INHALT
1. Einleitung 3
2. Technische Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen von E-Mails 5
3. Stilmittel in E-Mails 7
4. Orthographie in E-Mails 11
4.1 Fehlertoleranz 11
4.2 Die häufigsten Fehler bei E-Mails 12
5. E-Mail Etikette 13
6. Eine kurze Polemik 15
7. Fazit 16
8. Literaturverzeichniss
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1. Einleitung
Von Buffon, einem französischen Philosophen des 18. Jahrhunderts, stammt der berühmter Satz: „Le style, c’est l’homme - der Mensch ist sein Stil”. So schlicht wie dieser Satz sich präsentiert, so lässt sich jedoch der Stilbegriff nicht ebenso einfach erfassen.
Der Stilbegriff ist schillernd und wird zu den unterschiedlichsten Anlässen verwendet. Es gibt eine Vielzahl von Definitionen. Gemeinsam ist allen Definitionen jedoch, dass Stil etwas Kennzeichnendes sei, das seine Gegenstände von anderen unterscheide (Distinktion) und in allen Gegenständen (oder sogar in Teilen davon) ablesbar sei: für die gesprochene Sprache nennt man diese Erscheinung Redestil, in Texten äußert sich der Literaturstil, als Grundlage für beides dient der (umstrittene) Denkstil. Die Wissenschaft von der Besonderheit eines sprachlichen Ausdrucks im Vergleich zu anderen nennt man Stilistik. Stilistiken können erklärend sein (Stiltheorie), sie können bestimmte Schreib- und Sprechweisen normativ festschreiben (präskriptive Stilistik) oder ohne Wertung beschreiben (deskriptive Stilistik), sie können Analyse des Einzeltexts sein (Stilanalyse) oder Grundfragen des Stils zu klären versuchen (Stilforschung) 1 . Die Bespiele mögen genügen, um aufzuzeigen welche Breitweite im Stilbegriff aufgefächert wird.
Aber was genau ist denn nun Stil? Guter Sprachgebrauch oder gute Ausdrucksweise, d. h. schöngeistiger, kunstvoller Sprachgebrauch? Angemessener Sprachgebrauch? Wirkungsvoller Sprachgebrauch? Persönliche Ausdrucksweise? Zeitbedingte, situationsbedingte Ausdrucksweise? Textbedingte Ausdrucksweise? Von allem etwas?
Wohl von allem etwas. Und das macht die Frage schwierig. Die Kompliziertheit macht aber auch sofort klar: Es gibt keine eindeutigen Urteile, dass nur eine bestimmte Ausdrucksweise guter Stil sei 2 . Stil lässt sich nicht als eine einzelne Charakteristik bestimmen, sondern offenbart sich im Zusammenhang vieler Elemente. Es hängt immer zumindest von der Zeit ab, in der man lebt, von den Schreibabsichten, vom Texttyp, vom Gebrauchszusammenhang des Textes, von
1 http://www.uni-stuttgart.de/fsger/salis/download/StilistikLitWi.doc
2 http://www.uni-essen.de/linguistik.buenting/01WasistStil.html
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den Eigenheiten des Schreibers, aber auch von der Erwartungshaltung und damit den Sprachgewohnheiten des Lesers, und das gilt für Schreiber und Leser natürlich in gleicher Weise.
Sprachstil ist die vom Verfasser oder der Verfasserin gewählte sprachliche Ausdrucksweise eines Textes. Guter Stil ist eine angemessene und deshalb wirkungsvolle Ausdrucksweise für den jeweiligen Text; Stil ist somit abhängig vom Gebrauchszusammenhang des Textes. Und da die Sprachbenutzer in einer bestimmten Zeit und in einem gesellschaftlichen Umfeld leben, wird der Stil von beidem beeinflusst sein.
Stil kann u.a. als angemessene Ausdrucksweise im Rahmen einer kommunikativen Situation, genauer sprachlichen Handlung, zwischen Sprecher und (Zu)Hörer, Schreiber und Leser verstanden werden. Bei dieser Definition gilt vor allem die Funktion des Textes und damit seiner sprachlichen Formen im kommunikativen Geschehen als Maßstab für angemessenen Sprachgebrauch. Daher nennt man einen solchen Stil „Funktionalstil”. Der Funktionalstilbegriff ist pragmatisch, d. h. handlungsbezogen.
Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Analyse des Funktionalstils am Bespiel medial vermittelter Kommunikation, nämlich der E-Mails, beschäftigen. Ziel dieser Arbeit ist es, die Besonderheiten der E-Mail-Kommunikation herauszustellen und sie gegen „verwandte” Kommunikationsarten deutlich abzugrenzen.
