Inhaltsverzeichnis II
INHALTSVERZEICHNIS
Inhaltsverzeichnis II II
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VI
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung 1
2 Charakterisierung des Großhandels 4
2.1 Begriff, Aufgabe, Stellung und Bedeutung des Großhandels 4
2.2 Bestimmungsmerkmale der Großhandelsbetriebe 8
2.2.1 Großhandelsfunktionen 8
2.2.2 Faktoren der Leistungserstellung im Großhandel 11
3 Modell eines Zielsystems im Großhandel als Ausgangspunkt
für die Planung 14
4 Grundlagen von Kennzahlen und Kennzahlensystemen 19
4.1 Die Begrifflichkeiten Kennzahlen und Kennzahlensysteme 19
4.2 Anwendungsgebiete und Funktionen von Kennzahlen und
Kennzahlensystemen 21
4.3 Anforderungen an Kennzahlen und Kennzahlensysteme 23
4.4 Grenzen der Kennzahlenanwendung 25
5 Das Kennzahlensystem von DuPont 26
6 Ausgewählte Kennzahlen im Großhandel 31
7 Erarbeitung des Kennzahlensystems von DuPont in Excel 44
Inhaltsverzeichnis III
7.1 Darstellung der Plan-Instrumente für den Aufbau des
Kennzahlensystems von DuPont in Excel 44
7.1.1 Das Dateneingabeblatt „Plan-Bilanz“ 44
7.1.2 Das Dateneingabeblatt „Plan-Erfolgsrechnung“ 48
7.2 Darstellung des Kennzahlensystems von DuPont in Excel und
Durchführung von Plansimulationen 52
8 Schlussbetrachtung 61
Literaturverzeichnis 63
Anhang 68
Abb. Abbildung Abs. Absatz Aufl. Auflage BGA Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels e.V. BIP Bruttoinlandsprodukt bspw. beispielsweise bzgl. bezüglich bzw. beziehungsweise ca. circa DB Deckungsbeitrag DBU Deckungsbeitrag in % des Umsatzes d.h. das heißt EDV Elektronische Datenverarbeitung etc. et cetera EUR / € Euro f. folgende Seite ff. folgende Seiten gem. gemäß ggf. gegebenenfalls GuV Gewinn- und Verlustrechnung HGB Handelsgesetzbuch Hrsg. Herausgeber i.d.R. in der Regel KER kurzfristige Erfolgsrechnung Kfz Kraftfahrzeug KMU kleine und mittlere Unternehmen KuL Konzept & Lösung
Mill. Millionen MIS Management-Informationssystem Mrd. Milliarden PC Personal Computer qm Quadratmeter rd. rund RoI Return on Investment S. Seite(n) u.a. und andere u.a. unter anderem usw. und so weiter u.U. unter Umständen vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel ZVEI Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1 : Die Bruttowertschöpfung im Jahre 2002 nach Wirtschaftsbereichen
Abb. 2 : Umsatzsteuerpflichtige Unternehmen - Ergebnisse der Umsatzsteuerstatistik 2001
Abb. 3 : Der Katalog der Handelsfunktionen
Abb. 4 : Kostenstruktur in den Großhandelszweigen
Abb. 5 : Modell eines Zielsystems im Großhandel
Abb. 6 : DuPont-System (of Financial Control)
Abb. 7 : DuPont-Formular für die handelsbetriebliche Praxis
Abb. 8 : Ein einfaches Kennzahlensystem für Handelsbetriebe
Abb. 9 : Kennzahlendefinitionen
Abb. 10 : Bilanzgliederung der Aktivseite nach § 266 HGB
Abb. 11 : Dateneingabeblatt „Plan-Bilanz“
Abb. 12 : GuV-Gliederung nach Gesamt- und Umsatzkostenverfahren gem. § 275 HGB
Abb. 13 : Dateneingabeblatt „Plan-Erfolgsrechnung“ Version „Mengenänderung“
Abb. 14 : Datenausgabeblatt „DuPont-Kennzahlensystem“ Ermittlung der Umsatzrentabilität
Abb. 15 : Datenausgabeblatt „DuPont-Kennzahlensystem“ Ermittlung des Kapitalumschlags
Abb. 16 : Auswirkungen auf den Return on Investment - Version „Mengenänderung“
Abb. 17 : Dateneingabeblatt „Plan-Erfolgsrechnung“ Version „Preisänderung“
Abb. 18 : Auswirkungen auf den Return on Investment - Version „Preisänderung“
Abb. 19 : Weitere Kennzahlen des Großhandels - Version „Mengenänderung“
Abb. 20 : Weitere Kennzahlen des Großhandels - Version „Preisänderung“
1 Problemstellung und Gang der Untersu-
chung
Empirische Studien belegen, dass das Planungsniveau in den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) alarmierend niedrig ist. Dabei wird es für Unternehmer von KMU im Rahmen der Unternehmensplanung zunehmend wichtiger, das alleinige Vertrauen auf ihr unternehmerisches „Fingerspitzengefühl“ durch betriebswirtschaftliche Instrumente zu ergänzen. Insolvenzursachenanalysen bestätigen diese Notwendigkeit und zeigen, dass eine fehlende oder unzureichende Unternehmensplanung die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens einschränken und im schlimmsten Falle die Existenz bedrohen kann 1 .
