Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung: Informationsüberflutung als Nebenwirkung der
Informationsgesellschaft 3
2 Informationsüberflutung und Stress 4
2.1 Definition von Information: Potentielle und aktuelle Information 4
2.2 Das Phänomen der Informationsüberflutung 5
2.3 Stress als Folge von Informationsüberflutung. 6
3 Maßnahmen des Unternehmens gegen Informations-überflutung. 9
3.1 Fokussierung auf die E-Mail und Abgrenzung der Kommunikations-
medien. 9
3.2 Maßnahmen, die potentielle Informationsflut minimieren 10
3.2.1 Potentielle Information selektieren 10
3.2.2 Begrenzung der potentiellen Information 11
3.3 Maßnahmen zur Verbesserung des kognitiven Verarbeitungs-
prozesses 13
3.3.1 Kompetenzvermittlung 13
3.3.2 Qualität der potentiellen Information verbessern. 14
4 Zusammenfassung und Ausblick: Maßnahmen der Unternehmen
versus Netzwerkeffekte 16
Was kann ein Unternehmen tun, um Stress ausgelöst durch Informationsüberflutung 3
am Arbeitsplatz zu reduzieren?
1 Einleitung: Informationsüberflutung als Nebenwirkung der
Informationsgesellschaft
Ziel der Arbeit ist geeignete Maßnahmen von Seiten der Unternehmen zu finden, um den durch Informationsüberflutung entstandenen Stress am Arbeitsplatz zu reduzieren. Wichtig ist zunächst den Begriff der Informationsüberflutung zu definieren und von mehreren Seiten zu beleuchten. In der Öffentlichkeit wird häufig davon gesprochen, dass die Informationsüberflutung eine Nebenwirkung der Informationsgesellschaft ist (Voigt, 2003). In der Informationsgesellschaft nimmt die Informationsdichte, die Anzahl der Informationskanäle und die Informationsvielfalt stetig zu. Diese Entwicklung ist an sich positiv zu werten, da Informationen eine wichtige Ressource für Unternehmen darstellen. Ein Informationsvorsprung gegenüber Konkurrenten führt zu Wettbewerbsvorteilen. Es muss nicht automatisch bedeuten, dass die Zunahme von Information zu einer Informationsüberflutung führt. Nach einer Studie von Prof. Dr. Klaus Moser (Moser et al., 2002) gaben nur 10% von 195 befragten Personen an, dass sie sich durch die Informationszunahme überflutet fühlten. Auf der anderen Seite führte 1997 die Universität in York eine aufwendige Studie auf Wunsch eines großen internationalen Unternehmens durch. Grund der Forschung waren Probleme mit der Informationsüberlastung durch E-Mails. Informationsüberflutung kann offensichtlich sehr unterschiedlich wahrgenommen und empfunden werden. Es spielen neben der Quantität (mit wie viel Information ist die Person konfrontiert) auch qualitative (wie gut ist die Informationsquelle), persönliche (wie belastbar ist eine Person), situative (wie ist das Umfeld) und soziale Aspekte (wer gab die Information und wie stehen Informationsnehmer und -geber zueinander) eine Rolle. Daher wird im nächsten Kapitel näher auf die Begrifflichkeiten Information, Informationsüberflutung und Stress eingegangen und deren Zusammenhang erläutert, bevor im zweiten Teil der Arbeit auf die konkreten Maßnahmen der Unternehmen zur Reduktion der Informationsüberflutung eingegangen wird .
Was kann ein Unternehmen tun, um Stress ausgelöst durch Informationsüberflutung 4
am Arbeitsplatz zu reduzieren?
2 Informationsüberflutung und Stress
In diesem Kapitel wird deutlich wie über mehrere Stufen die Informationsüberflutung am Arbeitsplatz zu einem Stressfaktor für den Arbeitnehmer werden kann. Für das Stressempfinden sind mehrere Faktoren verantwortlich, die im Folgenden eingehend erläutert werden.
2.1 Definition von Information: Potentielle und aktuelle Information
Basis für die Erklärung des Zusammenhangs zwischen Informationsüberflutung am Arbeitsplatz und dem empfundenen Stress der Arbeitnehmer ist ein in Abbildung 1 entwickeltes Modell, das sich auf die Aussagen von Voigt (2003) stützt. Informationen können viele Formen haben: Signale, Gesten, Worte, komplexe Daten oder sichtbare Zustände. Nach dem konstruktivistischen Ansatz werden diese Ausdrucksformen erst zur Information, wenn sie durch den Informationsempfänger kognitiv wahrgenommen werden (Kimble et al, 1998). Alles was gesendet wird sind zunächst potentielle Informationen, sie sind ein Menge von Daten mit verwirrendem Inhalt. Erst durch die Erkenntnis und Wahrnehmung des Empfängers, dem kognitiven Verarbeitungsprozess, werden sie zu aktuellen Informationen (Bentele & Beck, 1994). Folglich wird ein ausgeglichener, aufmerksamer und durchschnittlich intelligenter Mensch in der gleichen Situation mehr Datenmenge zu aktuellen Informationen verarbeiten können, als ein mit persönlichen Problemen beladener Mensch, der momentan eine schlechte Auffassungsgabe besitzt. Bei ihm ist die Diskrepanz zwischen potentiellen und aktuellen Informationen größer.
Wilson (1984) fasst dies in seiner Definition für Information zusammen: Informationen sind Daten mit Zusammenhang, d.h. Informationen denen eine Bedeutung zugeteilt wird. Er spricht demnach von transformierten, also von aktuellen Informationen. Inwieweit eine Person mit potentiellen oder aktuellen Informationen konfrontiert ist, hängt stark von der Kapazität des kognitiven Verarbeitungsprozesses ab. Die Art der Information hat wiederum Auswirkungen auf das Phänomen der Informationsüberflutung.
Was kann ein Unternehmen tun, um Stress ausgelöst durch Informationsüberflutung 5
am Arbeitsplatz zu reduzieren?
2.2 Das Phänomen der Informationsüberflutung
In der heutigen Zeit strömen immer mehr Informationen aufgrund der Zugänglichkeit der Neuen Medien und der Entwicklung weiterer Kommunikationstechnologien auf den Arbeitnehmer ein (Moser et al., 2002). Beispielsweise ist ein durchschnittliches E-Mail Aufkommen von 50 bis 100 E-Mails pro Tag am Arbeitsplatz für einen Arbeitnehmer durchaus im Normbereich (Voigt, 2003). Die Anforderungen an die individuelle Informationsverarbeitung werden immer größer und wenn keine Maßnahmen ergriffen werden (vgl. Kapitel 3.3), bleibt auf der anderen Seite die Kapazität des kognitiven
Arbeit zitieren:
Nicole Kaßecker, 2007, Was kann ein Unternehmen tun, um Stress ausgelöst durch Informationsüberflutung am Arbeitsplatz zu reduzieren?, München, GRIN Verlag GmbH
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