Inhaltsverzeichnis
1 Präzisierung der Fragestellung 1
2 Vergleich der Planung, Vorbereitung und Durchführung 1
3 Erkundungsergebnisse. 2
3.1 Hinweise zur Ergebnisfindung. 2
3.1.1 Festlegung des Materials und Analyse der Entstehungssituation 2
3.1.2 Formale Charakterisierung des Materials. 3
3.1.3 Richtung der Analyse 3
3.1.4 Bestimmung und Definition der Analysetechnik 3
3.2 Analyse und Interpretation der Erkundungsergebnisse 4
3.2.1 Aufgaben neben dem Unterricht. 4
3.2.2 Prozentuale Aufteilung der Aufgaben 6
3.2.3 Zeitliche Bewältigung der Aufgaben 7
3.2.5 Ausweitung der Arbeit auf das Wochenende. 9
3.2.6 Präsenzzeiten für Lehrer 10
3.2.7 Zuteilung der Aufgaben 10
3.2.8 Bewertung von Teamarbeit innerhalb der Aufgabenbewältigung 11
3.3 Bewertung der Erkundungsergebnisse 12
4 Beurteilung der gewählten Forschungsverfahren 13
Literaturverzeichnis III
Anhang 1: Kategorienübersicht IV
Anhang 2: Interviewtranskription Frau C., 30.06.2006 VI
Anhang 3: Interviewtranskription Herr G., 02.06.2006. XI
Anhang 4: Interviewtranskription Frau S., 30.06.2006. XV
Anhang 5: Interviewtranskription Herr S., 01.06.2006 XXI
II
1 Präzisierung der Fragestellung
In dieser Erkundung zu dem Thema „Aufgaben eines Lehrers- Unterrichten und was sonst?“ soll untersucht werden, welche Aufgaben die Lehrenden neben dem Unterricht zu erledigen haben. Des Weiteren soll herausgestellt werden, wann und wie sie diese erledigen. Im Zuge dieser Fragen soll die Sichtweise von jüngeren und älteren Lehrenden bezüglich der Aufgaben verglichen werden. Eine weitere Differenzierung der Fragestellung ist schon in der Er-kundungsvorbereitung zu finden, das Erkenntnisinteresse hat sich dabei nicht geändert. Alle dort aufgeworfenen Fragen sind gleich geblieben, und in den vier Lehrerinterviews gleich gestellt worden. 1 In der Erkundungsvorbereitung wurde eine Hypothese aufgestellt, die es zu verifizieren, oder zu falsifizieren gilt. 2
2 Vergleich der Planung, Vorbereitung und Durchführung
Die Planung, Vorbereitung und Durchführung stimmten weitestgehend überein. Es wurden keine Änderungen am Fragebogen vorgenommen, und auch die Planung, zwei jüngere und zwei ältere Lehrpersonen zu interviewen, klappte reibungslos. Auffällig war, dass bei allen Interviews der geplante Ablauf des Leitfadens 3 meinerseits nicht eingehalten wurde, da ich die Interviewfragen dem Gesprächsverlauf angepasst habe. Somit schlossen sich einige Fragen an, die eigentlich erst zu einem späteren Zeitpunkt gestellt werden sollten, aber so hatten die Interviewten wenigstens nicht das Gefühl inquisitorisch ausgefragt zu werden. 4 Die am Anfang geplanten Fragen nach den zu unterrichtenden Fächern, der Zeit im Schuldienst und des Alters schloss sich bei allen Interviews erst am Ende an, da durch die Nennung des Erkundungsthemas am Anfang die Lehrer schon sofort „loslegten“. Es wurden zwar alle Oberfragen von mir gestellt, aber auf einige Unterfragen habe ich verzichtet, da diese schon durch Ausführungen der Lehrer angesprochen wurden. Nach der Durchführung der Interviews ist mir deutlich geworden, dass durch diese auch andere Aspekte, wie z.B. Belastungen, Druck und Stress der Lehrer zum Ausdruck kamen wurden. Auch diese Seite des Lehrerberufs interessiert mich sehr, aber in den Interviews, sowie in der Auswertung soll darauf nicht näher eingegangen werden.
1 vgl. Erkundungsvorbereitung Punkt 1 und Punkt 2
2 vgl. Erkundungsvorbereitung Punkt 3
3 vgl. Anhang 1 und 2 der Erkundungsvorbereitung
4 vgl. Lamnek (2005), S. 388
3 Erkundungsergebnisse
3.1 Hinweise zur Ergebnisfindung
Die Darstellung und Auswertung der Interviewergebnisse erfolgt über eine qualitative Inhaltsanalyse nach MAYRING (2003). Diese besteht aus neun Stufen, die sukzessive durchlaufen werden, und „ist eine Anleitung zum regelgeleiteten intersubjektiv nachvollziehbaren Durcharbeiten umfangreichen Textmaterials“ 5 . Ich sehe diese Methode aber eher als eine Handlungsanweisung und weise an bestimmten Stellen auf Modifikationen hin, da aufgrund des Erkundungsumfangs nicht alle Auswertungsschritte von mir in vollem Umfang durchgeführt werden können.
