Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Die Laterna Magica. 3
2.1 Ihre Vorformen und ihre Erfinder 3
2.2 Technische Entwicklung 4
2.3 Das Publikum 6
2.4 Die Vorführer 7
2.5 Inhalte und Motive 8
3 Resümee I. 9
4 Die Laterna Magica als Vorform des frühen Kinos 10
4.1 Grundsätzliches: Techniken und ihre Medien. 10
4.2 Medienübergang. 12
4.2.1 Effekte 12
4.2.2 Technische und geschichtliche Entwicklung zum frühen Kino 13
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1 Einleitung
Wie in der Hausarbeit aufgezeigt werden wird, sind die Projektionsmedien immer im Aufbau aufeinander begriffen, greifen zurück auf frühere Erfindungen oder Erkenntnisse, beruhen im Wesentlichen auf den Gesetzen der Physik und Optik und werden darauf und aufeinander aufbauend immer weiter entwickelt. In der Literatur finden sich immer wieder, im Großen wie im Kleinen, offensichtlich untersucht und unbeabsichtigt dargelegt, Hinweise auf Querverbindungen zwischen den einzelnen Medien. So erscheint es geradezu offensichtlich, dass die Laterna Magica eine Vorform des frühen Kinos ist, sowohl in technischer als auch in kultureller Hinsicht. Es wird eine erstaunliche Tatsache beleuchtet, dass nämlich die eigentlich nur ein gutes Jahrhundert alte Vorgeschichte 1 Geschichte der Kinematographie eine jahrtausendealte besitzt,
zusammengepuzzelt aus Hunderten von einzelnen Aspekten aus den verschiedensten Sparten der menschlichen Entdeckungen und Erfindungen. Die einzelnen Aspekte dieser Entwicklung werden im Folgenden aufgeführt und beleuchtet. Zunächst werden die Grundlagen der Laterna Magica besprochen, ihre Technik, ihr Publikum und ihre Vorführer, um dann darauf aufbauend den Übergang zum Medium des frühen Films - den Kinematographen - im Detail darzustellen, ein Übergang, der sich in jedem einzelnen Kapitel schon andeutet.
2 Die Laterna Magica
2.1 Ihre Vorformen und ihre Erfinder
Generell gesehen ist die Laterna Magica ein Projektionsmedium. Die Kunst der Projektion ist seit Jahrtausenden bekannt. Schon im alten Ägypten arbeitete man mit Projektionen, um Furcht zu erzeugen und das Publikum in Schrecken und Erstaunen zu versetzen 2 . Im Jahre 965 wurde der Grundstein für die Camera Obscura, die umgekehrte Laterna Magica und „der Vorläufer jenes ersten Photoapparates und einer Filmkamera“ 3 , gelegt: Ein Abbild der Aussenwelt durch ein kleines Loch auf eine Wand in einem verdunkelten Raum geworfen. In den nächsten Jahrhunderten ist von Geisterbeschwörungen die Rede 4 , auch Leonardo Da Vinci beschäftigte
1 Vgl.: Fraenkel, Heinrich: Unsterblicher Film. München 1956, S. 21.
2 Vgl.: Hrabalek, Ernst: Laterna Magica. Zauberwelt und Faszination des optischen Spielzeugs. München, 1985, S.
17.
3 Fraenkl, Heinrich: Unsterblicher Film. München 1956. S. 21.
4 Vgl.: Hrabalek, Ernst: Laterna Magica. Zauberwelt und Faszination des optischen Spielzeugs. München,
1985. S. 17.
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sich mit den Phänomenen der Optik und Projektion. Im 16. Jahrhundert begann der Neapolitaner Johann Baptist Porta seine Versuche der Projektion von Schriftzeichen mittels Kerzenlicht und Linse 5 und erfand 1558 die Camera Obscura. Auch die Laterna Magica hat anscheinend viele Väter, als bekanntester und auch lange Zeit anerkanntester Erfinder galt der Jesuitenpater Athanasius Kircher (1602 - 1680). Er arbeitete mit einem Hohlspiegelverfahren oder mit Sammellinsen und leistete so Vorarbeit für die beiden später auftretenden Varianten der Laterna Magica. Allerdings fehlte bei ihm der Schritt, der die Laterna Magica ausmachte - das zu Projizierende, die festen Laternenbilder an sich. Er arbeitet mit allerhand Figuren, auch lebenden, wie einer in Honig getauchten Fliege, die er auf seinen Spiegel klebte. Ihm aber verdankt man die erste Beschreibung seiner Apparatur, die so das Grundlagenwissen über die Bildprojektion verbreitete 6 . Allerdings ist in seiner Abbildung das zu projizierende Objekt vor dem Objektiv abgebildet, so dass die Laterna Magica in dieser Form nicht hätte funktionieren können 7 . Andreas Taquet (1612 - 1660) zog dennoch seine Lehre aus den Beschreibungen Kirchers und zeigte wohl schon um 1653 seine ersten Projektionen mit Glasbildern. Ab spätestens 1665 trat die Laterna Magica in Europa ihren Siegeszug an. Der Däne Thomas Walgenstein (1622 - 1701) stellte sie auf einer Ausstellung in Lyon als Weltneuheit vor 8 , verbesserte die vorhandene Technik und verkaufte sie mit großem Erfolg.
