Inhaltsverzeichnis
1 Bedingungsanalyse 3
1.1 Schulsituation. 3
1.2 Situation der Lerngruppe. 3
2 Begründung des Themas 5
2.1 Lernbereichsplanung. 5
2.2 Sachanalyse 7
2.2.1 Korinth 7
2.2.2 Paulus und die korinthische Gemeinde. 8
2.2.3 Das Doppelgebot der Liebe und das Hohelied der Liebe. 11
3 Didaktische Analyse 12
3.1 Beitrag des Faches evangelische Religion zur allgemeinen Bildung 12
3.2 Richtziele - Jahrgangsstufe 9 13
3.3 Grobziele der Unterrichtseinheit. 13
3.4 Teilziele der einzelnen Stunden 13
3.5 Feinziele der Unterrichtsstunde 14
4 Problemorientierung 15
4.1 Lernvoraussetzungen der Schüler im Bezug zum Thema. 15
4.2 Entwicklungspsychologische Voraussetzungen. 16
4.3 Methodisches Vorgehen 18
4.3.1 Motivation 18
4.3.2 Hinführung und Zielorientierung. 19
4.3.3 Erarbeitung 19
4.3.4 Präsentation. 21
4.3.5 Ergebnissicherung 22
5 Unterrichtsverlauf 23
6 Literaturverzeichnis 24
2
1 Bedingungsanalyse
1.1 Schulsituation
Der Religionsunterricht findet von der Klasse 5-8 zweistündig und von der Klassenstufe 9 und 10 einstündig statt. Bei der Klasse 9 handelt es sich mittwochs um die erste Unterrichts-stunde.
Das „Religionszimmer“ ist relativ klein. Dies ist jedoch von Vorteil, da die Religionsgruppen nicht sehr groß sind. Die räumliche Situation lässt die Verwendung der gängigsten Sozialformen und Unterrichtsmethoden zu, so ist der Raum z.B. groß genug, um Arbeiten in Kleingruppen zu ermöglichen, ohne dass diese sich gegenseitig stören. Aufgrund der niedrigen Schülerzahl sind zahlreiche Bänke und Stühle unbesetzt, die zu offeneren Arbeitsformen genutzt werden können. So können Tische bzw. Sitzkreise bereits vor der Stunde arrangiert werden, ohne den Schülern ihren „Platz“ wegzunehmen.
Negativ ist jedoch die Anordnung der Tische. So ist die Aufteilung der Schüler sehr ausein-ander gezogen, sodass man Schwierigkeiten hat immer alle Schüler im Blick zu haben. Außerdem befindet sich ein Waschbecken im Zimmer, sodass auch kreative Arbeiten durchgeführt werden können, ohne das Zimmer zu verlassen. Weiterhin sind verschiedene Medien, wie Tafel, Overheadprojektor, Rekorder etc. vorhanden. Die großen Wandflächen bieten sich außerdem für kreative Arbeiten von Schülern an.
Für den Religionsunterricht steht als Klassensatz lediglich das Lehrbuch „Das neue Kursbuch Religion 9/10“ des Calwer/Diesterweg Verlags aus dem Jahr 1988 zur Verfügung, das kaum Inhalte des neuen Lehrplans thematisiert. Außerdem steht eine ausreichende Anzahl Bibeln (Luthertext) zur Verfügung.
1.2 Situation der Lerngruppe
Die Religionsgruppe der Jahrgangsstufe 9 unterrichte ich seit Beginn des Schuljahres. Die Schüler der Klasse 9a unterrichte ich seit dem vorigen Schuljahr auch in Deutsch, die Schüler der Klasse 9b kenne ich erst seit diesem Schuljahr.
Die Lerngruppe besteht aus zwölf Schülern aus den zwei Parallelklassen der 9. Jahrgangsstufe. Es handelt sich um vier Mädchen und acht Jungen. Dabei handelt es sich um zehn Real-und zwei Hauptschüler. Einer der Hauptschüler, R, besucht erst seit diesem Schuljahr die Schule und ist neu hinzugekommen.
Die kleine Gruppe ist von Vorteil, da so die Möglichkeit besteht auf jeden Schüler individuell einzugehen.
Der einstündige Unterricht findet mittwochs in der zweiten Unterrichtsstunde von 7.55-8.40 Uhr statt. Dabei handelt es sich für die Schüler um die erste Unterrichtsstunde. Dadurch sind sie sehr gut aufnahmefähig und motiviert.
