I. Inhaltsverzeichnis S.1
1. Hinführung zum gestellten Thema S.2
2. Der Gedanke zum Prozess - Modell S.2
3. Die Entwicklung des Westley/MacLean Prozess-Modells S.3
4. Das ABX-Modell von Newcomb S.3
5. Die erste Modifikation des ABX-Modells durch Westley / MacLean. S.4
5.1. Die Advocacy Roles (A) S.4
5.2. Die Behavioral System Roles (B) S.5
5.3. Die Ereignisse und Objekte (X) S.5
5.4. Die Rückkoppelung (fBA) S.6
6. Die Zweite Modifikation des ABX-Modells S.6
6.1. Die Channel Roles ()C S.7
6.2. Die Rückkoppelungen (fBC, fBA, fCA) S.7
7. Beispiel S.8
8. Das Prozess-Modell im Vergleich mit anderen Kommunikationsmodellen S.10
9. Vorteile des Westley/MacLean Prozess-Modells S.11
10. Kritik am Westley/MacLean Prozess-Modell S.12
11. Abschliessende Zusammenfassung S.13
II. Literaturverzeichnis S.14
2
1. Hinführung zum gestellten Thema
Die Kommunikationswissenschaft ist eine relativ junge Wissenschaftsdisziplin. Erst 1916 wurde in Leipzig der erste Lehrstuhl für Zeitungswissenschaften und somit auch die erste Forschungseinrichtung begründet. 1 Schon immer galt der Medienwirkungsforschung besondere Aufmerksamkeit. Wie genau verläuft ein Kommunikationsprozess und welche Effekte zieht er nach sich? Sind Massenmedien wirklich allmächtig wie in den ersten Kommunikationsmodellen behauptet wurde? Auf all diese Fragen versucht die Medien-wirkungsforschung eine Antwort zu finden. Jedoch lässt sich sagen, dass bis dato kein Modell entwickelt wurde, dass auf diese Fragen in allen Bereichen der Kommunikation eine ausreichende Antwort liefern kann. Für die Medienwirkungsforschung besonders wichtig sind die psychologischen Aspekte. Hierzu H. Pürer: „...in der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (untersucht man; Anm. d. Verf.) unter psychologischem Aspekt jene Prozessabläufe zwischen Kommunikator, Medieninhalt und Rezipient, die sich (...) in der Massenkommunikation ereignen und mittelbar oder unmittelbar Wirkungen beim Rezipienten auslösen können.“ 2
In nur wenigen Jahrzehnten wurden eine Fülle an Kommunikationsmodellen entwickelt. Oftmals handelte es sich hierbei um Weiter- oder Fortentwicklungen vorangegangener Modelle, teilweise jedoch auch um ganz neue Gedanken. Bei dem Prozess-Modell von Westley/MacLean handelt es sich um eine Weiterführung der Gedanken aus früheren Modellen, gleichzeitig wurden aber auch einige neue Ideen eingebracht. Im nachfolgenden soll das Prozess-Modell vorgestellt werden. Zuerst werden die Genese und das Ausgangsmodell erläutert. Anschließend werden die einzelnen Schritte
(Modifikationen) vom Ursprungs- zum Endmodell verfolgt. Anhand kurzer Beispiele sollen diese anschaulich gemacht werden. Es werden des weiteren kurz die einflussreichen vorangegangenen Kommunikationsmodelle erklärt und mit dem Prozess-Modell verglichen. Abschließend werden Vorteile und Kritikpunkte erläutert und die Arbeit mit einer abschließenden Zusammenfassung abgerundet.
2. Der Gedanke zum Prozess-Modell
In einer Zeit, in welcher eine Vielzahl von verschiedenen Kommunikationskonzepten und auch -theorien entwickelt wurden, unternahmen B. Westley und M. MacLean den Versuch, mit Hilfe eines einfachen Modells eine Art Orientierungshilfe zu schaffen. Das von ihnen entwickelte Prozess-Modell sollte ausdrücklich keine neue Kommunikationstheorie
1 Vgl. H.Pürer (1998), S.9.
3
darstellen. Vielmehr soll jenes Modell “... help to order existing findings. It also may provide a system of concepts which will evoke new and interrelated and disciplinary differences, and bring some order out of a chaotic situation.” 3 Die Hauptaufgabe des Prozess-Modells ist es, den komplexen Vorgang der Massenkommunikation (MK) in einer vereinfachten Form darzustellen, ohne dabei jedoch ein minderwertiges Modell zu liefern.
