Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 2
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 3
in Anlehnung an die INSPIRE Richtlinie
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in die Thematik 7
1.1 Vorbemerkung 7
1.2 Aufgabenstellung und Zielsetzung 8
1.3 Aufbau der Arbeit 9
2 Grundlagen und Stand der Forschung 11
2.1 Einführung in die Thematik 11
2.2 INSPIRE 15
2.3 Aufbau einer GDI in Deutschland 20
3 Metadaten 24
3.1 Metadaten und ihr Nutzen 24
3.2 Normung Metadaten 25
3.3 Metadatenstandards 26
3.3.1 Dublin Core 27
3.3.2 FGDC 27
3.3.3 Technische Komitee CEN TC 287 28
3.3.4 OpenGIS Consortium (OG)C 29
3.4 ISO 19000 Norm Familie 29
3.5 Die ISO Norm 19115 30
3.5.1Detaillierte Metadatenstruktur der ISO 19115 31
3.5.2 Das Kernmodell der ISO 19115 35
4 Verfügbare Metadateneditoren und Metainformationssysteme auf dem
Markt 39
4.1 Metadateneditoren 39
4.1.1 disy Preludio 40
4.1.2 GeoNetwork 42
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 4
in Anlehnung an die INSPIRE Richtlinie
4.2 Metainformationssysteme für Metadaten 43
4.2.1 GeoMIS.Bund 43
4.2.2 PortalU 45
4.2.3 UDK 46
4.2.4 NOKIS 47
5 Technische Grundlagen 49
5.1 Web Server 49
5.2 HTML 50
5.3 PHP 51
5.4 XML 51
5.5 JavaScript 52
5.6 MySQL 53
5.7 phpMyAdmin 54
5.8 XAMPP 54
5.9 UMN MapServer 55
6 Entwicklung des Erfassungs- und Fortführungskonzeptes METEOR 57
6.1 Entwurf des Datenmanagementsystems 58
6.2 Anforderungen an die Anwendung 59
6.3 Allgemeiner Funktionsumfang 61
6.4 Inhalte der METEOR Metadatenbank 63
6.4.1 Konzept des METEOR Profils 63
6.4.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur ISO Norm 19115 64
6.4.3 Aufbau des METEOR Profils 67
7 Realisierung der METEOR Anwendung 69
7.1 Gestaltung Weboberfläche 69
7.2 Typische Arbeitsweisen mit METEOR 69
7.2.1 Die Anmeldung 70
7.2.2 Die Metadatenerfassung 72
7.2.3 Die Metadatenrecherche 76
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 5
in Anlehnung an die INSPIRE Richtlinie
7.2.4 Die Ergebnisse nach der Suche 79
7.3 Programmiertechnische Realisierung von METEOR 83
7.3.1 Anlegen der Datenbank 83
7.3.2 Das Login 89
7.3.3 Erstellung des Editors 95
7.3.3 Erstellung der Suchmaske 105
7.3.5 Anbindung an die METEOR Datenbank 108
7.3.6 Visualisierung der Geodaten 114
7.4 METEOR Konfiguration in der Netzwerkumgebung 116
8 Abschlussbetrachtung 119
8.1 Ergebnisse und praktischer Nutzen 119
8.2 Mögliche Verbesserungen 120
8.3 Ausblick und Fazit 122
9 Literaturverzeichnis 124
10 Abbildungsverzeichis 127
11 Tabellenverzeichnis 129
12 Anhang 131
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 6
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 7
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
1. Einführung
1.1. Vorbemerkung
Geoinformationen spielen in der heutigen Welt eine entscheidende gesellschaftliche und wirtschaftliche Rolle. Der Einsatz Geographischer Informationssysteme (GIS) ist in der Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung unabdingbar geworden. In den Bereichen Umwelt- und Katastrophenschutz, Agrar- und Verkehrswirtschaft sowie Raum- und Stadtplanung werden seit langer Zeit die Erkenntnisse aus der Erhebung und Verwertung von räumlichen Informationen genutzt. Diese stetig wachsende Nachfrage nach Geodaten fordert zunehmend Unternehmen, Geoinformationen weiter zu entwickeln und für eine ständige Aktualisierung zu sorgen. Sowohl in privatrechtlichen Unternehmen als auch in der öffentlichen Verwaltung werden diese Daten gepflegt, erfasst und bereitgestellt. Aber auch qualitativ hochwertige Geodaten nutzen wenig, wenn sie nicht gut dokumentiert und nach festgelegten Suchkriterien auffindbar sind. Für eine wirtschaftliche Nutzung sind nicht nur die Geodaten, sondern auch die beschreibenden Informationen der Daten von großer Wichtigkeit.
Um der immer größer werdenden Datenflut gerecht zu werden, ist es notwendig, geeignete Systeme und Anwendungen zu entwickeln, die diese verwalten können. Hierbei geht es nicht nur um ein strukturiertes Abspeichern, sondern viel mehr um die Erhöhung der Widerauffindbarkeit und Nutzbarkeit dieser Daten. Zu diesem Zweck müssen zu den Datensätzen Informationen erfasst werden, welche sie beschreiben. Diese Daten über Daten (Metadaten) gewannen in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung und sind heute im Bereich der Geowissenschaften ein fester Bestandteil der Aufgabe zur Beschreibung großer Datenmengen.