Ziel dieser Arbeit ist es, ein betriebswirtschaftliches Instrument zur Unterstützung der unverzichtbaren Planungsaufgaben eines Unternehmers in einem mittelständischen Großhandelsbetrieb zu entwickeln. Dabei ist es wichtig, dass das Instrument auf betriebliche Entscheidungen vorbereiten kann, indem es Auswirkungen von Handlungen, die sowohl einzeln als auch in Kombination vorgenommen werden können, auf ein zuvor definiertes Oberziel (z.B. Rentabilitätsziel) unmittelbar aufzeigt. Beispiele für solche Handlungen wären z.B. Erhöhung der Verkaufsmengen oder der Verkaufspreise, Senkung der Wareneinsatzkosten oder der Verwaltungskosten.
Idealerweise handelt es sich bei dem zu entwickelnden Instrument um ein Kennzahlensystem, da die in der Planung formulierten Unternehmungsziele oftmals in Form von Kennzahlen ausgedrückt werden. Das Kennzahlensystem soll es dem Unternehmer einer KMU also ermöglichen, Plansimulationen (auch als What-If-Analysen bekannt) durchführen zu können. Mit What-If-Analysen werden mögliche Handlungsalternativen durchgespielt bzw. simuliert. Plansimulationen müssen
1 Vgl. hierzu Horváth, Péter und Weber, Joachim: Controlling. In: Pfohl, Hans-Christian (Hrsg.): Betriebswirtschaftslehre der Mittel- und Kleinbetriebe. Größenspezifische Probleme und Möglich- keiten zu ihrer Lösung. 2., neubearbeitete Auflage. Band 44. Berlin: Erich Schmidt 1990, S. 289.
immer bis zum Gewinn oder einer anderen Kennzahl, die für das Management als Richtschnur gilt, durchgerechnet werden 2 .
Im zweiten Kapitel dieser Arbeit wird zweckmäßigerweise zunächst der Großhandel näher charakterisiert, indem eine umfassende Definition gegeben und die Großhandelsaufgabe beschrieben wird. Daraufhin wird die Stellung in der Handelskette betrachtet und die volkswirtschaftliche Bedeutung des Großhandels in der Bundesrepublik Deutschland aufgezeigt. Eine Untersuchung der Bestimmungsmerkmale „Großhandelsfunktionen“ und „Faktoren großhandelsbetrieblicher Leistungserstellung“ schließt diese Charakterisierung ab.
Anschließend wird im dritten Kapitel ein Modell eines möglichen Zielsystems im Großhandel beschrieben, da das Setzen und Verfolgen von Zielen wesentlicher Bestandteil des unternehmerischen Planungsprozesses ist.
Das vierte Kapitel dieser Arbeit beleuchtet die theoretischen Grundlagen von Kennzahlen und Kennzahlensystemen. Dadurch wird dargelegt, dass Kennzahlensysteme als Hilfsmittel in der Planung eingesetzt werden können.
Anhand des in der Praxis weit verbreiteten DuPont-Kennzahlensystems wird daraufhin überprüft, ob dieses sich zur Durchführung von Simulationen im Rahmen der Unternehmensplanung eignet. Diese Analyse wird im fünften Kapitel vorgenommen.
Der sechste Abschnitt befasst sich mit der Darstellung und Definition von ausgewählten Kennzahlen im Großhandel. Diese Kennzahlen informieren zusätzlich neben denen des DuPont-Systems über die primären Funktionsbereiche des Groß-handels und über die Faktoren großhandelsbetrieblicher Leistungserstellung.
2 Vgl. hierzu Michel, Reiner: Komprimiertes Kennzahlen-Know-how. Analysemethoden, Frühwarn- systeme, PC-Anwendungen, Checklisten. Wiesbaden: Gabler 1999, S. 20.
