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Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
2. Die Massen 3
2.1 Entstehung der Massengesellschaft 3
2.2 Das Individuum in der Masse 4
2.3 Massengesellschaft und Massenkommunikation 5
3. Die Schweigespirale 5
3.1 Geschichtlicher und theoretischer Hintergrund 5
3.2 Einfluss der Massenmedien 7
4. Opinion Leader 9
4.1 Theorie 9
4.2 Gegenüberstellung Meinungsführerkonzept und Schweigespirale 10
5. Kritik an der Theorie der Schweigespirale 10
5.1. Das Quasi-statistische Wahrnehmungsorgan und die Wahrnehmung öffentlicher
Meinung: 11
5.2 Soziale Konformität 11
6. Literaturverzeichnis: 13
3
1. Einleitung
Urgrund für die Beeinflussbarkeit der Menschen ist die Angst vor Isolation, vor dem „Nichtdazu-gehören“. Anhand dieser These wird im Folgenden erläutert, wie sich die Massengesellschaft und damit die Massenmedien entwickelten, und welchen Einfluss sie auf die öffentliche Meinung nehmen können: Im Fall der Theorie der Schweigespirale einen starken, in der Meinungsführerkonzeption einen schwachen Einfluss.
2. Die Massen
2.1 Entstehung der Massengesellschaft
Ende des 19. Jahrhunderts begann sich mit der Entstehung der Massenpresse eine neue Art Kommunikationssystem aufzubauen, das in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts mit den elektronischen Medien noch komplexer wurde und in der heutigen Zeit weltweiter Vernetzung seinen Höhepunkt erreicht zu haben scheint. Diese Kommunikation gewann für das gesellschaftliche Leben und auch für das Leben des Einzelnen immer mehr an Bedeutung, durch sie wurde es möglich, die „Wirklichkeit“ neu zu erfahren. Man konnte zwischen verschiedenen Ansichten, Perspektiven und Möglichkeiten wählen. Dies, einhergehend mit der fortschreitenden Industrialisierung, führte jedoch zu einer zunehmenden Destabilisierung der einst kulturell, politisch und lebensphilosophisch relativ festgelegten Individuen. Eine Anonymisierung, Identitätsverlust und das Gefühl „einer unter vielen zu sein“ waren die Folge. Die Auswirkungen gingen bis in die Ökonomie, Kultur und Politik. Diese Erkenntnisse ließen bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts Philosophen und Wissenschaftler sich mit den Massenmedien und der Massenkommunikation befassen. So unter anderem auch Gustave Le Bon (1841 – 1931), der der Meinung war, dass sich nicht die Massen an sich verändert haben, sondern die Gesellschaft in ihrer Struktur zur Massengesellschaft geworden ist. Die Welt träte in ein „Zeitalter der Massen“ 1 ein. Er sah die Gefahr der Machtübernahme durch die proletarischen Massen, eine Macht, die einst in allen gesellschaftlichen Instanzen von der Elite beherrscht worden war. Doch durch Aufklärung der Elite über die drohende Massenherrschaft und das wahre Wesen der Masse bestand die Chance zu intervenieren und die drohende Massenmacht abzuwenden. Aber nun, da „die alten Gesellschaftsstützen eine nach der andern einstürzen“ 2 , wurden die Massen immer größer, stärker, machtvoller, und dies nicht durch ihre eigene innere Beschaffenheit, sondern durch eine veränderte Relevanz und Funktion, die ihr durch die Gesellschaft zugeschrieben wurde.
1 LeBon, Gustave: Psychologie der Massen. Stuttgart: Kröner, 1964, S. 2
2 ebenda
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2.2 Das Individuum in der Masse
Die Masse ist „eine Vereinigung irgendwelcher Einzelner von beliebiger Nationalität, beliebigem Beruf und Geschlecht und beliebigem Anlass der Vereinigung“ 3 . Das Ich-Bewusstsein schwindet, der Einzelne stellt seine persönlichen Bedürfnisse und Wünsche zurück und handelt im Sinne und zum Wohl der Masse. Es entsteht eine seelische Einheit der Masse. In diesen Punkten liegt die Gefahr, da mit dem schwindenden Persönlichkeitsbewusstsein auch das Verantwortungsgefühl abnimmt. Der Einzelne legt in der Masse ein anormales Verhalten an den Tag, ein Verhalten, dass auch zu kriminellen Handlungen führen kann, die der Einzelne nie und nimmer alleine durchführen würde. Scipio Sigheles untersucht diese Eigenschaft der Massen in seinem Buch „Psychologie des Auflaufs und der Massenverbrechen“ aus dem Jahr 1897. Le Bon stellt das „psychologische Gesetz von der seelischen Einheit der Massen“ 4 auf, nach dem sich nicht der Durchschnitt der Eigenschaften der Individuen, die die Masse konstituieren, zu den Eigenschaften der Masse zusammenfügen, sondern sich die Masse durch grundlegend neue Charaktereigenschaften auszeichnet. So kann ein Verhalten der Masse auch nicht vorhergesagt werden, indem man die individuellen Verhaltensweisen betrachtet und versucht, daraus Rückschlüsse zu ziehen. Unberechenbar ist das Handeln der Masse, da der Einzelne Impulsen, die von der Masse, zu der er ja auch selbst gehört, ausgehen, folgt und versucht, sich an den Gemeinschaftsstrom anzupassen. Sein Realitätsempfinden und die Fähigkeit, sich den Folgen seines Handelns bewusst zu sein, schwinden. Die Masse hat keine Merkmale der kulturellen und zivilisatorischen Gepflogenheiten des Individuums, sondern besteht aus der Zusammensetzung der niedersten Instinkte, primitivsten Gewohnheiten und urzeitlichen, unbewussten Triebe. Das Wesen der Masse ist also nicht der Durchschnitt der Intelligenz der Individuen, aus denen sich die Masse zusammensetzt, sondern liegt noch unter dem niedrigsten intellektuellen Niveau des „einfachsten“ Partizipierenden. Le Bon führt diesen Umstand, also den Verlust sämtlicher kultureller Vorstellungen und Verhaltensregeln, auf einen hypnoseähnlichen Zustand zurück, der bei der Teilnahme an Massen eintritt. Er begründet diesen Zustand durch den Mechanismus der „geistigen Übertragung“ 5 , die das Individuum sogar Wünsche und Ansichten übernehmen lässt, die sich gegen seine ursprünglichen Ziele richten. Der Einzelne besitzt keine Selbstkontrolle mehr und ist den Einwirkungen von außen hilflos ausgesetzt, zum Werkzeug geworden, und neigt darüber
3 LeBon, Gustave: Psychologie der Massen. Stuttgart: Kröner, 1964, S. 10
4 ebenda, S. 12
5 ebenda, S. 16
Arbeit zitieren:
Stefanie Vomhof, 2003, Die Schweigespirale, München, GRIN Verlag GmbH
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