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 8
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
1.2 Aufgabenstellung und Zielsetzung
Mit dem Thema Umwelt - Metadaten und der Rolle internationaler Normierungsprozesse für Umweltinformationen beschäftigen sich seit Jahren Gremien, Fachexperten Umweltinformationssystemen. Im Zuge der INSPIRE - Richtlinie und der Entwicklung des ISO - Standards 19115 für Metadaten steht diese Thematik derzeit in der Diskussion.
Der Schwerpunkt dieser Masterarbeit liegt im Bereich Metadaten -Informationssysteme im Hinblick auf deren Einsatz innerhalb eines Planungsbüros.
Das Ingenieur- und Planungsbüro Lange befasst sich mit einem breiten Spektrum der umweltgutachterlichen Tätigkeiten als projektbegleitende und projektsteuernde Dienstleistung in allen Planungs- und Genehmigungsebenen. Erarbeitet werden landschaftspflegerische Begleitpläne, Biotopmanagementpläne, Grünordnungs-und Gestaltungspläne sowie Sondergutachten für hydrogeologische, forstliche und faunistische Fragestellungen. Dabei werden eine Vielzahl an kartographischen und unterschiedlichsten Umweltbereichen erhoben. Ein großes Angebot an Geoinformationen setzt jedoch eine gewisse Struktur und Ordnung der Daten voraus. Der Umgang und die gezielte Suche in diesen Datenbeständen stellen dementsprechend eine wesentliche Herausforderung dar. Eine transparente und zentrale Anwendung, die die Datenverwaltung und den Datenzugriff der digitalen Daten erleichtert und beschleunigt, kann somit ein wichtiger Bestandteil des Büros werden.
In dieser Arbeit wird ein Konzept für das Datenmanagementsystem entwickelt, dessen zentraler Bestandteil ein Metainformationssystem in Form einer Metadatenbank ist. Grundlage für das Konzept bilden die Ergebnisse einer Ist -Erhebung. In dieser werden die Ziele und Anforderungen festgestellt.
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 9
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Die Metadatenbank wird dabei als zentrales Dokumentations- und Verweissystem eingesetzt, um den Datenzugriff und die Datenverwaltung effektiver zu gestalten. Im Laufe dieser Masterarbeit wird näher auf die Erfassung von Metadaten, die Inhalte der Metadatenbank und dessen Realisierung im relationalen Datenbanksystem MySQL eingegangen. Hierbei stehen vor allem die Entwicklung eines Erfassungs- und Fortführungskonzeptes sowie die Konfiguration für ein automationsunterstütztes Anlegen von Datensätzen im Vordergrund. Durch die Suche nach bestimmten Themen sowie weiteren beschreibenden Informationen zu den bereitgestellten Daten wird die Anwendung erweitert.
1.3 Aufbau der Arbeit
Das Ziel dieser Arbeit ist es, ein Metadatenmodell zu erstellen und dieses in einer Datenbank umzusetzen, welche in einem Intranet abgefragt werden kann. Dem Aufbau des Systems liegt die ISO 19100 - Normfamilie, die den Zweck hat digitale geographische Informationen zu standardisieren und Werkzeuge, Methoden und Dienste zur Verwaltung von Geoinformationen zu spezifizieren, zugrunde. Angelehnt an der ISO 19115 - Norm, die Vorgaben zur Standardisierung von geographischen Metadaten gibt, wird eine Metadatenbank aufgebaut. Für dessen Implementierung wurde eine gängige Kombination von Open Source - Projekten gewählt. Die Datenspeicherung übernahm die Internetdatenbank MySQL. Die Verbindung zwischen Server und Datenbank wurde mittels der Skriptsprache PHP hergestellt. Als Grundlage der Visualisierungskomponente wurde der frei verfügbare MapServer der Universität von Minnesota (UMN MapServer) gewählt. Im Allgemeinen wurde bei der Entwicklung der Anwendung und der Metadatenbank darauf geachtet, dem Anwender das Suchen, die Eingabe und die Verwaltung von Geodaten zu erleichtern.
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 10
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Im Folgenden wird ein kurzer Überblick über den Aufbau und die Struktur der Arbeit gegeben. Der theoretische Teil der Arbeit bietet eine Einführung in die Thematik. Hier werden Grundlagen und existierende Standards zur Verwaltung von Metadaten beschrieben, sowie bestehende Produkte näher betrachtet. Im praktischen Abschnitt wird näher auf die Funktionen der Anwendung eingegangen.
Nachdem im Kapitel 1 die Zielsetzung festgelegt und der Aufbau der Arbeit erläutert werden, geht Kapitel 2 auf die Bedeutung der grundlegenden Begriffe ein und gibt eine Einführung in die Thematik. Dort werden die Probleme im Zusammenhang mit einer Geodateninfrastruktur (GDI) bzw. die nationalen und internationalen Bestrebungen zum Aufbau einer GDI betrachtet. Im dritten Kapitel wird näher auf die Normung und Standardisierung der Metadaten eingegangen. Kapitel 4 beschreibt einige auf dem Markt verfügbare Metadateneditoren und Metainformationssysteme. Dabei werden exemplarisch zwei Systeme (disy preludio und GeoNetwork) herausgegriffen und kurz beschrieben.
