Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Grundsätzliches zur Bewegung des Films 3
2.1 Der Schnitt 3
2.2 Geschichte der Bewegung im Film 3
3 Bewegung bei Bergson und Deleuze 4
3.1 Die erste These 5
3.2 Die zweite These 6
3.3 Die dritte These 7
4 Montage bei Deleuze 8
4.1 Montage im Kino 8
4.2 Montage und Intervall 10
4.3 Intervall und Fernsehen 10
5 Zeit und Bewegung im Kino 12
6 Resümee 12
7 Literaturverzeichnis 13
2
1 Einleitung
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Bewegung im Filmbild. Wie definiert man Bewegung im Film? Bewegung entsteht im Kleinsten schon, indem einzelne Standbilder auf einem Zelluloidfilm aneinander gereiht werden. Oder entsteht Bewegung erst auf einer Metaebene durch den Schnitt, indem man Bilder aneinanderreiht, die in Realität nicht aufeinander folgen würden, indem man den Zeitablauf verändert, also verlangsamt oder beschleunigt? Liegt die Bewegung im Sichtbaren oder im Unsichtbaren – in dem, was der Zuschauer mit eigenen Augen sehen kann, oder in dem, was im Zuschauer durch die Rezeption ausgelöst wird? Zunächst wird die Geschichte der Bewegung im Film und ihre Perfektion, nämlich die Montage, vorgestellt. Darauf aufbauend werden die drei Thesen Bergons verhandelt, mit denen Deleuze sein Bewegungs-Bild konstruiert. Im Detail wird dann die Montage und ihre Sonderformen vorgestellt, und zum Abschluß noch die Verknüpfung zwischen Deleuzes Bewegungs-Bild und Zeit-Bild hergestellt.
2 Grundsätzliches zur Bewegung des Films
2.1 Der Schnitt
Der Schnitt ist essentieller Bestandteil der Darstellung und des Bildes des Films in der heutigen Gesellschaft. Film ohne Montage ist heute völlig undenkbar, ein bloßer Ablauf einer Einstellung, in der die Handlung einfach durchläuft, ist ungewöhnlich. Einzig als Stilmittel der Plansequenz wird die ungeschnittene Szene verwendet. Die Kunst hier besteht wiederum darin, die Handlung und die Bewegungen 1. Art – also Kamerabewegungen – und 2. Art – Bewegungen im Bild – so perfekt aufeinander abzustimmen, dass einfach kein Schnitt benötigt wird. Weitere Eigenschaft ist, dass Handlungszeit und Laufzeit gleich sind, also weder Zeit gedehnt noch gerafft wird. Dem gegenüber steht die essentielle Eigenschaft der Montage, den Zeit- und auch Handlungsablauf verändern zu können.
2.2 Geschichte der Bewegung im Film
Betrachtet man die Laterna Magica als Vorform des frühen Kinos, kann man die Entwicklung der Bewegung des Films genau sehen: Die Projektionsmedien sind immer im Aufbau aufeinander begriffen, greifen zurück auf frühere Erfindungen oder Erkenntnisse, beruhen im Wesentlichen auf den Gesetzen der Physik und Optik und werden darauf und aufeinander aufbauend immer weiter entwickelt. Es wird eine erstaunliche Tatsache klar, dass nämlich der
3
eigentlich nur ein gutes Jahrhundert alte bewegte Film eine jahrtausendealte Vorgeschichte 1 besitzt, zusammengepuzzelt aus Hunderten von einzelnen Aspekten aus den verschiedensten Sparten der menschlichen Entdeckungen und Erfindungen, denen immer schon das Bestreben der Menschen zugrunde lag, Bewegung darzustellen 2 :
Zunächst einmal durch die Erfindung von Bildeffekten der Laterna Magica: durch diverse Überblendungstechniken, konnten entweder Bewegungen im Bild dargestellt werden – so zum Beispiel ein Hampelmann, der seine Arme bewegt – oder auch auf der zweiten Ebene, indem man durch Überblendungen mehrerer Bilder Zeit vergehen ließ.
Mit der Erfindung der Fotografie war ein weiterer Schritt getan, nämlich eine Bewegung einzufangen und festzuhalten und so das „ genaue Abbild der Welt unauslöschlich festzuhalten.“ 3 In Verbindung mit der Laterna Magica konnten nun zumindest die eingefangenen realen Bewegungen dargestellt werden, allerdings nur als Standbild. Bei Einführung des Zelluloidfilms war der Weg für den Kinematographen geebnet, jetzt war es möglich eine in der Realität vorgefundene und auf Film fixierte Bewegung zu reproduzieren und auch wieder darzustellen.
Als um 1910 die Montage „ erfunden“ bzw. angewendet wurde, hatte der Film noch einmal eine neue, weitere Ausdrucksform gewonnen: Erstmal mußten nicht mehr einmal aufgenommene Abläufe auch in dieser Reihenfolge projiziert werden, sondern durch Schneiden des Zelluloidfilms konnten die Abfolgen neu geordnet werden. Und auch so kam wiederum Bewegung in den Film: auf einer weiteren Ebene der buchstäblich im-Film- liegenden Bewegung der Zeit, der Handlung, der Blicke und Bewegungen der Protagonisten.
3 Bewegung bei Bergson und Deleuze
Deleuze geht in seinem Werk „ Das Bewegungs-Bild – Kino 1“ den Aspekt der Bewegung im Film von diversen Seiten an und nutzt als roten Faden die drei Thesen zur Bewegung von Henri Bergson: Die erste These besagt, dass die Bewegung mit dem Raum, den sie durchläuft, keine Verbindung eingeht. 4 Die zweite These geht von „zwei höchst unterschiedlichen
1 Vgl.: Fraenkel, Heinrich: Unsterblicher Film. München, 1956. S. 21.
2
Vgl.: Thiele, Jens: Der Augenblick des Verweilens und die Flüchtigkeit des Blickes. Bildstand und
Bildwechsel in vorkinematographischen Zeiten. In: Dewitz, Bodo von (Hsgb.): Ich sehe was, was du nicht siehst.
Sehmaschinen und Bilderwelten. Göttingen, 2002. S. 31.
3
Ganz, Thomas: Die Welt im Kasten, Zürich, 1994. S. 10.
4
Vgl.: Deleuze, Gilles: Das Bewegungs-Bild. Kino 1. Frankfurt / Main, 1989. S. 13.
4
Quote paper:
Stefanie Vomhof, 2004, Das Bild bei Deleuze, Munich, GRIN Publishing GmbH
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