Obwohl die Nutzung von Internet und E-Mails von einem großen Anteil der Bevölkerung ein relativ neues Phänomen ist, ist die Literaturlage zum Thema dieser Arbeit ausgesprochen gut. Bezeichnenderweise kann man Informationen zur speziellen Themen der neuen Medien in großer Menge in den neuen Medien selbst auffinden.
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2. Technische Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen von E-Mails
Zum Versenden von E-Mails benötigt man mindestens zwei Computer, Zugang zum Internet 3 und einen Server. Anders als Briefe können E-Mails zu jeder Tageszeit versandt werden 4 . In der Regel sind E-Mails im Gegensatz zu Briefen, SMS oder Telefongesprächen kostenfrei.
E-Mails werden, sofern handschriftliche Texte nicht gescannt werden, nur getippt. Sie können problemlos verschiedenartige Anhänge (Bilder, Texte, Links) beinhalten. Allerdings können E-Mails im Gegensatz zum Medium Papier keine Gerüche (Parfume, Tabak etc.) überbringen.
In der bisherigen Briefkultur gibt es zum Teil gravierende Unterschiede zwischen Geschäfts-, Privat- und Liebesbriefen. Auch bei E-Mails werden unterschiedliche Formen der brieflichen Korrespondenz ausgemacht, wie z. B. der Geschäftsbrief, das Memo, die Postkarte, die Glückwunschkarte oder der persönliche Brief. Bevor man eine E-Mail schreibt, muss man überlegen, ob die E-Mail die richtige Wahl für das entsprechende Anliegen ist. Denn derzeit ist es noch nicht möglich,
3 Weltweiter Verbund von Computernetzwerken, an dem Tausende von Rechnern angeschlossen sind, die über das Internet-Protokoll miteinander kommunizieren. Zur Geschichte: 1957 gründeten die USA eine neue Behörde innerhalb des Verteidigungsministeriums, die die amerikanische Führung in Wissenschaft und Technologie für das Militär nutzbar machen sollte. Diese Behörde schuf 1969 mit dem ARPAnet ein Computernetzwerk, das in erster Linie sicherstellen sollte, dass im Kriegsfall die militärischen Daten dezentral gespeichert waren. Eine der wichtigsten Entwicklungen dieser Epoche war der erste technische Übertragungsstandard, der es schon damals ermöglichte, Computer verschiedener Hersteller miteinander zu verknüpfen. In den Siebzigerjahren entwickelten amerikanische Universitäten die neuartige Kommunikation per Computer weiter. 1971 schuf Ray Tomlinson ein E-Mail-Programm, um Botschaften durch ein Netzwerk schicken zu können. Es entstanden viele weitere Netze, sodass von einem Internet eigentlich nicht die Rede sein konnte. Jedoch kommunizierten sie alle über den Internet-Protokollstandard.
In den Achtzigerjahren veränderte sich die Zusammensetzung der Netzbetreiber und -User. Neben Wissenschaftlern, Universitätsangehörigen und Computerfirmen interessierten sich allmählich immer mehr kommerzielle Netzbetreiber für das Internet. Parallel entwickelten sich Technologien, die das Internet für den Privat-User zunehmend benutzerfreundlicher machten: Der PC wurde Internet-tauglich, der Datentransfer über Telefonleitungen durch moderne Modems schneller und auch sicherer. 1989 schließlich gelang Robert Cailliau und Tim Berners-Lee im europäischen Kernforschungszentrum in Genf eine bahnbrechende Entwicklung: das World Wide Web, ein auf Hypertext basierendes Informations- und Quellensystem mit einer grafischen Benutzeroberfläche. Das „Surfen” war geboren! Heute ist das Internet ein Massenphänomen mit kommerziellen Anbietern und Providern, Suchmaschinen und Browsern, Newsgroups und FTP-Servern, elektronischen Zeitschriften und geschäftlichen Transaktionen, und sogar Telefonieren über das Internet ist inzwischen möglich. Zit. nach http://www.networds.de
4 Nach einer im Januar 2001 von der GfK-Online Motor erhobenen Studie nutzen mittlerweile 46 % der 14 - 69-jährigen Deutschen das Internet. Davon stellt das private Senden und Empfangen von E-Mails mit 52 % die häufigste Form der Internetnutzung dar (vgl. http://www.marketingmarktplatz.de/eBusiness/Onlinemonitor7.htm).
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Arbeit zitieren:
Kadir Özdemir, 2003, Zum Funktionalstil medial vermittelter Kommunikation am Beispiel der E-Mail, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
E-Mail, Chat und SMS - sprachliche Strukturen in neuen Kommunikationsf...
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
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