Die nächsten drei Kapitel beschäftigen sich mit der Entwicklung der Anwendung. Zuerst werden die technischen Grundlagen erläutert (Kapitel 5). Anschließend wird das Erfassungs- und Fortführungskonzeptes für die Metadaten beschrieben (Kapitel 6). Hier wird festgelegt, welche praktischen Ergebnisse am Ende der Arbeit stehen sollen. Darauf folgt die Realisierungsphase mit der Gestaltung der Weboberfläche und der Struktur der Anwendung. Darin werden die Ergebnisse dargelegt und die typischen Arbeitsweisen erläutert (Kapitel 7). Das letzte Kapitel fasst alle Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche, weitere Funktionen, die auf der Basis des Erreichten realisierbar sind und schon vorhandene Lösungsansätze.
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 11
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
2 Grundlagen und Stand der Forschung
2.1 Einführung in die Thematik
Mit der Einführung der Geographischen Informationssystemen (GIS) wurden ab den achtziger Jahren Begriffe wie Geodaten und Geoinformatik geprägt. Geodaten sind rechnerlesbare Geoinformationen, die unabhängig von der fachlichen Aussage (z.B. Bodennutzung, Umweltqualität oder Verkehrslage) über einen Raumbezug verfügen. Der räumliche Bezug dieser Daten kann direkt über die geografische Lage in Koordinaten, als auch indirekt über eine Adresse oder die Kilometrierung eines Flusses definiert werden. Die raumbezogenen Datenbestände werden heute in speziellen Geodatenbanken erfasst, verwaltet und analysiert. Die automatisierte Bearbeitung von Geodaten mit speziellen GIS und die Entwicklung von Verfahren zur Analyse dieser Daten haben die Bedeutung von Geoinformatik wachsen lassen.
Geodaten bieten umfangreiche Visualisierungs- und Auswertemöglichkeiten, bilden die Grundlage für digitale Karten und lassen sich einfach und verständlich in Form von thematischen Karten darstellen. Mit der wachsenden Verbreitung des Internets seit den neunziger Jahren, erhielt die rasante Entwicklung im Geoinformationswesen durch die gestiegenen datentechnischen Möglichkeiten, einen deutlichen Innovationsschub.
Geoinformationen sind wesentlicher Teil des in der modernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft vorhandenen Wissens. Sie sind Rohstoff und Infrastrukturleistung und somit unentbehrlicher Bestandteil staatlicher Daseinsvorsorge, die möglichst vielen Menschen auf einfache Weise nutzen sollten. Beispiele für den Nutzen von Geodaten finden sich in der Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft. Geoinformationen sind die Grundlage des planerischen Handelns und ihre Verfügbarkeit ist die maßgebliche
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 12
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Voraussetzung für Standort- und Investitionsentscheidungen. Wichtige Bereiche sind Raumplanung, Umwelt- und Naturschutz, Gesundheitsvorsorge, Landesverteidigung, innere Sicherheit, Zivilschutz, Verkehrslenkung, Land- und Forstwirtschaft, Bodenordnung, Versicherungswesen, Versorgung und Entsorgung sowie Bürgerbeteiligung an Verwaltungsentscheidungen. Geoinformationen bilden weltweit ein Wirtschaftsgut ersten Ranges und gewinnen immer mehr an Bedeutung. Darüber hinaus ist die Herstellung und Entwicklung, der auf die Verarbeitung von Geoinformationen angelegten Technologie wichtiger Arbeitsplatzschaffender Wachstumsbereich.
Mit dem Erkennen der Geodaten als Wirtschaftsgut wurden gleichzeitig aber auch die Probleme deutlich, die bei der Erschließung eines Geodatenmarkts zutage treten. Die Voraussetzungen dessen Potenzial vollständig nutzen zu können, müssen noch geschaffen werden. Häufig scheitert der Einsatz von Geodaten an:
- der Verfügbarkeit der Daten,
- der mangelnden Kompatibilität der Daten,
- den mangelnden Informationen zu den Daten,
- den hohen Kosten der Daten und / oder
- den Nutzungsrechten
In Deutschland werden Geodaten in großem Umfang benötigt und entstehen ständig neu. Die Erhebung und der Einsatz von Geoinformation ist Bestandteil staatlichen Handelns und zieht sich durch alle Aufgabengebiete der öffentlichen Hand. Eine effiziente Nutzbarmachung von Geodaten wird durch Unterschiede bei der Erfassung, Sammlung und Verteilung der Daten in den einzelnen Verwaltungs- und Wirtschaftsbereichen erheblich behindert. Die Unterschiede sind hauptsächlich auf die historisch bedingte dezentrale und föderale Struktur, rechtliche Grenzen sowie auf den ungeordneten Aufwuchs an Datenquellen, Datenerzeugern und Datenbeständen zurückzuführen. Geodaten werden durch eine mangelnde Koordination oft mehrfach erhoben, andererseits bleiben vorhandene Datenquellen vielfach ungenutzt. Hieraus erwachsen insbesondere
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 13
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Probleme der Datenverfügbarkeit und des Datenzugriffs, des Datenaustauschs und der Kompatibilität. Auch die unterschiedliche Entgeltpolitik auf Bundesseite erschwert die Datennutzung, denn in Deutschland gibt es keine bundes- oder ländereinheitlichen Preise. Die Ursachen und Probleme werden zudem durch die mangelnde Transparenz der verfügbaren Geodaten und ihrer Beschreibung (Metadaten) verstärkt. Um das Ziel, einen besseren Umgang mit Geodaten zu erreichen, sollte der Zugang dazu, durch eine verbesserte Koordinierung sowie Ausschöpfung der Möglichkeiten der modernen Informationstechnologie für Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und den Bürger wesentlich erleichtert werden.