3.1.1 Festlegung des Materials und Analyse der Entstehungssituation
Der Analyse liegen vier Interviewtranskripte in vollem Umfang zugrunde. Die vier Interviews wurden im Zweiergespräch mit mir als Interviewleiter und dem jeweiligen Lehrer im Ludwig-Erhard- Berufskolleg durchgeführt. Das Interview mit Frau S. 6 fand in ihrem Raum als Beratungslehrerin statt, dort konnten in Ruhe sämtliche Fragen geklärt werden.
Das zweite Interview mit Frau C. wurde auf ihren Vorschlag im Lehrerzimmer durchgeführt, wo es deutlich unruhiger war. Dabei hielten sich einige ihre Kollegen in dieser Freistunde im Lehrerzimmer auf, andere kamen und gingen wieder, besprachen dort noch einige Dinge untereinander, wodurch es schon deutlich schwieriger wurde, sich im Interview auf sein Gegenüber zu konzentrieren. Auch das Interview mit Herrn G. fand auf seinen Wunsch im Lehrerzimmer statt. Für Herrn G. war das anscheinend eine gute Umgebung, er fühlte sich hier wohl, jedoch wurden wir auch hier von anderen Kollegen innerhalb des Interviews gestört. Beide Lehrpersonen konnten sich entgegen meiner Erwartungen im Lehrerzimmer sehr gut öffnen, und wiesen auch auf intime Sachverhalte im Lehrerberuf hin. Das letzte Interview habe ich mit Herrn S. in seinem Büro als Oberstudiendirektor geführt. In dieser Umgebung war es sehr ruhig, und genau wie bei Frau S. wurde bei den Interviews mehr Informationen „drum herum“ gegeben, und dauerten daher deutlich länger als die anderen Interviews mit den jüngeren Lehrern. In der vertrauten Umgebung, in der die Interviews stattfanden, konnten die Interviewpartner einen Expertenstatus einnehmen, wodurch ihnen die Antworten sichtlich leicht fielen. 7
5 Bortz/ Döring (2002), S. 332
6 Die Anonymität der Interviewten soll gewahrt bleiben
7 vgl. Lamnek (2005), S. 388
3.1.2 Formale Charakterisierung des Materials
Die Interviews wurden von der akustischen Aufzeichnung in ein schriftliches Protokoll umge-wandelt. Dabei habe ich mich nur auf die rein verbale Wiedergabe beschränkt. Nonverbale Aspekte des Gesprächs wie z.B. Betonungen, Pausen, Sprachgeschwindigkeit und Stimmlage wurden aufgrund der Ausführlichkeit des Erkundungsprotokolls nicht berücksichtigt. Nebensächlichkeiten und andere Redewendungen wurden dabei schon entfernt. 8
3.1.3 Richtung der Analyse
Aus den Interviews soll nun interpretiert werden, welche Aufgaben die Lehrenden neben dem Unterrichten haben. Nennen die einzelnen Lehrer dabei völlig unterschiedliche Aspekte, oder gibt es auch Gemeinsamkeiten? Auf emotionale und kognitive Befindlichkeiten soll dabei nicht in erster Linie geachtet werden, sondern es soll der emotionale und kognitive Hand-lungshintergrund der Lehrer. beachtet werden 9 Wie schätzen Sie die Aufgaben ein, die sie zu erledigen haben, und wie bewerten sie diese? Im nächsten Schritt der qualitativen Inhaltsanalyse erfolgt die Differenzierung der Fragestellung, auf die jedoch schon zu Beginn dieses Erkundungsprotokolls eingegangen wurde.
