befindet sich gerade bei der Unternehmenstransaktion im Wege eines MBO.
Die wesentlichen Probleme bei der Durchführung eines MBO liegen vor allem bei der Entscheidung ob die Veräußerung in Form eines Asset Deals oder eines Share Deals stattfindet, und der Rechtsformwahl der Obergesellschaft der Käuferseite. Die beide unter rechtlichen Grundlagen resultierenden Probleme werden in dieser Ausarbeitung analysiert. Außerdem werden die wirtschaftlichen Problematik für Kaufpreisfindung und deren Finanzierung unter Berücksichtigung der Unternehmensbewertung erklärt.
1 Vgl. Martin, A. M.; (1988). Management buy out. In: WiSt, S.247.
8
Ziel der vorliegenden Ausarbeitung ist die Darstellung eines MBO unter Berücksichtigung der rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekten, sowie Einbeziehung der konzeptionellen Grundlagen.
1.2 Aufbau der Untersuchung
Die vorliegende Ausarbeitung ist im weiteren Verlauf in fünf Hauptpunkten gegliedert.
Zunächst werden die bei einer Unternehmensübertragung vorkommenden Begriffe abgegrenzt und in ein System der Unternehmensnachfolge undverkäufe eingeordnet. In diesem Kapitel können die Leser einen Überblick erhalten, dass bei Unternehmensübertragungen zwei Arten unterschieden werden, nämlich die entgeltliche und unentgeltliche Übertragung. In dieser Ausarbeitung wird nur die entgeltliche Übertragung in Form eines MBO be-handelt.
In Kapitel 3 und Kapitel 4 werden die wesentlichen Probleme bei dem MBO-Prozess dargestellt und beurteilt. Unter rechtlichen Aspekten müssen sich die Verhandlungsparteien dafür entscheiden, ob die Übertragung durch Asset Deal oder Share Deal durchführt. Hierbei werden auch die Entscheidungskriterien für die Rechtsformwahl der Obergesellschaft der Käuferseite unter Berücksichtigung der Unternehmensteuerreform 2008 vorgestellt. Unter wirtschaftlichen Grundlagen werden die Unternehmensbewertung, Kaufpreisfindung und Finanzierung beschrieben. Unternehmensbewertung ist die Grundlage für die Kaufpreisfindung und deren Finanzierung.
Im Kapitel 5 wird beschrieben, welche wesentlichen Verträge abgeschlossen werden müssen, um einen MBO zu realisieren.
Diese Ausarbeitung bezieht sich auf einen Praxisfall, der in Kapitel 6 dargestellt wird.
Zum Schluss erfolgt in Kapitel 7 eine Zusammenfassung.
9
1.3 Vorstellung der Kanzlei
Nachfolgend wird zunächst kurz die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungssozietät H & P vorgestellt, die den Praxisfall des MBO betreut. Die H & P ist ein Steuerberatungsbüro mit angeschlossener Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Die Rechtsberatung wird von einem Sozietätspartner in seiner Funktion als Rechtsbeistand erbracht. Außerdem kooperiert man eng mit mehreren Rechtsanwälten.
Zum Tätigkeitsfeld der H & P gehört die betriebswirtschaftliche, wirtschafts-, gesellschafts- und steuerrechtliche Beratung mittelständischer Unternehmen sowie von Freiberuflern und Privatpersonen. Zum Angebotsspektrum des Rechnungswesens zählt unter anderem die Erstellung der Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung unter Einsatz von DATEV-Software. Im Rahmen der Steuerberatung wird die Ausarbeitung von betrieblichen und privaten Steuererklärungen sowie die Entwicklung der Bilanz und Einnahme-/Überschussrechnung angeboten. Das Unternehmen berät zudem in Erbschafts- und Schenkungsfällen und bei der Umwandlung von Unternehmen. Außerdem vertritt das Unternehmen Mandanten in gerichtlichen und außergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren. Zusätzlich werden im Rahmen der Wirtschaftsprüfung Jahresabschlüsse von Unternehmen sämtlicher Rechtsformen geprüft. Eine weitere Kernaufgabe besteht in der Wirtschafts- und Unternehmensberatung. Zu diesem Aufgabenbereich gehören unter anderem Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die Erstellung von Rentabilitäts- und Liquiditätsplänen und Kreditverhandlungen mit Banken. Ferner gehört die rechtliche Unterstützung im Bereich des Zivil- und Gesellschaftsrechtes zum Angebot der Kanzlei. Hierzu zählt die Gestaltung von arbeitsrechtlichen Verträgen, Miet- und Pachtverträgen und Testamenten. Zur Unternehmensberatung gehört auch das Aufzeigen geeigneter Möglichkeiten der Unternehmensnachfolge, innerhalb dieser das MBO eine Option darstellt.