All diese Probleme stehen im Zusammenhang mit der Forderung nach einer besseren Geodateninfrastruktur. Als Geodateninfrastruktur (GDI) werden die technologischen und organisatorischen Maßnahmen und Einrichtungen sowie die begleitenden politischen Entscheidungen verstanden, die sicherstellen, dass Methoden, Technologien, Daten, Standards, finanzielle und personelle Ressourcen zur Gewinnung und Anwendung von Geoinformationen zur Verfügung stehen. Eine Geodateninfrastruktur bietet durch den leichteren Zugriff auf Geodaten, die Möglichkeit einer offenen Kommunikationsplattform, mit der eine von Insellösungen geprägte Nutzung der Geodaten verbessert werden kann [UNI ROSTOCK, 2008].
Die Notwendigkeit einer GDI wird durch die immer komplexer werdenden gegenseitigen Abhängigkeiten der Geoinformationen besonders deutlich und ihr Aufbau durch die heute verbesserten technischen Möglichkeiten erleichtert. Kernelemente einer Geodateninfrastruktur sind die Geodaten und deren Metadaten. Im Einzelnen besteht sie aus Geobasisdaten und Geofachdaten, welche auf Geodatenservern abgelegt sind, standardisierten Diensten, die den Zugriff und die Bearbeitung der Geodaten ermöglichen und Geoportalen, die entsprechende Benutzerschnittstellen zur Verfügung stellen. Die ISO 19100 Reihe sowie die vom Open Geospatial Consortium (OGC) veröffentlichten Implementierungsspezifikationen spielen in diesem Zusammenhang eine tragende Rolle [UNI ROSTOCK, 2008].
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 14
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Geodateninfrastrukturen werden über das Internet auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene genutzt. Auch auf Instituts- oder Firmenebene (Intranet) finden sie ihre Verwendung.
Über eine GDI werden Geodaten zentral verwaltet und für einen applikationsübergreifenden Zugriff Projekte erfordern den Zugriff auf entfernte Datenquellen, was heute vielfach durch die Verwendung lokaler Kopien erfolgt. Die daraus resultierende redundante Datenhaltung kann zu inkonsistenten Datenbeständen führen. Für diese Probleme bietet eine darauf ausgerichtete GDI, wie in der Abbildung 1 beispielhaft gezeigt wird, Lösungen an, indem ein fachübergreifender Zugang zu allen verfügbaren Geodaten, welche ansonsten getrennt bei den einzelnen Institutionen vorliegen, ermöglicht wird.
Zahlreiche Initiativen zum Aufbau solcher Geodateninfrastrukturen entstehen durch staatliche, aber auch private Einrichtungen. Unterschiedliche Akteure beschäftigen sich mit dem „Aufbau von Geodateninfrastrukturen”. In Nordrhein-Westfalen gibt es die Initiative GDI NRW, an der sich neben verschiedenen Landesbehörden, wissenschaftliche Einrichtungen und private Unternehmen
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 15
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
beteiligen. Auf Bundesebene wurde auf der 7. Sitzung des IMAGI am 10.10.2001 ein Positionspapier zur Strategie für den Aufbau einer Geodateninfrastruktur Deutschland beraten. Auf europäischer Ebene, zumindest in Bezug auf den Umweltbereich, wurde das INSPIRE (INfrastructure for SPatial InfoRmation in Europe initiative) und international GSDI (Global Spatial Data Infrastructure) initiiert.
2.2 INSPIRE
Die Schwierigkeiten und Hemmnisse in der Datennutzung und die sich daraus ergebenden nachteiligen Effekte der Geodateninfrastrukturen wurden auf europäischer Ebene erkannt. Am 23.7.2004 hat die Europäische Kommission einen ersten Richtlinienentwurf „zur Schaffung einer Raumdateninfrastruktur in der Gemeinschaft“ angenommen. Im November 2006 einigten sich Vertreter des Europäischen Parlaments (EP), des Europäischen Rates und der EU-Kommission (EC) auf einen Kompromiss für die Regelungen von INSPIRE. Die „Richtlinie 2007/2/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft (INSPIRE)“ trat dann am 15. Mai 2007 in Kraft und hat das Ziel, Geoinformationen aus den Behörden der Mitgliedstaaten unter einheitlichen Bedingungen EU-Gremien, Bürgern, Wirtschaft und Wissenschaft zugänglich zu machen.
Mit der Gesetzgebungsinitiative INSPIRE soll die europaweite Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von Geobasis und Geofachdaten verbessert und damit eine Basis für die Geodateninfrastrukturen geschaffen werden. Der Themenbereich „Umwelt“ steht dabei im Vordergrund. Im Annex des Entwurfes der INSPIRE - Richtlinie werden deshalb neben Geobasisdaten eine Reihe von Umweltthemen aufgelistet, für die Geofachdaten bereitgestellt werden müssen. INSPIRE ist auf die 34 Themenfelder begrenzt, die in den drei Anhängen zur Richtlinie aufgeführt sind (Tab. 1) [GDI-DE, 2008].