Da es zu einer einfachen Lösung für mittelständische Großhandelsunternehmen kommen soll, empfiehlt sich eine EDV-technische Erarbeitung des Kennzahlensystems mit Hilfe einer in der Praxis gängigen Software. Das Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel scheint für die Realisierung geeignet zu sein, da dieses Tool in den meisten Betrieben aller Größenklassen vorhanden ist und auch
- vor allem in KMU - für die Planungsarbeiten eingesetzt wird 3 . Die Erarbeitung und Darstellung des DuPont-Kennzahlensystems in Excel erfolgt schließlich im siebten Kapitel.
3 Vgl. hierzu Konzept & Lösung KuL Consulting GmbH: Einsatz von Planungs- und Controlling-Tools im Mittelstand. 2003. Online im Internet: http://www.kul-online.de/kul_Studie.pdf (20.08.2003), S. 4.
2 Charakterisierung des Großhandels
Dieser Teil der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich zunächst mit dem Begriff, der Aufgabe und der Stellung des Großhandels in der Handelskette. Daraufhin erfolgt eine Darstellung der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Großhandels in Deutschland. Anschließend werden die Bestimmungsmerkmale des Großhandels
- Großhandelsfunktionen und die Faktoren großhandelsbetrieblicher Leistungserstellung - aufgezeigt. Dadurch soll ersichtlich werden, in welchen Unternehmensbereichen des Großhandels vor allem Planung notwendig ist und welche Funktionsbereiche bzw. welche Faktoren der Leistungserstellung das Kennzahlensystem umfassen und abbilden muss.
2.1 Begriff, Aufgabe, Stellung und Bedeutung des Großhan-
dels
Das Statistische Bundesamt gibt für den Begriff „Großhandel“ folgende Definition, die im Rahmen dieser Arbeit gelten soll:
„Großhandel (ohne Kraftfahrzeughandel) betreibt, wer Handelswaren in eigenem Namen für eigene Rechnung oder für fremde Rechnung (Kommissionshandel) überwiegend an andere Abnehmer als private Haushalte (z.B. gewerbliche Betriebe, Einzelhändler) absetzt.
Der Absatz an Gebietskörperschaften, Organisationen ohne Erwerbscharakter, Sozialversicherungsträger und wirtschaftliche Unternehmen der Öffentlichen Hand sowie der Handel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen, lebendem Vieh, landwirtschaftlichen Geräten, Baumaschinen, Bürobedarf, Dental- und Laborbedarf usw. rechnen i.d.R. zum Großhandel.
Für die Zuordnung zum Großhandel ist es unerheblich, ob der Absatz im Inland oder ins Ausland (Export) erfolgt, ob die Waren aus dem Inland oder dem Ausland
(Import) bezogen werden und ob die Ware vom Lager oder über Streckengeschäft
4 verkauft wird.“
Dem Großhandel kommt in einer arbeitsteilig gegliederten Volkswirtschaft die Aufgabe zu, räumliche, zeitliche, qualitative und quantitative Spannungen zwischen Produktion und Konsumtion auszugleichen 5 . Dabei erstellt der Großhändler Handelsleistungen, d.h. er kombiniert fremderstellte Sachleistungen mit eigenerstellten Dienstleistungen (wie z.B. Lagerung, Transport). Diese Sachleistungen (Handelswaren) erfahren erst durch die Umhüllung mit großhandelsspezifischen Dienstleistungen eine Wertsteigerung innerhalb der Wertschöpfungskette.
Als ein Glied in der Handelskette nimmt der Großhandel eine Absatzmittlerstellung im Sinne einer Eigengeschäftabwicklung zwischen Marktpartnern auf der Beschaffungs- und Absatzseite ein, indem er üblicherweise Handelswaren beschafft und diese dann ohne wesentliche Be- und Verarbeitung wieder absetzt 6 . Durch seine Tätigkeit nimmt der Großhändler den vor- bzw. nachgelagerten Handelskettengliedern gewisse Aufgaben und somit Kosten ab, wodurch eine größere Effizienz bei der Warenverteilung erzielt werden soll. Die Teilaufgaben, die der Großhandel für seine Handelspartner erfüllt, werden als Handelsfunktionen bezeichnet (vgl. Abb. 3 auf S. 9), auf die im Kapitel 2.2.1 näher eingegangen wird.