Der Grundstein für die rasante Entwicklung und Verbreitung der magischen Laterne war somit gelegt. In den folgenden Jahrzehnten wurde sie technisch weiterentwickelt und perfektioniert und fand ihre diversen Anwendungsformen.
2.2 Technische Entwicklung
Bei der Laterna Magica handelt es sich allgemein gesprochen um einen „Projektionsapparat für transparente Bilder, der ... im Wesentlichen aus drei Elementen besteht: der Lichtquelle, dem Linsensystem und dem Bild“ 9 . Genauer besteht sie aus folgenden Einzelteilen: dem Gehäuse aus
5 Vgl.: Die Zauberlaterne. Zauberbilder. Katalog zur Ausstellung. Musée Museum Neuhaus Bienne, 1999.
S.11.
6 Vgl.: Ganz, Thomas, Die Welt im Kasten. Zürich, 1994. S.27.
7 Vgl.: Die Zauberlaterne. Zauberbilder. Katalog zur Ausstellung. Musée Museum Neuhaus Bienne, 1999.
S.15.
8 Vgl.: Ebenda. S.22.
9 Kerstein, Heidrun / Weber, Cornelia: Laterna Magica. Ausstellungskatalog. Bewegte Bilder und
Bildermaschinen, Siegen, 1981. S.6.
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Holz, Blech oder Kupfer, einer Lichtquelle, einer Beleuchtungslinse, einem Glasbildhalter, dem Objektiv und eventuell einem Hohlspiegel hinter der Lichtquelle zur Verstärkung der Lichtstrahlen. In dem meist viereckigen Gehäuse befindet sich die Lichtquelle, in den Anfängen eine Kerze, dann Kalklicht und Ölfunzeln, später auch Petrol- und elektrische Lampen, die ihr Licht, das eventuell von dem Hohlspiegel gebündelt wird, auf ein Bild wirft, das wiederum durch ein Objektiv auf eine Leinwand projiziert wird.
Als Bilder verwendete man bis in die Zeit der Romantik von Hand gemalte Bilder, zunächst Bilder, die während der Aufführung gemalt, weggewischt und durch ein Neues ersetzt wurden, und dann auf Glasplatten gemalte Motive, die erhalten blieben. Um 1850 kam es zur industriellen Herstellung der Glasmotive, die sich weiterentwickelte und als „Chromolithographie“ 10 nun auch Farbdrucke möglich machte. Diese Technik wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch die Erfindung der Fotografie abgelöst: jetzt konnten auch Negative oder Drucke projiziert werden. Die Laterna Magica wurde zu einem - noch heute verwendeten - Diaprojektor. Durch die Möglichkeiten der Fotografie, also der Abbildung der Realität, verbesserten sich auch die inhaltlichen Darstellungen: wurden die Bilder bisher oft ohne großes Können und mit ungeeigneter Farbe gemalt 11 , wohl eher nur des Effekts als der Vermittlung des Inhalts wegen, trat nun die inhaltliche Darstellung in den Vordergrund. Auch hier tritt wieder eine Verbindung zu einem bereits erwähnten Vorläufer wiederum der Laterna Magica auf:
die Camera Obscura, die ja bereits Jahrunderte zuvor zwar die Realität abbilden, sie aber nicht festhalten, also nicht speichern konnte. In der Verbindung der Medien Camera Obscura, Fotografie und Laterna Magica waren nun also wichtige Grundlagen für weitere Entwicklungen gelegt: Das Abbilden, Speichern und Reproduzieren der Realität. Diese Realität war aber zunächst bewegungslos. Zwar war ab 1799 mit der Einführung des Fantascope, einer Laterna Magica auf Rädern, von Robertson, schon Bewegung in die Laterna Magica Bilder geraten, aber eben in gemalte Bilder: Der Wunsch der Menschen, Bewegung darzustellen, schien immer einer der Hauptbeweggründe für die Forschung und Weiterentwicklung zu sein 12 . Es entwickelten sich verschiedenen Techniken zur mechanischen Bewegung der Laternenbilder: Ziehbilder,
10 Vgl.: Die Zauberlaterne. Zauberbilder. Katalog zur Ausstellung. Musée Museum Neuhaus Bienne, 1999. S. 49.
11 Vgl.: Bartels, Klaus: Proto-kinematographie der Laterna Magica in Literatur und Theater des 18. Jahrhunderts. In:
Segeberg, Harro (Hsgb.), Die Mobilisierung des Sehens. Zur vor- und Frühgeschichte des Films in Literatur und
Kunst, Mediengeschichte des Films Band 1. Wilhelm Fink Verlag, 1996. S. 119.
12 Thiele, Jens: Der Augenblick des Verweilens und die Flüchtigkeit des Blickes. Bildstand und Bildwechsel in
vorkinematographischen Zeiten.
13 Vgl.: Hrabalek, Ernst: Laterna Magica. Zauberwelt und Faszination des optischen Spielzeugs. München,
1985. S.40.
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Arbeit zitieren:
Stefanie Vomhof, 2004, Film im Kontext der Medien des späten 19. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag GmbH
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