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 16
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Tab. 1: Die in den Anhängen von INSPIRE aufgeführten Themenfelder (Quelle: GDI-DE, 2008)
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 17
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Zwei wesentliche Ziele des INSPIRE - Prozesses sind die Verwendbarkeit der harmonisierten Raumdateninfrastrukturen über die gesamte administrative Bandbreite (europäische, nationale, regionale und lokale Ebene) hinweg und die Einrichtung von Recherchemöglichkeiten sicherstellen. Die Durchführungsbestimmungen zur Harmonisierung der definierten Raumdatenthemen und der Vereinbarung für den Austausch von Raumdaten sind zwei bis fünf Jahre (abhängig von einer Kategorisierung der Raumdatenthemen in Anhang I - III des Richtlinienentwurfs) nach Inkrafttreten der Harmonisierungen haben innerhalb weiterer zwei Jahren zu erfolgen. Durch die Gesetzesinitiative wird kein Programm zur Erfassung neuer Geodaten in den Mitgliedstaaten geschaffen, INSPIRE stellt aber eine wichtige Weichenstellung für die Dokumentierung der vorhandenen Geodaten und die Optimierung der Nutzung bereits verfügbarer Daten dar. Dafür werden Dienste (Web Services) festgelegt, die Geodaten besser zugänglich und interoperabel machen und es wird versucht die Probleme bei der Nutzung von Geodaten zu lösen. INSPIRE kann somit den Weg zu einer stufenweisen Harmonisierung von Geodaten in den Mitgliedstaaten ebnen.
Die Durchführungsbestimmungen der INSPIRE Richtlinie wurden seit Herbst 2005 in kleinen Teams von Fachleuten in Absprache mit interessierten Organisationen und Interessensgruppierungen, den LMO’s (Legally Mandated Organisations) und SDIC’s (Spatial Data Interest Communities), erstellt. Bei der Bereitstellung der umweltbezogenen Daten werden alle Ebenen der Verwaltung in Deutschland (Bund, Länder, Kommunen) gefordert sein. Technisch strebt INSPIRE die Interoperabilität von Geodaten an, d.h. die sektor- und grenzüberschreitende Austauschbarkeit Datensätze. Dieses Ziel soll unter anderem mit Zugangs- und Visualisierungsdiensten, welche die Daten kapseln und standardisierte Schnittstellen bereitstellen, erreicht werden. Datenkataloge, die Informationen über den Inhalt, die Nutzbarkeit und die Zugangsmodalitäten von Daten und Diensten enthalten, bilden eine zentrale Komponente dieser Infrastruktur.
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 18
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Der Zeitplan für die Verabschiedung der Durchführungsbestimmungen sowie für die Bereitstellung der Metadaten und der Geodaten nach Inkrafttreten der INSPIRE - Richtlinie am 15. Mai 2007 ergibt sich aus der Abbildung 2.
Rechtliche Umsetzung von INSPIRE in Deutschland
Innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten der INSPIRE - Richtlinie, also spätestens am 15.5.2009 soll die Umsetzung in nationales Recht innerhalb der Mitgliedsstaaten erfolgen. Die rechtliche Umsetzung in Deutschland bedeutet aufgrund der föderalen Struktur, eine rechtliche Umsetzung sowohl auf Ebene des Bundes als auch innerhalb der sechzehn Bundesländer. Mit den Vorbereitungen befassen sich zurzeit der Bund und alle Bundesländer.
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 19
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über den derzeitigen Kenntnisstand der geplanten rechtlichen Umsetzung in Deutschland [GDI-DE, 2008].
Tab. 2: Derzeitiger Kenntnisstand (Juli 2008) der geplanten rechtlichen Umsetzung in Deutschland (Quelle: GDI-DE, 2008)
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 20
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
2.3 Aufbau einer GDI in Deutschland
Bereits Mitte der neunziger Jahre erkannte die Bundesregierung, dass der Nutzen von Geoinformationen hinter den potentiellen Möglichkeiten zurücksteht. Durch die föderalistische Struktur Deutschlands werden Geobasisdaten nicht zentral, sondern innerhalb der sechzehn Bundesländer erfasst und verwaltet. Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) hat die Aufgabe, diese Datensätze zu sammeln, zu überprüfen, zu harmonisieren und der Bundesverwaltung sowie Dritten zur Verfügung zu stellen. Mit dem Aufbau der Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) wird das Ziel verfolgt, Geodaten verschiedener Fachverwaltungen zugänglich zu machen und die Mehrfachnutzung von Geodaten nachhaltig und effektiv zu fördern. Auf der Grundlage moderner webbasierter Technologien und Standards ist GDI-DE ein elementarer Beitrag für das eGovernment in Deutschland. Die Verwaltung wird in die Lage versetzt, den ständig wachsenden Aufgaben und Herausforderungen mit Hilfe interoperabler Geodaten effektiv zu begegnen.
Kernbestandteil der GDI-DE ist die Nationale Geodatenbasis (NGDB). In der NGDB sind die Geobasisdaten (GBD), Geofachdaten (GFD) und Metadaten (MD) enthalten, die für die Erledigung öffentlicher Aufgaben notwendig sind. Mit Hilfe der NDGB, eines Geoinformationsnetzwerkes und standardisierter Geo-Dienste schafft die GDI-DE Voraussetzungen um verwaltungsübergreifend Daten für Verwaltung, Wirtschaft und Bürger anzubieten. Dienste sind eine Teilkomponente der GDI-DE und ermöglichen den interoperablen Datenaustausch. Sie werden einzeln je nach Bedarf oder in einem Geoportal mit mehreren Funktionen bereitgestellt, z.B. für die Datensuche oder die Visualisierung.