In Deutschland ist der gesamte Handel stark mittelständisch geprägt. 99% der Unternehmen im Handel sind KMU, die mit 60% der Beschäftigten 40% des Umsatzes tätigen 7 . Der Großhandel, der ebenfalls überwiegend von einer kleinbetriebli-
4 Lambertz,Josef E.: Die Handelsstatistik in Deutschland. 2002. Online im Internet: http://www.destatis.de/download/aussh/aussh_d/hande.pdf (05.08.2003), S. 59.
5 Vgl. hierzu Barth, Klaus: Betriebswirtschaftslehre des Handels. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Wiesbaden: Gabler 1999, S. 1f.
6 Vgl. hierzu Koster, Karel: Die Zukunftsperspektiven des deutschen Fachgroßhandels. Band 12. Hamburg: S + W Steuer- und Wirtschaftsverlag 1996, S. 18f.
7 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit: Zur Lage im Handel. 2003. Online im Internet: http://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/Inhalte/Downloads/Homepage_2Fdownload _2Fbranchenfocus_2FLageHandel.pdf,property=pdf.pdf (09.09.2003), S. 1.
chen bzw. mittelständischen Struktur geprägt ist, spielt dabei in der Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland eine wichtige Rolle 8 .
In Abb. 1 auf Seite 7 wird die volkswirtschaftliche Bedeutung des Wirtschaftsbereiches Handel, Gastgewerbe und Verkehr aufgezeigt. Im Jahre 2002 konnte dieser zusammengefasste Wirtschaftsbereich 18% (rd. 365 Mrd. €) zur gesamten Bruttowertschöpfung von 1.959 Mrd. € beitragen. Der Anteil des Großhandels belief sich dabei auf rd. 5% der Wertschöpfung des gesamten Bruttoinlandproduktes (BIP) 9 .
Darüber hinaus ist anzumerken, dass im Jahre 2001 rd. 6,4% aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen dem Großhandel und den Handelsvermittlungen zuzurechnen waren, die zusammen ca. 17,5% des gesamten Umsatzes erwirtschaftet haben. Betrachtet man ausschließlich die Handelsunternehmungen, dann war 2001 ca. jedes vierte Unternehmen ein Großhandelsbetrieb bzw. eine Handelsvermittlung. Mehr als 55% des von Handelsbetrieben getätigten Umsatzes wurde dabei von Großhandelsunternehmen bzw. Handelsvermittlungen erwirtschaftet (vgl. Abb. 2 auf S. 7).
8 Vgl. zur wirtschaftlichen Bedeutung des Großhandels Kysela, Kai D.: Großhandelsmarketing. Bergisch Gladbach, Köln: Verlag Josef Eul 1994. S. 47-59.
9 Vgl. Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels e.V. (BGA) (Hrsg.): Trends & Analysen Großhandel. 2003. Online im Internet:
http://www.bga.de/bga/deutsch/publikationen/Trends_2_03.pdf (09.09.2003), S. 5.
Abb. 1: Die Bruttowertschöpfung im Jahre 2002 nach Wirtschaftsbereichen 10
4.500.000
4.000.000
3.500.000
3.000.000
2.500.000
2.000.000
1.500.000
1.000.000
500.000
Abb. 2: Umsatzsteuerpflichtige Unternehmen - Ergebnisse der Umsatzsteuerstatistik 2001 11
(1) mit mehr als 16.617 EUR Jahresumsatz
(2) Umsätze der Unternehmen. - Ohne Umsatzsteuer
10 Eigene Darstellung nach Statistisches Bundesamt: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Wichtige gesamtwirtschaftliche Größen. 2003. Online im Internet: http://www.destatis.de/basis/d/vgr/vgrtab1.htm (23.08.2003).
11 Eigene Darstellung nach Statistisches Bundesamt: Umsatzsteuerpflichtige Unternehmen. Ergebnisse der Umsatzsteuerstatistik. 2003. Online im Internet. http://www.destatis.de/basis/d/fist/fist011.htm (28.08.2003).
2.2 Bestimmungsmerkmale der Großhandelsbetriebe
In diesem Abschnitt werden die Bestimmungsmerkmale der Großhandelsbetriebe näher untersucht. Zu diesen Merkmalen gehören u.a. die Großhandelsfunktionen und die Faktoren der Leistungserstellung im Großhandel.
2.2.1 Großhandelsfunktionen
In der Literatur gibt es mehrere Ansätze, Großhandelsfunktionen zu bestimmen. Man kann dabei von den allgemeinen Handelsfunktionen ausgehen, da der Großhändler eigene urtypische Großhandelsfunktionen nicht wahrnimmt, sondern lediglich allgemein gültige Handelsfunktionen modifiziert 12 .
