Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das Todesjahr 3
3. Gründe für Jesu Tod und Verantwortliche 4
3.1. Der Messias 4
3.2. Bricht Jesus das Gesetz ? 6
3.3. Die Tempelreinigung 7
4. Fazit 8
5. Literatur 10
2
1. Einleitung
Auf die Frage, wer am Tod Jesu schuld war, kann man die unterschiedlichsten Antworten erwarten. Bevor ich mich selbst mit dem Thema auseinandersetzte, befragte ich die unterschiedlichsten Leute. Viele waren der Meinung, dass die Juden die Alleinschuld trugen, andere meinten, die Römer seien es gewesen. Einige gaben mir die Antwort, Gott oder Jesus selber seien schuld gewesen. Kann man hier wirklich einen einzigen „Schuldigen“ dingfest machen? Man muss auch nach den Gründen suchen, was Jesus verbrochen hatte, dass er sterben musste. Und kann man überhaupt von einer „Schuld“ sprechen? Diese Fragen versuche ich in dieser Arbeit zu beantworten. Dabei werde ich mich hauptsächlich auf das Markusevangelium beziehen, weil das Markusevangelium das älteste der vier erhaltenen Evangelien ist. Es ist um das Jahr 70, der frühesten kirchlichen Tradition zufolge, in Rom und Syrien entstanden. 1 Jesus wird als eschatologischer Prediger des kommenden Reiches Gottes beschrieben. Das Evangelium kann als „Passionsgeschichte mit ausführlicher biographischer Einleitung“ 2 charakterisiert werden. Ich setze die Passionsgeschichte als bekannt voraus, sodass ich zuerst versuche, Jesus’ Todesjahr zu bestimmen, um dann mit der Untersuchung der Gründe für Jesu Tod sowie der Verantwortlichen fort zu fahren. Dabei gehe ich von drei beteiligten Gruppen aus: die Römer, das jüdische Volk und die jüdische Lokalaristokratie.
2. Das Todesjahr
Es ist nicht möglich, den Tod Jesu genau zu datieren. Aussagen über das Todesjahr kann man auf die Amtszeit des römischen Präfekten Pontius Pilatus (26 bis 36 n.Chr.) begrenzen, während dieser Jesus gekreuzigt wurde. Die Evangelien stimmen darüber ein, dass der Todestag ein Freitag, der Tag vor dem Sabbat, gewesen sein musste. „Das Passamahl wurde am Abend des 14.Nisan gegessen; nach den synoptischen
1 Theißen, 2001, S.69
2 ebd. , S.43
3
Evangelien aß Jesus mit seinen Jüngern das Passamahl am Vorabend seines Todes.“ 3 Dieser Freitag müsste demzufolge der 15.Nisan gewesen sein. Folgt man dem Johannesevangelium, passen die Jahre 30 und 31. Es könnten aber auch die Jahre 27 und 34 n.Chr. sein, da der 15.Nisan in diesen Jahren ein Freitag war. „Das Jahr 30 n.Chr. hat als Todesjahr die größte Wahrscheinlichkeit für sich, andere Jahre sind aber keinesfalls ausgeschlossen.“ 4
3.Gründe für Jesu Tod und Verantwortliche
3.1. Der Messias
Der Begriff „Messias“ 5 wird in der Zeit nach dem Exil als Ausdruck für den „endzeitlichpolitischen Befreier des Volkes aus den Fesseln fremder Herrschaft“ benutzt. Beim Einzug Jesu nach Jerusalem könnte der Eindruck entstehen, Jesus wollte mit diesem königlichen Einzug verdeutlichen, er sei der Messias, auf den die Leute so lange warten mussten. Jesus hat sich aber selbst nicht als der Messias bezeichnet oder sich als Person in den Mittelpunkt seiner Verkündigung gestellt. Jesus hat nicht sich selber, sondern das Reich Gottes verkündet: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe.“ (Mt 6,10)
„Der früheste Evangelist Markus behandelt Jesu Messianität als Geheimnis, das vor der Öffentlichkeit verborgen ist“ 6 Jesus verbot den Dämonen und Leuten, über ihn zu sprechen. „Und wenn ihn die unreinen Geister sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist Gottes Sohn! Und er gebot ihnen streng, dass sie ihn nicht offenbar machten.“ (Mk 3, 11-12) „Und er fragte sie: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus: Du bist der Christus! Und er gebot ihnen, dass sie niemandem von ihm sagen sollten.“(Mk 8, 29-30)
Jesus hat zwar befohlen, dass sie niemandem von ihm sagen sollten, er hat Petrus aber auch nicht widersprochen. Der Schweigebefehl galt nur bis zur Auferstehung des
3 Conzelmann, Lindemann, 2000, S.446
4 Theißen, 2001, S.154
5 hebräischer Begriff, „der Gesalbte“, wird von Johannes verwendet, die Synoptiker verwenden „Christus“
6 Küng, 1995, S.108
4
Arbeit zitieren:
Natascha Malsam, 2007, Wer war schuld am Tod Jesu?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Mensch als Gottes Ebenbild - Die Imago Dei bei Ebeling, Jüngel und...
Theologie - Systematische Theologie
Seminararbeit, 16 Seiten
Die furchtbare Lehre. Prädestinationsgedanke Johannes Calvins
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Hauptseminararbeit, 38 Seiten
Die Taufe nach Römer 6 Karl Barths Kirchlicher Dogmatik
Theologie - Biblische Theologie
Hauptseminararbeit, 36 Seiten
Karl Barths Begründung für die exklusive Wahrheit des Christentums
Theologie - Systematische Theologie
Seminararbeit, 37 Seiten
Wie paulinisch ist Barths Systematik in "Evangelium und Gesetz&qu...
Theologie - Systematische Theologie
Seminararbeit, 25 Seiten
Warum muss der Mensch durch Jesus Christus gerettet werden? Wer ist Je...
Theologie - Systematische Theologie
Seminararbeit, 21 Seiten
Die Prädestinationsgedanken in der Theologie Martin Luthers
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Seminararbeit, 24 Seiten
Das Gottesverständnis bei Friedrich Schleiermacher und Karl Barth
Theologie - Religion als Schulfach
Referat (Ausarbeitung), 15 Seiten
Einheit und Dreiheit in der Gotteslehre Karl Barths
Theologie - Systematische Theologie
Hausarbeit, 17 Seiten
Kreuzigung und Erwachen des Jesu von Nazareth - Starb Jesus wirklich a...
Eine alternative Hypothese übe...
Theologie - Systematische Theologie
Essay, 29 Seiten
Offenbarung in der Geschichte bei Paul Althaus
Theologie - Biblische Theologie
Hauptseminararbeit, 31 Seiten
Natascha Drewes's Text Wer war schuld am Tod Jesu? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Natascha Drewes hat den Text Wer war schuld am Tod Jesu? veröffentlicht
Natascha Drewes hat einen neuen Text hochgeladen
Die Auferstehung Jesu Christi nach dem Neuen Testament
Ostererfahrung und Osterverstä...
Jürgen Becker
Die Auferstehung Jesu Christi nach dem Neuen Testament
Ostererfahrung und Osterverstä...
Jürgen Becker
Einführung in die griechische Sprache des Neuen Testaments
Grammatik und Übungsbuch. Ianu...
Molly Whittaker, Horst Holtermann, Andreas Hänni
Einleitung in das Neue Testament
Seine Literatur und Theologie ...
Petr Pokorný, Ulrich Heckel
0 Kommentare