Umweltinformationen und Umweltdaten
Die deutsche Umweltverwaltung kann bei der Umsetzung von INSPIRE zum Teil auf eine bereits bestehende Informationsinfrastruktur zurückgreifen. Seit
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 21
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Mitte der neunziger Jahre betreiben die Umweltverwaltungen des Bundes und der Länder gemeinsam den Umweltdatenkatalog (UDK). Mit dessen Hilfe werden die Umweltdaten (räumliche ebenso wie nicht-räumliche) der Bundes-und Landesbehörden katalogisiert. Im Jahr 2000 wurde die Infrastruktur durch das Umweltinformationsnetz Deutschland GEIN (German Environmental Information Network) erweitert. Über dieses Internet-Portal wurde einer breiten Öffentlichkeit der Zugang zu Umweltinformationen und Umweltdaten, die auf verschiedene öffentliche Einrichtungen verteilt waren, erleichtert. Seit Januar 2003 werden GEIN und UDK gemeinsam verwaltet und ab Juni 2006 auch technisch zusammengeführt. Das Ziel war es, umfassende Informationen über die Umwelt verfügbar zu machen und das stark anwachsende, dezentrale Angebot an Umweltinformationen der öffentlichen Verwaltung im Internet unter einem gemeinsamen Dach, dem Umweltportal Deutschland, anzubieten. Grundlage sind die Anforderungen aus dem „Übereinkommen über den Zugang zu Informationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren und den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten“ (Arhus-Konvention), der „Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über den Zugang der Öffentlichkeit zu Umweltinformationen“ und den Umweltinformationsgesetzen (UIG) des Bundes und der Länder.
IMAGI
Gemeinsam mit den Ländern und Kommunalen Spitzenverbänden ist der Bund am Aufbau der Geodateninfrastruktur Deutschland beteiligt. Die Bundesregierung hat die Wichtigkeit von Geoinformationen erkannt und 1998 mit der Einrichtung Geoinformationswesen (IMAGI) organisatorisch die Voraussetzung für den Aufbau einer gemeinsamen Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) geschaffen. Der interministerielle Ausschuss für Geoinformationswesen hatte die Aufgabe unter der Federführung des BMI (Bundesministerium des Innern), den Aufbau des Geoinformationswesens innerhalb Deutschlands zu koordinieren. Weitere Mitglieder sind das BK, BMWl, BMF, BMVg, BMBF, BMV,
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 22
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
BMU, BML und BMBau. Das Ziel war die Konzeption eines effizienten Datenmanagements für Geodaten auf Bundesebene (Straffung der Verantwortlichkeiten, ressortübergreifende Informationssystem, verbesserter Zugang für Wirtschaft, Ausweisung von Forschungs- und Innovationsbedarf) als prioritäre Aufgabe zu entwickeln. Die Geodatenportale von Bund, Ländern und Kommunen sollten auf der Grundlage internationaler Normungs- und Standardisierungskonzeptionen vernetzt und interoperable Geodaten aus dezentralen Quellen nutzerfreundlich kombiniert und verknüpft werden können. Die Bund-/Länder - Abstimmung über Kompatibilität, Entgeltfragen und ähnliche Fragen sollte intensiviert, die Öffentlichkeitsarbeit (Verständnis- und Bewusstseinsweckung zur Bedeutung von Geoinformationen und ihrer Nutzungsbreite) sowie die Prüfung von Marketing-Elementen für die Vermarktung öffentlicher Daten verbessert werden.
Zur Verwirklichung der Geodateninfrastruktur Deutschland entwickelte der IMAGI ein „3-Stufen-Konzept“, welches sich in die folgenden drei Abschnitte unterteilen lässt:
-Transparenz der Metainformationssystemen)
-Harmonisierung der Geodaten (einheitliche Normen und Standards)
-Zugang zu Geodaten (Implementierung eines benutzerfreundlichen Internetportals) [BERNARD et al., 2005] .
Bei der Realisierung der einzelnen Stufen legt der IMAGI besonderen Wert auf die Verwendung der maßgeblichen Standards von OGC und ISO, um die GDI-DE in die Europäische Geodateninfrastruktur integrieren zu können.
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 23
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Seit 1998 wurden im Auftrag des IMAGI verschiedene Maßnahmen für den Aufbau der GDI-DE eingeleitet. Auszugsweise werden hier einige wichtige Meilensteine genannt:
-Verabschiedung der Geodatenmanagement des Bundes" als strategische Grundlage für den Aufbau der GDI-DE (2001)
-Aufbau und Betrieb des standardisierten Geodatenkatalogs (ehemals GeoMIS.Bund) und GeoPortal.Bund als zentrales Internetportal für die GDI-DE (2003)
-Verabschiedung von "Musterbedingungen für die Abgabe von Geodaten des Bundes" zur Vereinheitlichung der Abgabepolitik von Geodaten des Bundes (2006)
-Erarbeitung eines Architekturkonzept GDI-DE im Rahmen des eGovernment in Deutschland, gemeinsam Spitzenverbänden (2007)
-Verabschiedung eines Kriterienkatalogs für den Aufbau und die Bereitstellung der Nationalen Geodatenbasis (NGDB) aus Bundessicht mit Implentierungsplan (2007)
Im Zusammenhang mit der INSPIRE - Richtlinie wurde auf der 15. Sitzung des IMAGI über die Einbettung des IMAGI in nationale und internationale Vorhaben Deutschlands beraten und festgestellt, dass für die zeitnahe Umsetzung der INSPIRE - Richtlinie finanzielle und personelle Ressourcen zusätzlich erforderlich werden. Im Mai 2008 wurde IMAGI beauftragt die Umsetzung des INSPIRE - Meilensteinplans zu überwachen [GDI-DE, 2008].
