Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Bibelübersetzungen 4
2.1 Die Deutschen Bibelübersetzungen vor Luther 6
2.2 Rezeption der vorlutherischen deutschen Bibeln 8
2.3 Die deutschen Bibelübersetzungen nach Luther 8
3. Luthers Bibelübersetzung 11
3.1 Die Entstehung der Lutherbibel 11
3.2 Luthers Mitarbeiter 13
3.3 Rezeption der Lutherbibel 14
4. Fazit 15
Die Lutherbibel ist aber nach wie vor das Maß aller Dinge 15
5. Literaturverzeichnis 16
5. Literaturverzeichnis 16
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1. Einleitung
"Wirklich übersetzen heißt: etwas, das in einer andern Sprache gesprochen ist, seiner Sprache anpassen." Martin Luther, Tischreden
Diesen Vorsatz versuchte Martin Luther bei seiner Bibelübersetzung während seiner Zeit auf der Wartburg umzusetzen. Dorthin wurde er nach dem Reichstag zu Worms 1521 aufgrund der drohenden Reichsacht entführt. Vasallen des Kurfürsten Friedrich des Weisen überfielen die Gruppe um Luther, die sich auf der Heimreise vom Reichstag befand, und brachten ihn zu seinem eigenen Schutz auf die Burg. Hier lebte er inkognito als Junker Jörg in ärmlichen Verhältnissen und nutzte die erzwungene Muße zum Schreiben. So entstanden in der Folgezeit neben der Bibelübersetzung zahlreiche weitere Schriften. Nach einer heimlichen, kurzen Reise nach Wittenberg im Dezember desselben Jahres kehrte Luther auf die Wartburg zurück.
Innerhalb von nur elf Wochen übertrug er während der nächsten Zeit das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche. Als Vorlage dienten ihm dabei das griechische Exemplar von Erasmus von Rotterdam und die Vulgata, die Übersetzung der Bibel ins Lateinische. 1534 vollendete er schließlich unter Mithilfe von Wittenberger Kollegen mit der Übersetzung des Alten Testamentes das, was wir heute die Lutherbibel nennen. Mit seiner Übersetzung machte Martin Luther als erster den einfachen Menschen, dem Großteil des deutschen Volkes, biblische Inhalte zugänglich, indem er diese nicht nur in die deutsche Sprache sondern auch vor allem in eine zeitgenössische Sprache übertrug; dadurch trieb er unter anderem auch die Entwicklung der deutschen Sprache voran. Weniger bekannt ist, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits einige Übersetzungen der Bibel ins Deutsche existierten.
In dieser Hausarbeit soll zunächst geklärt werden, welche deutschen Bibelübersetzungen es vor der von Martin Luther gab. Interessant dabei ist vor allem, wie sie geschrieben sind und ob sie für das Volk verständlich waren. Dies soll auch der Gliederungspunkt über die Rezeption der vorlutherischen Bibeln zeigen, der ebenso wie die Rezeption der Lutherbibel aus Platzgründen leider kurz gehalten werden musste. Ein weiterer Punkt greift aus vielen nachlutherischen Bibeln die großen und anerkannten Bibelübersetzungen heraus; alle Bibeln seit Luther aufzulisten scheiterte ebenfalls aus Gründen der Länge. Danach wird auf den zeitlichen Ablauf der Entstehung und auf die beteiligten Mitarbeiter an der Lutherbibel
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eingegangen. Schließlich wird die Rezeption kurz abgehandelt. Im Fazit werden die drei bekanntesten Bibeln miteinander verglichen.
Die Lutherforschung „im Spiegel der deutschen Geistesgeschichte ist ein weites Feld“ 1 , was durch viele verschiedene Forschungsphasen seit Beginn des 20. Jahrhundert, die durch unterschiedliche Interessen geprägt waren, deutlich wird. Jedoch zeichnet sich inzwischen in allen Bereichen der Lutherforschung ein merkliches Abflauen des Interesses ab. Die Probleme der Erforschung des Lebens und des Werkes Martin Luthers liegen vor allem in der Duplizität der Luther- und Reformationsforschung, die bis in die 80er Jahre hinein hauptsächlich unverbunden waren, und die dadurch bedingte Kluft zwischen der theologischen und biographischen Lutherdarstellung.