10
Begriff des MBO und dessen Einordnung in ein System der
2 Begriff des MBO und dessen Einordnung in ein System der
Unternehmensnachfolge und -verkäufe
In diesem Kapitel wird der Begriff des MBO erläutert und in ein System der Unternehmensnachfolge und -verkäufe eingeordnet. Hierunter wird ein Organigramm als Übersicht für Unternehmensnachfolge und -verkäufe dargestellt.
Bild 1: Unternehmensnachfolge und -verkäufe (eigene Darstellung in Anlehnung an: Hering
Olbrich: Unternehmensnachfolge, S.42, 52, 55, 59, Oldenbourg Wissenschaftsverlag,
München, 2003 und Dr. P. Wollny: Unternehmens- und Praxisübertragungen, S. 179, 180,
Verlag neue Wirtschafts-Briefe Herne/Berlin, 6. Auflage, 2005.).
2.1 Begriff des MBO und dessen Abgrenzungen
Vom angloamerikanischen Rechtskreis ausgehend werden auch in Deutsch-land, besonders in den neuen Bundesländern, immer mehr Unternehmen oder auszugliedernde Unternehmensteile aus ganz verschiedenen Motiven durch das bisherige Management übernommen. Im deutschen Recht wird dieser Vorgang ebenso wie im Land seiner Entstehung als Management Buy-Out (MBO) bezeichnet. 2
2 Vgl. Beisel / Klumpp, (2006). Der Unternehmenskauf, S. 259.
11
Begriff des MBO und dessen Einordnung in ein System der
Als MBO bezeichnet man häufig den Erwerb der Objektgesellschaft durch das Management, ggf. gemeinsam mit Finanzinvestoren. 3 Als Gegenteil bezeichnet ein MBI den Erwerb des Unternehmens durch Käufer, die nachher die Geschäftsführung übernehmen wollen. 4 Beide Formen, MBO und MBI, stellen häufig gleichzeitig einen LBO (Leveraged Buy-out) dar, bei dem handelt es sich um eine besondere Finanzierungs-form, die sowohl Eigen- als auch die Fremdfinanzierung beinhaltet. 5 Für den Bundesverband der Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) liegt ein MBO erst dann vor, wenn mindestens 10 % der Unternehmensanteile von dem Management gekauft werden. Es kann sich dabei auch um Unternehmen handeln, die wirtschaftlich angeschlagen sind und deren bisherige Eigentümer das Unternehmen nicht mehr finanzieren und weiter betreiben wollen. In diesem Fall spricht man von einem Sanierungs-MBO. 6
Falls ein MBO im Wesentlichen durch Fremdkapital finanziert wird, spricht man von einem Leveraged Management-Buy-Out. Dieser spielt auf die Hebelwirkung einer hohen Fremdkapitalfinanzierung, den sog. „Leverage Effekt“, an. 7
In der Regel findet ein MBO nicht nur aus dem Privatvermögen der Geschäftsführung statt, sondern unter Zuhilfenahme eines Kreditinstitutes oder anderer Finanzinvestoren. Ein wichtiges Fremdfinanzierungsinstrument stellt dabei z.B. Private Equity oder Mezzanine-Kapital dar. Der MBO stellt insbesondere bei der Unternehmensnachfolge eine bewährte Alternative dar. Beim MBO einer Aktiengesellschaft ist es gängig, die Aktiengesellschaft zu repriva- 3 Vgl.Nüsser / Nacken, (2005). Kauf und Verkauf mittelständischer Unternehmen, S. 266.
4 Vgl. Nüsser / Nacken, (2005). Kauf und Verkauf mittelständischer Unternehmen, S. 266.
5 Vgl. Nüsser / Nacken, (2005). Kauf und Verkauf mittelständischer Unternehmen, S. 266.
6 Vgl. in der Webseite: http://de.wikipedia.org/wiki/Management-Buy-out
7 Vgl. Beisel / Klumpp, (2006). Der Unternehmenskauf, S. 259.
12
Begriff des MBO und dessen Einordnung in ein System der
tisieren. In diesem Fall spricht man von einem Privatisierungs-MBO. Dies gibt dem Management die Möglichkeit, das Unternehmen unabhängig von Zwängen des Aktienmarktes zu entwickeln. 8
2.2 Einordnung des MBO
Im konkreten Fall besteht für die Unternehmensnachfolge keine Möglichkeit innerhalb der Familie. Daher soll das Unternehmen an die Gesellschaftsführung veräußert werden.