Die Schüler sind sehr motiviert und haben eine positive Arbeitseinstellung. Sie sind sehr interessiert, wissbegierig und stellen gute Nachfragen. Das Leistungsvermögen ist überdurchschnittlich. Gestellte Aufgaben werden schnell und den Anforderungen entsprechend erledigt. Die Schüler sind für verschiedene Methoden offen und arbeiten besonders in Gruppen effektiv. Außerdem habe ich festgestellt, dass sie sehr selbstständig arbeiten können. Lediglich die beiden Hauptschüler S und R haben bei einzelnen Ansätzen Schwierigkeiten. Aufgaben, die auf Fakten beruhen, machen ihnen keine Probleme. Die beiden haben jedoch Schwierigkeiten eigene Emotionen und Einstellungen vor den anderen zu äußern und halten sich hier gerne zurück.
Das Engagement der Schüler bezieht sich jedoch bei der Hälfte der Schüler nur auf den Unterricht selbst. So bereiten sich zu Hause kaum für den Unterricht vor. Dies betrifft das Erledigen von Hausaufgaben und das Lernen für Leistungsüberprüfungen. So werden diese Schüler trotz guter Voraussetzungen nur ausreichende Leistungen auf dem Endjahreszeugnis erhalten. Das Sozialverhalten der Gruppe ist im Großen und Ganzen gut. Bei Gruppenarbeiten können fast alle miteinander arbeiten. Es gibt lediglich zwischen N und E Probleme, die einmal Freundinnen waren und sich seit Beginn des Schuljahres zerstritten haben. Bei diesen beiden ist Mobbing mit im Spiel, was N psychisch und physisch belastet. Aus diesem Grund sind ihre Leistungen schlechter geworden und sie nimmt aufgrund von „Krankheiten“ immer weniger am Unterricht teil.
Auffällig ist weiterhin J. Im ersten Halbjahr nahm sie aufgrund von „Krankheit“ kaum am Unterricht teil. Auffällig war, dass sie vor allem fehlte, wenn eine Leistungsüberprüfung an-stand. Seit Beginn des zweiten Halbjahres ist sie regelmäßig anwesend, stärt jedoch bewusst den Unterricht, da sie zu Beginn des Schuljahres zum Ethikunterricht wechseln wollte, was jedoch von der Schulleitung abgelehnt wurde. Aus diesem Grund ist sie eher negativ eingestellt und bringt Unruhe in die Gruppe. Obwohl sie versucht das Arbeiten zu stören hat sie damit weniger Erfolge. So wenden sich die anderen Schüler von ihr ab und lassen sich nicht ablenken.
Die religiöse Sozialisation der Schüler ist unterschiedlich. Die beiden russischen Mädchen N und E sind katholisch erzogen worden und stehen zu ihrem Glauben. E hat außerdem ein sehr gutes biblisches Grundwissen. Die anderen Schüler haben angegeben, dass sie evangelisch sind und im letzten Jahr konformiert wurden. Trotzdem gibt es hier unterschiedliche Auffassungen. M ist kirchlich sehr engagiert und eingebunden. Er besucht regelmäßig die Junge
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Gemeinde und fährt in den Ferien zu Rüstzeiten. Er interessiert sich sehr für den christlichen Glauben und kommt oft mit Fragen in den Unterricht, die ihn die Woche über beschäftigt haben. P und T sind ebenfalls christlich geprägt und stehen zu ihrem Glauben. Bei verschiedenen Aufgaben habe ich festgestellt, dass sie sich bereits viele Gedanken über den christlichen Glauben gemacht haben und bereits viele Dinge übertragen können. Toni zeichnet sich durch ein sehr gutes religiöses Grundwissen aus. So kann er bei vielen Themen Zusatzinformationen einbringen. C, K, S und J sind zwar getauft und konfirmiert, geben aber offen zu, dass sie nicht an Gott glauben. Während Jeannine abweisend reagiert, kann man mit den anderen jedoch gut über ihre Ansichten diskutieren. Vor allem mit S habe ich schon mehrere Gespräche über Religion vs. Wissenschaft geführt und ich glaube auch, dass ich ihn bei bestimmten Sachen zum Nachdenken gebracht habe. Über die religiöse Einstellung der beiden Hauptschüler R und S kann ich kaum Aussagen machen. So hat sich gezeigt, dass sie christliches Grundwissen haben. Sie äußern sich jedoch kaum zu persönlichen Einstellungen. Als Besonderheit ist zu nennen, dass heute Abend Höhenfeuer und morgen Himmelfahrt bzw. Männertag ist. Die Schüler planen schon seit Beginn der Woche ihre Aktivitäten an diesen beiden Tagen. Weiterhin befinden sich die beiden Hauptschüler gerade in der Vorprüfungsphase die letzte Woche begonnen hat und nächste Woche enden wird.
