Gliederung
Seite
1 Einleitung 03
2 Technik und individuelle Taktik des
Angriffsspielers
in Ballbesitz und die Abwehrhandlung
des Gegenspielers 04
2.1 Ballannahme und deren Abwehr 08
2.2 Ballabgabe und deren Abwehr 13
3 Methodische Hinweise und Empfehlungen 19
4 Trainingsstruktur zum Erlernen
einer Technik 22
5 Zusammenfassung 24
6 Literaturnachweis 25
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Einleitung
Ein wesentlicher Aspekt des Handballspiels und eine entscheidende Grundlage der Spielfähigkeit ist die Ausbildung technischer Fertigkeiten sowie die individuelle Taktik der Angriffs- und Abwehrspieler.
Eine alte Trainerweisheit besagt, dass im Angriff Spiele gewinnt, jedoch in der Abwehr Meisterschaften. Die Ausprägung des Abwehrverhaltens eines Spielers, hängt von seinen Leistungsvoraussetzungen ab. Eine gute Angriffstechnik ist dagegen genauso wichtig, da man mit einer guten Technik Kraft und Energie sparen, das Spieltempo steigern und individuelle Möglichkeiten und Ballsicherheit gewinnen kann.
In meinem zweiten Kapitel der Arbeit soll es um die theoretischen Grundlagen der Technik und individuellen Taktik gehen. Ich werde dabei die Systematik sowie die motorischen Hindergründe der individuellen technisch-taktischen Leistungen erläutern.
Zu den wichtigsten Grundfertigkeiten des Handballspiels gehört das Fangen und Passen des Balles. Erst diese zwei Techniken machen es möglich ein Spiel entstehen zu lassen. Denn zwischen Fangen und Passen können bestehen erhebliche Unterschiede, die vor allem dadurch gekennzeichnet sind, dass der eine Spieler erfolgreich den Ball weiterleitet, weil er das Werfen unter genauster Anleitung erlernt hat, während der andere große Probleme mit der Härte und Genauigkeit hat, weil er Fehler in der Bewegungsausführung macht oder den Ball erst gar nicht fängt. Im zweiten Kapitel dieser Arbeit gehe ich deshalb auch auf die verschiedenen Techniken der Ballannahme und Ballabgabe ein. Das Erlernen und Vervollkommnen dieser Techniken ist ein wichtiger Teil eines jeden Trainings, wobei man dies je nach Altersklasse und Leistungsstand unterscheiden sollte. Erst wenn die grundlegenden Techniken erlernt sind, kann man dem Spiel durch gegnerische Einwirkung näher kommen, welches dann taktisches Handeln erfordert, wobei ich mein Augenmerk auf die individuelle Taktik gelegt habe. Im dritten Kapitel werde ich darauf eingehen, welche Besonderheiten es beim Techniktraining gibt und welche Vorüberlegungen man treffen sollte. Im vierten
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Punkt meiner Arbeit werde ich zeigen, wie die Trainingsstruktur zum Erwerb einer Technik im Anfängerbereich, speziell der Ballannahme und Ballabgabe sowie deren Abwehr, aussehen kann und welche Vorüberlegungen im Voraus getroffen werden sollten.
1 Technik und individuelle Taktik des Angriffsspielers in Ballbesitz und die Abwehrhandlungen des Gegenspielers
Um eine gute Spielleistung zu erreichen, benötigt ein Spieler bestimmte Leistungsfaktoren und Leistungskomponenten als Voraussetzung. Einer dieser Leistungsfaktoren ist die individuelle technisch-taktische Leistung, da gewisse individuelle spieltechnische Handlungsqualitäten benötigt werden, um geplante oder wettkampfsituative spieltechnische Aufgaben zu lösen. Weitere Leistungsvoraussetzungen sind koordinative, konditionelle und taktische Fertigkeiten, aber auch der ideologisch-moralische und psychische Faktor spielt eine wesentliche Rolle.
Die Technik im Sportspiel hat laut Döbler (1989) folgende Aufgabe: „ Die Technik ist in der Sportspieltätigkeit erprobtes, den wechselnden Spielsituationen und Spielbedingungen sowie Konstitution [...] der Spieler angepasstes Verfahren zur rationellen und ökonomischen Lösung von Bewegungsaufgaben“(S.191). Das Ziel der Technik besteht darin sich durch Übungs- und Wettbewerbsformen mit standardisierten und variablen Bedingen ohne aktiven Gegner sich Einzelhandlungen und Handlungsfolgen motorisch anzueignen. Ein weiteres Ziel, erfolgt durch die taktische Ausbildung sowie durch die Anwendung im Spiel, das heißt die variable Anwendung der Technik angepasst der jeweiligen Spielsituation, ist die Vervollkommnung und Stabilisierung der technischen Fertigkeiten (vgl. Stiehler, G., Konzag, I, Döbler, H., 1988, S.81).
Die Technik ist eine entscheidende Grundlage der Spieltätigkeit. Sie ist eine variabel verfügbare motorische Kompetenz, dient als kollektives Handlungsziel und auch zum Selbstzweck. Sie ist situativ bedingt, abhängig von Raum und Zeit und sollte im Idealfall störunanfällig sein gegenüber inneren und äußeren Bedingungen.
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Die folgende Übersicht verdeutlicht noch einmal die Einteilung der Technik in Angriffs- und Abwehrhandlungen (vgl. Stiehler/Konzag/Döbler, 1988, S.80).