Trotz der bisherigen Forschung gibt es noch viele offene Fragen. So ist zum Beispiel in Hinsicht auf Luthers Schriftauffassung eine Vertiefung der Forschung nötig und auch die Theologie Luthers bedarf der weiteren Aufmerksamkeit der Forscher.
1 Vinke, Rainer (Hrsg.): Lutherforschung im 20. Jahrhundert. Rückblick - Bilanz - Ausblick, In: May, Gerhard (Hrsg.): Veröffentlichungen des Institutes für europäische Geschichte Mainz / Abteilung für abendländische Religionsgeschichte, Beiheft 62, Mainz 2004, S. 136.
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2. Bibelübersetzungen
Schon seit dem siebten Jahrhundert vor Christus beschäftigten sich viele Menschen in der christlichen Welt mit der Übersetzung der Bibel. Im achten Jahrhundert nach Christus wurde die Bibel erstmals auch ins Deutsche übersetzt.
Jeder „Übersetzungsvorgang (...) hat seine Konturen und Regeln, aber auch Komplikationen“ 2 , ganz besonders gilt das auch für die Übersetzung der Bibel. Der Bibel wird oft mit einem Übermaß an Respekt begegnet. Aus diesem Grund orientieren sich viele Übersetzer viel zu sehr am Ausgangstext. Diese Übersetzungen sind durch Holperigkeit und teilweise auch unverständliche Sprache gekennzeichnet. Ein weiteres Problem der Bibelübersetzung ist der zeitliche Abstand zur Entstehungszeit der Bibel, der eine historische, soziale und kulturelle Distanz schafft. Der Übersetzer muss bereit sein, sich auf die tote Sprache der Urtexte sowie auf eine für ihn neuartige, altertümliche Denkweise einzulassen, um die Botschaft der Bibel zu verstehen und seinen zukünftigen Lesern zugänglich zu machen.
Außerdem ist die Bibel kein Buch im Sinne eines „homogene[n] Literaturprodukt[es]“ 3 , sondern eine Sammlung von Schriften, die von verschiedenen Verfassern über einen Zeitraum von 1000 Jahren hinweg geschrieben wurden. Diese Verfasser trennt nicht nur dieser Zeitabstand, sondern auch ihr Bildungsniveau, ihre Sprache und ihr Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht.
Der Übersetzer muss als „Brückenbauer“ 4 zwischen einer vergangenen Kultur, die uns fremd ist, und unseren heutigen Denkweise fungieren. Um das zu gewährleisten, muss jeder Übersetzung eine Exegese vorausgehen, um den Text als eine Einheit verstehen zu können 5 . Bibelübersetzung und Bibelexegese gehören also auf „fundamentale Weise“ 6 zusammen. Idealerweise erfolgt die Exegese in der lateinischen Fassung.
Ein weiteres Problem ist, dass, wie Hans-Georg Gadamer sagt, „jede Übersetzung (...) schon Auslegung“ 7 ist. Bei jeder Übersetzung spielen subjektive Aspekte eine Rolle, ohne dass dies vom Übersetzer verhindert werden kann.
2 Groß, Walter (Hrsg.): Bibelübersetzung heute. Geschichtliche Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen, In: Anderegg, Johann et al. (Hgg.): Arbeiten zur Geschichte und Wirkung der Bibel (AGWB), Stuttgart 2001, S. 151.
3 Meurer, Siegfried (Hrsg.): Eine Bibel - viele Übersetzungen. Not oder Notwendigkeit?, In: Die Bibel in der Welt. Jahrbuch des Evangelischen Bibelwerkes in der Bundesrepublik Deutschland und in Berlin-West e.V., Bd. 18, Stuttgart 1978, S. 28.
4 Reinitzer, Heimo (Hrsg.): Deutsche Bibelübersetzungen des Mittelalters, In: Vestigia Bibliae. Jahrbuch des Deutschen Bibel-Archivs Hamburg Bd. 9/10, Bern 1991, S. 13.
5 Vgl. Groß, Walter (Hrsg.): Bibelübersetzung heute, Stuttgart 2001, S. 151f.
6 Reinitzer, Heimo (Hrsg.): Deutsche Bibelübersetzungen des Mittelalters, Bern 1991, S. 13.
7 Groß, Walter (Hrsg.): Bibelübersetzung heute, Stuttgart 2001, S. 7.
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Maike Doll, 2007, Bibelübersetzungen vor und nach Luther, Munich, GRIN Publishing GmbH
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