3.1.4 Bestimmung und Definition der Analysetechnik
„Ziel der Zusammenfassung ist es, das Material so zu reduzieren, dass die wesentlichen Inhalte erhalten bleiben, und durch Abstraktion einen überschaubaren Corpus zu schaffen, der immer noch Abbild des Grundmaterials ist.“ 10 Jedoch habe ich schon bei der Abschrift der Interviewaufnahme einige Auslassungen, Generalisierungen, Selektionen und Bündelungen vorgenommen. Da nur vier Interviews durchgeführt wurden, ist das Material jetzt noch recht überschaubar, und ich kann von weiteren Reduktionen absehen, da das Hauptaugenmerk des Erkundungsprotokolls auf der Interpretation liegen soll. Nur so kann auch der Begrenztheit der Ausführungen dieses Erkundungsprotokolls Rechnung getragen werden. Auch auf die Explikation kann verzichtet werden, da keine interpretationsbedürftigen Textstellen vorliegen. Alle Verständnisfragen wurden sofort während des Interviews geklärt. Durch die Strukturierung soll „eine bestimmte Struktur aus dem Material herausgefiltert werden“ 11 , dabei sollen vorher festgelegte Ordnungskriterien einen Querschnitt durch das Material legen. Dadurch soll die strukturierende Inhaltsanalyse bestimmte Themen und Inhalte herausarbeiten. Die Kategorien werden anhand der Fragen des vorher aufgestellten Fragebogens gebildet. „Sie müssen vom Erkenntnisinteresse geleitet und in Hypothesen fixiert sein.“ 12 Die Forderung nach Vollständigkeit bezieht sich aber nicht auf alle Inhalte des Textes, sondern auf
8 vgl. Lamnek (2005), S. 403
9 vgl. Lamnek (2005), S. 519
10 Lamnek, (2005), S. 520
11 Lamnek, (2005), S. 526
12 vgl. Atteslander (2003), S. 226
alle interessierenden Bedeutungsdimensionen. Eine kurz zusammenfassende und durch Kategorien strukturierte Übersicht findet sich im Anhang, um so die Ergebnisse auch vergleichen zu können. 13
3.2 Analyse und Interpretation der Erkundungsergebnisse
Bevor auf die Aussagen der einzelnen Lehrer näher eingegangen werden soll, möchte ich die soziographischen Daten anführen. Es wurden zwei jüngere und zwei ältere Lehrpersonen interviewt. Eine Übersicht zu ihren Fächern und weitern Tätigkeiten findet sich hier:
3.2.1 Aufgaben neben dem Unterricht
Alle Lehrer, ausgenommen Herr S., nannten hier zunächst die Aufgabe als Klassenleitung tätig zu sein. Die Lehrer stimmen hier überein, dass die Aufnahme und das Eintragen von Entschuldigungen der Schüler sehr viel Zeit einnimmt.
Des Weiteren betonen alle im gleichen Maße die Korrekturarbeiten, die Vor- und Nachbereitung der Unterrichtsstunden, Rücksprache mit Kollegen halten und Klassenkonferenzen, falls
13 vgl. Anhang 1
14 Interviewtranskription Frau S., Punkt 86
sich ein Schüler fehl verhalten hat. Herr G. zählt zu diesen Klassenlehreraufgaben noch die Verwaltung von Notenlisten dazu. 15 Frau S. und Frau C. heben dazu noch die Beratungstätigkeiten als Klassenlehrerin hervor.
Des Weiteren werden noch Elterngespräche von Frau S. genannt, die aber gerade im Bereich der Berufsschule nicht allzu oft vorkommen. 17 Herr S. nennt da eher den Kontakt mit den Ausbildungsvertretern der Betriebe, obwohl das Interesse der Betriebe, an der Berufsschule äußerst gering ist. 18 Er kann auch noch von weiteren Interessanten Tätigkeiten berichten:
Auch Herr G. und Frau S. haben neben ihrer Klassenlehrertätigkeit noch eine weitere Funktion: Herr G. ist als SV- Lehrer für alle Schülerbelange zuständig 21 und Frau S. steht noch eine Stunde in der Woche als Beratungslehrerin zu Verfügung. 22 Für diese Tätigkeit bekommen beide eine Entlastungsstunde. Aus allen Interviews geht jedoch hervor, dass es für die Klassenleitung keine Entlastungsstunden gibt. 23 Auch für die Fachlleitertätigkeit gibt es laut Herrn S. keine Stundenentlastung, „wir werden einfach nur besser bezahlt, das ganze geht natürlich auf Kosten der Freizeit.“ 24 Es war schon interessant, dass ich durch eine freie Auswahl unseres Betreuungslehrers auf Lehrer gestoßen bin, die doch
15 vg., Interviewtranskription Herr G., Punkt 3a
16 Interviewtranskription Frau S., Punkt 3
17 vgl. Interviewtranskription Frau S., Punkt 9
18 vgl. Interviewtranskription Herr S., Punkt 22 f.
19 Interviewtranskription Herr S., Punkt 41
20 Interviewtranskription Herr S., Punkt 9 ff.
21 vgl. Interviewtranskription Herr G., Punkt 10f.
22 vgl. Interviewtranskription Frau S., Punkt 101f.
23 vgl. Interviewtranskription Herr S., Punkt 36
24 Interviewtranskription Herr S., Punkt 39
neben der eigentlichen Tätigkeit des Unterrichtens, und der Klassenleitung auch noch eine andere Funktion inne haben. Aber trotzdem hätten mich auch noch andere Aufgaben, wie z.B. Mitarbeit in der Weiterentwicklung und Evaluation von Schule, wie auch die Begleitung des Lehrernachwuchses interessiert.