Der Generationswechsel wird zum größten Problem des Mittelstands. Es scheitern jährlich rund 5.700 Betriebe an Nachfolgeproblemen, mit der Folge, dass jährlich etwa 38.000 Arbeitsplätze vernichtet werden. 9 Die „radikalste“ Lösung der Nachfolgeproblematik bei Fehlen eigener Nachfolger ist der Verkauf des Unternehmens. Der MBO stellt sich als Lösungsalternative in mittelständischen Unternehmen dar. 10 Im Fall fehlender Erben ist es den Alteigentümern oft sympathischer, wenn sie ihr Unternehmen an ihnen langjährig bekannte Personen übergeben können. Dazu ist zur Leitung eines Unternehmens ein fundiertes betriebswirtschaftliches Know-how erforderlich. Das zusammen führt dazu, dass die Alteigentümer ihr Unternehmen oft den eigenen Managern zum Kauf anbieten, da sie ihnen sowohl vertrauen als auch deren kaufmännische Geschicke beurteilen können. Ein weiterer Vorteil ist, dass man nicht sämtliche Unternehmensunterlagen fremden Käufern, z. B. Wettbewerbern, zur Ansicht vorlegen muss und Gefahr läuft, auf diese Weise ausspioniert zu werden. 11
8 Vgl. in der Webseite: http://de.wikipedia.org/wiki/Management-Buy-out
9 Vgl. Weitnauer, W. W., (2003) Management Buy-Out, S.16.
10 Vgl. Hennerkes, B.-H. H; (2004). Unternehmensnachfolge. In: zfo, S.269.
11 Vgl. in der Webseite: http://de.wikipedia.org/wiki/Management-Buy-out
13
Begriff des MBO und dessen Einordnung in ein System der
Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist es sinnvoll einen MBO-Prozess vorzunehmen, da das angestellte Management die Lage des Unternehmens deutlich besser einschätzen kann als externe Investoren oder Sanierer. Zudem ist der Übernehmer in der Mehrzahl der Fälle als bewährter Mitarbeiter bekannt. Daher sind sie in diesen Fällen meist eher bereit, das Unternehmen zu sanieren und anschließend fortzuführen. Außerdem bleiben bei einem MBO i. d. R. Unternehmenskultur, Firmenname und Arbeitsplätze erhalten. Von beiden Seiten (Käufer und Verkäufer) wird meist ein gleitender Übergang gewünscht. 12
Für das Management bzw. die Geschäftsführer bedeutet der MBO den Schritt in die Selbständigkeit. Der Kauf des „eigenen“ Unternehmens ist auf der Käuferseite bzw. dem Management vorteilhaft, da die Manager aufgrund ihrer Stellung genaue Kenntnis über das Unternehmen haben. Außerdem ist das Risiko im Vergleich zu einer Neugründung geringer, weil die Organisation, Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter sowie Kenntnisse über die Branche, den Markt und das Umfeld bereit vorhanden sind. Neben dem Schritt in die Selbständigkeit bildet eine mögliche hohe interne Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals den Management-Kandidaten einen starken Anreiz zur Durchführung eines MBO. Auch für die mitfinanzierenden Investoren (Kapitalbeteiligungsgesellschaften, Mezzanine-Geber u. a. Kreditinstitute) ist die Qualität des übernehmenden Managements eine wesentliche Voraussetzung ihrer Beteiligungsbereitschaft. 13
Die Durchführbarkeit eines MBO hängt davon ab, ob die übernehmenden Manager in der Lage sind, den MBO zu finanzieren. Üblicherweise ist der Fremdkapitalanteil bei der Finanzierung des Kaufpreises sehr hoch. Die Besonderheit der MBO-Finanzierung zeigt sich sodann in der Besicherung und der Kapitaldienstleistung durch das Akquisitionsobjekt selbst. Da bei einem Nachfolge-Buyout, speziell bei mittelständischen Betrieben die übernehmen- 12 Vgl.Weitnauer, W. W. (2003). Management Buy-Out, S.17.
13 Vgl. Pointl, H. P., (2003). Bedeutung und Anforderungen von Management-Buy-Outs bei
der mittelständischen Unternehmensnachfolge. In FB, S. 534.
14
Begriff des MBO und dessen Einordnung in ein System der
den Manager den Kaufpreis häufig aus der Ertragskraft der Unternehmung finanzieren müssen, stellt sich die Frage nach der Ertragssituation. Für ertragsschwache Unternehmen entfällt demzufolge, unabhängig von ihrer ohnehin geringen Attraktivität für Führungskräfte, auch unter dem Finanzierungsaspekt eines MBO diese Nachfolgelösung. Wichtig für eine praktikable Nachfolgelösung mittels MBO ist aus Sicht des kaufinteressierten Managers also die Chance, ein Unternehmen mit ausreichend hohen künftigen Liquiditätsüberschüssen zu übernehmen. 14
14 Vgl. Bieler, S. B., (1996). Die Unternehmensnachfolge als finanzwirtschaftliches Problem,
S. 125-126.
15
Arbeit zitieren:
Heinberg & Partner GbR (Hrsg.), 2008, Rechtliche und wirtschaftliche Aspekte eines Management-Buy-Out (MBO), dargestellt an einem Praxisfall aus der mittelständischen Metallindustrie, München, GRIN Verlag GmbH
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