Inhaltsverzeichnis
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 3
1. EINLEITUNG 4
2. THEORIE UND PROBLEME DES VERBÄNDEVERGLEICHS 5
3. FRANKREICH 7
3.1 VERBANDSSTRUKTUR 8
3.2 EINFLUSSMÖGLICHKEITEN 11
3.3 HINTERGRUND 14
3.3.1 Historie 14
3.3.2 Rechtliche Grundlagen 15
4. DEUTSCHLAND 16
4.1 VERBANDSSTRUKTUR 16
4.2 EINFLUSSMÖGLICHKEITEN 18
4.2.1 Historie 19
4.2.2 Rechtliche Grundlagen 20
5. ZUSAMMENFASSUNG 20
LITERATURVERZEICHNIS 22
2
Abkürzungsverzeichnis
BDA Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
BDI Bundesverband der Deutschen Industrie
BRD Bundesrepublik Deutschland
CFDT Confédération Française Démocratique du Travail
CFE - CGC Confédération Française de l`Encadrement - Confédération Générales des Cadres
CFTC Confédération Française de Travailleurs Chrétiens
CGB Christlicher Gewerkschaftsbund Bund
CGPME Confédération Générales des Petites et Moyennes Entreprises et du Patronat Réel
CGT Confédération Générales du Travail
CGT -FO Confédération Générales du Travail - Force Ouvrière
CJD Centre des jeunes dirigeants d'entreprise
CNJA Confédération Nationales des Jeunes Agriculteurs
CNPF Conseil Nationales du Patronat Français
CNSTP Confédération nationale des syndicats de travailleurs paysans
CSU Christlich Soziale Union
DBB Deutscher Beamtenbund
DBV Deutscher Bauernverband
DGB Deutscher Gewerkschaftsbund
DIHT Deutscher Industrie und Handelstag
FDP Freie Demokratische Partei
FNSEA Fédération Nationale des Syndicats d`Exploitants Agricoles
GDL Gewerkschaft Deutscher Lokführer
GeschO Geschäftsordnung
GG Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
MEDEF Mouvement des Entreprises de France
MODEF Mouvement de défense des exploitants familiaux
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschland
3
1. Einleitung
Die Grundlage eines jeden demokratischen Regierungssystems ist eine funktionierende Interessenartikulation vom Volk zu der von ihm gewählten Regierung. Artikulationsorgan des Souveräns sind die Verbände. Aus diesem Grund sind die Staat – Verbände Beziehungen und ihr Funktionieren von Interesse für die Politische Wissenschaft.
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Verbandssystemen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich auseinander. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem französischen System. Anhand eines qualitativen Vergleichs der polity und der politics Dimension, sowie einer Auseinandersetzung mit den Typologien der Verbandsforschung, wird herausgearbeitet wie die Systeme ausgestaltet sind, welche Konsequenzen und Möglichkeiten sich daraus ergeben und welche Hintergründe für die jeweilige Situation verantwortlich sind. Der Focus des Vergleichs ruht auf den Verbänden der Wirtschafts- und Arbeitswelt. Die Zielsetzung der Arbeit ist einen Beitrag zum Verständnis des Funktionierens der beiden Verbandssysteme zu liefern. Dies geschieht durch das Zusammentragen und Gegenüberstellen der wesentlichen Merkmale der jeweiligen Staat – Verbände Beziehung. Hierbei wird besonders auf die Akteure, ihre Einflusskanäle, den geschichtlichen Entwicklungen und die daraus resultierende rechtlichen Verankerung eingegangen. Zudem werden die gängigen Zuordnungen der beiden Systeme zu den Typologien Korporatismus und Pluralismus, wobei Deutschland normalerweise ersterem und Frankreich eher dem letztgenannten zugeschlagen wird, anhand der gewonnenen Erkenntnisse überprüft.
Zum Einstieg werden im zweiten Kapitel die Methoden des politikwissenschaftlichen Vergleichs und die Systemtypologien im Groben erklärt. Der dritte Abschnitt setzt sich mit dem französischen Verbandssystem, seiner Struktur und den bestehenden Einflusskanälen auseinander und erläutert die geschichtlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen auf denen die Staat- Verbände Beziehung basiert. Im vierten Kapital wird, parallel zum Aufbau des dritten Kapitels, die Situation in Deutschland in ihren wesentlichen Punkten vorgestellt. In der abschließenden Zusammenfassung werden die wichtigsten Erkenntnisse aus beiden Abschnitten einander
4
gegenübergestellt, eine Beurteilung über die gängige typologische Einordnung getroffen und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Verbandslandschaften in beiden Ländern gegeben.