3.2.2 Prozentuale Aufteilung der Aufgaben
Zu dieser Frage war es sehr schwierig aussagekräftige Antworten zu bekommen. Das liegt zum einen daran, dass die Lehrer ihre Aufgaben nicht ohne weiteres prozentual aufteilen konnten, zum anderen unterliegt die Arbeitszeit im Schuljahresverlauf ziemlichen Schwankungen. 25 Das konnte z.B. Frau C. bestätigen:
Verwaltungsarbeiten oder Konferenzen wurden dabei von ihr jedoch völlig außer Acht gelassen. Herr S. konnte dazu aus einer Untersuchung zur Lehrerarbeitszeit zitieren:
Auf die Nachfrage, ob man die 25% noch weiter unterteilen könnte, war keine zahlenmäßige Aussage zu treffen. Er konnte nur zufügen, dass zu den 75% auch die gesamten Korrekturen, sowie Vor- und Nachbereitungszeit von Unterricht zählt. Eine interessante, allerdings schon etwas ältere Statistik zeigt, dass der Unterricht weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Arbeitszeit in Anspruch nimmt. Wenn man Unterrichtsvorbereitung, Beurteilungen und Korrekturen dazu zählt, kommt man auf das, wie von Herrn S. genannte, Ergebnis.
Zu dieser Kategorie hatte ich mir erhofft, dass die Lehrer mir genauere prozentuale Angaben machen konnten. Damit waren aber alle eher vorsichtig. Durch die einzelnen Darstellungen wurde mir deutlich, dass die Aufgaben nicht pauschal prozentual einzuschätzen sind. Dazu unterliegt der Lehrerberuf einer viel zu großen Diskontinuität.
25 vgl. Ulich (1996), S. 51
26 Interviewtranskription Frau C., Punkt 14 f.
27 Interviewtranskription Herr S., Punkt 17
3.2.3 Zeitliche Bewältigung der Aufgaben
Auf die Frage, wann die Lehrer ihre Aufgaben erledigen, gab es sehr unterschiedliche Ant-worten. Herr G. versucht z.B. alle Aufgaben die anfallen in der Schule zu machen. Da können z.B. alle Entschuldigungen der Schüler in den Stunden eingetragen und nachgehalten werden, wenn die Schüler Klassenarbeiten schreiben. Er möchte möglichst nichts mit nach Hause nehmen. 28 In diesem Zusammenhang hat er auch erklärt, dass die ganze Vorbereitung des Unterrichts jeweils in den Ferien stattfindet, und er somit zwischen den Ferien, also während der Unterrichtszeit mehr Freiraum für andere Dinge hat. 29 Frau S., die z.B. ihre Beratungstätigkeit als Klassenlehrerin sehr hervorgehoben hat, macht vieles innerhalb der Unterrichtsstunden:
Auch Frau C. erwähnt, dass durch die Rolle als Klassenlehrerin sehr viele Pausen verloren gehen, da in dieser Zeit vieles mit den Schülern besprochen wird.
Bei Herrn S. hat sich die Arbeit auch deutlich verlagert. Durch das Büro, das ihm als Stu-diendirektor zur Verfügung steht, können deutlich mehr Verwaltungsarbeiten in der Schule gemacht werden, was für ihn eine Erleichterung für die Arbeit mit seinen Kollegen bedeutet. Korrekturarbeiten macht er aber doch lieber zu Hause, da man dort ungestörter ist. 32 Bei der Untersuchung dieser Kategorie ist mir aufgefallen, dass es zwar keinen deutlichen Unterschied zwischen der Aufgabenbearbeitung von jüngeren und älteren Kollegen gibt, jedoch sind die jüngeren Kollegen darauf bedacht, den Abend frei zu halten. Entsprechend hatte ich auch gedacht, dass die älteren Kollegen vielleicht weniger Zeit für Vor- und Nachbereitung des Unterrichts in Anspruch nehmen, da alle Materialien schon einmal erarbeitet wurden,
28 vgl. Interviewtranskription Herr G., Punkt 17 f.
29 vgl. Interviewtranskription Herr G., Punkt 37 ff.
30 Interviewtranskription Frau S., Punkt 28 f.
31 Interviewtranskription Frau C., Punkt 18 ff.
32 vgl. Interviewtranskription Herr S., Punkt 51ff.
Arbeit zitieren:
I. Staatsexamen Katharina Korff, 2006, Erkundungsprotokoll: Aufgaben der Lehrenden, Unterrichten - und was sonst?, München, GRIN Verlag GmbH
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