"Some determinants of perceived control"
Replikation und Extension der klassischen
Untersuchung von Camille B. Wortman (1975)
Diplomarbeit am Department Psychologie
der Ludwig-Maximilians-Universität München
Von Anke Paulini
Studentin der Psychologie 11. Fachsemester
Danksagung
Hiermit möchte ich mich bei allen bedanken, die mir während der Entstehung dieser Diplomarbeit zur Seite standen.
In erster Linie möchte ich mich bei Herrn Dipl.-Psych. Matthias Spörrle bedanken, der durch seine kompetente und freundschaftliche Betreuung einen großen Beitrag zur Entstehung dieser Arbeit geleistet hat. Von Anbeginn der Themenfindung bis zur Abgabe der Arbeit konnte ich mich stets auf seine Unterstützung verlassen.
Des Weiteren möchte ich mich bei Kerstin Jacobsen für die abschließende Durchsicht meiner Arbeit bedanken.
Ein besonderer Dank kommt auch Hannes Jacobsen zu, der während dieser ganzen Zeit besonders verständnisvoll und rücksichtsvoll mir stets zur Seite stand.
Herzlich bedanken möchte ich mich auch bei Cindy Bönhardt, die mir nicht nur während der Entstehung der Diplomarbeit hilfreiche Anregungen gab, sondern mir auch während des gesamten Studiums immer eine große Stütze war.
Besonders möchte ich auch Marina und Peter, meinen Eltern, für ihre vielfältige Hilfe und Unterstützung danken, sowie Markus Paulini, der bei der fotografischen Dokumentation behilflich war.
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Inhaltsverzeichnis
Tabellen 6
Abbildungen 6
Zusammenfassung und Schlüsselwörter 7
Abstract and keywords 9
Einführung 11
Illusionäre Kontrollwahrnehmung 11
Illusionäre Kontrollwahrnehmung nach Langer 12
Weitere illusionäre Kontrolle bedingende Faktoren 14
Realitätsintrusion 16
Kritik an der bisherigen Forschung 18
Die Studie von Wortman (1975) "Some determinantes of perceived control" 20
Versuchsaufbau und Methode 20
Ergebnisse 22
Gründe für die Replikation und Kritik 22
Irrationale Überzeugungen nach Ellis 24
Definition 24
Der Zusammenhang zwischen irrationalen Überzeugungen und illusionärer Kontrollwahrnehmung 25
Kontrollmotivation nach Burger 27
Definiton 27
Der Zusammenhang zwischen Kontrollmotivation und illusionärer Kontrollwahrnehmung 27
Depression 28
Der Zusammenhang zwischen Depression und illusionärer Kontrollwahrnehmung 28
Depression als Kontrollvariable 29
Ableitung der Hypothesen 30
Methode 31
Stichprobe 31
Versuchsdesign 32
Versuchsablauf 32
Versuchsmaterial 34
Erfassung der Abhängigen Variable 34
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Erfassung der irrationalen Überzeugungen 37
Erfassung der Kontrollmotivation 40
Erfassung der Depression 40
Reihenfolgeversionen 41
Imputation fehlender Werte 42
Ergebnisse 43
Geschlechtsunterschiede 43
Hypothese 1 43
Depression als Mediator des Zusammenhangs von Irrationalität und genereller illusionärer Kontrollwahrnehmung 50
Hypothese 2 51
Hypothese 3 54
Hypothese 4 55
Überprüfung der Auswirkung der Kontrollvariable ,,Gewonnen vs. Verloren" auf die Beantwortung des Fragebogens zur Erfassung illusionärer Kontrollwahrnehmung 58
Einschätzung der ´subjektiven Gewinnwahrscheinlichkeit´ und Irrationalität 58
Diskussion 61
Zusammenfassung der Ergebnisse 61
Verursachung als alleinige Determinante von illusionärer Kontrollwahrnehmung 61
Depression als Mediator des positiven Zusammenhangs von Irrationalität mit illusionärer Kontrollwahrnehmung 62
Zusammenhänge von Kontrollmotivation mit illusionärer Kontrollwahrnehmung 62
Zusammenhänge von Kontrollmotivation mit irrationalen Überzeugungen 63
Zusammenhang von ´Einschätzung der subjektiven Gewinnwahrscheinlichkeit´ mit Irrationalität 63
Interpretation der Ergebnisse und Alternativerklärungen 64
Mögliche Gründe für Verursachung als alleinige Determinante von illusionärer Kontrollwahrnehmung 64
Mögliche Gründe für den positiven Zusammenhang von Depression mit illusionärer Kontrollwahrnehmung 65
Mögliche Gründe für die Zusammenhänge von Kontrollmotivation mit illusionärer Kontrollwahrnehmung 67