2. Theorie und Probleme des Verbändevergleichs
Im wissenschaftlichen Vergleich wird versucht durch die Gegenüberstellung von Dingen oder Entwicklungen Erkenntnisse zu erzielen, die auf den, beim Vergleichen festgestellten Gemeinsamkeiten beziehungsweise Unterschieden der Vergleichsobjekte fußen (Stykow 2007, S.35). Mit diesen Erkenntnissen lassen sich im Idealfall „kausale Zusammenhänge“ (Stykow 2007, S.35) feststellen. Beispielsweise der Beweis, dass bestimmte Voraussetzungen immer zu demselben Ergebnis führen. Gerade diese Aussagen zu treffen ist in der vergleichenden Politikwissenschaft schwierig (ebda.). Die Möglichkeit, ein und denselben Vergleich, unter Konstanthaltung der Rahmenbedingungen, wie im Laborexperiment der Naturwissenschaften, mehrmals durchzuführen, ist meist nicht gegeben. Soll etwa die Auswirkung eines bestimmten Regierungssystems auf die wirtschaftliche Entwicklung nachgewiesen werden, gibt es keine Länder die sich nur im Bezug auf diese beiden Variablen unterscheiden, ansonsten aber die genau gleichen Bedingungen aufweisen 1 .
Um sich dem naturwissenschaftlichen Experiment anzunähern, stehen dem Sozialwissenschaftler zwei Methoden zur Verfügung: Einmal die statistische, bei der empirische Daten mathematisch, zum Beispiel mit einer Regressionsanalyse, ausgewertet werden um auf einem gewissen Signifikanzniveau Aussagen über mögliche Zusammenhänge treffen zu können. Hierzu ist jedoch eine umfangreiche Datenlage nötig. Zum anderen steht, bei wenigen Vergleichsobjekten, der qualitative Vergleich zur Verfügung. Hierbei wird mehr Aufmerksamkeit auf die Differenzen und Äquivalenzen der untersuchten Objekte gelegt. Der qualitative Vergleich ist dadurch besser geeignet die Komplexität und historischen Eigenarten von Vergleichsfällen abzubilden und in die Bewertung mit einfließen zu lassen (Stykow 2007, S.38f).
1 Für weitere Erläuterungen zu diesem Thema: vgl. Przeworski Adam, Limogi Fernando; (1993):
„Political Regimes and Economic Growth“ in: Journal of Economic Perspectives, Volume 7, Nummer
3, S. 51 – 69.
5
Im politikwissenschaftlichen Vergleich sind eine oder mehrere der drei Politikdimensionen: polity (politisches System und seine Institutionen), politics (politische Prozesse und Interaktionen) und policy (einzelne Politikfelder) Gegenstand der Untersuchung (Stykow 2007, S.28).
Der internationale Vergleich von Verbandssystemen und ihrer politischen Interessenvermittlung ist mit gewissen Schwierigkeiten behaftet (Stykow 2007, S.122). So variieren die Verbände der einzelnen Länder in Aufgaben, Zielsetzungen, Organisation und Einflussnahme, was einen direkten Vergleich erschwert (Abromeit/Stoiber 2006, S.198). Doch gerade diese Unterschiede machen das Forschungsfeld interessant, schließlich basieren alle demokratischen Systeme auf einer funktionierenden Interessenartikulation des Souveräns – dem Volk – gegenüber den staatlichen Organen (ebda.). Die Verbände sind quasi die Sprachrohre des Souveräns (vgl.: Abromeit/Stoiber 2006, S.196).
Um den Vergleich verschiedener Verbandssysteme zu vereinfachen, wurden die Systeme der Interessenvermittlung in Typologien unterteilt, die auf der Staat – Verbände Interaktion beruhen. Die Bekanntesten sind der Pluralismus und der Korporatismus 2 (Stykow 2007, S.124). Es handelt sich hierbei allerdings um Idealtypen, die kaum in Reinform auftreten, auch kann ihr Vorkommen von Politikfeld zu Politikfeld variieren. (Stykow 2007, S.127). Beim Pluralismus wird das ökonomische, polypolistische Marktmodell auf die politische Gesellschaft übertragen (Abromeit/Stoiber 2006, S.200). Die Verbände und Interessengruppen konkurrieren, ohne Eingriffe des Staates, um Einfluss auf denselben. Die Interessengruppen betreiben rent-seeking, das heißt, sie versuchen den Nutzen – die Rente – der Ihnen, beziehungsweise ihren Mitgliedern aus ihrer Lobbyarbeit entsteht, zu maximieren (ebda.). In der Theorie sorgt der Wettbewerb für eine ausgeglichene und effiziente Gewichtung und Rentenverteilung zwischen den einzelnen Interessengruppen. Wie jedoch unter anderem Mancur Olson in seinem Werk „Rise and decline of Nations“ 3 zeigt, entspricht dies nicht der Realität, da nicht alle Interessen gleichermaßen organisationsfähig sind (vgl. auch: Abromeit/Stoiber 2006, S.201). Wesentliche
2 Für Weitere vgl.: (Abromeit/Stoiber 2006, S. 203)
3 auf Deutsch: Olson, Mancur (1985): Aufstieg und Niedergang von Nationen, Tübingen.
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Quote paper:
Torsten Kühne, 2008, Das französische und das deutsche Verbandssystem im Vergleich , Munich, GRIN Publishing GmbH
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