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 24
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
3 Metadaten
3.1 Metadaten und ihr Nutzen
Metadaten sind Daten über Daten, die in einer Vielzahl von Anwendungsgebieten genutzt werden, um die Zugänglichkeit und Nutzungsmöglichkeiten von Daten, Dokumenten und Objekten zu ermöglichen. Ziel des Einsatzes von Metadaten ist es, zusätzlich einheitliches Wissen zu übergeordneten Zusammenhängen von Datensätzen zu schaffen. Wichtige Metadatenkriterien betreffen die Datenqualität, die Datenquelle, die zugrunde liegende Erfassungs- und Auswertemethoden und Angaben zu Möglichkeiten der Weiterverarbeitung oder des Zugriffs [BOLLMANN & KOCH, 2001].
Die richtige Verwertung von Metadaten ist einer der wichtigsten Punkte bei der Konzeption einer Geodateninfrastruktur. Erst die Beschreibung seines Kontexts anhand von Metainformationen lässt einen Geodatensatz zu einer wertvollen Geoinformationsressource werden. Ein Datensatz verliert ohne diese Dokumentation an Wert und kann unter Umständen unbrauchbar werden. Gut dokumentierte Daten bieten hingegen erhebliche Vorteile: Metadaten sichern den Fortbestand des Datensatzes über längere Zeiträume, erleichtern die Auffindung und Beurteilung seines Potentials, verhindern redundante Datenhaltung und sichern die Qualität von daraus resultierenden Endprodukten.
Die Verwendung von Metadaten ist nicht neu und findet schon lange Einsatz in Recherchesystemen wie Bibliothekskatalogen oder als Kartenrandangaben in Form von Legenden. Der Umgang mit digitalen Datensätzen erweitert diesen klassischen Ansatz der Lokalisierung und Erläuterung um weitere Aspekte. Während die Anwendung von Kartenmaterial eine gewisse intuitive Herangehensweise erlaubt und Metainformationen zu einem weiterführenden
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 25
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Verständnis herangezogen werden, müssen bei einem digitalen Format auch Vereinbarungen definieret werden, um eine Nutzbarmachung der beinhalteten Daten überhaupt zu ermöglichen.
Im Zusammenhang mit Geodaten haben Metadaten folgenden Nutzen:
-Kataloginformationen notwendig zur Strukturierung / Pflege eigener Datenbestände
-Informationen über Geodatenbeständen können anhand von Qualitätsindikatoren schnell eingesehen werden
-Fortführung und Aktualisierung der Geodaten wird vereinfacht.
aufwändige Mehrfacherfassung und redundante Datenhaltung wird vermieden
schneller und effizienter Zugriff auf Geodaten verschiedener Quellen wird ermöglicht, da sämtliche Datensätze einheitlich aufgeführt werden
3.2 Normung Metadaten
Um die Suche nach Daten in verschiedenen Metainformationssystemen und den Austausch von Metadaten zu erleichtern, ist ein genormtes Metadatenmodell erforderlich. Dies bietet den großen Vorteil auf beliebige Geodatenportalen zugreifen zu können. Auf internationaler Ebene bestehen seit längeren Bestrebungen zur Normung und Standardisierung von Metadaten [KOGIS, 2004].
Normen für interoperable Metadaten haben die Aufgabe, Metadaten aus unterschiedlichen Quellen nutzbar zu machen. Sie bieten den Vorteil der Kompatibilität der Systeme d.h. ihrer nahtlosen Zusammenarbeit. Ein Vergleich der Geodatenbestände wird durch deren einheitliche Beschreibung erleichtert. Darüber hinaus macht die Normung, Metadaten für Geodaten-Suchmaschinen
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 26
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
zugänglich. Metadaten für Geoinformationssysteme enthalten unter anderem Angaben über:
-Format (z.B. Raster oder Vector)
-Themengruppen / Fachbereich
-Koordinatensystem
-Qualität der Daten
-Ansprechpartner
-Aktualität und Aktualisierungsrhythmus
Um die Organisation von Metadatenbeständen zu vereinheitlichen und so die Nutzung der Daten zu erleichtern, gibt es von verschiedenen Organisationen auf nationaler und internationaler Ebene eine Reihe von Datenformaten und Standardisierungen für Metadaten. In Deutschland werden die Normen vom Deutschen Institut für Normung (DIN) erstellt. Das zuständige nationale Arbeitsgremium für den Bereich Geoinformatik ist der Normungsausschuss Kartographie und Geoinformation [NABau, 2008].