Mögliche Gründe für die Zusammenhänge von Kontrollmotivation mit irrationalen Überzeugungen 68
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Mögliche Gründe für den Zusammenhang von ´Einschätzung der subjektiven Gewinnwahrscheinlichkeit´ mit Irrationalität 69
Grenzen der vorliegenden Untersuchung 71
Einschränkungen aufgrund des Gewinnspiels 71
Einschränkungen aufgrund der untersuchten Stichprobe 72
Einschränkungen aufgrund der verwendeten Fragebogeninstrumente 73
Einschränkungen aufgrund der verwendeten statistischen Verfahren 73
Implikationen für künftige Forschung 74
Erfassung illusionärer Kontrollwahrnehmung 74
Erfassung irrationaler Überzeugungen 75
Erforschung des Zusammenhangs zwischen ´Einschätzung der subjektiven Wahrscheinlichkeit´ und Irrationalität 75
Erfassung der auf Verhaltensebene bestehenden Korrelate der illusionären Kontrollwahrnehmung 76
Literaturverzeichnis 78
Internetquelle 82
Anhänge 83
Anhang A:
Deckblatt des gesamten Fragebogens 83
Anhang B:
Skala zur Erfassung der illusionären Kontrollwahrnehmung (SIK) 85
Anhang C:
Skala zur Erfassung der irrationalen Überzeugungen 87
Anhang D:
Skala zur Erfassung der demographischen Daten 92
Anhang E:
Die Items der 12 IRBs mit Faktorenstruktur 94
Anhang F:
Dokumentation des Versuchsablaufs anhand von Fotos 95
Bedingung ,,Verursachung - Vorauswissen" 96
Bedingung ,,Verursachung - kein Vorauswissen" 97
Bedingung ,,keine Verursachung - Vorauswissen" 99
Bedingung ,,keine Verursachung - kein Vorauswissen" 101
Versuchsperson wählt jeweils eine weiße und eine grüne Murmel für die Durchführung des Gewinnspiels aus 103
Versuchspersonen beim Ausfüllen der Fragebögen 104
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Tabellen
Tabelle 1: Die drei Bedingungen der Untersuchung von Wortman (1975) 21
Tabelle 2: Zusammenfassung der hierarchischen Regressionsanalyse zur Vorhersage des Konstrukts ,,generelle illusionäre Kontrollwahrnehmung" anhand der Prädiktoren Verursachung und Vorauswissen, Kontrollmotivation, Irrationalität, Depression. 47
Tabelle 3: Zusammenfassung der hierarchischen Regressionsanalyse zur Vorhersage des Konstrukts ,,generelle illusionäre Kontrollwahrnehmung" anhand der Prädiktoren Verursachung und Vorauswissen, Kontrollmotivation, Irrationalität, Depression mit rangtransformierten Daten 49
Tabelle 4: Darstellung der Korrelationen zwischen genereller illusionärer Kontrollwahrnehmung und Irrationalität (12 IRBs und Six IRBs). 53
Tabelle 5: Darstellung der Korrelationen zwischen den Irrationalitäts- und den Kontrollmotivationskennwerten 57
Abbildungen
Abbildung 1. Veranschaulichung der Modellierung der 3-Faktorenlösung mit einem Faktor 36
Abbildung 2. Veranschaulichung der Modellierung der 3-Faktorenlösung mit einem Faktor 39
Abbildung 3. Ausprägung der ,,generellen illusionären Kontrollwahrnehmung" in
Abhängigkeit von Verursachung vs. keine Verursachung und Vorauswissen vs. kein
Vorauswissen. 44
Abbildung 4. Mediator-Effekt der Depression auf den Zusammenhang zwischen Irrationalität
und illusionärer Kontrollwahrnehmung. 51
Abbildung 5. Graphische Darstellung des jeweiligen Mittelwerts der drei Gruppen für die Six
IRBs 60
Abbildung 6. Graphische Darstellung des jeweiligen Mittelwerts der drei Gruppen für den
Faktor "Demandingness" 60
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Zusammenfassung und Schlüsselwörter
Illusionäre Kontrollwahrnehmung ist ein Phänomen, das in vielen alltäglichen Situationen auftritt. Eine subjektive Wahrnehmung der Kontrollierbarkeit von Situationen, auch wenn diese reell nicht gegeben ist, geht häufig mit psychischem Wohlbefinden einher. Negative Implikationen finden sich hingegen vor allem im Glücksspielbereich, indem illusionäre Kontrollwahrnehmung zu exzessiverem Spielverhalten beiträgt. Um das Phänomen der illusionären Kontrollwahrnehmung für praktische Interventionen wie beispielsweise der Therapie der Spielsucht nutzen zu können, soll diese Untersuchung zum besseren Verständnis der Entstehungsmechanismen illusionärer Kontrollwahrnehmung und deren Korrelate beitragen.
