Gliederung
1. Problemstellung S 01
2. Erklärungsversuche des Armutsbegriffs S 02
2.1 Erster Darstellungsversuch ein Überblick S 02
2.2 Absolute vs Relative Armut S 03
3. Messung der Armut S 05
4. Entwicklung der Armut S 06
4.1 Zeitliche Entwicklung von Armut S 06
4.2 Risikogruppen von Armut S 07
4.3 Auswirkungen der Armut auf die Betroffenen S 08
5. Armutsbekämpfung S 09
6. Resumee S 12
A Literaturverzeichnis
1. Problemstellung
Armut, insbesondere in der heutigen Zeit, ist mehr denn je ein soziales bzw. gesellschaftliches Problem. Diese Tatsache läßt sich daran ersehen, daß eine große Anzahl an politischen Debatten geführt werden, die dieses Problem thematisieren. Es wird nach Lösungen und Möglichkeiten gesucht, die verbreitete Armut in den verschiedensten Schichten der Gesellschaft zu bekämpfen und bestenfalls sogar versuchen zu vermeiden (vgl. Hradil 2001, S. 243). Es ist nämlich ein Trugschluß zu glauben, daß Armut lediglich auf persönliches Versagen zurückzuführen ist, denn „in einer aufgeklärten Zeit [ist] die gesellschaftliche Mitverantwortung in vielen Fällen unübersehbar“ (Neumann/Schaper 1998, S. 244). Des weiteren handelt es sich bei der Armut um ein sehr offensichtliches und überregionales Problem. Es ist für jeden nachvollziehbar, da man des öfteren bei Spaziergängen in Ballungsgebieten der Bundesrepublik Deutschland oder bei Urlaubsausflügen in südlichen Ländern, um nur ein paar Beispiele zu nennen, mit Elend und Armut konfrontiert werden kann.
Armut ist aber nicht nur ein Problem des jetzigen Jahrhunderts, sondern war schon in der Vergangenheit ein Thema. Armut dient „seit jeher zur Kennzeichnung von Elendslagen aller Art“ (Sidler 1989, S. 114), jedoch hat sich aber die Struktur über die Zeit hinweg qualitativ und quantitativ verändert. Der Sozialstaat, das Wirtschaftswunder und die Wohlstandsexplosion führten beispielsweise zu strukturellen Veränderungen. Eine letztendliche Beseitigung konnte jedoch nicht realisiert werden (vgl. Geißler 1992, S. 166). Diese Hausarbeit befaßt sich mit der Thematik der Armut. Ziel ist es, den Leser über die Problematik zu informieren, da die Bedeutung und die Dringlichkeit nicht von der Hand zu weisen sind. Ferner soll der Leser mit Schwierigkeiten konfrontiert werden, die sich innerhalb dieses Kontexts eröffnen.
Um dies jedoch zu gewährleisten, wird zunächst (Kapitel 2) ein Versuch unternommen, das Konstrukt `Armut` zu erklären. Das Hauptaugenmerk wird hier auf die Unterscheidung von absoluter und relativer Armut gelegt, da dies in der Literatur eine sehr weite Verbreitung gefunden hat. Anschließend (Kapitel 3) widmet sich die Arbeit der Messung von Armut und zeigt die damit verbundenen Schwierigkeiten. Nachdem dies geschehen ist, konzentriert sich das Werk darauf, dem Leser einen Überblick (Kapitel 4) über die Entwicklung von Armut zu geben. Dabei werden die Risikogruppen (Kapitel 4.2) und insbesondere die Auswirkungen der Armut (Kapitel 4.3) auf die betroffenen Personen beleuchtet. Im angliedernden Kapitel 5 wird
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letztendlich die Armutsbekämpfung thematisiert. Dabei ist zu vermerken, daß der Kern dieses Aufsatzes nicht alle politischen Ansatzpunkte fokussiert, da dies zu komplex und zu ausführlich wäre und somit den Rahmen dieser Arbeit bei weiten überschreiten würde. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht neben den individuellen Möglichkeiten der Bekämpfung auch das System der Sozialhilfe. Das Resumee (Kapitel 6) bildet dann den Abschluß dieser Arbeit.
2. Erklärungsversuche des Armutsbegriffs
2.1 Erster Darstellungsversuch - ein Überblick
Bei der Armut handelt es sich nicht um einen neuzeitigen Begriff. Die Wurzeln lassen sich sehr weitreichend in die Geschichte zurück verfolgen. Seit jeher beschreibt dieses Wort ganz allgemein einen Zustand des Elends bzw. des Mangels. Armut könnte man als „defizitäre Lebenslage“ (Eckardt 1997, S. 26) eines Individuums oder einer Gruppe bezeichnen. In Armut wird also nicht nur „eine finanzielle Benachteiligung gesehen, sondern eine soziale Verdrängung und Randständigkeit sowie eine Einschränkung gesellschaftlicher Teilhabe und Teilnahme“ (Adamy/Steffen 1998, S. 10).
Ursprünglich gehörte der Begriff `Armut` in die Alltagssprache, später hingegen siedelte er sich in die Wissenschaftssprache ein. Kennzeichnend aber ist die Tatsache, daß der Begriff eine genaue und klare Antwort entbehrt, was genau Armut in der Wissenschaft und in der Alltagssprache bedeutet (vgl. Sidler 1989, S. 113 - S. 114 und S. 117). Es existiert gegenwärtig „nur eine begrenzte Übereinstimmung in der sozialwissenschaftlichen Literatur darüber, wie eine zuverlässige und allgemeingültige Definition und Bestimmung der Kriterien von Armut vorzunehmen sei“ (Bieback/Milz 1995, S. 8). Eine Einigung läßt sich nur dahingehend erkennen, daß es sich um „eine negativ bewertete Situation von Menschen [handelt], die dadurch gekennzeichnet ist, daß ihnen etwas fehlt, was sie brauchen bzw. was andere haben“ (Sidler 1989, S. 117). Bei näherer Betrachtung der einschlägigen Literatur kann festgestellt werden, daß Armut unter verschiedensten Gesichtspunkten strukturiert werden kann. Eine Möglichkeit ist die Unterscheidung in die enge und weite Armut. Darunter ist auf der einen Seite „das Fehlen materieller Güter“ (ebenda, S. 117) gemeint. Voraussetzung ist eine exakt operationalisierbare Grenze, um festzulegen, ab wann der Grad des Mangels eine Armutsituation darstellt.
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Jens Grauenhorst, 2002, Was ist Armut und wie kann sie bekämpft werden?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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