Die Abbildung unterscheidet die Technik in Angriffs- und Anwehrhandlungen. Dabei wird der Angriff in Handlungen mit und ohne Ball unterteilt. In der Abwehr wird unterschieden, ob eine Aktion auf den Ball oder auf den Ballgewinn gerichtet sind oder ob die Absicht nicht unmittelbar auf den Ball gerichtet ist. „Die Taktik ist die Gesamtheit der individuellen und kollektiven Verhaltensweisen, Handlungen und Maßnahmen von Spielern im Wettkampf, die bei voller Nutzung eigener Leistungsvoraussetzungen und unter Beachtung des Gegners- und Partnerverhaltens, der Spielregeln und äußeren Bedingungen auf das bestmöglichste Wettkampfergebnis gerichtet sind“(Döbler/ Schnabel/ Thieß, 1989, S.190). Das Ziel der Ausbildung der individuellen Taktik ist das Ausprägen von Fähigkeiten und Fertigkeiten um individuell Angriffs- und Abwehrsituationen Lösen zu können. Dies geschieht durch situationsbedingte Handlungsziel-und
Handlungsprogrammentscheidungen sowie ihre situationsbedingte motorische Lösung. Zu den taktischen Fähigkeiten gehören die Situationswahrnehmung, die Situationsantizipation und die Fähigkeit zur schnellen, situationsgerechten
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Entscheidung (Oppermann/ Schubert, Ehret, 1997, S.21). Eine individuelle Taktik kann man mit Hilfe von Übungs-, Wettbewerbs- und Spielformen erreichen, entweder mit eingeschränkter Gegenwehr oder mit aktiver Gegenwehr zur Lösung insbesondere von 1:1 Situationen.
Die genaue Einteilung der individuellen Taktik in Angriffs- und Abwehrtaktik erfolgt in der Übersicht (vgl. Stiehler/Konzag/Döbler, 1988, S.80).
Mit dieser Abbildung wird dargestellt Aufgaben ein Angriffspieler mit und ohne Ball hat und welche Aufgaben im Gegenzug der Abwehrspieler zu bewältigen hat.
Die individuelle technisch-taktische Leistung wird am Erfolg des Spielverlaufs, am Ergebnis der Abschlusshandlung und der Abwehrarbeit erkennbar. Innerhalb einer Mannschaft zählt die individuelle technisch-taktische Leistung zu den Handlungsfolgen zur Lösung mannschaftstaktischer Aufgaben. Zu den individuellen technisch-taktischen Leistungen zählen unter anderem die Ballannahme und Abgabe des Balles sowie dessen Abwehr, das Dribbling, das Freilaufen und der Torwurf.
Die Abwehrhandlungen eines Spielers erfordern ein hohes Maß an Antizipationsfähigkeit in bestimmten Situationen. Dass heißt der Abwehrspieler versucht die zukünftigen Handlungen im gegenwärtigen Augenblick zu erahnen und spielt deshalb immer vorausschauend. Voraussetzungen dafür sind, dass der Spieler eine gut entwickelte Bewegungs- und Raumbewegung, Kenntnisse über die Struktur der Spielfertigkeiten, sowie über taktische Kenntnisse des Anwendungszweckes von bestimmten Fertigkeiten besitzt. Der Spieler benötigt für die Antizipation durch Übung entstandene Bewegungserfahrungen und Fertigkeiten zum gedanklichen Mitvollziehen eigener und fremder Handlungen.
Wenn der Spieler eine Handlung ausführen will, durchläuft er 3 Phasen. In der ersten Phase begibt er sich in die Orientierungsregulation, dass heißt es kommt zur äußeren Aneignung der jeweiligen Spielsituation und zu der Reproduktion innerer gedächtnisgespeicherter Informationen, die für die Erarbeitung der jeweiligen Handlung nötig sind. Der Spieler orientiert sich also in der ersten Phase und erkennt, erfasst, nimmt das Spiel war und analysiert es. Als nächstes muss der Spieler operativ denken, so dass er schnelle, zweckmäßige, taktische Entscheidungen fällen kann. Er muss sich in der Antriebs- und Entscheidungsregulationsphase motivieren, eine Entscheidung fällen über Handlungsziel und -programm und gleichzeitig die Aufgabe gedanklich Lösen, um in der dritten Phase die Handlung motorisch ausführen zu können. In der Ausführungs- und Kontrollregulationsphase ist es wichtig, dass der Spieler die veränderte Spielsituation durch das Ergebnis erkennt und diese Erfahrungen speichert (vgl. Stiehler/ Konzag/ Döbler, 1988, S.55-62).
Die Ballannahme und Ballabgabe zählen zu den wichtigsten technischen Grundfertigkeiten des Handballspiels. Diese zwei Grundfertigkeiten machen es einem Spieler und einer Mannschaft möglich, dem eigentlichen Ziel und Grundgedanken des Handballspiels, Tore zu werfen, näher zu kommen. Durch das Zuspielen des Balles innerhalb einer Mannschaft gelingt es dieser, näher zum gegnerischen Tor zu gelangen.
Im folgenden zwei Abschnitten soll es um die Techniken der Ballannahme und Ballabgabe gehen und jeweils ihre Abwehrmöglichkeiten aufzeigen.
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Arbeit zitieren:
Ina Göllnitz, 2006, Die Entwicklung spieltechnisch-taktischer Grundfertigkeiten im Sportspiel Handball, München, GRIN Verlag GmbH
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