3. Die Entwicklung des Westley/MacLean Prozess-Modells
Bei der Entwicklung ihres Prozess-Modells stützen sich Westley und MacLean zunächst auf das von Newcomb entwickelte ABX-Modell. Ausgehend von diesem Grundmodell für interpersonale Kommunikation erweiterten sie es zunächst in einer ersten Modifikation um den Rückkoppelungsprozess vom Empfänger zum Sender. In einer zweiten Modifikation fügten sie eine weitere Kommunikationsinstanz - die Kanalrolle - ein. Mit entsprechend erweiterten Möglichkeiten der Rückkoppelung (drei statt einer), machten Westley und MacLean ihr Prozess-Modell somit zu einem Modell der MK.
Dieses Modell lässt sich auch auf heutige Kommunikationsvorgänge anwenden. Natürlich ist es nicht frei von Kritik geblieben, und es folgten weiter (komplexere) MK-Modelle. Als eines der berühmtesten MK-Modelle ist an dieser Stelle das Werk von G.Maletzke zu dem Thema „Psychologie der Massenkommunikation“ (Feldschema) zu nennen. 4
4. Das ABX-Modell von Newcomb
Das von Newcomb 1953 erweiterte Modell stammt in seiner ursprünglichen Form von dem Psychologen Heider (1946). Während Heider mehr an den kognitiven Prozessen interessiert war, welche in den Personen selbst ablaufen, setzte Newcomb seinen Fokus auf die Kommunikation zwischen den Personen.
2 H.Pürer (1998), S.99.
3 B.Westley, M.MacLean (1957), S.31.
4 vgl. G.Maletzke (1978): Psychologie der Massenkommunikation. Hamburg.
4
Das ABX-Modell:
Die Dreiecksform des Modells lässt sich anhand der Orientierung der einzelnen Teilnehmer erklären. A und B sind hier Individuen, welche sich zu X (einem Objekt) hin orientieren. Beide Individuen A und B führen ein Gespräch - interpersonale Kommunikation - (wechselseitige Pfeile zwischen A und B) über das Objekt X (Pfeile zu X). Jedoch haben A und B verschiedene Auffassungen über jenes X, was zu Diskrepanz zwischen ihnen führt. Diese Diskrepanzen versuchen A und B mittels ihres Gespräches aufzulösen (hier wieder die interpersonale Kommunikation). 5
Nachträglich fügte Newcomb (1959) noch drei Voraussetzungen hinzu, von welchen mindestens eine erfüllt sein muss, damit es zwischen A und B zur Kommunikation kommt:
a) es muss eine starke Anziehung zwischen den Personen herrschen
b) das Objekt X muss wenigstens für einen der Gesprächspartner wichtig sein
c) X hat für beide Individuen A und B eine gemeinsame Bedeutung. 6
5. Die erste Modifikation durch Westley / MacLean
Das ABX-Modell kann nur den Fall einer linearen interpersonalen Kommunikation darstellen. Die erste Modifikation dieses Modells sollte nun auch den Rückkoppelungsprozess darstellbar machen. Des weiteren wird A hier eine etwas andere Rolle zuteil.
5.1. Die Advocacy Roles (A)
A („Advocacy Roles“) nimmt in diesem Modell die Rolle eines Vermittlers ein. Hierbei kann A ein Individuum sein, aber auch ein soziales System. Ein soziales System wäre
5 Vgl. Newcomb (1953), S. 393 ff.
5
Arbeit zitieren:
Knut Bodeewes, 2002, Prozess Modell von Westley-McLean und die verschiedenen Modifikationen des ABX Modells mit einer vergleichenden Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
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