II
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1. Bedeutung nonverbaler Kommunikation 2
1.1 Abgrenzung Verbal - Nonverbal 2
1.2 Funktionen des Nonverbalen 3
1.3 Unterschiede kindlicher und erwachsener Körpersprache 5
2. Nonverbalen Kommunikation bei Kindern 6
2.1 Entwicklungsstufen kindlicher Körpersprache 6
2.2 Bedeutung nonverbaler Signale bei Kleinkindern 8
2.3 Ausdrucksmöglichkeiten kindlicher Körpersprache 9
3. Reaktionsmuster auf Emotionen bei Kleinkindern 12
3.1 Grundformen kindlichen Verhaltens 12
3.2 Neugier 12
3.3 Angst und Scheu 13
3.4 Unglücklichsein und Traurigkeit 13
3.5 Freude und Vergnügen 14
3.6 Wut, Frustration und Aggression 14
3.7 Gefühlsschaukel 15
4. Schlussbetrachtungen 17
Literaturverzeichnis 18
1
Einleitung
„ ... that is simply impossible to properly analyze ‘what is said’ without hardly acknowledging ‘how it is said’.” 1
Diese Aussage von PYATHOS zeigt die Bedeutung des Nonverbalen in Verbindung mit der gesprochenen Sprache. Das Nonverbale kann eigenständig als Kommunikationsmittel oder als Begleitung der gesprochenen Sprache fungieren und verfügt dabei über einen ungeheueren Informationsreichtum. 2 Die Informationen werden meist intuitiv erfasst und konkreter verstanden als dies bewusst zu sein scheint.
Kinder befinden sich allerdings noch in ihrer sprachlichen Entwicklung und ihre Ausdrucksmöglichkeiten im verbalen Bereich sind von daher eingeschränkt. Die Folge ist, dass sie mit ihrem ganzen Körper reden und die Körpersprache als verlässlichste Quelle ihrer Gefühle und Wünsche gilt. 3 Für ein gutes Eltern - Kind - Verhältnis ist es dementsprechend von Bedeutung, dass Eltern sich auf die nonverbalen Äußerungen ihrer Kinder einstellen und die Kinder ihrerseits verstehen lernen, was die Körpersprache der Eltern zu bedeuten hat. 4
Doch wie kann die kindliche Körpersprache annähernd verlässlich dekodiert werden? Und welche Hilfestellungen stehen hierfür zur Verfügung? Diese Fragestellungen sollen in der folgenden Arbeit untersucht werden.
Hierzu wird im ersten Teil die Bedeutung des Nonverbalen und die Unterschiede kindlicher und erwachsener Körpersprache aufgezeigt. Im Anschluss sollen insbesondere die Entwicklungsstufen der kindlichen Körpersprache und das nonverbale Verhalten von Kleinkindern in bezug auf ihre Hände, ihren Kopf und ihre Haltung analisiert werden. Und abschließend richtet sich der Focus auf Reaktionsmuster in Verbindung mit ausgewählten Emotionen, um die Komplexität der Gesamtproblematik darstellen zu können. Hierzu sollen Beobachtungen von Maurice (3. Lebensjahr) diese Aussagen untermauern.
1 F. Pyathos: Man, 1983, S. 119.
2 Vgl. K.H. Delhees: Grundlagen, 1994, S. 128.
3 Vgl. R. Woolfson: Eltern, 1996, S. 2; S. Szasz: Körpersprache, 1979, S. 9.
4 Vgl. S. Szasz: Körpersprache, 1979, S. 9.
2
1. Die Bedeutung und Entwicklung nonverbaler Kommunikation
1.1 Abgrenzung Verbal - Nonverbal
Nonverbale und verbale Kommunikation stehen in einem engen Zusammenhang. Beim Sprechen werden das Verbale und das Nonverbale zur optimalen Erreichung des kommunikativen Ziels systematisch kombiniert. 1 Hierbei begleiten die nonverbalen Signale nicht nur das Sprechen, vielmehr stehen Sprache und Nonverbales in einem dynamischen Wechselspiel, bei dem die nonverbalen Elemente Teil der verbalen Mitteilung sein können oder unabhängig von den sprachlichen Inhalten stehen. Aus diesem Zusammenwirken von Verbalem und Nonverbalem stellt sich die Frage, wie diese von einander abgrenzbar sind. Das soll im folgenden anhand einiger Aussagen untersucht werden.
1. Verbale Kommunikation ist digital - nonverbale Kommunikation ist analog. 2
Bei der Wortsprache werden konventionelle Zeichen, wie Buchstaben oder Zahlen nach bestimmten Regeln kombiniert. Wogegen in der nonverbalen Kommunikation reale Zeichen verwandt werden, die realen Größen im Gegenstandsbereich der momentanen Kommunikation entsprechen. Hiermit bestehen Ähnlichkeiten zwischen den Kommunikationsinhalten und den nonverbale Signalen innerhalb der Kommunikation.
2. Die Sprache transportiert kognitive Inhalte - das Nonverbale teilt affektive Inhalte mit. 3
Sprache eignet sich zur Verhaltensbeschreibung oder zur Verständigung über Personen und Dinge, was sich als Außenweltinformationen subsumieren lässt. Die nonverbale Kommunikation hingegen transportiert Beziehungsbotschaften, wie Gefühle und Einstellungen gegenüber anderen Personen.
3. Verbale Kommunikation hat einen definierbaren Anfang und ein Ende
- nonverbale Kommunikation dauert die gesamte Begegnung an. 4 Bei verbalen Äußerungen können ein genauer Anfang und ein entsprechendes Ende bestimmt werden. Auch sind Unterbrechungen oder ein
1 Vgl. auch im folgenden K.H. Delhees: Grundlagen, 1994, S. 129f.; M. Argyle: Kommunikation, 1992, S. 354; A. Leist: Zweisprachigkeit, 1996, S. 54.