Das Warenangebot der Anbieterseite wird vom Großhändler durch mengenmäßige Veränderungen und Sortimentsbildung (in Verbindung mit den Qualitäts- und Vollendungsfunktionen) so angepasst, dass dem i.d.R. abweichenden Nachfragebedürfnis der Abnehmerseite entsprochen wird 13 . Durch die Umgruppierungsfunktionen wird die Ware von einer erzeugungsorientierten Leistungsgüterkombination in eine bedarfsgerechte Verbrauchsgüteraggregation transformiert.
Ausdruck der klassischen Handelsfunktion - die Erfüllung von Überbrückungsaufgaben - ist der Vorgang der Bedarfsanpassung. Fremdgefertigte Sachleistungen (Handelswaren) und handelsbetriebliche Dienstleistungen wie z.B. Transport und Lagerung werden so miteinander kombiniert, dass räumliche und zeitliche Differenzen ausgeglichen werden und somit verwendungsreife Leistungen entstehen.
12 Vgl. Koster, K.: Die Zukunftsperspektiven des deutschen Fachgroßhandels. Band 12. Hamburg
1996, S. 28.
13 Vgl. zu den Handelsfunktionen im weiteren Koster, K.: Die Zukunftsperspektiven des deutschen Fachgroßhandels. Band 12. Hamburg 1996, S. 21f. und Barth, K.: Betriebswirtschaftslehre des Handels. 4. Aufl. Wiesbaden 1999, S. 28.
Abb. 3: Der Katalog der Handelsfunktionen 14
Durch die von den Großhandelsbetrieben übernommene Sicherungsfunktion werden sowohl objekt- als auch subjektbezogene Risiken ausgeschaltet. Dabei bedeutet Objektsicherung, dass der Großhandel Garantie- oder Kulanzleistungen
14 Entnommen aus Barth, K.: Betriebswirtschaftslehre des Handels. 4. Aufl. Wiesbaden 1999, S.
29.
gewährt. Unter Subjektsicherung versteht man, dass der Großhändler einerseits Absatz- und Entgeltrisiken gegenüber den Lieferanten übernimmt und andererseits Beratungs- und Umtauschleistungen gegenüber den Absatzpartnern erbringt.
Mittels der Marktausgleichsfunktionen übernimmt der Großhandelsbetrieb die Kommunikation den Marktpartnern gegenüber, um über die Kontaktaufnahme (Markterschließung) zur Umsatzabwicklung (Umsatzdurchführung) zu gelangen. Somit trägt der Großhändler zur Abstimmung von Angebot und Nachfrage bei.
Sortierung, Mischung, Manipulation, Montage und Wartung zählen zu Maßnahmen der Sachgüteraufbereitungsfunktionen und sind streng genommen Güterumwandlungsleistungen. Da sie aber traditionell den Distributionsvorgängen entstammen und teilweise auch als eigenständige Handelsaufgaben angesehen werden, gelten sie als eine der vier funktionsorientierten Handelsfunktionen.
Die zuvor beschriebenen Einzelaufgaben sind Tätigkeiten des Großhandels im funktionalen Sinne, die allerdings auch von vor- bzw. nachgelagerten Handelspartnern auf der Absatz- und Beschaffungsseite übernommen werden können 15 . Die drei Funktionen, die jedoch jeder Großhandelsbetrieb in unterschiedlicher Intensität wahrnimmt, sind neben der Sortimentierung, die Distribution (Abwicklung des Warenflusses zwischen den Marktpartnern) und die Kommunikation.
Ersichtlich wird hierbei, dass z.B. mittels der Bedarfsanpassungs- und Quantitätsfunktionen logistische Grundfunktionen wie Lagerung und Transport übernommen werden. Anhand der Marktausgleichsfunktionen bzw. der Abstimmung von Angebot und Nachfrage wird deutlich, dass der Großhandel durch seine Mittlerstellung Funktionen aus den Bereichen Beschaffung und Vertrieb übernimmt. Die drei Funktionsbereiche Logistik, Beschaffung und Vertrieb gilt es demnach in der Unternehmensplanung des Großhandels besonders zu berücksichtigen und im zu erarbeitenden Kennzahlensystem darzustellen.
15 Vgl. Koster, K.: Die Zukunftsperspektiven des deutschen Fachgroßhandels. Band 12. Hamburg
1996, S. 22.
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Alexander Stichweh, 2003, Erarbeitung eines Kennzahlensystems für ein Großhandelsunternehmen – Umsetzung mit Hilfe von Software zur Unterstützung von Plansimulationen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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