2 Begründung des Themas
2.1 Lernbereichsplanung
Die Unterrichtseinheit: „Den ersten Christen auf der Spur“ ist in den Kontext des Lernbereichs 1: „Die Botschaft der Bibel“ einzuordnen. Der Lernbereich beinhaltet: das „Kennen der Anfänge der christlichen Kirche“, das „Kennen der Bergpredigt und der Feldpredigt in Auszügen“, das „Positionieren zu Aussagen der Bergpredigt“ und das „Kennen verschiedener Deutungen des Geschehens am Kreuz und wichtiger neutestamentarischer Aussagen über Jesu Kreuzigung und Auferstehung“. 1
Da der Unterricht nur einstündig stattfindet, muss eine Auswahl getroffen werden. Ich habe mir für die Behandlung den ersten Themenbereich ausgesucht, da der Bereich der Kirchengeschichte nur sehr wenig thematisiert wird. Während im Geschichtsunterricht kirchengeschichtliche Themen überhaupt nicht vorkommen, werden im Religionsunterricht lediglich die „Ursachen, Umstände und Auswirkungen der Reformation“ 2 in Klasse 8, die „Anfänge der christlichen Gemeinde“ in Klasse 9 und das „Verhältnis von Juden und Christen in Ge-
1 LPMS: Evangelische Religion, S. 20.
2 LP MS: Evangelische Religion, S. 18.
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schichte und Gegenwart“ in Klasse 10 3 verpflichtend in den Lehrplan aufgenommen worden. Ich bin dabei der Auffassung, dass es zum christlichen Grundwissen gehört, zu wissen, wie der eigene Glaube entstanden ist und sich etabliert hat. Des Weiteren kann beim Thema Urchristentum genauso wie bei der Bergpredigt darauf eingegangen werden, was Christsein bedeutet. Genau diese Fragen haben sich nämlich auch die ersten Christen gestellt und für sich antworten gefunden. Bei der Gruppenbildung waren ebenfalls Werte wie Toleranz und Rücksicht von großer Bedeutung.
Aufgrund der thematischen und terminlichen (Ostern) Nähe habe ich die Kreuzesdeutungen bereits in die zuvor behandelte Unterrichtseinheit „Sterben, Tod und Auferstehung“ aus dem Lernbereich 4: „Das eigene Leben und unsere Welt“ 4 einbezogen. Die Vorgaben für die Behandlung der „Anfänge der christlichen Kirche“ sind relativ offen gehalten. Als Empfehlung werden jedoch Paulus, die Missionsreisen, die Urgemeinde, die Christenverfolgung und die Konstantinische Wende genannt.
Die geplante Unterrichtseinheit umfasst insgesamt sieben Unterrichtsstunden und ist in folgende Einzelthemen untergliedert:
1. Stunde: Ein berauschender Neuanfang
2. Stunde: Die Stunde Null - eine einmalige Chance
3. Stunde: Paulus - Weltreisender aus Überzeugung
Mit Liebe auf Kundenfang 4. Stunde:
5. Stunde: Bekennen ohne erkannt zu werden
6. Stunde: Treu bis in den Tod?
7. Stunde: Mit Konstantin kam die Wende
Nachdem ich in der letzten Stunde die Missionsreisen des Paulus im Überblick thematisiert habe, wird in dieser Stunde Paulus Missionstätigkeit am Beispiel der Situation in Korinth in den Mittelpunkt gestellt.
3 LP MS: Evangelische Religion, S. 25.
4 LP MS: Evangelische Religion, S. 22.
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Arbeit zitieren:
Doreen Oelmann, 2008, Unterrichtsstunde: Den ersten Christen auf der Spur, München, GRIN Verlag GmbH
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