2 Vgl. M. Argyle: Kommunikation, 1992, S. 361; K.H. Delhees: Grundlagen, 1994, S. 130.
3 Vgl. K.H. Delhees: Grundlagen, 1994, S. 131.
4 Vgl. ebd., S. 131f..
3
Abbruch der Kommunikation möglich. Nonverbal gesehen, ist es unmöglich in der Gegenwart einer anderen Person nicht zu kommunizieren. Solange die Personen in Beziehung zueinander stehen, kann die nonverbale Kommunikation folglich nicht beendet werden.
4. Verbale Signale sind steuerbar - Nonverbales lässt sich nicht kontrollieren. 1
Verbale Äußerungen lassen sich bewusst so lenken, dass beim Empfänger bestimmte Wirkungen erzeugt werden können. Die Pupillenweite oder das Erröten zu steuern, ist hingegen sehr schwierig. Da nonverbale Signale oft in einem Verbund stehen und auf verschiedenen Kanälen gleichzeitig gesendet werden, gestaltet es sich beinahe unmöglich diese Signale zu kontrollieren. Daher werden bei Widersprüchen zwischen verbalen und nonverbalen Signalen die nonverbalen Äußerungen intuitiv als glaubwürdiger empfunden.
5. Der nonverbale Anteil der Wirkung einer Mitteilung übersteigt den verbalen Anteil deutlich. 2
Auch wenn verbale Äußerungen eine Wirkung auf den Empfänger vermitteln, wird der Mensch mehr von dem beeinflusst was er sieht. Somit zeigen nonverbale Äußerungen im Hinblick auf Gefühle oder Einstellungen größere Wirkung als sprachliche Signale.
Die vorangegangenen Äußerungen stellten den Unterschied zwischen Verbalem und Nonverbalem heraus. Welche Funktionen die nonverbale Kommunikation in der zwischenmenschlichen Interaktion einnimmt, soll im folgenden untersucht werden.
1.2 Funktionen des Nonverbalen
Wie bereits dargestellt wurde, stehen nonverbale und verbale Kommunikation auf eine gewisse Weise immer in Beziehung zueinander. Somit lassen sich die Funktionen des Nonverbalen auch am besten in Hinblick auf ihre Beziehung zu den verbalen Äußerungen darlegen. SCHERER unterscheidet hier 4 Funktionen der nonverbalen Signale: Substitution, Amplifikation, Kontraditkon und Modifikation. 3
1 Vgl. K.H. Delhees: Grundlagen, 1994, S. 132; M. Argyle: Kommunikation, 1992, S. 342.
2 Vgl. M. Argyle: Kommunikation, 1992, S. 341;.K.H. Delhees: Grundlagen, 1994, S. 133.
3 Vgl. K.R. Scherer: Funktion, 1979, S. 26.
4
Bei der Substitution werden verbale Äußerungen durch nonverbale Signale ersetzt. So kann ein strafender Blick der Mutter die gleiche Wirkung wie eine Strafpredigt beim Kind erzeugen. Wie bereits gezeigt wurde, eignen sich nonverbale Signale besser, um Gefühle und Gemütslagen auszudrücken als verbale Äußerungen dazu in der Lage sind. 1 Ebenso können Beziehungsprobleme nonverbal weniger schmerzvoll transportiert werden. Auch wenn die nonverbalen Signale wahrgenommen werden, kommen sie nicht im gleichen Maß zu Bewusstsein wie die verbalen Äußerungen und verbleiben auf einer untergeordneten Aufmerksamkeitsstufe.
Gleichermaßen können verbale Äußerungen sozialen Konventionen unterliegen, die eine Aussprache der Gefühle unmöglich werden lassen. Die nonverbale Kommunikation unterliegt jedoch keiner solcher Beschränkung und kann somit an Stelle des Verbalen wirken.
Überdies ist nicht jede Mitteilung für alle Anwesenden bestimmt und durch nonverbale Signale lässt sich der Empfängerkreis deutlich einschränken. Auch kann eine nonverbale Äußerung schneller und effektiver als die entsprechende verbale Mitteilung sein. Und zudem gelingt es nicht immer Gefühle und Empfindungen in Sprache zu übersetzen, da hierbei schnell die Wörter fehlen können.
Die aufgezeigten Substitutionsmöglichkeiten des Verbalen durch nonverbale Äußerungen stellen jedoch nur einen Ausschnitt dar und sind um weitere Bereiche komplettierfähig.
Unter Amplifikation versteht man die Ergänzung bzw. Illustration der verbalen Äußerung durch nonverbale Signale. 2 Erst durch die Kombination von beiden Elementen erreicht die Mitteilung den gewünschten Sinn und wird verständlich.
Dies wird dann notwendig, wenn der Sprecher mit seinen verbalen Ausdrucksmöglichkeiten überfordert ist. Hierbei finden besonders Hand- und Körperbewegungen zur Verstärkung, Abschwächung oder Modifikation des Verbalen Anwendung.
Kontradiktion bezeichnet die widersprüchliche Verwendung von verbalen und nonverbalen Signalen. 3
1 Vgl. auch im folgenden K.H. Delhees: Grundlagen, 1994, S. 138f.
2 Vgl. auch im folgenden K..R. Scherer: Funktion, 1979, S. 26; B. Schönherr: Syntax, 1997, S. 35.
3 Vgl. ebd., S. 27.
Arbeit zitieren:
Denise Kouba, 2004, Nonverbale Kommunikation bei Kleinkindern, München, GRIN Verlag GmbH
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