Die vorliegende Arbeit basiert auf der von Wortman 1975 veröffentlichten Untersuchung "Some determinantes of perceived control". Auf diesem klassischen Experiment aufbauend soll der Einfluss der beiden unabhängigen Variablen Verursachung und Vorauswissen auf die erlebte illusionäre Kontrollwahrnehmung untersucht werden. Das Experiment entspricht einem Glücksspiel, bei dem aus einem Beutel eine von zwei farblich verschiedenen Murmeln gezogen wird. Laut Wortman nimmt eine Person mehr Kontrolle über das erzielte Ergebnis wahr, wenn sie die Murmel selbst zieht und vorher weiß, welche Murmel gewinnt. In der vorliegenden Untersuchung werden alle drei experimentellen Bedingungen von Wortman repliziert: a) ,,Verursachung - Vorauswissen ", b) ,,Verursachung - kein Vorauswissen", c) ,,keine Verursachung - Vorauswissen" und zusätzlich um die aus einer vollständigen experimentellen Kreuzung resultierenden vierten Bedingung, d) ,,keine Verursachung - kein Vorauswissen", ergänzt. Zur Erfassung der illusionären Kontrollwahrnehmung wurde im Rahmen dieser Untersuchung ein Fragebogeninstrument entwickelt. Entgegen der Hypothese und den Befunden von Wortman zeigte sich in der vorliegenden Studie, dass Vorauswissen keinen Einfluss auf die Entstehung illusionärer Kontrollwahrnehmung hat. Verursachung allein führt hier zu einer verstärkten Wahrnehmung von Kontrolle und nicht wie bei Wortman die Interaktion aus Verursachung und Vorauswissen.
Zusätzlich wird der Zusammenhang von illusionärer Kontrollwahrnehmung mit irrationalen Überzeugungen, mit Kontrollmotivation sowie mit Depression untersucht. Aus den Ergebnissen wird ersichtlich, dass illusionäre Kontrollwahrnehmung und irrationale Überzeugungen in Zusammenhang stehen, jedoch wird dieser Zusammenhang durch die Depressivität mediiert. Zudem geht eine starke Ausprägung von irrationalen Überzeugungen mit hohen Werten auf der Depressionsskala einher, was wiederum mit einer starken
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Ausprägung der illusionären Kontrollwahrnehmung verbunden ist. Für Kontrollmotivation ließ sich weder mit illusionärer Kontrollwahrnehmung noch mit Irrationalität ein positiver, systematischer Zusammenhang finden. Ein erwarteter positiver Zusammenhang zeigte sich für Irrationalität nur vereinzelt auf Ebene der Skalensubdimensionen und für illusionäre Kontrollwahrnehmung allein in Abhängigkeit der beiden experimentellen Bedingungen mit Vorauswissen. Ansonsten ging eine hohe Kontrollmotivation mit geringer illusionärer Kontrollwahrnehmung sowie mit geringer Ausprägung der irrationalen Überzeugungen einher.
Schlüsselwörter: Illusionäre Kontrollwahrnehmung, irrationale Überzeugungen, Kontrollmotivation, Depression
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Abstract and keywords
Illusion of control is a phenomena that appears in many daily situations. A subjective perception of the controlability of specific situations, although it is in reality not given, is often accompanied by psycological wellbeing. On the other side negative implications of illusion of control are often found in connection with gambling, where illusion of control contributes to more excessive gambling behaviour. In order to enable the phenomena of illusion of control for a usage of practical intervention, as for example ediction-to-gamblingtherapies, this research aims at deeper understandig of the mechanisims responsible for the development of illusion of control and its correlates.
The present work is based on a research, published by Wortman in 1975: "Some determinantes of perceived control". Founded on this classical experiment the influence of the two independent variables cause and foreknowledge on the experienced illusion of control shall be investigated. The chance determined experiment is equivalent to a game of chance in which one out of two marbles, coded with different colors, were picked out of a bag. Due to this experiment Wortman concluded, that a person experiences more control over the outcome obtained, if the marble is picked by the person itself and the person knows before picking which marble wins. This study replicates all three of Wortman′s original experimental conditions: a) "subject-caused - foreknowledge", b) "subject-caused - no foreknowledge", c) "experimenter-caused - foreknowledge". In addition though, the experiment was completed by a fourth condition, as for a complete experimental crossed design necessary: d) "experimenter-caused - no foreknowledge". In the context of this research a questionnaire was developped in order to record illusion of control. Against Wortman′s hypothesis and results this study shows that foreknowledge has no impact on the development of illusion of control. Only cause is found to lead to an increased perception of control and not like Wortman resulted the interaction between cause and foreknowledge. Additionally to the replication the connection of illusion of control to irrational beliefs, to desire for control as well as to depression has been investigated. It is shown, that illusion of control and irrational beliefs are connected. Further is shown though, that this connection is mediated by depression. Thereby a large extend of irrational beliefs corresponds with high values on the depression scale, which is again connected to a stronger illusion of control. On the other hand neither to illusion of control nor to irrationality a positive and systematic connection of desire for control was found. An expected positive relation to irrationality was
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found only isolated in the subdimensions of the scales and to illusion of control to be dependent of the experimental conditions with foreknowledge. Otherwise, a high desire for control goes along with a low illusion of control as well as a low extend of irrational beliefs.
Keywords: Illusion of control, irrational beliefs, desire for control, depression.
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Dipl. Psychologe Anke Paulini, 2007, Replikation und Extension der klassischen Untersuchung von Camille B. Wortman (1975), Munich, GRIN Publishing GmbH
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