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Inhalt
1. Einleitung 3
2. Zur Definition der Mehrsprachigkeit 4
3. Typen der Mehrsprachigkeit 7
3.1. Erwerb 8
3.2. Kompetenz (Weinreich) 8
3.3. Gesellschaft 9
3.3.1. Bedeutung von Mehrsprachigkeit für die Gesellschaft 9
3.3.2.Typen von Gesellschaften 9
3.3.3.Formen mehrsprachiger Gesellschaften 9
4. Die Mehrsprachigkeitsforschung und deren wissenschaftliche Fragestellungen: 9
4.1.Psycholinguistische Fragestellungen. 10
4.2.Systemlinguistische Fragestellungen 10
4.3.Soziolinguistische Fragestellungen 10
5. Gründe für die Förderung von Mehrsprachigkeit 11
5.1. Aus kognitiver Sicht. 11
5.2. Aus psychologischer Sicht 11
5.3. Aus pragmatischer Sicht. 11
6. Schlussfolgerung 12
Literatur 13
1. Einleitung
Es geht nicht mehr um die Frage, ob eine oder mehrere Fremdsprachen in den Schulen gelernt werden sollen. Die Europäisierung und Globalisierung von Wirtschaft und Politik lässt niemanden nun die Wahl ohne eine Fremdsprache erfolgreich weiterzuleben. Jede Schule muss nun mehr verschiedene Sprachen vermitteln, so dass die Kinder und Jugendlichen für ihre Zukunft bereit sind, weil die Fremdsprache eine Grundvoraussetzung in jedem Gebiet z. B. moderne Berufsausbildung sein wird.
Als eine Folge zunehmender gesellschaftlicher Globalisierungsprozesse haben Zwei und Mehrsprachigkeit in den letzten Jahrzehnten einen Bedeutungszuwachs erfahren. Durch die Integrationsprozesse in der Europäischen Union werden mehrsprachige Kompetenzen auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Länder erforderlich. Zu Beginn verfolgte Ansätze einer europäischen Einheitssprache (Lingua Franca) wurden zugunsten einer kommunikativen Mehrsprachigkeit verworfen. Auch die Förderung von Regional- und Minderheitensprachen rückte in den letzten Jahren verstärkt in den Blickpunkt der Europäischen Union. Mit Sprach-Schutz-Programmen werden versucht, bisher unterdrückte und im Niedergang befindliche Sprachen zu revitalisieren. Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, die Mehrsprachigkeit ihrer Bürger zu fördern und möglichst früh mit einer gezielten Fremdsprachenförderung zu beginnen (vgl. Hufeisen 1998). Es mag vielen auf den ersten Blick simpel erscheinen: Mehrsprachigkeit heißt, mehrere Sprachen zu beherrschen. Oder? Doch schon eine solche - zugegeben sehr simpel formulierte - Erklärung ist problematisch und keinesfalls so klar, wie sie auf den ersten Blick scheint. Denn 'Mehrsprachigkeit', so machen viele Beiträge deutlich, ist beileibe kein klares Konzept.
So weist etwa eine Reihe der Beitragenden auf die im Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen (Europarat 2001) vorgenommene Unterscheidung von Pluralingualismus (individuelle, persönliche Mehrsprachigkeit) und Mehrsprachigkeit (gesellschaftliche Mehrsprachigkeit) hin. Diese begriffliche Unterscheidung wird allerdings in den meisten Beiträgen nicht übernommen; vielmehr geht es hauptsächlich um die persönliche Mehrsprachigkeit, die immer in gesellschaftlich mehrsprachigen Kontexten entwickelt bzw. gefördert werden soll.
Doch auch die persönliche Mehrsprachigkeit lässt sich nicht ohne weiteres konzeptuell erfassen. So widmen sich die Beiträge einerseits der so genannten "lebensweltlichen
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Mehrsprachigkeit" und Fragen zur damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Multikulturalität bzw. zur Mehrsprachigkeit in Migrationsgesellschaften (Hu, 2003; Krumm, 1994) andere beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit dem schulischen bzw. institutionellen Fremdsprachenlernen, das zur individuellen Mehrsprachigkeit führen soll.
2. Zur Definition der Mehrsprachigkeit
Mit der Mehrsprachigkeit bezeichnet man ganz einfach:
1. die Fähigkeit eines Menschen, mehr als eine Sprache zu sprechen und sich in ihr ausdrücken zu können (Multilingualismus; Multilinguismus). 2. die Geltung oder verbreitete Anwendung mehrerer Sprachen in einer Gesellschaft, einem Sprachgebiet einem Staat (Polyglossie).
Durch die Globalisierung werden Mehrsprachigkeit, Multilingualismus und Polyglossie zunehmend zu Schlüsselbegriffen zum Verständnis vieler gesellschaftlicher Veränderungen:
N Der globale Migrationsdruck fördert Diglossie und Polyglossie. N Für Migranten in fremde Sprachgebiete ist Bilingualismus und Multilingualismus meist lebenswichtig.
N Bilinguale und multilinguale Kompetenz ist für viele Arbeitsplätze zunehmend eine Voraussetzung.
In der Wirtschaft, in der Wissenschaft und in der Technik entstehen neue globale „Codes“ und Fachsprachen, oft aus Elementen des Englisch unter Hinzufügung von Elementen anderer Sprachen. Multilinguale Sprecher können durch Kenntnis der „Codes“ und „Slangs“ globaler multilingualer Netzwerke informationelle und ökonomische Vorteile erlangen. Die Vielfalt der Sprachen in heterogenen Gesellschaften ist sowohl aus ökonomischer wie aus kultureller Sicht produktiv. Daher ist Mehrsprachigkeit ein Zeichen von Normalität (vgl. Bußmann, 1990).
Arbeit zitieren:
Dd. Bahar Albayrak, 2007, Mehrsprachigkeit - Definitionen, Typen und wissenschaftliche Fragestellungen, München, GRIN Verlag GmbH
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