3.3 Metadatenstandards
In den internationalen Normierungsgremien wurden auch Metadatenschemen erarbeitet, die ein detailliertes Schema für die Inhalte von Metadaten vorgeben [BOLLMANN & KOCH, 2001]. Ein Metadatenschema definiert, mit welchen Attributen die Daten beschrieben werden. Das Modell ist in der Regel stark Kontext abhängig, was dazu führt, dass für jedes System eigene Schemata festgelegt werden müssten, wodurch jedoch ein Datenaustausch mit anderen Systemen erheblich erschwert wird. Um die Kompatibilität von Informationssystemen zu wahren, sollten bei der Entwicklung von Metadatenmodellen die vorhandenen Metadatenstandards beachtet werden. Im Bereich der Geodaten gibt es eine Reihe von Standardisierungen von Metadaten die sich durch Allgemeingültigkeit, Widerverwendbarkeit,
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 27
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
Austauschmöglichkeit der Metadaten, Erweiterbarkeit sowie einfache Nutzbarkeit auszeichnen.
Im Folgenden wird auf vier Metadatenstandards näher eingegangen. Diese wurden von der Dublin Core Metadata Initiative, vom Federal Geographic Data Comitee, USA, vom Technischen Komitee CEN/TC 287 „Geoinformation“ und vom OpenGIS Konsortium erstellt.
3.3.1 Dublin Core
Dublin Core ist ein simples und standardisiertes Metadatenformat zur Beschreibung von Dokumenten und anderen Objekten im Internet. Es wird seit 1995 von einer internationalen Expertengruppe entwickelt und besteht in seiner einfachen Version als „Dublin Core Metadata Element Set“ aus 15 Elementen zur Ressourcenbeschreibung. Alle Felder sind optional und können auch mehrfach vorkommen: 1. Title 2. Creator 3. Subject 4. Description 5. Publisher
6. Contributor 7. Date 8. Type 9. Format 10. Identifier 11. Source 12. Language 13. Relation 14. Coverage 15. Rights Autoren von Webressourcen sollten durch das Dublin Core - Metadatenschema in die Lage versetzt werden, ihre Ressourcen so zu beschreiben, dass sie etwa von stichwortbasierten Suchmaschinen gefunden werden können. Da das Schema schnell die Aufmerksamkeit von Bibliotheken, Museen usw. auf sich zog, entwickelte sich aus dieser Initiative ein internationales Übereinkommen über eine Kernmenge von Metadaten [DCMI, 2006].
3.3.2 FGDC
Das Federal Geographic Data Comitee (FGDC) ist eine Vereinigung öffentlicher Institutionen das 1990 gegründet wurde, um die Erfassung, Verwaltung und Verwendung von raumbezogenen Daten durch die U.S. Bundesbehörden zu
Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten 28
in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
______________________________________________________________________
koordinieren. Das Ziel war die Schaffung von Standards für Metadaten zu entwickeln, sowie den Aufbau und die Nutzung von Geodatensammlungen effizienter zu gestalten.
Die FGDC war die erste Organisation, die einen verbindlichen Metadatenstandard herausbrachte, den „Content Standard for Digital Geospatial Metadata“. Dieser Standard wurde am 8. Juni 1994 nach zweijähriger Entstehung verabschiedet und legt genau die Inhalte für Metadaten fest, die zu räumlichen Daten erhoben werden müssen und wird seit Anfang 1995 von allen bundesstaatlichen Stellen der USA verwendet [BOLLMANN & KOCH, 2001].
Der Standard umfasst für die Beschreibung von Geodaten einen Katalog von über 300 Metadatendeskriptoren. Eine nennenswerte Erweiterung des FGDC -Standards wurde von dem Unternehmen ESRI entwickelt (ESRI Profile of the Content Standard for Digital Geospatial Metadata). Durch die weit verbreitete Nutzung der ESRI - Software basieren viele existierende Metadatensätze auf dem Standard des FGDC.
3.3.3 Technische Komitee CEN/TC 287
Die Europäische Vornorm „ENV 12657“, herausgebracht vom Technischen Komitee CEN/TC 287, stellt ein konzeptionelles Schema für Metadaten auf. Eine Vornorm ist das Ergebnis einer Normungsarbeit, das wegen bestimmter Vorbehalte zum Inhalt oder wegen des gegenüber einer Norm abweichenden Aufstellungsverfahrens von der DIN nicht als Norm herausgegeben wird. Beim „ENV 12657“ werden diejenigen Daten spezifiziert, welche zur Beschreibung eines Geodatensatzes obligatorisch sind. Diese umfassen Daten über den Inhalt, die Darstellung, die Ausdehnung (sowohl räumlich als auch zeitlich), den räumlichen Bezug, die Qualität und die Verwaltung eines Geodatensatzes. Des Weiteren wird der Mindestsatz von Metadaten, das sind jene Daten, welche für die Beschreibung von Geodatensätzen obligatorisch sind, bestimmt. Diese Vornorm enthält neben den Definitionen der Metadaten für die Beschreibung
Quote paper:
Bachelor of Science in Geography Stefan Blanaru, 2008, Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 35 Pages
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 15 Pages
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 20 Pages
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Termpaper, 14 Pages
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Script, 46 Pages
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 39 Pages
Stefan B.'s text Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie is now available as a printed book
Stefan B. has published the text Entwicklung einer webbasierten Metadatenbank für raumbezogene Daten in Anlehnung an die INSPIRE - Richtlinie
Stefan B. has uploaded a new text
Web Database Applications with PHP and MySQL
Building Effective Database-Dr...
Hugh E. Williams, David Lane
Problem - Design - Solution
Mike Buzzard, Chris Lea, Jessey White-Cinis, Dilip Thomas
0 comments