INHALT
1. Einleitung 3
2. Biographische Angaben 3
3. Der Griechenlandzyklus. 4
3.1. Aufstellungsort 4
3.2 Maltechnik: 6
3.3 Vom Landschaftsgemälde zum Historienbild 6
3.4 Vergleich des Griechenlandzyklus mit dem Italienzyklus. 7
4. Beschreibung einiger Gemälde des Griechenlandzyklus 7
4.1. Allgemeine Merkmale der Gemälde 7
4.2. Sikyon- Korinth. 8
4.3. Sikyon - Parnaß 9
4.4. Ägina Aphaiatempel. 9
4.5. Naxos. 10
4.6. Pronoia 10
4.7. Aulis 11
5. Quellenverzeichnis 13
6. Abbildungsverzeichnis 13
2
1. Einleitung
Carl Rottmann gehört wohl zu den einflussreichsten Malern des 19. Jahrhunderts und war der von Ludwig I. von Bayern bevorzugte Landschaftsmaler. Seine Werke verteilten sich schon zu seinen Lebzeiten über ganz Deutschland und wurden für die folgende Landschaftsmalerei vorbildlich. 1 Das Landschaftsbild gewinnt bei ihm an Bedeutung und wird mehr und mehr zum Historienbild.
Sein Hauptwerk ist der Griechenlandzyklus, den er erst kurz vor seinem Tode vollendete. Dieser Zyklus trägt sowohl naturalistische als auch romantische Elemente in sich. Er zeichnet sich einerseits durch eine große Objektivität der Schilderung aus und erfasst die Landschaft in ihrer charakteristischen Form. Andererseits liegt in der Darstellung eine Betonung auf dem Ideellen. Goethe äußerte sich zu Rottmanns Zyklus folgendermaßen: „Die Bilder haben höchste Wahrheit, aber keine Spur von Wirklichkeit...Und das ist eben die wahre Idealität, die sich realer Mittel so zu bedienen weiß, dass das erscheinende Wahre eine Täuschung hervorbringt als sei sie wirklich.“ 2
Rottmanns Zeitgenossen trugen noch den Traum von Hellas im Sinne Winkelmanns in ihrer Vorstellung. Bisherige Griechenlanddarstellungen zeigten oft eine arkadische Idylle. Auf seiner Reise durch das sagenumwobene Griechenland musste Rottmann jedoch feststellen, dass dieser Traum nur entfernt der Wirklichkeit entsprach. So schuf er „eine noch heute gültige Synthese des Traumes von Hellas und der Wirklichkeit der Halbinsel Griechenland“ 3 . Im Folgenden soll Rottmanns Hauptwerk, dessen wichtigste Merkmale und Entstehungsumstände betrachtet, sowie auf einige der insgesamt 23 Gemälde näher eingegangen werden.
2. Biographische Angaben 4
Carl Anton Joseph Rottmann wurde am 11. 1. 1797 in Handschuhsheim bei Heidelberg geboren. Den ersten Zeichenunterricht erhielt er, zusammen mit Carl Philipp Fohr und Ernst Fries, von seinem Vater Christian Friedrich Josef Rottmann, der selbst Maler, Radierer sowie Universitätszeichenmeister war. Als Junge soll Rottmann still, zurückhaltend und empfindsam gewesen sein. Des weiteren litt er zeitlebens am „Schwarzen Starr“ eine Augenkrankheit die seine Sehkraft wahrscheinlich empfindlich beeinträchtigte. 5
1 Vgl. Bazin, Germain u. a. (Hgg.): Kindlers Malerei Lexikon. Bd. 5. Zürich 1968, S. 138.
2 Zitiert in: Decker, Hugo: Carl Rottmann. Berlin 1957, S. 42.
3 Ebd., S. 40.
4 Vgl. Bierhaus- Rödiger, Erika: Carl Rottmann. München 1978, S. 13-26.
5 Vgl. Bazin, Germain u. a. (Hgg.): Kindlers Malerei Lexikon. Bd. 5. Zürich 1968, S. 138.
3
Seit 1821 studierte er an der Akademie in München, wo er bei seinem Onkel Friedrich Ludwig Sckell (Schöpfer des Englischen Gartens und Hofintendant) lebte. 1824 heiratete er dessen Tochter Friederike. Zu dieser Zeit unternahm er Wanderungen durch Salzburg, Oberbayern und Tirol und studierte die Hochgebirgslandschaft. Seine Bilder waren in München bereits gefragt.
Zwischen 1826 und 1829 unternahm er zwei Italienreisen. Im Auftrag von König Ludwig I. von Bayern fertigte er den monumentalen Italienzyklus an, welchen er 1833 fertig stellte. Ludwig war mit Rottmanns Arbeit sehr zufrieden und beauftragte ihn 1832 mit einem zweiten Landschaftszyklus, der die klassischen Örtlichkeiten Griechenlands bildlich darstellen sollte. 1834-35 unternahm Rottmann eine Griechenlandreise, auf welcher er zahlreiche Skizzen und Studien anfertigte. 1838 begann er dann mit den Ausführungen auf Zementgussplatten. 1841 wurde Rottmann zum bayrischen Hofmaler ernannt. Der Griechenlandzyklus wurde 1850 beendet. Rottmann befiel ein Leberleiden und seine Augen verschlechterten sich zusehends. Er erlag seiner Krankheit am 7. Juli 1850 und wurde in München beerdigt.
3. Der Griechenlandzyklus
3.1. Aufstellungsort
Zuerst war der Griechenlandzyklus als Fortsetzung der italienischen Fresken in den Hofgartenarkaden geplant. Deshalb wandte Rottmann für die Gemälde das Verfahren der Enkaustik an, welches die Bilder resistent genug zur Ausstellung im Freien machen sollte. Schließlich wurden die beiden Zyklen jedoch räumlich von einander getrennt und auch künstlerisch sind sie etwas anderes, was später noch aufgezeigt werden soll. König Ludwig ließ die neue Pinakothek in München errichten, in welcher der Griechenlandzyklus einen eigenen Raum erhielt. Rottmann äußerte den Wunsch einer speziellen Beleuchtung die von oben erfolgen sollte. Diesem Wunsch wurde nachgegeben. „Eine in die Mitte des Saales eingebaute seitwärts offene Holzhalle schirmte das direkt auf den Beschauer fallende Oberlicht ab und ließ es nur auf die Bilder selbst fallen. Es wurde so eine gegen den Standpunkt des Beschauers grell kontrastierende effektvolle Beleuchtung geschaffen.“ 6
6 Decker, Hugo, S. 44.
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Arbeit zitieren:
M.A. Lilian Ziehler, 2005, Der Griechenlandzyklus von Carl Rottmann, München, GRIN Verlag GmbH
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